was zum schmunzeln…

Da fällt mir doch glatt ein, dass wir bei der Familien-Horror-Geburtstagsfeier gestern auch eine Unterhaltung darüber hatten, dass Tattoo’s niiiiiiemals gehen. Es war eigentlich keine Unterhaltung. Mehr eine Doktrin-Salve meiner Tante.

O-Ton: Tattoo’s wären das Schlimmste was Kind der Mutter antun kann. Wo Mutter Kind doch unversehrt und mit makelloser Haut auf die Welt bringt. Sie könnte ja wirklich mit allem umgehen, aber damit nicht. Früher hätten nur Knastis Tattoo’s! Und sie (die Mutter) würde sie (die Kinder) auf ewig anders sehen. Das könnte sie niemals nie nicht verzeihen. Hässlich wäre es außerdem.

Sprach Tante. Nickte Mutter (meine!) eifrig.

Zusatzinfo: Ich am Tisch. Zwei Tattoo’s an der Zahl (wovon eins sehr sichtbar) und ein weiteres groooßes in Planung 😀

 

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10 Kommentare

  1. Eine „sehr nette“ Tante hast du da.
    In meiner Familie sind auch die wenigsten dafür, aber keiner würde es jemals wagen (ich habe schon um die 8 Tattoos, auch große sichtbare und viele Piercings) in meiner Gegenwart darüber zu lästern.

    Dann noch die Klischees mit den Knackies… ok, ja, sie hatten Tattoos, und weiter? Sogar Kaisierin Sissi hatte einen Anker am Schulterblatt und Interessierten empfehle ich das Buch „Gefängnistättowierungen und ihre Träger.“ Ist sehr interessant. Häftlinge ließen sich damals tättowieren weil sie a) nichts persönliches haben durften, doch sowas konnte man ihnen nicht mehr wegnehmen wenn es erst mal gestochen war und b) weil es im Gefängnis gesetzlich untersagt war sich tättowieren zu lassen, weswegen Tattoos auch ein letzter Rest Freiheit und Selbstbestimmung dargestellt haben…
    Ich könnte dir noch viele interessante Werke aufzählen, die du deiner Tante um die Ohren knallen müsstest. Zb. „1000 Tattoos“, wo man Fotografien von normalen Hausfrauen mit Schwalben auf der Brust findet. Diese Fotos stammen teilweise aus einer Zeit 1920(!) herum (steht nämlich dabei)

    Ja… ich bin wohl ein bisschen heiß gelaufen. Aber ich finde erwachsene Menschen könnten ab und zu Gebrauch von dem Anstand machen, den sie ihren Kindern immer beibringen wollen, und in manchen Situationen einfach das Maul halten… wie zb bei dir und deinen Tattoos.
    Aber du lässt dich sicher nicht unterkriegen. Hast du der Tante Parole geboten oder warst du einfach der Fels in der Brandung?;)

    Lg, Sarah

  2. Also ich bin ja grundsätzlich mehr als dafür, dass jede ihre Meinung hat und diese auch vertreten kann. Aber die Art und Weise spielt da nun mal auch eine Rolle. Und pauschale Aussagen zu treffen, die andere an die Peripherie der Familiennorm drängen (was auch immer das sein mag- oder von wem auch immer konstruiert)… Also das geht nun nicht! Noch dazu so dermaßen uninformiert und Stammtischparolen-zitierend.

    Der Buchtipp ist klasse- vielen Dank dafür. Da weiß ich schon was der Osterhase versteckt- zusätzlich zur Hochzeits-Ausladung 😉

    Der Gedanke an Freiheit und Selbstbestimmung spielt, zumindest bei mir, auch eine große Rolle. Ich habe eine ziemlich lange Zeit, ziemlich viel Zeit darauf verschwendet darüber nachzudenken, wie ich es am besten jedem Recht machen kann. Tattoo’s standen da auf der don’t Liste ganz oben.

    Für meine Tante gab’s Parole in Maßen 😉 Ich hatte wenig Lust darauf, dass eine ordentliche Diskussion (das Thema hat da ja durchaus Potential) zu einem Schlagabtausch der (Verzeihung) sinnlosesten Hypothesen zwischen meinen Familienmitgliedern verkommt. Ich habe im Grunde nur angemerkt, dass die Entscheidung eine a) persönliche ist und als diese wohl auch dem persönlichen Geschmack unterworfen, woraus sich b) ergibt: Geschmäcker sind nun mal verschieden und darüber lässt sich c) streiten (überzeugtes Nicken an allen Fronten, an dieser Stelle). Jedoch denke ich, dass d) pauschale Aussagen, selbst konstruierte und ungeprüfte Hypothesen über Körperschmuck und Geisteszustand oder sozialen Status, absolut nicht in einem empirisch begründbaren Zusammenhang stehen. Abgesehen davon werden e) Tattoos schon seit Jahrhunderten als Körperkunst von Menschen verwendet um sich auszudrücken.

    Bist du wirklich interessiert an den haltlosen, platten Antworten? 😉 Ich sag mal so, das Impulsreferat hätte ich mir sparen können. Aber dafür gibt es dann zu Ostern eben das Buch. Da spare ich dann Atemluft und Nerven.

    Lg, Noblet

    1. Huch, ich denke ich kann mir ihre Antworten denken,… aber bin trotzdem neugierig was sie darauf erwiedert hat;-P
      War sicherlich besser das du das Thema nicht allzu breit getreten hast bis sich alle anzicken, das zeugt von Vernunft, außerdem hast du sachlicher argumentiert als sie.

      Kennst du das Sprichwort „der Klügere gibt nach, der Esel fällt in den Bach“?;)

      Hoffe das Buch gefällt dir (oder ihr;). Zeig ihr aber lieber nicht die Bände der „Russian Crime Tattoos“. In Russland existiert eine ganz andere Gefängnistattookultur mit vielen Codes in den Motiven die deine Verbrechen symbolisieren (und dich sogar ein Körperteil kosten können wenn du dir „unverdient“ etwas machen lässt).
      Damit du dir da drunter was vorstellen kannst:
      eine Rose am Oberarm: Ich bin im Knast 18 geworden
      Nauticsterne auf den Knien: Ich werde nicht vor den Bullen knieen
      Ein Dolch im Hals: Ich habe im Gefängnis gemordet und bin heuerbar usw.

      Das ist dann schon eher gruselig und würde deiner Tante neuen Stoff geben;)

      (Ps: bitte verwende doch die „Antwortfunktion“ unter dem Kommentar, ansonsten sehe ich nicht das du geantwortet hast. Bin nur zufällig wieder vorbeigestolpert und hab deine Antwort entdeckt:)

      Lg, Sarah

      1. So erst mal schnell, danke für den Hinweis mit dem Antwort-Button. Und schön, dass du hier so vorbeistolperst 🙂

        Ja, von der Tattookultur habe ich auch schon gehört. Aber ich glaube das war im asiatischen Raum (weiß leider nicht mehr genau wo) bzw. meine ich, ich hätte da mal eine Dokumentation drüber gesehen! Also wirklich besser nicht erzählen, da würde sie ausflippen und ich würde niiiiie wieder was anderes hören als Geschimpfe über „asoziale“ Tattoos. Nöö, danke 🙂

        Also von den platten Aussagen ist mir folgende noch am präsentesten:

        In anderen Kuturen gibt es sowas vielleicht schon länger, aber hier bei uns (!) gibt es sowas nicht! (Es lebe die deutsche Hochkultur, die weltweit erstrebenswerte, allgemeingültige und vorallem objektive Kulturmaßstäbe vorgibt!- abgesehen davon, dass die Aussage sicherlich auch so nicht stimmt!) Früher gab es das schon, aber eben nur im Knast. Und hässlich ist es, weil Tante E. sagt, dass es hässlich ist. Punkt.

        So, jetzt weißte Bescheid, gell? 😉

        Lg, noblet

  3. Du meinst sicherlich die Yakuza oder? Diese haben zumindest asiatische Tattoos, habe mich aber mit deren Kultur noch nicht so auseinander gesetzt. Aber es gibt 3 Bände „Russian Crima Tattoo“, in denen es im die Codes speziell in russischen Gefängnissen geht. (Traurigerweise sind die Tättowierungen die sich stechen von der Technik her absoluter Hammer im Vergleich zu dem was im deutschsprachigen Raum gestochen wurde;)

    Solltest du nochmal mit deiner Tanten über das Thema sprechen (falls sie anfängt;) kannst du ihr ja erklären das wir hierzulande zwar nie eine Tattookultur wie Maori, Inuit, etc. hatten, zu Kaiserszeiten aber viele Adlige kleine Tattoos hatten – eben weil sie damit demonstriert haben „wir sind der Adel, wir können uns es erlauben sowas zu tragen“. Diese Haltung hat natürlich das Image der Tattoos beim Pöbel auch nicht beliebt gemacht;)

    Es passt jetzt zwar nicht recht rein, aber da du ja am Thema interessiert bist – und ich die Info irgendwie cool fand, als ich es gehört habe: Seefahrer sind ja auch bekannt für ihre Tattoos. Es war zb sehr beliebt sich ein Jesusportrait auf den Rücken stechen zu lassen. Wenn sie auf hoher See gefangen genommen wurden, schützte sie dieses Tattoo vor Geißelungen, denn niemand, und war er noch so verdorben, wagte es dem Messiahs ins Gesicht zu schlagen;)

    Hm… die üblichen Argumente, die ich dachte sind ja garnicht vorgekommen: „Es ist für immer“, „Job! Job! JOB!“, „Du ruinierst deinen Körper!“…

    Lg, Sarah

    1. Dass Seefahrer auch in die „Knastecke“ gehören ist ja klar (sagt Tante E.) 🙂 Aber die Info mit den Jeseusbildchen ist mir neu. Echt interessant! Und auch off-topic: Jetzt bin ich so angefixt von den Tattoo’s dass ich am liebsten gleich losstolpern würde zum pieksen!

      Ach doch, doch… Die kamen natürlich auch. Ich werde das auf jeden Fall bereuen. Und wie ekelhaft es aussieht, wenn man dann 80 ist. Und man weiß ja auch nicht, was man da unter die Haut gehackt bekommt.(Hacken war das Lieblingssynonym für tätowieren) blablabla. Und natürlich die makellose Babyhaut, die dann völig unnütz verschandelt wird. grrrrr.

      Lg, noblet

  4. hihi, jetzt hab ich dir wohl Lust auf Tinte gemacht?;)
    Ich darf mich schon am Samstag wieder kräftig „durchhacken“ lassen 😀

    Und deine Tante ist mit 80 sicher auch keine Schönheit mehr – ob mit oder ohne Tattoos;)

      1. Hihi, also ich bin begeistert;-)
        Hab mir… halt dich fest… eine Schere am Arm verpassen lassen und werd da in Zukunft noch um anderes Werkzeug erweitern (ich liebe es eben zu werken;-)

      2. Tolltolltoll! Sehr cool. Ich liebe ja solche Tattoo’s. Meine Freundin hat sich vor einem knappen Monat einen Pfeil stechen lassen, der durch einen Diamanten durchgeht. Auch sehr schick.
        Also von mir für dich Daumen hoch und Herzlichen Glückwunsch zum neuen Tattoo!

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