Ein Mann wäre mir lieber, oder meine gestrige Gute-Nacht-Geschichte

Ich stürze euch gleich mal, nach einem einführenden Vorab, ungeschönt in die gestrige Geschichte. Weil das Leben ja die schönsten schreibt.

Vorab: Der Mensch der mich gezeugt hat, hat sich nie gekümmert. War mal da. Dann wieder nicht. Nach einem Urlaub vor 15 Jahren, hat er meine Geschwister und mich alleine (damals waren wir 12, 10, 5 Jahre alt) am Flughafen abgesetzt und (es müssen ca. 11 Flugstunden gewesen sein) wieder nach Hause geschickt. Er ist am Urlaubsort geblieben. Und ward (fast) nie wieder gesehen.  Dort gab es wohl und gibt es noch eine neue Familie. Neue Kinder. Neue Frau. Kontakt haben wir seitdem (ähm, gibt es ein Wort für: viel weniger als sporadisch, aber irgendwie auch nicht nie?) ca. einmal im Jahr. Da gratuliert er dann im Juli, wenn der Geburtstag im Februar war. Oder schreibt eine E-Mail in der drin steht, „Hallo und Grüße“ Oder weil er ein paar Hundert Euro braucht für irgendwas. Sei’s drum.

Einmal, da habe ich ihn in seiner neuen, alten Heimat besucht. Und ihm gesagt: Du Papa, ich bin in ein Mädchen verliebt. Seine Antwort: Das ist sicher nur eine Phase. Und überhaupt ist jeder Mensch von Grund auf bisexuell, man muss sich eben entscheiden.

Ich habe mich dann später noch mal versucht zu entscheiden. Klappte eher nicht so gut. (Komisch eigentlich.) Und irgendwie habe ich dann irgendwann auch nicht mehr eingesehen, warum ich mich nicht für das „entscheiden kann“ was mir gut tut.

Die gestrige Geschichte trug sich folgendermaßen zu: Der Erzeuger rief die kleine Lieblingsschwester an. (Nachdem erst ich und dann mein Bruder, dem Erzeuger mal die Meinung gesagt haben, versucht er sein Glück jetzt wieder bei ihr. Ist wie Ringelpietz!) Die erzählte stolz, dass ihr große Schwetser geheiratet hat. Eine Frau. Seine Reaktion. Spektakular! Reflektiert. Einfach nur groß.

Ach, das habe er befürchtet. Und überhaupt hätte er sich gewünscht, dass es ein Mann sei.

Nachdem die Lieblingsschwester dann ihren Standpunkt deutlich gemacht hat. Folgte noch, dass er nichts dagegen hat und die Hauptsache ist, dass ich glücklich bin. Kam aber nicht umhin, seine Theorie zu Bi- und Homosexualität noch mal grundlegend zu erläutern.

Ist er nicht herzig?

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