Hochzeitsbericht Teil I

Nachdem ich stundenlang am Hochzeitsbericht gesessen habe und feststellen musste, dass er einfach ewig lang geworden ist und ich mich gleichzeitig aber von keinem Wort trennen kann, ist die Entscheidung getrofffen. Es wird ein Mehrteiler 😀

Da steigt die Spannung und darüber hinaus, kann man es auch niemandem zumuten soviel Text auf einmal zu lesen 😉

Hochzeitsbericht Teil I

Drei Tage & Zwei Tage vorm großen Tag.

Es regnet. Mäßig, aber beständig. Das Zelt ist im Garten aufgebaut. Die Lieferungen mit Bierzeltgarnituren sind angekommen. Die Getränke sind in den Garten geschleppt und untergebracht. Die Kühltruhe steht im Trockenen. Wir haben fast alles alleine gemacht. Wie auch schon am Umzug. Es hat uns Schweiß und ein paar ruppige Worte gekostet. Aber nun sind wir stolz. Und das Resultat kann sich sehen lassen. Den restlichen Tag habe ich in der Küche verbracht. Hochzeitskuchenweckgläschen. 16 Zitronen gewaschen, gerratscht und ausgequetscht. Es duftet herrlich in unserer Wohnung. Glasur angerührt, Zitronenschalen karamelisiert. Fertig.

Knoblauchbutter und Tomatenbutter vorbereitet, abgeschmeckt und in den Kühlschrank gestopft. Im Anschluss Blätterteig mit Käse bestreut, als Snack zum Sektempfang. S. holt die Hussen und den Dekokrempel in einer Stadt 30 km entfernt von zuhause und fährt alles in den Garten. Und, es regnet immer noch.

Der Tag davor.

Es regnet. Nicht dieser süße Nieselregen. Nein, es sind Sturzbäche, die sich da von oben nach unten ihren Weg bahnen. Eigentlich regnet es auch von unten nach oben. S. sitzt im Auto neben mir und ist den Tränen nahe. So hat sie sich das nicht vorgestellt. Ich bin eigentlich auf dem Weg zum Augenbrauen zupfen. Aber jetzt heißt es erst mal den Land unter Zustand zu retten. Im Auto regnet es mittlerweile auch. Aus den Augen meiner Verlobten. Ich verspreche alles zu retten. Und ihr eine schöne, unvergessliche Hochzeit zu schenken. Hüpfe aus dem Auto. In der Zwischenzeit telefoniert sie mit dem Herrn Schwiegerpapa und erfragt einen Raum in unserem Wohnort als Alternative zum unterwasserstehenden Garten. Nicht perfekt, aber immerhin trocken und warm. Im Auto hört es derweil nicht auf zu regnen. Auf neue Situationen und spontane Alternativpläne kann S. sich in der Regel eher schlecht einstellen. Und SO war das alles eben überhaupt nicht geplant. 🙂

Ich persönlich bin einfach nur froh, dass der Tag nicht ins Wasser fällt. Freunde werden zusammengetrommelt. Denn all das, was wir mit Schweiß und ruppigen Worten geschafft haben, muss nun in den Raum gebracht werden, den wir 24 Stunden vor der Hochzeit aufgetrieben haben. Dafür werden wir unter Hochdruck, mit bis zu 22 Händen und in knapp acht Stunden einen kahlen Funktionsraum in einen verwandeln, der uns und unsere Liebe wiederspiegelt.

Tische gerückt, Wände abgehangen, DJ-Tisch aufgestellt, Treppe dekoriert, Lichterketten untergebracht. Tische be- und eingedeckt. Platzteller. Selbst dekorierte Weckgläser für die Blumendeko aufgestellt. Blumen geholt. Die Vasen befüllt, Blumen verteilt. Schleifchen gebunden. Getränke geschleppt. Kühlschränke befüllt. Nageltermin vergessen. Stehtische positioniert, Gläser ausgepackt, Sekt kaltgestellt. Diskokugel unter Einsatz des Lebens aufgehängt. Diskolicht organisiert.

Nach Hause gedüst. Die Verlobte mit einer Pizza auf der Couch verabschiedet. Geschenke und Übernachtungsutensilien für sie heimlich unter den Arm geklemmt und zu einer Freundin gedüst. Haare machen. Also meine. Färben. Von Schwarz zu rot. Nebenbei ein wenig schnacken. Es ist spät geworden. Zehn Uhr. Ich bin seit 6:00 auf den Beinen. Hinterlege bei der Freundin noch einen Liebesbrief für S. und bin gespannt auf ihr Gesicht morgen.

Ins Nachbarhaus zu Mama um die weltbeste Schwester abzuholen. Gleich geht’s ins Hotel. Auf die alberne Tradition wollten wir nicht verzichten. 😀 Schwester braucht ewig, was mich dazu veranlasst zu Bridezilla zu mutieren. Ein Mal kurz gebrüllt. Es geht weiter. Mama packt uns noch eine Schwarzbier ein, als Schlummertrunk. Oma, Opa, Tante und Mama zum Abschied geknutscht. Ein letztes Mal als Unverheiratete. Seltsames Gefühl und so viel Aufregung in der Luft. Es ist elf.

Ab ins Auto. Rein ins Hotel. Zweckmäßig, aber es soll ja auch nur für eine Nacht sein. Ein zuhause habe ich ja schon. Zimmer gefunden. Rein in den Schlafanzug und ab auf’s Bett, die Geschenke und Spiele organisieren sich nicht von allein. Die Schwester hat uns Daim eingepackt. So süß. Und was macht mich das glücklich, habe ich doch schon seit Tagen nichts Ungesundes mehr zu mir genommen. Und ich liebe Daim. Mir fallen beinahe die Augen zu, aber das Hochzeitsbuch ist fast fertig. Ich glaube, es ist jetzt gegen eins. Aber die Augen sind zu schwer zum Uhrenlesen. Wecker auf sechs gestellt…

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2 Kommentare

  1. Ohje, so viel Stress vorm schönsten Tag. Ich bin auf jeden Fall gespannt auf die Fortsetzung! 😀
    Und ich finde es super, wie viel ihr scheinbar allein gemacht habt. Das wollen wir bei unserer Hochzeit auch machen – da sind Inspirationen immer gut 😉

    1. Ja, es ist zwar irre anstrengend, aber ich finde, am Ende zahlt es sich aus. Zumindest hat es das bei uns getan. So war es wirklich zu 100% so wie wir es haben wollten. 🙂
      Ich wünsche euch viel Spaß bei eurer individuellen Planung und ein kleiner Tipp: hört ganz auf eurer Gefühl 🙂

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