Studieren mit Kind? (Wie) Geht denn das?

Bei mir hat das Semester begonnen und ich bin schon schwer im Stress, aber das soll nicht Thema dieses Eintrags werden 🙂

Es soll um Studentinnen gehen, die Mütter sind und ihre Baby’s mit zum Studieren nehmen. Ein solches Exemplar habe ich in meiner „Studiengruppe“. Ihr Baby ist 5 Wochen alt und sie bringt es mit in Veranstaltungen. Schön im Tragetuch. Setzt sie sich konsequent in die letzte Reihe. Natürlich besteht die Möglichkeit, dass sie da einfach gerne sitzt, aber mein Gefühl ist eher, zumindest in erster Linie, dass sie versucht niemanden zu stören oder abzulenken… keine Ahnung. Jedenfalls hat ihr Säugling ein paar Mal gegluckst (wirklich sehr leise), sie wurde daraufhin recht unruhig und es war ihr sichtlich unangenehm. Nach ein bisschen „schuschu“ war dann auch erst mal wieder Ruhe. Nach ein paar  Minuten (ich habe nicht auf die Uhr gesehen) hat das Baby dann etwas lauter gemeckert, aber ebenfalls nur super kurz. Eigentlich war es nur ein einzelnes Geräusch. Darauf ist besagte Studentin aufgestanden, hat alles zusammengepackt und ist aus der Veranstaltung verschwunden. Mit hochrotem Kopf. Sie kann natürlich auch nur sehr schüchtern gewesen sein, oderoderoder. Aber ich hatte eben eher das Gefühl, dass es ihr „peinlich“ unangenehm war, dass ihr Baby „gestört“ hat…

Die ganze Situation hat mich irgendwie dazu gebracht über die Situation Mama und Studentin mit Baby an der Hochschule noch mal nachzudenken. Ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass ich super entspannt mit unserem Baby an die FH stiefeln werde, ohne genauer darüber nachzudenken, dass es ja durchaus sein kann, dass das Baby mal einen Pieps von sich gibt (okay, das ist ein bisschen überspitzt dargestellt). Aber wie reagiert man darauf, wenn das Baby eben nicht mucksmäuschenstill im Tragetuch liegt? Wann ist es Zeit eine Veranstaltung zu verlassen? Spricht man da vorher was an?

Das war jetzt so meine spontane Idee. Kurz mit den Dozent_innen sprechen und irgendwas ausmachen. Keine Ahnung, Blickkontakt, wenn es zu sehr stört oder so. Wobei, ob man sich dann darauf verlassen kann und/oder sich nicht doch seltsam fühlt, wenn man dann von den Dozent_innen rausgeschickt wird. Oder sollte man Blicke etc. einfach ignorieren? Und wenn ja, schafft man das dann in der Praxis? Gar nicht so einfach, das.

Ich persönlich störe mich ja nicht daran. Eher im Gegenteil. Ich empfand es als super großartig, dass die Studentin „so früh“/ und überhaupt (zurück) an die FH/Uni geht und ihr Baby mitbringt. An meiner alten Uni habe ich nur ganz vereinzelt mal eine Studentin oder einen Studenten mit Kind gesehen und das auch nur auf dem Campus- nie in einer Veranstaltung. Aber gut, ich bin da vielleicht nicht ganz objektiv, weil enormer Kinderwunsch und das als Studentin 🙂

Aber, ich habe auch von den Kommolitoninnen gehört, dass im Studium doch eine gute Zeit wäre um Kinder zu bekommen. Wären da nicht noch der lange Fahrtweg. Der Nebenjob. Der Hasuhalt. Undsoweiterundsofort. Stimmt ja auch alles, aber das wird doch auch später nicht weniger, oder sehe ich das falsch? Also ich meine, wenn ich fest arbeite, dann habe ich doch wahrscheinlich auch wieder eine mind. 30-40 Stundenwoche (also je nach Lebensmodell und Wunsch) und der Haushalt bleibt Haushalt, halt mit einer Person mehr und aller Voraussicht nach leben und arbeiten auch später die meisten nicht am gleichen Ort.

Und auf der anderen Seite haben die vier Mama’s in der Gruppe ihre Verwunderung zum Ausdruck gebracht, dass im besten Mama-alter (sie meinten irgendwas zwischen 25 und 30 Jahren- weil recht viele Studierende bei uns in dieser Altersgruppe sind ) kaum eine von uns Kinder hat. Also ein klares pro Kind im Studium und sogar eher Verwunderung, wenn keins da ist.

Wie dem auch sei, ich komme vom Thema ab. Für mich ist es auf jeden Fall eine super wichtige Frage, da ich einen langen Fahrtweg in die FH habe und es nicht so dolle finden würde, wenn ich beim ersten Pieps meines Kindes wieder zurückfahren müsste. Was aber natürlich im Umkehrschluss nicht bedeuten soll, dass ich, falls das Baby wirklich weint etc. nicht auch kurz rausgehen würde, um die Veranstaltung nicht zustören. Ach ich weiß nicht, stören denn Kinder? Oder liegt es daran, dass Studierende mit Kind einfach noch nicht zum Alltagsbild an Uni’s/FH’s gehören?  Oder muss ich mir echt überlegen nur in Veranstaltungen zu gehen, für die ich eine Kinderbetreuung habe? Was wiederrum bedeuten würde mindestens ein Jahr mit dem Studieren zu pausieren. Weil ich mir schwer vorstellen kann unser Baby früher schon ganztags wegzugeben. Das Pausieren seinerseits, kommt aber auch so gar nicht in Frage, ich will nämlich fertig werden. 😉

Was denkt Ihr? Und wenn ihr schon Kinder habt, wie macht ihr das? Baby’s in Veranstaltungen? Oder lieber nicht? Und wenn ja, wie lange? 😉

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12 Kommentare

  1. Also ich muss sagen, dass ich dermaßen froh bin, dass wir ab der Geburt keine Veranstaltungen mehr hatten, zu denen wir mussten. Die Kleine hat so gewisse Phasen, die auch gut und gerne mal Wochen dauern (häufiger aber mal nen Tag oder ein paar Tage), da darf man sich nicht hinsetzen, wenn man sie trägt (im Tragetuch/Tragehilfe). Da wird dann sofort gemeckert und gezetert und egal, wie die Veranstaltung an der Uni wäre – ob nun mit 10 oder 100 anderen Studenten in 30 oder 300 Quadratmetern Raum – es würde definitiv stören, weil man schlicht nichts anderes mehr hört, sobald die Kleine dann mal richtig anfängt zu brüllen. Mal abgesehen davon, dass man als Mutter dann natürlich auch nix von der Veranstaltung hat, wenn man dutzende Male rausgeht.

    Dass die Kleine mal ne Stunde schläft, während sie getragen wird (und dann auch noch ohne Mama-Bewegung im sitzen! Geht gerade ja nicht mal, wenn wir NUR rumlaufen…) wäre momentan undenkbar. Und das schon seit locker 2-3 Wochen. Davor ging’s haaalbwegs. Hinsetzen war trotzdem meistens doof, weil ihr da die Bewegung fehlte. Mit im sitzen rumschuckeln ließ sie sich aber oft besänftigen.

    Momentan sieht’s eher so aus, dass jeder Versuch zu schlafen – egal, ob währenddessen getragen oder im liegen – von mind. 15 Minuten herzzerreißendem Gebrüll vorneweg begleitet wird. Und seit neuestem schläft die Kleine eben maximal 20 Minuten, wenn sie getragen wird – danach wacht sie auf und brüllt direkt innerhalb von einer Minute lauthals los (grob geschätzt 20% der Fälle), oder sie strampelt erst einige Minuten und brüllt dann (viell. so 60% der Fälle) oder sie ist „nur“ unruhig, bis sie wieder einschläft. Leise ist das aber – leider – auch nicht, weil sie dann trotzdem irgendwie rumquäkt, und das teilweise locker eine halbe Stunde oder länger. Und wie gesagt, das alles noch, obwohl wir in Bewegung sind. Sitzend würde Fall Nr. 1 wohl gerade in 99% der Fälle zutreffen. Da muss man sie dann vorher rausnehmen und bespaßen. Stell ich mir in einer Vorlesung auch schwierig vor, weil da nix mit duzi-duzi-leise ist, die Kleine braucht da „Action“ mit durch die Gegend geflogen werden, mit ihr in normaler Lautstärke sprechen, sie laut schmatzend abknutschen… Achja, und dann gluckst und lacht sie so laut, dass DAS bestimmt eine Vorlesung stören würde *lach*

    Ich will dir jetzt aber nicht jegliche Hoffnung nehmen. Gibt genug Studenten, die ihre Kinder mitnehmen. Aber erwarte nicht, dass das zu 95% absolut problemlos läuft. Wenn’s dann so ist, freu dich – aber es ist leider wahrscheinlicher, dass es eher nicht so läuft…

    MUSST du denn Veranstaltungen besuchen? Oder kannst du einen guten Teil auch von zu Hause aus machen?

    Mit 5-Wochen-Baby hätten wir wohl auch in die Uni zu Veranstaltungen gekonnt. Dafür seit 3 Wochen überhaupt nicht mehr, weil sie ja schon so, obwohl wir genau das machen, was sie (vermeintlich) möchte, gefühlt 50% der Zeit meckert oder brüllt. 19-Wochen-Schub ahoi…

    1. Hallöchen Munis 🙂
      Danke erst mal für deinen anusführlichen Kommentar. Mh, ich habe mir gerade überlegt, es könnte natürlich auch durchaus sein, dass die Studentin ihren Krümel einfach gut eingeschätzt hat und deshalb so hals-über-kopf die Veranstaltung verlassen hat. Quasi prophylaktisch vorm großen Gebrüll. hm. Alles in allem macht mir deine Antwort, wie du dir sicher denken kannst 😛 aber keine sonderlich großen Hoffnungen 😉 Du meinst also mal auf den Punkt Studieren bzw. Vorlesung und Kind passt nicht so gut? Es sein denn, man hat das schweigsame Wunderkind, das bereits im zarten Alter von unter einem Jahr höchst interessiert ist an der Wissenschaft, ordentlich aufpasst und mitschreibt?! hmpf. Ich glaube, das Glück werden wir auch nicht haben. Schade eigentlich 😀

      Wie macht ihr das denn? Also jetzt wo das Zweite schon in Planung ist und fast zeitgleich dann wahrscheinlich der Master ansteht? Und wie klappt das Schreiben der Bachelorarbeit? Oder kommt das erst noch?

      Ich habe noch nicht so genau den Durchblick bei uns, wie das in den weiterführenden Semestern ist. Aber davon ausgehend, dass der Master 4-semestrig ist und erst im vierten die Thesis ansteht, gehe ich davon aus, dass da schon noch Veranstaltungen sind, die Anwesenheit erfordern. 😦 Schwieriger als ich dachte die ganze Orga.

      1. Ja, ich dachte ehrlich gesagt auch, dass es geht. Baby ins Tragetuch, Baby glücklich, alternativ auch schlafend – und fertig. Mh, so ein Kind haben wir irgendwie nicht… Gerade ist es eher von der Sorte – nörgel-mecker-jammer-brüll-oh,ein-kleines-lächeln-nörgel-brüll… Und WACH. Weil das Teufelchen sich permanent weigert, zu schlafen.

        Wir werden den Master so machen, wie den Bachelor auch – von zu Hause aus. Wir haben zwar einen „ganz normalen“ Präsenzstudiengang (gehabt, sind ja bald fertig), aber es war eben keine Anwesenheitspflicht. Und bis auf wenige Kurse waren wir dann eben auch einfach nicht da. Den Dozenten hat’s nicht immer gepasst, aber wir hatten wesentlich weniger Stress so. Haben halt auch eine Anfahrt von 1 Std. pro Richtung. Und einen Stundenplan, der meistens Löcher von mehreren Stunden zwischen den Veranstaltungen hat – hab ich erwähnt, dass unsere Uni am A*sch der Welt ist? Ja, das geht selbst in Berlin 😉

        Wir werden also einfach zu Hause bleiben – vielleicht haben wir ja Glück, und kriegen beide einen Platz im Wunschstudiengang, der ein online-Studiengang ist – und von hier aus lernen.

        Die Bachelorarbeit müssen wir Anfang Dezember anfangen, wie das wird, wird sich zeigen. Wir dürfen aber auch verlängern, weil wir Eltern sind. Direkt mit dem Antrag auf Genehmigung des Themas schreibt uns unsere Betreuerin eine Genehmigung auf Verlängerung der Bearbeitungszeit… Mal sehen, wie das wird, abends haben wir eig. recht zuverlässig ab 20 Uhr hier Ruhe, weil die Kleine dann schläft. Also 4 Stunden, bis wir ins Bett gehen… Sollte reichen. In der Theorie.

  2. Ich kann den Robonekos nur zustimmen. Bei uns wäre (mal davon ausgehend wir würden studieren) der Vorlesungsbesuch in keinem Fall mit annehmbarer Regelmäßigkeit möglich. Vllt sieht man deshalb auch recht wenig Kinder an der Uni?! Man kann eben montags nie 100%ig wissen was der Dienstag bringt und das macht sämtliche Planungen etwas schwierig. Wir haben sogar ein ziemlich liebes Baby, das ein echtes Ausgehbaby ist, aber eben auch nicht immer. Und natürlich kann man sich und sie „zwingen“ trotzdem raus, trotzdem unter Leute. Manchmal genau das richtige, manchmal der absolute Horror für alle Beteiligten.

  3. Mh, also grundsätzlich kann man sich das ja denken, aber in der Planungsphase denkt man doch schon eher daran, dass „schon alles gut gehen wird“ … also ich zumindest 🙂 Was natürlich sicher auch so sein kann.. Nach deiner Antwort aber, neben der von Roboneko, komme ich doch so ein bisschen ins Grübeln. Es scheint mir doch realistischer in den ersten sechs Monaten nicht so viel zu planen und erst mal rankommenzulassen. Evtl vorher was mit den Dozent_Innen absprechen, damit man dann nicht aus allen Wolken fällt 🙂
    Wie ist das denn bei euch? Seid ihr beide zuhause?

    1. Nee, ich arbeite Vollzeit, hab aber sehr, nennen wir es mal Familienfreundliche, Arbeitszeiten. Das klappt soweit ganz gut, auch wenn wir die Wochenenden alle sehr genießen. Ich denke mal wir Frauen sind doch etwas „sozialer“ was die geteilte Arbeit angeht, das heißt ich mache neben der Vollzeit Arbeit selbstverständlich auch noch sehr viel Haushalt plus einkaufen und ähnliches. Vorurteilsfrei wage ich mal zu behaupten, dass das in hetero Familien oft anders läuft und der Mann von der stay at home Mom doch erwartet, dass der Haushalt geschmissen ist wenn er Heim kommt. Wir teilen und das, weil Muckelinchen oft schon Arbeit genug ist. Das wiederum erhöht mein Pensum natürlich. Der Haushalt wer zwar schon immer da, aber erstens wird er doch intensiver und zweitens hatte man, war er erledigt, einfach Feierabend. Jetzt ist da halt immer noch ein kleiner Mensch der bespasst werden will, schlechte Laune hat, auf einem schläft oder, oder, oder. 😉 es geht gut so wie es ist bei uns, aber es ist eine Umstellung, keine Frage. Jedes kleine Lächeln, jedes glucksende lachen und jeder noch so kleine Fortschritt entschädigt aber absolut für alles und man weiß wofür man es tut. 🙂

  4. Munis/Roboneko.. Aus irgendeinem Grund funktioniert die direkte Antwortfunktion nicht…
    Also wenn ich davon ausgehe, dass das Baby in ca. einem Jahr bei uns ankommt, dann wäre das ja das dritte Semester. In dem muss ein großer Forschungsbericht geschrieben werden, das müsste grundsätzlich ja auch von zuhause aus machbar sein. Ich werde es wohl auch drauf ankommen lassen. Würd es aber schon sehr schräg finden, wenn mir da seitens der Dozent_Innen Steine in den Weg gelegt werden würde, schließlich studiere ich in einem sozialem Studiengang. Und die Dozentinnen die ich bis jetzt kennenlernen durfte, sind sehr aktiv was Frauenrechte und Gendergeschichten im Allgemeinen angeht. Wäre also schon ein Witz, wenn das nicht machbar wäre 🙂

    Das mit der Möglichkeit der Verlängerung für die BA-Arbeit ist natürlich super und sicher auch nötig. Wenn auch nur im Kopf, dass man da ein bisschen beruhigter an die Sache rangehen kann. Würde mir zumindest so gehen. Wobei ich wach bleiben bis 00:00 Uhr niemals schaffen würde. Mit Krümel erst recht nicht 🙂

    Grrr.. ich hoffe die „Grummelphase“ des kleinen Teufelchens ist bald geschafft und der Alltag wird für euch drei wieder ein bisschen entspannter!

    1. Nach der Erfahrung mit dem kleinen Teufelchen würde ich sagen: Macht einfach mal, es findet sich für alles eine Lösung. Aber erwarte eben nicht, dass alles so klappt, wie ohne Kind 😉 Ich denke, ein gesundes Mittelmaß aus „wird schon“ und „einfach mal flexibel bleiben“ schadet auf keinen Fall! 😀

      Wir sind eigentlich immer bis Mitternacht oder sogar etwas länger wach, ganz selten mal nicht. Dafür schlafen wir halt bis mindestens halb neun, eher schonmal öfter bis neun oder halb zehn…

      Das Teufelchen wird sich demnächst schon wieder einkriegen. Wir sind auch dran, sie zu verstehen… Gestern beim Tragen hat sie z. B. gemeckert, weil sie bespaßt werden wollte bzw. Aufmerksamkeit gebraucht hat. So ein merkwürdiges Kind 😉 Kinder haben beim Tragen gefälligst zu schlafen! *lach*

      Und: Man gewöhnt sich an alles. Langsam finden wir das Einschlafbrüllen auch garnicht mehr so dramatisch. Ebenso wie das getrete und gezapple beim Tragen. Oder das ständige gemecker und gefruste, weil es nicht so geht, wie sie gerne möchte. Momentan immer dann, wenn sie merkt, dass vorwärtsbewegen in Bauchlage nicht so richtig funktioniert… Hachja. Bin ich froh, wenn sie dann wirklich mobiler ist, ich denke, dann wird es sehr viel entspannter. Aber ich schweife ab 😉

  5. Hey, ich bin übers Eltern-Forum auf deinen Blog gestoßen und als jemand der auf der anderen Seite arbeitet, will ich auch mal noch meinen Kommentar abgeben. Also, ich hatte schon Studenten mit Kind aller Altersgruppen, auch Babies in der Trage in Lehrveranstaltungen. Nicht als Normalfall, sondern weil Kind oder Betreuung z.B. krank waren o.ä. Bei sehr großen Vorlesungen hat man eh immer eine anonyme Masse vor sich, meist auch einige Unruhe, da fiele das nicht sehr auf. Da sind mir die nervigen Fragen und Kommentare der Rentner vom Seniorenuni- Programm viel mehr ein Graus als ein quakendes Baby. Ich würde aber nicht erwarten, dass Dozenten darauf hinweisen, wenn ein Kind zu laut wird. Das sollte man selber merken. Ich hasse es Studenten zur Ruhe ermahnen zu müssen, das sind erwachsene Leute, keine Schulkinder.
    In (Haupt-)Seminaren hatte ich auch schon mal Babies, aber das passt mir, ehrlich gesagt, nicht. Als „Normallösung“ hätte ich damit ein Problem, denn es lenkt ab. Den Lehrenden, die Mutter/Vater und die Kommilitonen. Selbst wenn das Kindlein schläft oder ruhig umherguckt, man schaut immer was es grad macht (ist ja auch niedlich). Und wenn dann noch Genörgel, Kackexplosionen, Milchspuckattacken usw. hinzukommen. Nee, dazu sind meine LV zu eng getaktet.
    Und als Mutter denke ich, dass eine Univeranstaltung auch bei sehr ruhigen Babies schlicht kein besonders kindgerechter Ort ist. Unser Baby ist so ein friedlicher, ausgeglichener Geselle, den könnte man theoretisch oft mitnehmen. Im Zweifelsfall ließe er sich mit Stillen und Nuckeln sicher mind. 45Min hinhalten. Meine Frau war heute z.B. 2.5h mit ihm in der Bibliothekscafeteria und er hat entweder gepennt oder die Leute beobachtet. Ich hatte ihn auch schon mal mit am Institut z.B. um die Semesterplanung für nach meiner Elternzeit zu erledigen oder Noten zu verbuchen. Aber da hab ich ein eigenes Büro und unsere Sekretärin die mein Baby notfalls bespaßt. Aber auf Dauer, also mehrere Stunden die Woche als Baby an der Uni, fände ich das nicht förderlich. Der soll auf der Krabbeldecke rumstrampeln, laut quietschen weil ich Faxen mache oder frische Luft im Tragetuch schnappen und dabei Bäume bestaunen. Nicht mit 200 Leuten, noch dazu zur Erkältungszeit, unterm Neonlicht im Hörsaal sitzen. Wir gehen allenfalls regelmäßig in die Mensa Mittagessen.

    1. Hallo Princton! Wie schön, ich freue mich, dass du meinen Blog gefunden hast! Und vielen lieben Dank für deinen Kommentar! Es ist in der Tat interessant noch mal einen anderen Blickwinkel auf die Thematik zu bekommen. Dass es einen Unterschied macht ob ich im ruhigen Seminar sitze, oder hinten im großen Vorlesungssaal, leuchtet natürlich sofort ein. Darüber, dass ein Seminar nicht unbedingt der Ort für ein Kleinkind ist, darüber habe ich mir natürlich auch schon Gedanken gemacht. Ich kann mir auch schwer vorstellen, dass es überhaupt machbar ist, wenn es erst mal großartig Bewegung und Umgebung liebengelernt hat 🙂 Aber so als ganz kleines? Das Baby aus meinem FH-Beispiel war ja wirklich erst ein paar Wochen alt.
      Hm, mir scheint wir werden es einfach auf uns zukommen lassen müssen, wie fast alles andere auch 🙂

      1. Naja, das Semester geht ja normalerweise so 10-14 Wochen. Die ersten 2-4 Wochen nach Entbindung ist man meist knülle. Ich konnte da vor Überforderung kaum geradeaus gucken (diverse Stillprobleme und trotzdem 10-14 Mahlzeiten/24h, Schlafen mit Baby auf dem Bauch im 2h Takt, Schmerzen von den Geburtsverletzungen, Hormonchaos etc.). Und so ab spätestens 8 Wochen fangen die Babies schon an, richtig ihre Umgebung wahrzunehmen, sich mitzuteilen und ihren Körper strampelnd zu entdecken. Unserer ist jetzt 12 Wochen, und es ist Wahnsinn wie sehr der Kleine schon gar nicht mehr so klein ist.

      2. Mh, dann würde ich mal sagen, lasse ich einfach alles auf mich zu kommen. (Nicht, dass mir etwas anderes übrigbleiben würde 🙂 )
        Vielleicht gibt es ja dann von den DozentInnen aus, auch die Möglichkeit, einiges doch von zu Hause aus zu machen.
        Danke noch mal für deinen Blick durch deine ganz persönliche Dozentinnen/Mama-Brille!

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