Ein neuer Zyklus- keine neue Chance?

Der Kinderwunschterror erste Versuch, war für mich retrospektiv betrachtet, fürchterlich. Anstrengend. Kräftezehrend. Und so will ich das nie mehr wieder haben. Vielleicht lag es auch am künstlichen hcg. Vielleicht stecke ich die ganze Angelegenheit auch einfach nicht so leicht weg, wie manch andere. Im Grunde ist auch nichts weiter passiert, als dass ich eben angespannt war. Aber irgendwie… Ich habe nichts genossen. Nur Angst gehabt. Konnte mich nicht runterfahren. War super fixiert darauf, was Einbildung, was evtl. keine hätte sein können. Habe mich schrecklich gefühlt. Nicht nur psychisch. Auch physisch. Schwer und aufgequollen. Meine Brüste haben drei Wochen unheimlich geschmerzt. Mein Bauch ist doppelt so dick geworden. Ich habe mich einfach schwerfällig und unausgeglichen gefühlt.

Und jetzt frage ich mich, will ich das? Wird das zehn Monate lang so sein? Lag es nur am hcg? Ist so schwanger sein? Eingebildet? Übertrieben? Also zweifelsfrei kann ich keine der Fragen beantworten.

Aber Fakt ist, ich habe mich, nach der ersten Traurigkeit nach dem Mensbeginn, so frei gefühlt. Und als die Mens rum war, so leicht. Im Kopf und im Körper. Ich wollte nichts mehr hören von Kindern und Schwangerschaft. Also gar nichts. Kein „achwiesüß“ mehr. Vielleicht habe ich den Kopf angeschaltet und das Herz aus?

Dazu habe ich zur Zeit einen super Run auf der Arbeit. In einem anderen Bereich, der mehr meinem ersten Studienabschluss entspricht und weitaus spannender ist, mache ich zur Zeit eine kleine Forschung im Zuge des Masters. Ich habe viel positives Feedback bekommen. Werde mit meiner Leistung gesehen und habe die Info erhalten, dass auch der Chef von der Chefin von der Chefin, ganz angetan ist von meiner Arbeit. Da besteht dann vielleicht die Chance nach dem Auslaufen meines jetzigen Arbeitsvertrages, eine feste, wirklich gut bezahlte Stelle zu bekommen. Ja, vielleicht. Und dieses „Vielleicht“ ist kein außer Acht zu lassender Faktor. Ich weiß es eben nicht. Mir ist aber ans Herz gelegt worden über eine neue Stelle innerhalb des Unternehmens mit meiner Chefin zu sprechen. Natürlich möchte ich das gern, aber genauso natürlich habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich mit dem festen Wissen, dass ich bald schwanger sein werde, ein Gespräch über eine weitere Beschäftigung führe. Auf der anderen Seite, ja unser persönliches Glück steht über dem Glück einer Chefin… Und ja, eigentlich glaube ich auch fest daran, dass alles so kommen wird, wie es sein soll. Und darüber hinaus sowieso alles machbar ist..

Aber die Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen, die nagt an mir. Unterschwellig. Es könnte ja sein, dass ich gar nicht dazu gemacht bin schwanger zu sein. Dass ich es blöd finde aufgedunsen und schwerfällig durch die Gegend zu watscheln. Dass ich nicht zu den rosig strahlenden Super-über-Muttis gehören werde, die den ganzen Tag mit leuchtenden Glitzerblick ihre Schwangerschaft belächeln und ihr Kind immerimmerimmer bis zum Erbrechen lieben und lieben und nie gestresst und genervt sind. Was ist denn dann? Darf man auch dann Mama werden? Und werde ich meinen eigenen Ansprüchen dann gerecht? Und warum kann ich eigentlich nicht aufhören nachzudenken, wenn ich denn dann mal nachdenke?

Hach.

Alles auf Anfang also.

Advertisements

6 Kommentare

  1. Also, zuerst mal, nimm die rosa-rote brille ab! Diese über muttis die ihr kind immer, immer, immer toll finden und nie gestresst sind, die gibt es nicht. Wer was anderes behauptet der lügt. Jeder, ganz bestimmt wirklich jeder, hat Phasen wo er nicht mehr kann, wo er alles hinschmeissen will. Aber man liebt sein kind (das tut man immer) und deshalb macht man weiter. Am ende des tunnel wartet dann immer das licht. 😉
    Was die hibbeligkeit angeht, ich wage mal zu behaupten, die ist besonders schlimm während man noch versucht schwanger zu werden. Wenn man dann schwanger ist kann man es (meistens) etwas besser wegstecken. War zumindest hier so.
    Was den job angeht, wie alt seid ihr denn wenn ich fragen darf? Wenn euch das alter nicht treibt, wäre es doch zumindest eine überlegung die ganze angelegenheit nochmal etwas auf Eis zu legen… Sprecht es nochmal in ruhe durch, erhol dich vom ersten versuch, geniesse die Entwicklung auf arbeit und vllt weisst du in ein paar monaten besser was dein herz wirklich will. 🙂

    1. Danke, für Deinen Kommentar. Es tut gut zu hören, dass man nicht völlig alleine/verrückt mit der Gedankenkotze ist 😉

      Ich werde ganz bald 29 Jahre alt. Also jetzt auch nicht mehr eeeewig Zeit. Vor allem weil ich sehr gerne und meine Frau vielleicht gerne, zwei Exemplare hätten… Die hätte ich dann auch gerne unter 35 fertig und betriebsbereit 😉 Und der Zeitpunkt war eigentlich sehr bewusst so gewählt. Vorm Ende des Masters, damit ich dann im Job durchstarten kann. Bzw. mit einem gutbezahlten Halbtagsjob noch die Wunschweiterbildung machen kann. Ach, wie gut, da hast Du doch mit Deiner Antwort gleich was gerade gerückt. Ich will da ja gar nicht zwingend bleiben, wo ich jetzt bin. Aber mir schmeichelt der Erfolg. Bzw. dass gesehen wird, was ich leiste(n kann). Aber einen Egopusher-Job nur um des Egopush-willens?! -wenn ich eigentlich in eine ganz andere Ecke will?
      Hm, da sollte ich vielleicht noch mal drüber nachdenken. Und vielleicht wird das Gefühl dann, so wie Du geschrieben hast, ein wenig klarer!

      Doppelt Danke!! 🙂

  2. Vorneweg: Am HCG lag es (vermutlich) nicht, denn das gespritzte HCG erzeugt erstens einen niedrigen Wert und bleibt zweitens nicht so lange im Organismus. Da du sonst keine Medikamente genommen hast, könnte es vielleicht einfach am Zyklus gelegen haben? Der war ja irgendwie anders als sonst. Brustschmerzen hatte ich merkwürdigerweise auch immer dann extrem, wenn die 2. Zyklushälfte nicht lang war (10-11 Tage). Keine Ahnung, woran das liegt. Mittlerweile ist die 2. Zyklushälfte ganz oft wieder bei 13-14 Tagen und ich merk garnichts mehr in die Richtung.

    Und zum Job: Ich würde so planen, als wäre ich nicht schwanger. Also ganz normal. Wozu auch die Pferde scheu machen, wenn es sowieso nur ein „vielleicht“ ist? Handeln kannst du immer noch, wenn du schwanger bist und über der 12. Woche (und selbst dann MUSST du die Schwangerschaft nicht mitteilen! Im Endeffekt könntest du’s bis zum Mutterschutz geheim halten, vermute ich – genau kenn ich mich aber nicht aus).

    Super-Über-Strahle-Mütter gibts nicht. Braucht’s auch nicht. Wirklich. Eine Mutter, die authentisch ist (sofern man dem Kind dabei nicht schadet) ist viel mehr wert. Ich möchte meinem Kind z. B. nicht vorleben, dass Frust, Ärger und Wut bitteschön runtergeschluckt und drüber hinweggelächelt wird. Wenn was nervt (und selbst, wenn es das eigene Kind ist!) darf/sollte man das angemessen zeigen (dürfen). Oft hat man auch keine Wahl, wenn dann Stress und Übermüdung zuschlägt und das Kind um halb 2 nachts denkt, es müsste jetzt rumturnen und meckern (nein, ich denke da an kein bestimmtes Beispiel, hüst). Ich hülle mich in Schweigen und sage: Ein Glück, dass meine Frau fast immer die Ruhe in Person ist.

    Und meine Frau sagt zum schwanger-sein, dass es toll ist. Und ja, sie merkt definitiv viel vom schwanger-sein (Übelkeit. Übermäßig geruchsempfindlich. Sodbrennen. Volles Programm also). Letztendlich gibt es ja keine Wahl (Leihmutterschaft mal ausgenommen) – und das Ergebnis zählt. Selbst ich würde vermutlich eine Schwangerschaft in Kauf nehmen, um am Ende ein Kind zu bekommen 😀

  3. Achja, und du kannst das HCG ja eigentlich auch weglassen. Als Einnistungsspritze (also, nach Eisprung) bei IUI finde ich es nicht notwendig, das Nachspritzen ist ja ohnehin extrem umstritten. Und wenn du vermutest, dass es dir nicht wirklich gut bekommt, würde ich es erst recht weglassen.

    Und zum Auslösen des Eisprungs muss es eigentlich auch nicht sein; wird bei euch nicht eh von der Ärztin der LH-Wert im Blut kontrolliert? Und ihr macht doch auch Ovus zusätzlich, oder? Dann braucht es das tatsächlich nicht, solange ihr irgendwann nach positivem Ovu und vor/mit Eisprung inseminiert! So viele Frauen haben die IUI pauschal 24 Std. nach LH-Anstieg und da klappt’s auch problemlos, auch mit Kryo-Spendersamen.

  4. Ach, dein Post macht mir Mut. Und es stimmt schon, es wird was die Arbeit angeht am sinnvollsten sein, wenn ich mich so verhalte, als sei ich nicht schwanger. Letztlich weiß ich ja auch nicht wann und ob es klappt. Da ist in Panik zu verfallen einfach unnötig 🙂

    Was das HCG angeht, ich denke, das lasse ich wirklich weg. Schon alleine weil ich mich so unwohl damit fühle. Wohlfühlen macht bestimmt mehr schwanger 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s