Monat: Mai 2015

Kinderwunsch hoch zehn

Ich wünschewünschewünsche uns ein  Kind. Unser Kind. Jetzt.

määääh. mecker. motz.

Nachdem wir jetzt ein paar Wochen pausiert und die letzten drei Zyklen nicht genutzt und ich mich auch hier ziemlich rar gemacht habe, brennt der Wunsch jetzt zigfach so stark.

Dafür war die Pause wirklich gut. Ich habe es geschafft ein bisschen Ruhe in meinen Kopf zu bringen und generell wieder ein wenig entspannter zu sein.

Langsam bekomme ich ein sichereres Gefühl. Für mich und den Wunsch nach einem Kind.

[Trotzdem muss ich doch ehrlich sagen, es hat mich überrascht, dass ich mich in dem „wann ist der richtige Zeitpunkt“- Strudel wiederfinde. Angedeutet hat sich das ja schon, aber ich musste doch feststellen, dass ich tatsächlich fast nur noch damit beschäftigt war bin, wann ich es denn wagen darf  eine Familie zugründen. Eine Mutter zu werden. Erst war es das Studium- schließlich bin ich ja noch nicht fertig. Dann die Angst davor noch keinen unbefristeten Job zu haben- wie will man dem Nachwuchs denn sonst etwas Sicherheit bieten? Jetzt,wo der unbefristete Vertrag endlich in in greifbarer Nähe ist- was ist mit der möglichen Versetzung gegen Ende des Jahres in die Wunschabteilung? Und dann, wenn der Vertrag endlich unterzeichnet und ich tatsächlich in der anderen Abteilung sitze, für die sich einige Leute wirklich ins Zeug gelegt haben um mich dort hin zu holen- wie gemein ist es denn dann bitte gleich eine Schwangerschaft zu verkünden?

Natürlich, wir als Familie sind wichtig. Der Wunsch nach einem Kind ist wichtig, weil es unser Wunsch ist. Was die Gesellschaft will, kann uns eigentlich auch ziemlich am Allerwertesten vorbei gehen. Der Verdienst meiner Frau und das was ich dazu verdiene, würde definitiv ausreichen für uns und Zuwachs. Meine Chefin ist eh blöd und tut auch nichts für mich, also warum sollte ich etwas für sie tun? Das Unterschreiben für die unbefristete Stelle soll so in zwei, drei Monaten sein. Dabei ist nicht klar, ob ich die unbefristete Stelle in der aktuellen oder der (hoffentlich!) zukünftigen Abteilung antreten werde.

Aberaber. Aber Nr. 1: Wenn ich bei neuem Vertrag in der alten Abteilung sitze- sollte ich dann nicht warten, bis ich die neue Stelle antrete, weil die mich sonst vielleicht nicht nehmen? Aber Nr. 2: Wenn ich gleich in die neue Abteilung wechsle (und die brauchen dort dringend Hilfe und Unterstützung) sollte ich dann nicht warten, weil sich so viel Mühe für mich gegeben wurde und ich dann schon bald ausfallen würde?

Oder? Oder?]

So, wo war ich? Ach ja, bei dem sichereren Gefühl mit dem Kinderwunsch. 😀 In meinem Inneren hat sich der Wunsch, trotz der aber`s und oder`s noch mal verfestigt. Ich habe bemerkt, dass es eigentlich nur äußere Einflussfaktoren sind, die mich an dem Wunsch haben zweifeln lassen. Die mir Angst davor gemacht haben, überfordert sein zu können. Mit der Pause und der Entscheidung in der FH ein bisschen kürzer zu treten, fühle ich mich wohler und habe wieder Raum zu träumen. Und ein großer Traum ist eben unser Wunschkind. Der Gedanken daran macht mich glücklich. Und langsam wächst die Überzeugung, dass es eben gut wird. Mit Kind. Das Leben wird genauso kompliziert, genauso spaßig und genauso nervenaufreibend. Nur eben mit Kind. Man weiß ja sowieso nie, was wie gekommen wäre. Ich würde gerne einfach anfangen. Wenn ich mich danach fühle. Und momentan wächst das Gefühl danach wieder. Oder anders: ich kann es wieder spüren. Ich denke also, dass ich warte bis ich unterschrieben habe und dann leben wir frei nach dem Motto whatever will be, will be!

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Kliniknews und erste Telefongespräche

So ganz langsam sammle ich mir Info’s zur ivf zusammen. Bisher nicht besonders zielgerichtet, aber immerhin. Es bewegt sich (babytechnisch) wieder was in meinem Kopf. Aber aus irgendeinem Grund fällt es mir unheimlich schwer irgendwo anzurufen und nachzufragen, was denn im Detail so passiert. Was möglich ist und was vielleicht nicht. Wahrscheinlich habe ich Angst davor, dass unsere Vorstelllung nicht erfüllbar ist.

Konkret wohnen wir ca. 500 km von unserem Wunsch-Kinderwunsch-Zentrum entfernt. Es gibt zwar auch eins, das mehr in unserer Nähe ist, das ist allerdings sehr teuer und vom Bauchgefühl her, bin ich da auch nicht so begeistert. Meine Hoffnung ist, dass es möglich ist nur zur Eizellgewinnung/Transfer in die Wunschklink zu fahren und alles andere über unsere Gyn laufen zu lassen.

Es gibt also wieder allerhand in Erfahrung zu bringen z.B.:

  1. Behandelt uns unsere Wunsch-KiWu-Klinik „aus der Ferne“?
  2. ob unsere Gyn uns dann parallel dazu betreuen kann/darf/will?
  3. Was über Hormone in Erfahrung gebracht werden muss?
  4. Ob und wie schnell wir einen Termin beim Endokrinologen bekommen können?
  5. Was sagt unsere Gyn dazu? Bekommen wir ohne weiters eine Überweisung von ihr?

So, da ich den ganzen Tag schon immer mal wieder abwechselnd an Rechner und Telefon sitze, gibt es zu Frage Nr.1 schon mal ein Update.

Leider ist es der Klinik aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich Erstgespräche über das Telefon zu machen. Es ist also zwingend Voraussetzung, dass wir zu einem Erstgespräch vorbei kommen. Leider haben wir für dieses Jahr kaum mehr Urlaub über und müssten den, den wir haben, schon für die Punktion und Transfer verbraten. Vorher noch mal nur für ein Gespräch 10 Stunden fahren, das is einfach nicht mehr drin dieses Jahr.

Sehr ernüchternd. (Und irgendwie wusste ich schon, warum ich nicht anrufen will!)

Als Alternativplan habe ich jetzt bei der teuren Kinderwunschklinik in unserer Nähe einen Termin ausgemacht. Dort belaufen sich die Kosten laut Homepage auf 1800,- für eine ivf ohne Medikamente. Das Erstgespräch ist kostenlos und einen Termin gibt es Ende Juni. Ich bin mal gespannt was das wird. Was uns empfohlen wird und ob es bspw. möglich wäre, dass Sperma was wir bei unserer Gyn geparkt haben für einen ivf Versuch in der KiWu-Klinik zu verwenden.

Ein Ärgernis konnte ich schon auch schon aufdecken: Blöd dass wir Tests, die wir schon gemacht haben, nun noch mal machen und bezahlen müssen (das konnte ich bei dem Telefonat schon in Erfahrung bringen!) darunter fallen HIV und Hepatitits… Die Ergebnisse sind nicht mal sechs Monate alt. hmpf.

Alles in allem wird es also doch ein bisschen spannend 🙂

Ein Lebenszeichen

Ja, es ist still geworden. Eigentlich war es gar keine bewusste Entscheidung mir ein bisschen Zeit zu nehmen und all die Gefühle, Erfahrungen und Momente sacken zu lassen. Aber es kam wie es kam 😉

In der Zwischenzeit ist, wer hätte das gedacht, allerhand passiert. Hauptsächlich in meinem Kopf. Und es war wirklich dringend notwendig zur Ruhe zu kommen.

Die letzten Wochen, eigentlich das gesamte bisherige Jahr hat sich für mich wie ein einziger Kampf angefühlt. Ich habe auf der Arbeit kämpfen müssen, für das Studium bin ich nur gerannt, ich habe für Freundschaften gekämpft und am allermeisten habe ich gefühlt für den Kinderwunsch gekämpft. Mit etwas Abstand betrachtet war dieser Strudel aus Angst und Sorge ab und an sicherliche ein wenig überzogen. Auf der anderen Seite, so hat es sich für mich eben angefühlt. Und in der Hauptsache geht es ja darum, dass der Ist-Zustand ein aushaltbarer ist. Und das war er so überhaupt nicht mehr.

Und auch das musste ich, als extrem ehrgeiziger Mensch erst mal begreifen. Es geht (für mich) nicht darum an vierzehnhundert Baustellen, alles möglichst zur Zufreidenheit aller anderen, möglichst perfekt zu erledigen. Es zwingt mich niemand 60 Stunden in der Woche zu arbeiten, abgesehen von mir selbst. Und es ist mehr als verständlich, dass ohne Zeit für die Beziehung, für mich selbst, meine eigenen Träume und Wünsche irgendwann mal der Akku leer ist. Und genau das ist passiert. Ich war ständig krank. Unentwegt hat es woanders geziept und dieses andauernde Gefühl, dass ich es nicht schaffen kann. All das hat dazu geführt, dass ich über den Kinderwunsch gar nicht mehr nachdenken wollte. Neben all dem anderen Chaos, hatte ich den Eindruck, dass der Kiwu nur noch ein zusätzlicher Stressor ist, den ich auch noch abhaken muss. Ich will nicht den Termin für die nächste IUI auch noch als nervigen Tagesordnungspunkt sehen, der auf meiner To-Do-Liste auf Platz x steht.

Der Moment in dem ich mich entschieden habe den Kiwu Kiwu sein zu lassen, den empfand ich als unheimliche Entlastung. Vor allem deshalb, weil ich am allerliebsten grundsätzlich gar keinen einzigen Punkt mehr auf der Tagesordnungsliste gehabt und mich stattdessen lieber in einer gemütlichen Höhle, ohne Zugang zur Außenwelt, verkrochen hätte. Mit etwas gedanklichem Abstand bin ich aktuell damit beschäftigt den Stress Schicht füt Schicht abzutragen. Das Studium pausiert für dieses Semester. Nach langem hin-und herwälzen aller Möglichkeiten, habe ich beschlossen, dass ich es verdient habe endlich  mal ein bisschen Zeit für mich zu haben um wirklich zu Kräften zu kommen und Zeit zu haben über das nachzudenken, was ich eigentlich möchte.

Ich gehe weiterhin arbeiten und den Rest der Zeit schaue ich nach mir. Ab nächsten Jahr werde ich hoffentlich in eine andere Abteilung kommen und für das kommende WIntersemester bewerbe ich mich auf einen Platz eines hauptsächlich onlinebasierten Studiums, dass ich in Teilzeit absolvieren kann.

Und ganz langsam bekomme ich wieder ein Gefühl für unseren Plan eine Mama-Mami-Kind-Familie zu werden. Die Ängste werden weniger und ein leises Lächeln wächst in meinem Kopf. Weil ich weiß, dass ich mir den Stress oder „Nicht-Stress“ alleine einteilen kann. Weil ich, ohne die zwei- bis dreistündige Pendelei in die Studierstätte, besser Leistung bingen kann. Weil es weniger stresst, wenn ich weiß, dass ich neben der Arbeit in Ruhe studieren kann. In meinem Tempo, ohne aufgezwungenen Semesterwochenstundenplan. Und wenn der Babywunsch dann wieder glücklich macht, dann muss er auch keine Angst mehr machen. Weil es dann in Ordnung ist, dass ich pausiere in der Uni, oder eben locker von zuhause aus auch nur ein Modul pro Semester machen kann. Ich fühle mich ein bisschen weniger eingequetscht. Und das ist ein gutes Gefühl.

Aber natürlich hört der Wunsch nach einem Kind nicht einfach auf. Die Sehnsucht ist immer dann wieder super präsent, wenn ich Mütter mit ihren Kindern sehe. Und dann denke ich, ich will auch. Unbedingt. Aber dann denke ich eben auch, ich will das entspannt haben können. Ich möchte mich freuen, das Schwangerwerden und die Schwangerschaft an sich nicht mit Ängsten verbinden. Und ich will auch nicht mehr diese IUI-Sache. Das scheint nicht der richtige Weg für uns/ für mich gewesen zu sein.

In naher Zukunft werde ich mich also stattdessen mit ivf beschäftigen und schauen, wie das wo am Besten geht. Was es kostet. Auf was wir uns einstellen müssen.

Und wenn es sich dann richtig anfühlt, dann werden wir loslegen.