Monat: Juni 2015

Hätte, hätte, Fahrradkette

Kennt ihr das? Um euch rum nur Schwangere, frischgebackene Mamas, Kolleginnen, die rund durch die Gegend kugeln, neue süße Babys. Ältere Kinder, die stolz das zeigen, was sie neu gelernt haben und ihren Mamas von den neuen Kindergartenfreunden erzählen.. Und ihr? Ihr sitzt da. Wartet und hofft. Lächelt den Mamas zu. „Ja, so süß die Kleine!“ Überlegt und plant. Hofft und bangt. Sorgt euch. Seid frustriert. Freut euch für die anderen. Fragt euch warum es bei euch nicht klappt. Lächelt kleine Babys an und spürt wie euch das Herz zu zerplatzen droht, während ihr den Tränen nahe seid. Wie gerne würde ich im nächsten Zyklus anfangen. Wie sehr hoffe ich, dass es beim nächsten Versuch endlich so weit ist. Wie gerne würde ich meinen Schreibtisch räumen, das Arbeitszimmer leer machen, mein Geld für Tragetücher, Kinderzimmerausstattung und Stoffwindeln ausgeben. Wenn ich doch endlich auch eine poititve IUI, einen zweiten Streifen auf den blöden Tests hätte. Wenn ich doch auch nur endlich wieder einen Versuch starten könnte. Den Vertrag in den Händen hätte. Wenn wir doch endlich schwanger wären.

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Bestandsaufnahme

Der Termin im Kinderwunschzentrum war ja ein Reinfall. In Sachen berufliche Weiterentwicklung sieht es immer noch grau aus. Den Vertrag für die Umschreibung, von meiner jetzt befristeten zu einer unbefristeten Stelle, habe ich immer noch nicht zu Gesicht bekommen. Es folgen auch keine neuen Informationen oder Neuigkeiten darüber, wann ich denn damit rechnen kann. Und ich tappe diesbezüglich im Dunkeln. Aber gut, das geht mich ja auch eigentlich nichts an! Die andere Stelle, die mir innerhalb des Unternehmens angeboten wurde, ist wohl gewissermaßen in der Mache aber auch hier: das Selbe in grün. Ich warte nun sicher schon seit weit mehr als einem Viertel Jahr und es kann mir nicht mal gesagt werden, ob ich überhaupt dieses Jahr noch wechseln könnte. Alles wie immer also. Das Folgende mag jetzt etwas fernab von der Berufsthematik liegen, aber es macht in meinem Kopf durchaus Sinn. Eine Freundin von meiner Liebsten und mir, hat vor einigen Tagen ihr Baby bekommen. Und kurz nach dem Schlüpfen waren wir zu Besuch. Wir durften halten und kuscheln, beim Wickeln zusehen und meine Frau hat füttern dürfen. Mama, Papa und das kleine Würmchen lagen selig im Familienzimmer und alle waren so glücklich. So müde. So zufrieden. Und ich? Ich war so traurig. Das ist jetzt das erste Mal, dass ich so ein Gefühl habe. Ich war schon genervt oder frustriert. Ein bisschen „haaach, was wäre das schön“ Aber da?! Da war ich ernsthaft traurig. Obwohl ich nicht ganz sicher bin, ob das wirklich das passende Wort für die Situation ist. Ich habe mich nämlich gleichzeitig in das kleine Menschenkind verliebt und das hat mich so gar nicht traurig gemacht! Ach, was soll ich sagen? Das alles zusammen macht einen unschönen Gefühlscocktail in mir. Ich habe immer noch unglaubliche Angst, weil mir auf der Arbeit so viel Druck gemacht wird, aber ich habe in den Augen der frischgebackenen Mama lesen können, (sie war beruflich in einer ähnlich verzwickte Lage wie ich) dass es sie so gar nicht mehr interessiert, was wer auf der Arbeit denken könnte. Im Grunde hat sie so gar nicht an die Arbeit gedacht. 😉

Der neue Plan also. (Und zu meiner großen Freude hat meine Liebste sich diesen ausgedacht, wo sie doch planungstechnisch so gaaar nicht in die Kinderwunschsache involviert war! Jetzt aber bei Krankenkassen anruft, zu neuen Kliniken recherchiert…) Wir fahren im August in den Urlaub. Kommen in der Mitte desselbigen Monats wieder. Fangen wieder mit der iui an und schauen was passiert. Eigentlich hatten wir erst November im Visier, für den Start. Damit ich wenigstens nicht schon im ersten, zweiten Arbeitsmonat in dem ich fest angestellt bin, sagen muss „hups, schnwanger“. Aber so lange halten wir es nun beide nicht mehr aus. Und ohnehin zählt für uns nur noch möglichst bald zu dritt zu sein. Zur ausgleichenden Gerechtigkeit lasse ich dann eben mal das Unternehmen warten 😀

Als erstes steht ein neuer Termin bei meiner Frauenärztin an um über den weiteren Ablauf zu sprechen. Wir denken ernsthalft über eine Bauchspiegelung zur Überprüfung der Eileiterdurchlässigkeit nach. Und dann werde ich mir auch gleich noch mal einen oder mehrere Termin geben lassen zur Hormonkontrolle. Ja, soweit der Plan. Ich hoffe es ist bald Urlaubszeit 😉

Besuch im Kiwu-Zentrum. Und genug ist genug!

Pfffffff. Ist so mein spontaner Kommentar. Ich bin echt enttäuscht und irgendwie sauer. Und frustriert von der Situation von uns Lesben mit Kinderwunsch. Auch wenn ich weiß, dass das an dieser Stelle überhaupt nichts bringt.

Aber zurück zum Anfang.

Wir sind gestern gegen 16:30 Uhr losefahren und waren schon ziemlich aufgeregt und voller Vorfreude. Yai. Es geht endlich wieder weiter. Als wir ankamen, waren wir schon sehr beeindruckt von der Aufmachung der Praxis. Alles ziemlich schickimick. Aber da sollte ja an sich erst mal kein Nachteil sein. Nach kurzer Wartezeit, die wir uns mit dem Ausfüllen eines Formulars vertreiben konnten, wurden wir auch schon aufgerufen. Der Arzt war meiner Frau auf den ersten Blick unsympathisch und ich hatte so gar kein Gefühl, war aber auch ziemlich gespannt was es denn so zu erzählen gibt. Wir haben kaum gesessen, da ging es schon mit einer PowerPoint Präsentation los und wir haben super oberflächlich eine Einführung in die ivf bekommen. Dachten wir. Schließlich sind wir vorher gefragt worden, was wir denn wünschen. Da die Antwort „ivf“ hieß, war ich ein wenig überrascht, dass er ohne auf diese zu kommen ohne Umschweife auf das teurere icsi-Verfahren gekommen ist. Als er nach fünf Minuten Vortrag fertig war, waren wir erst mal ein bisschen überfahren. Es war keine Rede von Kosten oder ähnlichem und ich habe dann erst mal was zu Untersuchungen und ähnlichem gefragt. Das sei eine Kassenleistung die wir so nicht selbst bezahlen müssten. Schon mal etwas. Auf mein Nachfragen kam dann der Klopper. Im Gönnerton erfuhren wir dann, dass er für lesbische Paare eine super günstige Pauschale anbietet. Zum Spotpreis von 4000 Euro. Ich war überrascht, dass er uns bei der Anpreisung nicht noch das fünfzehn-teilige Messerset angeboten hat. So als super tolles Extra. Gut, nach Nachfragen haben wir dann erfahren, dass Kryokonservierung extra kostet. Dass das Wiederauftauen extra kostet. Und die Medikamente zusätzlich noch bezahlt werden müssen. Darauf kämen dann noch die Lagerungsgebühren, die unbedingt fristgerecht gekündigt werden müssten, sonst müssten wir für ein ganzes Jahr weiterzahlen. Wiederrum im noch charmanteren Gönnerton und leicht bedauernd fuhr er fort „So mit 6000 Euro mindestens müssten sie schon rechnen“. Gut, ich bin tapfer geblieben und konnte mir noch eine letzte Frage rausquetschen. „Für jeden Versuch?“ Antwort: Für jeden Versuch. Gut, wir sind dann gegangen. Ohne Blutbild. Ohne neue Erkenntnisse. Der sieht uns nicht mehr wieder. Aber für ihn war es trotzdem toll. Zwei Überweisungen. Eine für mich, eine für die Gattin. Macht zwei Mal Abrechnen bei der Krankenkasse. Nutzen für uns? Null.

Wir waren echt mächtig sauer. Haben schon das Gefühl, dass er ein mieser Halsabschneider ist. Wo wir doch wissen, dass es andere Kliniken mit anderen Preisen gibt, die weit weg sind von 12.000 Euro für zwei Versuche. Ach so, und bevor ich es vergesse. Die zwei Proben reichen auch nur für zwei Versuche icsi. Und das wiederrum bedeutet, wir müssten im schlimmsten Fall auch noch neues Sperma bestellen.

Nun ja, meine Liebste findet wir sollten einfach gleich anfangen und es noch mit den übrigen zwei Versuchen bei unserer Gyn mit iui versuchen. Wenn das nicht klappt, dann werden wir es in Berlin versuchen. Dann muss halt Urlaub genommen werden und fertig. Wenn ich nicht bald das „Go“ für die neue Stelle bekomme, dann warte ich nur noch die Vertragverlängerung in der aktuellen Position ab und dann starten wir. Wenn ich bis zum neuen Angebot schwanger sein sollte und die mich dann nicht mehr wollen. Pech! Es reicht. Genug Steine. Wir steigen jetzt einfach drüber.

Sommer, Sonne, Badesee. Oder: Hirn aus, Glück an.

Mir egal. [Für heute! Okay, wenigstens für ein paar Stunden]

Dass ich noch ein Interview vorbereiten muss. Dass ich heute Nacht vor lauter Angst vor der ‚Wiederstudienaufnahme‘ nicht schlafen konnte. Dass ich müde und quetschig bin. Dass ich auch Texte vorarbeiten könnte. Dass ich über den olinebasierte Studiengang nachdenken müsste. Dass Entscheidungen anstehen.

Jetzt fahren wir an den See. Und ich werde liegen und die Sonne fühlen. Frische Luft atmen. Das heterogene Gemisch aus quitschen und planschen, aus Kindergeschrei, Fritierfett, Wespengesumse und Sonnencremduft genießen. Hach, was ich mich freue.

Und morgen dann, geht es frohen Mutes zum ersten Besuch in das Kinderwunschzentrum. Auf das wir auch bald so glücklich und friedlich wie unsere Nachbarin,  die gestern mit frisch geschlüpftem Babywürmchen nachhause kam, kuschelnd mit Nachwuchs auf dem Balkon liegen können.

Überweisung in die Kinderwunschklinik und die Absage an den Kinderwunsch-Beruf-Konflikt

Heute, nach dem Feierabend meiner guten Gattin 😉 werden wir uns auf den Weg machen und unsere Überweisungen für die Kiwu-Klinik zu holen, damit es dann Anfang nächster Woche losgehen kann mit dem ersten Termin.

Es passiert wieder was 🙂

Gestern Abend waren wir bei einer guten Freundin meiner Liebsten, die glücklich und mit riesiger Neunmonatskugel, auf die Geburt wartend, vor uns gesessen hat. Es war schön zu sehen, wie hübsch sie ausschaut, wie glücklich, aufgeregt und verliebt sie ist. noch mal bezüglich des passenden Zeitpunktes unterhalten und habe von ihr noch mal ganz klar und deutlich um die Ohren bekommen, dass es (das habe ich doch schon mal irgendwo gehört?!) den richtigen Zeitpunkt für ein Baby niemals geben wird!

Der Arbeitgeber ist immer glücklicher, wenn keiner fehlt und überhaupt! Ich höre das und ganz langsam kommt es auch irgendwo an. Bzw. werde ich ein bisschen sauer. Auf dieses Gefühl in mir, einzelne Personen, die immer wieder mal fallen lassen, wie doof sie es finden, dass Frauen fast gleichzeitig mit der unbefristetn Stelle schwanger werden. Dass sich da keiner wundern müsste, dass Frauen um die 30 ungern eingestellt werden undundund.

Undundund ich muss sagen, es nervt! Es nervt, dass andere es sich anmaßen mir mein Leben diktieren zu wollen, über selbiges urteilen und über gut und schlecht entscheiden dürfen. Einfach so. Und es nervt, dass sich diese Menschen oft keine Gedanken machen, dass das Leben nicht immer eine Abfolge von perfekten Momenten und Abschnitten ist, die sich beliebig und passend planen lassen. Und am meisten ärgere ich mich über mich. Dass ich solche Aussagen an mich rankommen lasse und mich irgendwie im Rechtfertigungsmodus wieder finde. Schluss damit! Ich bin fast 30. Ich studiere. Ich arbeite. Ich bin verheiratet. Wir möchten ein Kind. Wir werden es lieben. Der Rest geht keinen was an.

Termin in der KiWu und sonstiger Trubel

Letzte Woche waren wir für ein paar Tage in Berlin. Urlaub, Kraft tanken, verliebt sein und die Großeltern besuchen. Es tut so gut bei Oma und Opa zu sein. Mal keine Verpflichtung haben und sich auf das Wesentliche konzentrieren: Liebe Menschen, Sonne und wir. Ohne Arbeitstress und Sorgen. Allerdings ein bisschen Sorge hatte ich doch.Und zwar um meinen Opa, der doch schon sehr alt ist und so langsam immer langsamer wird. Ich hatte spontan ein Gefühl von „Mein geliebter Opa, soll noch sein Urenkelkind kennenlernen dürfen“ und das macht mich gleichzeitig traurig und erfüllt mich mit einem schönen Gefühl. Seltsames Durcheinander. Die liebste Ehefrau fühlt sich auch immer mehr nach Kind und hat (so mein Gefühl) so einiges an Ängsten und Sorgen im vergangenen Jahr hinter sich lassen können. Das macht mich auch glücklich, weil wir uns nun beide einfach mal nur freuen können und das Thema allgemein positiver besetzt scheint.

Meine Oma weiß um unseren Kinderwunsch und rät auch zu „einfach machen, da es keinen richtigen Zeitpunkt gibt“. Auf der Arbeit steht immer noch das Unterschreiben des unbefristeten Vertrages aus und es zeichnet sich so ab, dass ich nicht mehr Geld bekommen werde, obwohl die neue Tätigkeit um ein vielfaches mehr Anspruch hat. Ich empfinde das als extreme Unverschämtheit, auf der anderen Seite macht es mir einiges leichter. Denn wenn meine Arbeit nicht ordentlich honoriert wird und gleichzeitig noch mehr Leistung gefordert wird, gibt es noch weniger Grund von meiner Seite aus ständig Rücksicht zu nehmen und unser persönliches Familienglück noch viel länger hintenan zu stellen. Gefühlt, stehe ich mir selbst gegenüber dann unter weniger Rechfertigungsdruck. Eine Kollegin hat vor zwei Wochen ihre Schwangerschaft verkündet und alle haben recht positiv reagiert. Ich freue mich sehr für sie, habe aber gleichzeitig einen enormen Wunsch nach Selbigem verspürt. War ja eigentlich klar. Nun heißt es also bald in die Gehaltsverhandlung zu gehen und den Wiedereinstieg ins Studieren zu planen. Da ich mich ja entschieden habe dieses Semester auszusetzen… Neben der Arbeit scheint es momentan auch einfach schier unmöglich Klausuren zu schreiben und für mündliche Prüfungen zu pauken. Irgendwo müssen eben Abstriche gemacht werden. Und überhaupt empfinde ich das Studieren und Arbeiten nicht mehr zwingend als Lebensaufgabe. Sondern mehr als mein Leben, das eben ab und  an auch mal eine Entschleunigung nötig hat und bei all dem Stress auch noch Spaß machen soll. Und der nächste Versuch rückt auf allen Ebenen wieder ins Zentrum der Gedanken- und Gefühlswelt.

Zum Thema Kinderwunsch und ivf

Anfang nächster Woche haben wir den Termin in der Kiwu-Klinik und können uns endlich informieren. Ich wüsste gerne konkret auf welchen Betrag wir uns einstellen können und ob eine Hausfrauenarzt-Kiwu-Klinik-Kooperation möglich ist. Es beruhigt mich, dass dort wohl erst mal Tests und Hormonwerte gemacht werden und ich dann genauer weiß, ob es grundsätzlich möglich ist auf relativ stressfreiem Weg schwanger zu werden. Unsere Gyn ist da so eher nach dem Motto „sie sind jung, da wird schon alles stimmen“ verfahren. Bestimmt auch nicht schlecht, aber bei all dem Geld, das wir investieren und den doch geringeren Chancen einer IUI bin ich froh, wenn jetzt endlichendlich alles geklärt wird. Darüber hinaus wird es interessant zu erfahren, ob wir das schon bestellte Sperma, das aktuell noch bei der Gyn lagert, für die ivf Versuche verwenden dürfen und wie das mit dem Transport laufen soll oder kann.

Gibt es irgendwas wichtiges was ich auf jeden Fall noch erfragen sollte und gerade nicht auf dem Schirm habe? 🙂