Besuch im Kiwu-Zentrum. Und genug ist genug!

Pfffffff. Ist so mein spontaner Kommentar. Ich bin echt enttäuscht und irgendwie sauer. Und frustriert von der Situation von uns Lesben mit Kinderwunsch. Auch wenn ich weiß, dass das an dieser Stelle überhaupt nichts bringt.

Aber zurück zum Anfang.

Wir sind gestern gegen 16:30 Uhr losefahren und waren schon ziemlich aufgeregt und voller Vorfreude. Yai. Es geht endlich wieder weiter. Als wir ankamen, waren wir schon sehr beeindruckt von der Aufmachung der Praxis. Alles ziemlich schickimick. Aber da sollte ja an sich erst mal kein Nachteil sein. Nach kurzer Wartezeit, die wir uns mit dem Ausfüllen eines Formulars vertreiben konnten, wurden wir auch schon aufgerufen. Der Arzt war meiner Frau auf den ersten Blick unsympathisch und ich hatte so gar kein Gefühl, war aber auch ziemlich gespannt was es denn so zu erzählen gibt. Wir haben kaum gesessen, da ging es schon mit einer PowerPoint Präsentation los und wir haben super oberflächlich eine Einführung in die ivf bekommen. Dachten wir. Schließlich sind wir vorher gefragt worden, was wir denn wünschen. Da die Antwort „ivf“ hieß, war ich ein wenig überrascht, dass er ohne auf diese zu kommen ohne Umschweife auf das teurere icsi-Verfahren gekommen ist. Als er nach fünf Minuten Vortrag fertig war, waren wir erst mal ein bisschen überfahren. Es war keine Rede von Kosten oder ähnlichem und ich habe dann erst mal was zu Untersuchungen und ähnlichem gefragt. Das sei eine Kassenleistung die wir so nicht selbst bezahlen müssten. Schon mal etwas. Auf mein Nachfragen kam dann der Klopper. Im Gönnerton erfuhren wir dann, dass er für lesbische Paare eine super günstige Pauschale anbietet. Zum Spotpreis von 4000 Euro. Ich war überrascht, dass er uns bei der Anpreisung nicht noch das fünfzehn-teilige Messerset angeboten hat. So als super tolles Extra. Gut, nach Nachfragen haben wir dann erfahren, dass Kryokonservierung extra kostet. Dass das Wiederauftauen extra kostet. Und die Medikamente zusätzlich noch bezahlt werden müssen. Darauf kämen dann noch die Lagerungsgebühren, die unbedingt fristgerecht gekündigt werden müssten, sonst müssten wir für ein ganzes Jahr weiterzahlen. Wiederrum im noch charmanteren Gönnerton und leicht bedauernd fuhr er fort „So mit 6000 Euro mindestens müssten sie schon rechnen“. Gut, ich bin tapfer geblieben und konnte mir noch eine letzte Frage rausquetschen. „Für jeden Versuch?“ Antwort: Für jeden Versuch. Gut, wir sind dann gegangen. Ohne Blutbild. Ohne neue Erkenntnisse. Der sieht uns nicht mehr wieder. Aber für ihn war es trotzdem toll. Zwei Überweisungen. Eine für mich, eine für die Gattin. Macht zwei Mal Abrechnen bei der Krankenkasse. Nutzen für uns? Null.

Wir waren echt mächtig sauer. Haben schon das Gefühl, dass er ein mieser Halsabschneider ist. Wo wir doch wissen, dass es andere Kliniken mit anderen Preisen gibt, die weit weg sind von 12.000 Euro für zwei Versuche. Ach so, und bevor ich es vergesse. Die zwei Proben reichen auch nur für zwei Versuche icsi. Und das wiederrum bedeutet, wir müssten im schlimmsten Fall auch noch neues Sperma bestellen.

Nun ja, meine Liebste findet wir sollten einfach gleich anfangen und es noch mit den übrigen zwei Versuchen bei unserer Gyn mit iui versuchen. Wenn das nicht klappt, dann werden wir es in Berlin versuchen. Dann muss halt Urlaub genommen werden und fertig. Wenn ich nicht bald das „Go“ für die neue Stelle bekomme, dann warte ich nur noch die Vertragverlängerung in der aktuellen Position ab und dann starten wir. Wenn ich bis zum neuen Angebot schwanger sein sollte und die mich dann nicht mehr wollen. Pech! Es reicht. Genug Steine. Wir steigen jetzt einfach drüber.

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10 Kommentare

  1. Darf ich fragen warum für Euch die inseminierung nur unter medizinischer Begleitung in Frage kommt? Also liegen dem auch medizinische Gründe zu Grunde oder einfach weil ihr euch im „professionellen Rahmen“ wohler fühlt? Was spräche dagegen, es ansonsten evtl. auch mal mit einer Heiminsemination mit privatem Spender zu versuchen? Nicht falsch verstehen, ich frage rein aus Interesse.

    1. Also wir habe lange über die Entscheidung nachgedacht und sind schließlich zu dem Schluss gekommen, dass wir uns mit einem privaten Spender noch sicher genug fühlen würden. Zum einem wegen des Gesundheitsaspektes (auch wenn es Zeugnisse gibt, weiß ich ja nicht mit 100%iger Sicherheit, dass tatsächlich alles okay ist) und zum anderen, ist es unsere Horrorvorstellung, dass der Spender am Ende doch nicht das Sorgerecht abgeben will. Mit einer iui sind zudem die Chancen höher, so dass dann letztlich diese Entscheidung stand.
      Ps: ich verstehe das nicht falsch und antworte gerne 🙂

      1. Das waren bei uns genau die selben Beweggründe. Wir wollten einfach alles abgesichert haben und dann nicht nachher irgendwie dumm dastehen (müssen).

  2. Äh ja, so eine Erfahrung hatten wir auch in einer Klinik und der Typ hat uns nie wieder gesehen. Wo ward ihr denn da?

      1. In München haben wir uns 2 Kliniken angeschaut. Eine davon sah uns nie wieder.

  3. Power Point Präsentation? Uff. Wär’s nicht so traurig und deprimierend, wär’s ja schon fast wieder lustig. Was denken sich bitte manche Medzinier? Und das traurige ist: Mangels Behandlungmöglichkeiten gibt es tatsächlich Frauenpaare, die diesen Mist auch noch unterstützen.

    Glaub mir; in eurer Wunschklinik in Berlin läuft das alles sehr viel humaner ab. Zwar kein Schicki-Micki-marmorausgekleideter Eingang (Wer zahlt das? Die Kassenpatienten sicherlich nicht!) oder ähnliches, dafür kompetente Ärzte, super Biologen und gute Schwangerschaftsraten.

    1. Genau das waren auch so ziemlich genau meine Worte. Vor allem das mit den Frauen, die so ein Angebot dann nehmen, müssen, mangels anderer Angebote. Erschütternd irgendwie. Wir schauen jetzt mal und überlegen wegen einer BS und versuchen es wahrscheinlich einfach noch mit den zwei Proben per iui. Falls das bis zum Jahresende nicht geklappt haben sollte, steht Berlin ganz oben auf der Liste.

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