Monat: Juli 2015

Test heute ES + 14 (die vierte)

Negativ.

Ja, alles wird gut. Bestimmt beim nächsten mal. Wir versuchen es ja noch nicht so lange. Kopf hoch. Weitermachen. Dafür lohnt es sich zu kämpfen.  Genießt die Zeit ohne. Ihr müsst entspannter sein, dann klappt das auch. Und allerhand andere nutzlose, aber gut gemeinten Informationen, kann ich nicht mehr hören. Schon gar nicht von Bekannten und Freunden,  die ihr Baby auf dem Arm schaukeln. Keine Kinder möchten. Oder sonst einfach keine Ahnung haben, wie sehr wir uns dieses Baby wünschen.

Ich möchte auch nicht weiter verfolgt werden von Umstandsmode, schwangeren Promis und Königspaaren,  ich möchte gerade nicht auf meine Arbeit, weil es da wimmelt von süßen und unglaublich tollen Kindern. Dazu kommt, dass das Patenkind gerade in einer undefinierbaren Phase steckt und aktuell wenig Bock auf uns Tanten hat. Spielen mit Gleichaltrigen ist natürlich auch cooler. Aber so sehen wir ihn eine ziemlich lange Zeit nicht,  weil er bald in den Urlaub fährt. Also zwei negativ’s an einem Tag.

Was ist bloß los mit mir? Warum nur mag es nicht klappen?

Sicher ist,  keine IUI mehr für mich! Das halte ich nicht noch mal aus.

Aber, leider auch keine Ahnung, wie wir das Geld für neues Sperma und eine ivf zusammensparen sollen.

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10 + 1 = 0

Was ist die Summe aus dem zehnten Tag nach Eisprung und einem Strich?

Richtig. Null. Der Test ist weiß wie Schnee.

Anzeichen (an dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass das bei mir klassisches PMS- Anzeichen ist –> regulärer Menstermin: morgen)

  • Empfindliche Brustw*rzen/ Brustwachstum

Edit:

  • Gefühl wie immer kurz vor der Mens –> leicht drückender Schmerz im Unterleib

IUI+7 (Klappe die Vierte)

Jetzt wo sich langsam Anzeichen zeigen könnten, habe ich keine mehr. Nicht’s. Außer, dass ich immer noch das Gefühl habe unbewusst ständig den unteren Bauch anzuspannen… also von innen drin aus… Keine Ahnung woher das kommt. Sonst habe ich zu dem Zeitpunkt schon PMS, aber das scheint durch das Progesteron wohl auszufallen. Aktuell habe ich tierische Angst vor einem negativen Ergebnis, werde aber wahrscheinlich trotzdem schon an +10 mit dem Testen anfangen… Es würde mich zumindest überraschen, wenn ich es länger aushielte.

Darüber hinaus gab es heute die Info, dass ich ab November die Stelle im Haus wechseln kann. Das nur am Rande. Unterschrieben habe ich allerdings noch immer nichts.

Ich wünsche mir so sehr, dass es dieses mal geklappt hat.

Schwangerschaftsanzeichen

  • keine

IUI+5 oder nicht schwanger

Zumindest würde das der Schwangerschaftstest jetzt noch anzeigen. IUI + 5. Und seit heute morgen um vier ist es soweit. Die unfassbare Ungeduld hat zugeschlagen. Das Google-Monster hat heimtückisch und hinterhältig meine Müdigkeit um vier Uhr in der früh ausgenutzt und mich eiskalt überfallen. Es nervt. Das man nichts machen kann. Außer warten und, dass das dann auch noch so schwer fällt.

Dank Progesteron fühle ich mich so schwer und dank der unzählgen Schwangeren und frisch gebackenen Mama’s in meiner unmittelbaren Umgebung, ist auch sichergestellt, dass ich an nichts anderes mehr denke, als an dieses schreckliche Gefühl… wenn der Test in ca. 8 Tagen keinen zweiten Strich zeigt. Das ist das, woran ich mich am Besten erinnere. Diese hilflose Fassungslosigkeit, wenn es nicht klappt.

Hilft alles nichts, das weiß ich. Hab ich gelernt. Aber was raus muss, muss raus.

Für diesen Versuch habe ich mich entschieden „mögliche Anzeichen“ aufzuschreiben. In der Hauptsache um vor Augen zu haben, dass alles immer als Anzeichen gewertet werden kann, es aber in den seltensten Fällen tatsächlich ein Schwangerschaftsanzeichen ist. In 99% ist doch der Wunsch Mutter des Gedanken. Woher ich das weiß? 😉 Durch die Aufzeichnungen der letzten drei Versuchen, die ich zuhause im Babytagebuch festgehalten habe. Es ist schon spannend zu bemerken „aha, das gehört regulär zum Zyklus“ oder „aha, das kommt wohl vom Progesteron“ 😀

Tatsächlich muss ich beispielsweise tatsächlich vom Progesteron niesen. Hatte mich im Februar gefragt, ob es da einen Zusammenhang geben kann 😀

So, also die (möglichen) Anzeichen

  • schweres Gefühl im Unterleib
  • viel geträumt
  • habe das Gefühl meinen Unterbauch (ganz innen) ständig unbewusst anzuspannen, beim Loslassen sticht es kurz unangenehm
  • Hunger beim aufwachen (okay, das habe ich auch so 🙂 )

Das war es schon. Wer jetzt enttäuscht ist, zurecht! In den vergangenen IUI- Zyklen konnte ich da durchaus schon mit mehr aufwarten. Z.B. mit: Rückenschmerzen, Sodbrennen, Gereiztheit, aufgeblähtem Bauch.oder mein Favorit: viel Speichelfluss (ja, nee, ist klar!)

Was das nun jetzt wieder zu bedeuten haben mag? …hm, vielleicht mal die Suchmaschine fragen…? Ihr seht, ich versuche durchaus es mit Humor zu nehmen 😀

Ach so und ja… es ist mir durchaus bewusst, dass ein möglich befruchtetes Ei allerhöchstens mal in meinem Uterus angekommen sein könnte und noch mind. eins, zwei Tage entfernt von Einnistung ist, die dann wiederrum, falls sie denn dann erfolgreich stattfinden sollte, möglichenfalls Symptome machen kann. Nur falls sich jemand gefragt haben sollte 😀

Freiheit! Da wird selbst das Warten fast zur Nebensache

Wir sitzen tatsächlich im Wartezimmer. Das erste mal seit einem halben Jahr beginnt das Warten von Neuem. Komisch oder aufgeregt fühlt es sich auch kaum mehr an. Irgendwie routiniert und entspannt. Glücklich bin ich in der Hauptsache darüber, dass ich mich frei gemacht habe und wieder mehr das Gefühl habe selbstbestimmt zu handeln. Herrlich.

Zu den Fakten:

Der Follikel ist mit 19mm zwar nicht der Weltgrößte, aber ganz bestimmt der Weltbeste.

Und hier mein persönliches Dreierlei vom Warten:

Nr. 1: Die Probe muss aufgetaut werden

Nr. 2: nach dem die Liebste inseminiert hat, liegen bleiben und währendessen schmachten.

Nr. 3: 14 lange Tage bis zum Test.

Eisprung verpassen?

Spätestens zum neuen Jahr werde ich die neue Stelle bekommen. Frühstens im September.

Der Vertrag ist noch nicht unterschrieben. Aber wieder auf ein Jahr befristet. Mit sachlichem Grund. Dann im dritten Jahr. Inklusive Nebenabrede.

Der Eisprung naht. In zwei Tagen dürfte es soweit sein.

Blutabnehmen zum Hormonstatus Nr. eins an ZT 2 und Nr. zwei soll folgen an ZT 21.

Meine Frau und ich haben solche Sehnsucht nach unserem Baby.

Wollen nicht mehr warten, weil wir schmezlich lernen durften:

Man weiß nie was wann kommt.

Fazit:

Wir wissen nicht was wir tun sollen. Frustriert. Unsicher.

Schocker der Woche

Meine Frau klagte seit über einer Woche über ein sich ausbreitendes Taubheitsgefühl, der linken Körperhälfte. Dazu kamen Sensibiliätsstörungen und ein allgemeines Abgeschlagenheits- und Müdigkeitsgefühl. Ich gehöre nicht unbedingt zu der Sorte Mensch, die bei jedem Piep gleich zum Arzt rennt, aber das kam selbst mir dann seltsam vor. Ich habe sie also zum Arzt geschickt. Sie ist erst vier Tage später gegangen. Der Hausarzt hat sie nach der Untersuchung mit einer Überweisung und mit den Worten „Ich hoffe, mein Verdacht bestätigt sich nicht!“ in die Notfallneurologie verabschiedet. Sein Verdacht war eine Entzündung der Nerven.

Wir sind noch am selben Abend in die neurologische Notaufnahme einer großen Uniklinik gefahren und haben nach diversen ersten Tests in sehr ernste Gesichter geschaut. Nachdem uns empfohlen wurde, dass meine Liebste stationär aufgenommen werden sollte, aber leider kein Bett frei sei, wurden wir freundlich verabschiedet. Wir sollen am folgenden Tag einen Anruf erhalten, bei dem uns dann mitgeteilt würde, wann sie stationär aufgenommen werden kann.

Natürlich war der Schock erst mal groß. Aber da ich meine Frau kenne, habe ich darauf bestanden von der Ärztin gleich eine ungefähre Richtung zur Diagnose zu bekommen (die Liebste gehört zur Gattung „ergoogle dir die Krankkheitswelt- wie sie dir gefällt“. Und da war die Luft im Raum plötzlich ziemlich dünn. Ob wir schon gegoogelt hätten. Ein Nicken links von mir, Kopfschütteln auf meiner Seite. Gut, so die Ärztin, dann wären uns ja sicher schon die zwei Buchstaben begegnet, die wir erwarten könnten. MS. Kein Grund zur Panik. Vorerst nur ein vorläufiger Verdacht. Der Kopf war leer. Und gedacht hat eigentlich erst mal keine von uns mehr irgendwas.

Am nächsten Tag erfuhren wir dann, dass wir auf ein freies Bett in besagter Klinik ca. drei Wochen warten müssten, es wurde empfohlen eine andere aufzusuchen. Während wir den Vormittag über auf diese Absage gewartet haben, war ich noch zur hormonellen Zyklusüberwachung bei meiner Gyn und habe mir Blut abzapfen lassen.

Im Anschluss ging es dann in eine andere städtische Klinik, wo wir in der Notfallambulanz gewartet haben. Fest davon überzeugt uns nicht mehr wegschicken zu lassen. Es hat nicht lange gedauert, bis wir aufgerufen wurden, was bezeichnend war, da die Patient_innen nicht nach Wartezeit sondern nach Schwere der Erkrankung aufgerufen werden.

Es gab dieselben neurologischen Tests. Und dieselben ernsten Gesichter. Innerhalb von zehn Minuten war klar, der MS Verdacht erhärtet sich und meine Frau wird stationär aufgenommen. Für eine erschöpfende Anzahl von neurologischen Tests.

Die nächsten Tage waren der Horror und irgendwie ziemlich unwirklich. Neben einer sehr alten Zimmernachbarin, die mit Durchfall das Bad verzierte, der unerträglichen Hitze in einem natürlich nicht klimatisierten Flachdach-Krankenhaustrakt-Zimmer stand das Warten auf die Horror-Diagnose aus.

Ich bin gependelt zwischen Krankenhaus und Zuhause. Musste meine Frau leiden sehen. War überwältigt von dem Gefühl, dass sich das Leben in einer Sekunde ändern kann. Voller Optimismus und unglaublicher Sorge. Meiner Liebsten wurde Hirnwasser mit einer Lumbalpunktion abgezapft (die Ärztin hat sich nur drei Mal verstochen und ihre Tätigkeit mit den Worten „Ja, das tut mir leid, ich komm hier hinten an der Wirbelsäule nicht durch ihren Knochen!“ ergänzt). Es gab ein Halswirbel- und Brustwirbelsäulen MRT; am folgenden Tag ein Schädel-MRT und eine Kette von neurologischen Tests für Augen und Ohren.

Nachdem im/am Halswirbel ein Entzündungsherd entdeckt wurde und das Hirnwasser Entzündungswerte aufgezeigt hat, wurde dann eine fünftägige Kur mit sehr hochdosiertem Cortison begonnen. Jeden Tag. Fünf Stunden Infusion. Der Verdacht der Multiplen Sklerose wurde von einer Assistenzärztin bestätigt. Ich war jeden Tag da. Von morgens bis abends. Und wenn ich zuhause war, dann habe ich Wäsche gewaschen (fürs Krankenhaus) war Einkaufen (für die Liebste im Krankenhaus), habe aufgeräumt, saß im Auto. Habe recherchiert und geweint. War alleine und wollte stark sein.

Wir haben uns seltsamerweise nicht so unglaublich gesorgt, mehr darüber gesprochen, dass und wie wir alles gemeinsam schaffen werden. Unsere Eltern waren geschockter. So schien es zumindest. Wir lieben uns. Egal was passiert. Was wir vorher vor einem knappen Jahr bei unserer Hochzeit versprochen hatten, war nun plötzlich als echte Tatsache da.

Am Montag, nach fast einer Woche im Krankenhaus, gab es ein abschließendes Gespräch mit der Oberärztin, nachdem eine zweite Assistenzärztin innerhalb von zwei Stunden einmal unglaublich überzeugt gesagt hat, dass meine Frau Multiple Sklerose hat und zwei Stunden später meinte, es sei auf keinen Fall MS. Es war ein furchtbares Gefühl so abhängig zu sein. So ausgeliefert. So unsicher. Multiple Sklerose ist ja nun kein Schnupfen.

Die Oberärztin erklärte uns dann, dass Assistenzärzt_innen dazu neigen, die auf eine MS hindeutenden Ergebnisse (entzündliches Hirnwasser und Entzündungsherd im RückenmarkHalswirbelbereich) auch als solche zu verkaufen. Tatsache ist aber, dass diese zwei Ergebnisse erst mal nur für eine Myelitis sprechen. Das bedeutet eine Entzündung des Rückenmarks. Es ist allerdings richtig, dass das in dem Fall meiner Liebsten eine autoimmune Erkrankung ist, die schon lange in ihr schlummert. Falls die Entzündungen wieder auftauchen, könnte das auf eine MS hinweisen. Bzw. wäre sie bei auftauchen mehrerer Entzündungsherde bestätigt. So lange ist es „nur“ eine Myelitis.

Es bleibt also nichts weiter als zu warten und zu hoffen, dass es kein zweites Mal gibt. Bis dahin die Nebenwirkung der enorm hohen Cortisongabe auszusitzen. Und irgendwie diesen Schock zu überwinden. Heute ist sie den zweiten Tag wieder zu Hause.

… und das fehlte noch

Gleich gestern habe ich dann passenderweise auch noch ein Gespräch bzgl. meines unbefristeten Vertrags gehabt, auf den ich seit zwei Jahren warte. Wegen dem wir den Kinderwunsch aufgeschoben haben. Eigentlich war das Gespräch nur noch Formsache. Es war nämlich eigentlich alles klar. Nach den zwei Jahren, mit jeweils ein Jahres-Befristung, die ich für meinen AG arbeite, darf ich eigentlich nicht noch mal eine befristete Verlängerung erhalten. Aber. Ja, aber. In meinem Fall und weil ich im Anschluss an den Masterabschluss noch ein Anerkennungsjahr machen werde, wird die Befristung um eine weiteres Jahr mit besonderem Grund legitimiert. Und es folgt: Ein weiterer Ein-jahres-Arbeitsvertrag. Nach dem sich anschließenden Praktikums- bzw. Anerkennungsvertrag kommt dann (fest versprochen) der unbefristete. Da bin ich dann 32 Jahre alt. Mindestens. Also noch laaange Zeit Kinder zu bekommen. Abgesehen davon finde ich es schlimm, weil ich erst aktuell feststellen durfte, dass man nie weiß was passiert und wenn plötzlich so eine Krankheit im Raum steht, die das ganze Leben verändert, dann wäre es doch auch irgendwann schön zu wissen, dass man wenigstens finanziell und arbeitstechnisch abgesichert ist. Aber nein. Wieso auch?

Am Optimismus festhaltend, bin ich trotzdem erst mal bedient. Von der Gesamtsituation. Ich meine (wohlwissend, dass das nichts bringt!) was soll das denn bitte alles?!!