Monat: September 2015

Schmetterlinge im Bauch

Heute habe ich beschlossen glücklich zu sein.

Es ist mir egal, welcher Regierungspinkel uns zu Eltern zweiter Klasse degradieren will. Wir werden eine Familie. Wir werden Mama’s. Wundertolle Mama’s. Welche, die ihr Baby erkämpft haben und somit schon vor der Zeugung fest bewiesen haben, wie sehr das Kind willkommen ist und geliebt werden wird. Heute bin ich glücklich und ergänze das möpige gestern.

Also zu 1.

Der Termin Nr. 2 stand an. Der Kinderwunschzentrums-Doc war herzig und kompetent wie beim ersten Besuch und ich hatte das Gefühl, genau in dieses Zentrum zu gehören.

Im Sprechstundenzimmer angekommen, gab es gar kein Problem mit unserem Wunsch nach der IVF (wir sollten noch mal tief in uns gehen, ob die IUI nicht doch noch mal ausprobiert werden soll- soll sie nicht!). Mit meinen Werten ist alles schick. TSH  ist spitze und ich bin „welch ein Glück“ gegen Röteln,Windpocken und Co. imun. Yai. Die anderen Tests sind auch gut und so war noch Zeit für unseren Zettel voller Fragen. Und wir hatten eine Menge 😀 Es konnte alles geklärt werden und plötzlich, alle Fragen gefragt, zaubert der gute Kinderwunschzentrums-Doc einen Zettel hinter dem Rücken hervor. Auf dem steht „Antagonistenprotokoll (kurzes Protokoll)“. Unser Behandlungsplan. Glänzend und neu. So hübsch und mit deutlich weniger Hormonbombem als erwartet.

Worte wie Engelschöre (Entschuldigt den rosa-glitzer-kitsch- ich habe vorgewarnt 😉 ) „ab dem 22. Zyklustag, kann es losgehen!“

Ist das nicht der Hammer?! So lange ging es nicht voran, warten, tausend Termine und negative IUI’s und nun? (Ja, ich weiß, das fast wichtigste fehlt noch!) Könnte es in 22 Tagen losgehen. Wir haben alle Rezepte uns sollen uns schon mal ans Bestellen machen, damit zum Starttermin auch alles vorrätig ist. Muhaaaa!

Wenn wir mal ganz großes Glück haben, und die Samenbank sich mit der Kiwu-Klinik noch in den nächsten zwei Wochen einigt, dann könnte/könnte/könnte es noch in diesem- morgen beginnenden- Zyklus beginnen. Aber ganz bestimmt im nächsten.

Wahnsinn!

Die Medikamentenliste

  • Estradiol (macht die Gebärmutter kuschelig)
  • Gonal F (zur Stimulation der Eierchens)
  • Orgalutran (zum Unterdrücken des ES)
  • Utrogest

Wir haben uns für das Kuktivieren bis zum Blasozystenstadium entschieden und wollten eigentlich zwei Blubbels zurückbekommen. Der Arzt ist allerdings für nur einen Blubbel. Argumente dafür: mein Alter und die seiner Meinung nach ohnehin sehr hohe Wahrscheinlichkeit einer eintretenden Schwangerschaft. Wir werden es wohl abhängig von der Qualität machen.

Ob das ganze Glück mit der Klinik daran liegt, dass der erste Termin am Hochzeitstags-Datum war und der zweite am Monatstag des Zusammenkommens? ❤  Egal! 🙂

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Wir brauchen Samen! Oder: Es kann FAST losgehen

Das hier könnte ein riesen großer Beitrag werden. Könnte. Aber erst mal ein paar Grundinformationen zur groben Orientierung.

  1. Heute war der zweite Termin im Kinderwunschzentrum.
  2. Ich habe die übrigen Samenbanken abtelefoniert und bin entrüstet.

Ich beginne in der zeitlichen Reihenfolge bei 2.

Samenbank. Es ist unerhört. Sowas von diskriminierend und unverschämt, wie man als lesbisches Paar zur Kasse gebeten wird. Das erste Mal ist mir das im Kinderwunschzentrum Wetzlar aufgefallen. Das zweite Mal bei der Wahl der Samenbank. Obwohl hier nicht wirklich von Wahl gesprochen werden kann. Und das macht mich unsagbar wütend!

Also: Letzte Woche habe ich von der Samenbank A die Information erhalten, dass das Prozedere abläuft, wie hier beschrieben. Und habe mich bis dato am meisten aufgeregt über die langen Wartezeiten, war aber vom finanziellen Aspekt her noch recht positiv überrascht. Nun, habe ich heute noch einmal angerufen um sicher zu gehen, dass die Information auch für uns als lesbisches Paar gilt. (Es wurde vorab ein Foto von uns als Paar gefordert, so dass dann der Spender passend zu unserer Optik ausgewählt werden kann… Also dachte ich, besser noch mal nachgefragt.)

Ich rufe also an, frage nach ob es Möglichkeiten gibt als lesbisches Paar Samen zu erstehen. Da ist die Antwort doch tatsächlich „Nein, wir haben einen Aufnahmestopp von neuen Patient_innen und vermitteln nur noch an die, die schon registriert sind!“ Ihr könnt euch  meine Überraschung vorstellen. Schließlich war es keine Woche her, dass ich einen kompletten Ablaufplan erläutert bekam. Gut, ich habe die Dame auf den Umstand angesprochen, aber das war ihr nicht mal im Ansatz unangenehm. Sie hat das dann bejaht und darauf verwiesen, dass es ja laut einem neuen Urteil so schwer sei Spender zu finden und das sei bei uns ja eine besondere Situation, die das alles noch erschwert. Ich habe nachgefragt, ob ich das richtig verstanden habe, dass heterosexuelle Paare durchaus behandelt wrden, nur lesbische nicht. Das hat sie mit „ja“ bestätigt. Da war ich dann erst mal baff.

Getoppt wurde das aber noch von Samenbank B in NRW. Nachdem ich erst mal an die hauseigene Therapeutin verwiesen wurde (das ist bei allen lesbischen Paaren so) hat sie mir erzählt, was es von unserer Seite alles braucht um bei ihr „und es ist ganz wunderbar, dass wir es bei der schwierigen Situation immer noch schaffen Spender zu überzeugen, dass ihre Rechte geschützt sind und sie mit keinen Unterhaltsforderungen zu rechnen brauchen!“ Samen zu erwerben!

  1. eine (eigentlich persönliche) Telefonberatung zu dritt (wie großzügig!) für knapp 100 Euro. –> Hier werden dann eine Menge privater Fragen gestellt. Ihre Worte waren: „Wir müssen dann unsere Lebensgeschichte offenlegen.“ Dann würde sie einen Bericht schreiben, der dann an die Ärzte und Biologen der Samenbank geht und die schätzen dann das Risiko ab.
  2. Eine Unterhaltshaftungsperson muss aufgetrieben werden. (Falls sich außer mir noch jemand fragt was das ist) Eine vermögende Person, die im Fall der Fälle für erklagten Unterhalt des Kindes aufkommen wird. Es wäre unsere Aufgabe jemand passenden zu finden und denjenigen dann zu überzeugen, dass er/sie sich keine Sorgen machen muss.
  3. Eine Risikolebensversicherung, die im Falle des Todes einer der Partnerinnen 150.000 Euro ausschüttet.
  4. Fahrt nach Köln zur hauseigenen Notarin „die macht das wirklich ganz, ganz toll!“ Kosten ca. 300,-
  5. Die Verwaltungsgebühr OHNE Sperma, OHNE Versand liegt bei läpp’schn 5000! Euro.

Findet da noch irgendjemand Worte. Mir sind vor Schreck alle im Halse steckengeblieben und nach dem freundlichen verabschieden, dachte ich mein Hamster bohnert.

So und jetzt ist es so viel geworden, dass ich das 1. doch in einem neuen Beitrag schreibe. Möp.

Samenbanken, Kosten und Wartezeiten

Heute habe ich mich mal dran gemacht und verschiedene Samenbanken in Deutschland angerufen und mich bzgl. Vesand, Kosten und Ablauf informiert.

Fazit: Die Preise gehen enorm weit auseinander. Zwischen der teuersten, bei der man tatsächlich zu einem psychologischen Gespräch antanzen muss, und der günstigsten, liegen 1000,-

Nett waren sie alle, die Damen am Telefon und abgesehen von einer Samanbank wurde auch nicht vorangenommen, dass ich ein Kind mit meinem Mann möchte. Das fand ich echt klasse.

Die Samenbank die nun in die nähere Auswahl kommt, hat Unterlagen, die wohl bei der Kinderwunschklinik liegen und die von uns ausgefüllt werden müssen. Bis dann eine Spendervorauswahl getroffen ist, müssen wir allerdings bis zu 8 (!) Wochen warten. Das finde ich echt laaang.

Denn: Wir haben uns entschieden, jetzt darf es schnell gehen. WIr wollen unser Baby so schnell es geht. Nach all dem Zögern und Hadern.

Aber zurück zum Thema. Wunsch-Samenbank und Ablauf/Wartezeit:

Kurz und knapp zusammengefasst, kommt Folgendes auf uns zu:

  • 1 Woche warten auf den Termin in der Kinderwunschklinik,
  • ein paar Tage um das Formular überlegt auszufüllen,
  • 8 Wochen bis wir nach dem Absenden des Formulars eine Spenderauswahl von bis zu 6 Spendern bekommen, dann
  • noch ein paar Tage Bedenkzeit bis wir uns entschieden haben, welchen Spender wir haben wollen und dann
  • 2 Wochen, bis die Proben da sind

= 12 Wochen 😦

Ist das nicht Sch*iße? Ja, natürlich, jetzt haben wir so lange gewartet, da wird das ein Klacks. Aber nö. Ich  mag nicht. Dann ist ja schon wieder fast ein ganzes Jahr verstrichen in dem es nicht geklappt hat. Und das ist sowas von deprimierend.

IUI oder IVF? Oder: zurück von der Kinderwunschklinik II

So, das war er also unser zweiter Termin in einer Kinderwunschklinik.

Zuerst das Positive: Der behandelnde Arzt ist uns super sympathisch. Wir wurden wunderbar aufgeklärt und er hat sich sehr viel Zeit genommen. Im Gegensatz zu dem Negativ-Erlebnis in der letzten Kinderwunschklinik, wo wir mit einer PowerPoint und dem „einzig wahren Behandlungsverfahren icsi“ betraut wurden, hat uns diser Onkel Doc zu einer weiteren IUI geraten.

Gründe dafür: Erstens aufgrund meines jungen Alters (noch kurz!) U30 und zweitens, weil in einer „normalen“ gynäkologischen Praxis vieles zeitlich nicht so optimal abgestimmt wird, wie in einem Kinderwunschzentrum. Beispielsweise wird in einem IUI Zyklus in der Kiwu-Klinik der Hormonwert drei mal mitkontrolliert um den perfekten Moment für die Insemination nicht zu verpassen. Außer auf den zweiten Streifen des Ovus warten und einmal nach dem Ei schauen, wurde in der Praxis nicht’s kontrolliert. Darüber hinaus habe ich ihm von den extremen Schmerzen erzählt, die ich nach der IUI hatte.  Das kann seiner Meinung nach darauf hinweisen, dass beim inseminieren zu viel Luft mit in die Gebärmutter injiziert wurde, die sich daraufhin als Abwehreaktion „zusammenzieht“ und dabei auch Sperma wieder mit „rausdrücken“ kann. Die erhöhte Temperatut bzw. das Fieber, das ich bei den letzten beiden Inseminationen hatte, kann ihm zufolge an verunreinigtem Inseminationsbesteck, oder unsauberem (nicht ordentlich gewaschenem) Sperma liegen. Aber normal ist es ihm zufolge nicht.

Das sind zusammengefasst die Punkte, weshalb er noch mal zu ein bis zwei Druchläufen IUI rät (mit pefektem Timing 😉 ) und ggf. mit Medikation (wir hatten ja nur einmal ausgelöst und abgesehen von Progesteron keine Medis genommen auch nicht weiter stimuliert oder ähnliches).

W e i l: sein Ziel ist es, Paare mit so wenig Intervention wie möglich zur Schwangerschaft zu verhelfen.

A b e r: Es sei prinzipiell möglich als Paar auf die höherwertige Behandlung zu bestehen. Was bei uns ivf bedeuten würde. Wir waren überrascht von seiner Überraschung über unseren ivf-Wunsch 🙂 und haben ihm dann erklärt, dass die psychische Belastung für uns doch sehr hoch ist und wir eben schon v i e r Mal gemerkt haben, dass ich das Warten etc. nicht so leicht wegstecke. Und der Kostenfaktor natürlich auch eine große Rolle spielt. Gemessen an der Wahrscheinlichkeit der beiden Möglichkeiten, haben wir nach vier Versuchen IUI auch schon die Hälfte der Kosten für eine ivf verpulvert. Besonders schwer wiegt diesbezüglich die Prämisse der Kinderwunschklinik. Behandlungen werden nur mit Samen aus deutschen Samenbanken gemacht. Nach unserer gestrigen Recherche kostet da eine Art Basispreis um die 2000€. Auch kein Pappenstiel. Und bei über 2000€ Zutatenkosten, schlägt die Wahrscheinlichkeit doch noch mal mehr ins Gewicht. Zumal ein Kryozyklus, dann genauso teuer würde, wie eine reguläre IUI, bei vergleichsweise höherer Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden (und dazu wäre immerhin klar, dass die Befruchtung stattgefunen hat!) Auf der negaitv-Seite steht natürlich die Möglichkeit des Überstimulationssyndroms und, dass ich mich mit Hormonen zupumpen muss, plus die Punktion unter Narkose. Puh!

Aktuell ist nur eins klar: Die Behandlung werden wir im Kinderwunschzentrum weiter machen (also keine IUI mehr in einer „normalen“ gynäkologischen Praxis).

Und, ein biscchen sind wir immer noch für die ivf. Aber der Gute hat uns ganz schön durcheinander gemacht. Was ihn aber für mich noch sympathischer macht 🙂

Ende des Monats haben wir einen Zweittermin und hoffen, dass wir bis dahin ein bisschen weiter gekommen sind in der Entscheidungsfindung.

Und nun noch eine Frage: Wie war das bei Euch? Wieso habt ihr Euch für was entschieden?

Super kurzes Kurzupdate

Stress!

Ab Oktober neue Arbeitsstelle.

Bzgl. des Kinderwunsches schon wieder schleichendes schlechtes Gewissen. Weil, es gibt soooo viel zu tun und persönlich empfinde ich meine Tätigkeit als wirklich sinnvoll und wichtig.

Termin in der Kiwu-Klinik nächste Woche. Große Spannung. Ich werde berichten.

Frage: Lagen die negativen IUI’s an einer Spermaunverträglichkeit u n d sollten wir den Spender wechseln? –> Problem: neue Proben kosten! Aber eine zweite IVF würde auch kosten. Mist.Was tun?

News: Wir überlegen ob wir ein Hausi kaufen sollen. Aufregend.

Studieren: Eigentlich auch viel zu tun. Im Oktober geht es nach meiner Pause weiter. Angst gemischt mit Freude. Und aktuell auch ziemlich unmotiviert. Macht nicht viel Sinn?! Ist aber so 🙂