IUI oder IVF? Oder: zurück von der Kinderwunschklinik II

So, das war er also unser zweiter Termin in einer Kinderwunschklinik.

Zuerst das Positive: Der behandelnde Arzt ist uns super sympathisch. Wir wurden wunderbar aufgeklärt und er hat sich sehr viel Zeit genommen. Im Gegensatz zu dem Negativ-Erlebnis in der letzten Kinderwunschklinik, wo wir mit einer PowerPoint und dem „einzig wahren Behandlungsverfahren icsi“ betraut wurden, hat uns diser Onkel Doc zu einer weiteren IUI geraten.

Gründe dafür: Erstens aufgrund meines jungen Alters (noch kurz!) U30 und zweitens, weil in einer „normalen“ gynäkologischen Praxis vieles zeitlich nicht so optimal abgestimmt wird, wie in einem Kinderwunschzentrum. Beispielsweise wird in einem IUI Zyklus in der Kiwu-Klinik der Hormonwert drei mal mitkontrolliert um den perfekten Moment für die Insemination nicht zu verpassen. Außer auf den zweiten Streifen des Ovus warten und einmal nach dem Ei schauen, wurde in der Praxis nicht’s kontrolliert. Darüber hinaus habe ich ihm von den extremen Schmerzen erzählt, die ich nach der IUI hatte.  Das kann seiner Meinung nach darauf hinweisen, dass beim inseminieren zu viel Luft mit in die Gebärmutter injiziert wurde, die sich daraufhin als Abwehreaktion „zusammenzieht“ und dabei auch Sperma wieder mit „rausdrücken“ kann. Die erhöhte Temperatut bzw. das Fieber, das ich bei den letzten beiden Inseminationen hatte, kann ihm zufolge an verunreinigtem Inseminationsbesteck, oder unsauberem (nicht ordentlich gewaschenem) Sperma liegen. Aber normal ist es ihm zufolge nicht.

Das sind zusammengefasst die Punkte, weshalb er noch mal zu ein bis zwei Druchläufen IUI rät (mit pefektem Timing 😉 ) und ggf. mit Medikation (wir hatten ja nur einmal ausgelöst und abgesehen von Progesteron keine Medis genommen auch nicht weiter stimuliert oder ähnliches).

W e i l: sein Ziel ist es, Paare mit so wenig Intervention wie möglich zur Schwangerschaft zu verhelfen.

A b e r: Es sei prinzipiell möglich als Paar auf die höherwertige Behandlung zu bestehen. Was bei uns ivf bedeuten würde. Wir waren überrascht von seiner Überraschung über unseren ivf-Wunsch 🙂 und haben ihm dann erklärt, dass die psychische Belastung für uns doch sehr hoch ist und wir eben schon v i e r Mal gemerkt haben, dass ich das Warten etc. nicht so leicht wegstecke. Und der Kostenfaktor natürlich auch eine große Rolle spielt. Gemessen an der Wahrscheinlichkeit der beiden Möglichkeiten, haben wir nach vier Versuchen IUI auch schon die Hälfte der Kosten für eine ivf verpulvert. Besonders schwer wiegt diesbezüglich die Prämisse der Kinderwunschklinik. Behandlungen werden nur mit Samen aus deutschen Samenbanken gemacht. Nach unserer gestrigen Recherche kostet da eine Art Basispreis um die 2000€. Auch kein Pappenstiel. Und bei über 2000€ Zutatenkosten, schlägt die Wahrscheinlichkeit doch noch mal mehr ins Gewicht. Zumal ein Kryozyklus, dann genauso teuer würde, wie eine reguläre IUI, bei vergleichsweise höherer Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden (und dazu wäre immerhin klar, dass die Befruchtung stattgefunen hat!) Auf der negaitv-Seite steht natürlich die Möglichkeit des Überstimulationssyndroms und, dass ich mich mit Hormonen zupumpen muss, plus die Punktion unter Narkose. Puh!

Aktuell ist nur eins klar: Die Behandlung werden wir im Kinderwunschzentrum weiter machen (also keine IUI mehr in einer „normalen“ gynäkologischen Praxis).

Und, ein biscchen sind wir immer noch für die ivf. Aber der Gute hat uns ganz schön durcheinander gemacht. Was ihn aber für mich noch sympathischer macht 🙂

Ende des Monats haben wir einen Zweittermin und hoffen, dass wir bis dahin ein bisschen weiter gekommen sind in der Entscheidungsfindung.

Und nun noch eine Frage: Wie war das bei Euch? Wieso habt ihr Euch für was entschieden?

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16 Kommentare

  1. Es freut mich, dass ihr nun ein so viel besseres Gefühl bekommen habt! 🙂
    Da ich leider zu deinen Fragen nichts sagen kann (versuchen es ja noch mit Clomi und Predalon), drücke ich euch einfach die Daumen, dass ihr 1. euch einigt und 2. es dann ganz schnell klappt! Vor allem ohne Schmerzen und ohne Fieber o.ä.!
    Ihr werdet die richtige Entscheidung treffen! 🙂

    Liebe Grüße

    1. Ich möchte nicht unbedingt, dass es an die ganz große Internetglocke gehängt wird, weil es (wie fast überall) nicht wirklich offiziell ist… zumindest wird nicht auf der Homepage damit geworben..
      Es ist eine Klinik in Hessen…
      Reicht das? Sonst mehr Infos gerne per PN 🙂

  2. Und wie wir uns entschieden haben, weißt du ja. Nur, dass wir keine 2000 Euro für die Samenbank zahlen mussten und das mit Sicherheit auch nicht tun würden, weil es für mich schlicht nach Abzocke klingt. Gerade, wenn eine IVF ansteht könnte man mit Cryos oder der ESB sehr viel „günstiger“ an Samenproben kommen. Und bei einer deutschen Samenbank würdet ihr doch auch nicht mehr als ein paar Basisdaten bekommen, oder?

    1. Sorry, ich habe gar nicht gesehen, dass ich einen neuen Kommentar von dir habe. 😦 Dem Arzt zufolge geht es darum, dass er dort die Sicherheit hat, dass die Daten des Spenders auf jeden Fall verfügbar sind, wenn das Kind 16 Jahre alt ist und nach dem Spender fragt… Und er somit auf jeden fall vor Unterhaltsansprüchen sicher ist. Laut ihm ist die Herausgabe von Daten bei nicht deutschen Samenbanken unter Umständen schwieriger gerichtlich zu erwirken. Das ist so seine Sicherheit… Aber der Peis ist meiner Meinung nach auch total übertrieben!

      Und ja, mehr als Basisdaten gibt es dann auch nicht!

  3. Wir sind nach 9 IUI dann ja auch zur ICSI gewechselt mit sofortigem Erfolg. Ich fand das ganze Spritzen und Blutabnehmen gar nicht so schlimm. Der psycholog. Erwartungsdruck, dass es klappt, war viel belastender als die Hormone bzw. die physische Beladtung. Und die Narkose geht echt, das ist eine andere als bei einer normalen OP. Also kürzer und viel schwächer, man ist ne Weile bissl tüddelig, darf dann aber normal alles tun. Wir sind damals direkt zu Fuß noch ins Karstadt, frühstücken, dann mit S-Bahn durch Berlin und Fernbus 3,5h Heimreise, war kein Ding. Man fühlt sich nach PU nur etwas wie verprügelt untenrum, aber mit 1 Tag Urlaub/AU lässt sich das auch aushalten (und gegen Geburtsverletzungen ist das ein Klacks).
    Ich kann dich da nur ermutigen, so schlimm ist die Behandlung echt nicht! Das Schlimme ist die Psyche, und das hast du auch bei IUI genauso.
    Und gegen Überstimu gibt es gute Hausmittel, außerdem könnte man, falls du extrem gut auf die Stimu ansprichst, ja nach ein paar Tagen reduzieren oder notfalls abbrechen.

    1. Vielen Dank für Deine Antwort. Es hilft doch immer enorm von anderen Frauen, die den selben Weg gehen, Erfahrungen zu lesen.
      Es ist natürlich schon mal positiv zu hören, dass es vom psychischen Erfolgsdruck nicht viel anders für euch war, als bei der IUI.

      Hattet ihr Sperma von einer deutschen Samenbank, oder war bei euch cryos oder die ESB möglich? Und warum gleich icsi? War die notwendig oder wolltet ihr auf Nummer sicher gehen?

      Als Hausmittel bzgl. einer Überstimulation meinst du Viel Wasser und Eiweiß oder gibt es noch mehr Geheimtipps?

      1. Wir hatten Cryos, denn unsere Klinik arbeitete damals nur mit denen zusammen. Inzwischen gab es da wohl aber auch Änderungen, wenn ich robonekos blog richtig in Erinnerung habe.

        ICSI, weil sich herausstellte, dass mein AMH extrem niedrig war, Wechseljahresniveau (0,25 mit damals 33 *heul*). Das dürfte der Grund für die FG und vielen Negativs gewesen sein, miese Eizellqualität. Ich habe trotz der hohen und teuren Dosis von 4 Ampullen Menopur tägl. dann nur 3 Eizellen bekommen, die aber immerhin alle drei per ICSI befruchtet werden konnten. Bei unter 12 EZ würde ich persönlich vorsichtshalber immer icsen lassen. Wir hatten dann Tag 2 Transfer von 2 Embryonen in B Qualität, eine wurde eingefroren und später, als ich im 6. Monat mit unserem Sohn schwanger war, vernichtet (die Lagerkosten sind 1000€/Jahr und wir wollen nur ein Kind).

        Zum OHSS, ich hab nicht mehr alles im Kopf, Eiweißdrinks auf jeden Fall, ja. Da müsstest du mal bei Wunschkinder und im Letzter Ausweg…Forum nachlesen. Ich habe zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel genommen (DHEA, Omega 3, Vit D und noch was), Akupunktur ist auch gut (macht bei uns die Hebammenpraxis auch vor der SwS, kostet 12€). Ich gucke mal, ob ich meine Notizen noch rumfliegen habe.

  4. Ach, toll. Vielen Dank für Deine Tipps! Da ist ja doch noch einiges zuWasser und Eiweiß dazu gekommen. Das werde ich mir gleich mal abspeichern. Gerade an Akkupunktur habe ich gar nicht gedacht, ist aber sicher in dem Zusammenhang auch hilfreich!

    Ach ja, okay, dann ist natürlich klar, weshalb die icsi. Ich bin schon sehr gespannt, was die Hormonergebnisse zu Tage fördern und wie viele Eier sich bei mir einfinden werden. Ich dachte zwölf- 15 seien so das was angestrebt wird?! Ich bin ein bisschen hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch nach vielen Eizellen und wenig OHSS-Wahrscheinlichkeit 😉 Der Doc meinte unter 30-jährige neigen durchaus zu bis zu 30 Follikeln… und auch wenn die Medis angepasst werden, kann es durchaus zu OHSS kommen. Da freu ich mich ja nun nicht so drauf. 😦 Aber immerhin weiß ich jetzt wie ich da möglichst unterstützend einwirken kann. Letztlich zählt sowieso nur ein eins: Unser Baby! Da nehme ich die Nebenwirkungen doch (gerne) in Kauf 🙂

  5. Ich fand den psychischen Druck bei einer IVF super hoch – gerade im Vergleich zur IUI…
    Vielleicht auch weil man da so viel Geld und dann ja auch so viel Erwartungen, dass es klappt reinsteckt.
    Freundinnen von mir hatten 4 IUIs, dann 2 IVFs mit je 2 Kyros und geklappt hat es dann letztlich mit einem Privatenspender entspannt im Hotel…

    1. Vielen Dank für Deinen Kommentar 🙂

      Wirklich? Wieviele IVF Versuche hattest Du denn? Ich habe mich schon so verrückt gemacht bei den IUI’s und mich ständig im Kreis gedreht- gedanklich. Hat die Einnistung funktioniert? Passen Sperma und Eizelle zusammen? Kann das überhaupt klappen, bei so wenig Prozent Wahrscheinlichkeit. Und, und, und.. Ich hoffe, das wird bei der IVF nicht noch schlimmer. Aber vom Kopf her passt es irgendwie besser, weiß auch nicht so genau… Aber ganz klar, klappen kann es letztlich überall/ oder eben auch nicht. Ich denke, dass das Gefühl dazu den Hauptausschlag gibt. Also nicht, dass Jede schwanger wird, die sich nicht gestresst fühlt (dafür gibt es viel zu viele Frauen die trotz enormen Stresses schwanger werden, oder andersrum mit relativ wenig Stress eben nicht schwanger werden) eher so, dass es bei dem ganzen Stress wichtig ist, dass man sich bei der gewählten Methode möglichst „gut“ fühlt. Aber der Albtraum wäre natürlich schon viele erfolglose IVF Versuche. Das Geld, die Hormone bzw die körperliche Belastung. Puh!

  6. Ich persönlich geb auf den Stress-Faktor nichts… Aber das sieht jeder anders. Ich denk mir halt: Frauen sind und werden auch während Krieg, Naturkatastrophen etc pp schwanger – warum sollte der Stress dann gerade in Kinderwunschbehandlung eine Schwangerschaft erschweren/verhindern?

    Zum IVF vs. IUI – Ich dachte mir halt: Wir wählen mit IVF quasi die Maximaltherapie (diejenige, die noch sinnvoll in unserem Fall ist – gibt ja noch diverse Behandlungen um IVF/ICSI drum rum, die noch mehr eingreifen, aber dafür gab es bei uns keine Indikation, wäre also nicht sinnvoll gewesen). Entweder es klappt damit – oder es hätte mit IUI erst recht nicht geklappt, insofern wäre es also kein „verschwendetes Geld“ oder so gewesen. Es war halt das Maximum an medizinscher Hilfe, das wir haben konnten. Das hat uns kopftechnisch echt geholfen. (ich hoffe, man versteht’s, was ich meine).

    Klar sind viele negative (IVF-)Versuche belastend, aber bei Frauenpaaren gibt es ja keine Alternative. Da kann man nicht einfach sagen: Wir versuchens zu Hause ganz entspannt und ohne Planung, haben nach Lust und Laune mal hier mal da Sex – weil wir keine Kinderwunschbehandlung wollen…

    Es scheint mir, als wärt ihr mit IUI „durch“, und dann ist IVF eigentlich der nächste logische Schritt. Wenn du noch spezifische Fragen zum Ablauf hast, frag ruhig 😉 Nur kurz: Punktion (bzw. Narkose) ist kein großes Drama, obwohl meine Frau Narkosen schlecht verträgt (ihr ist dann ewig schwindelig, ihr Kreislauf spinnt usw). So, muss los 😉

    1. Hallo Munis,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Der hat mir beim sortieren doch sehr geholfen. Insbesondere der Gedanke zur „Maximaltherapie“! Da hast Du absolut recht und auch damit, dass wir mit dem Thema IUI einfach durch sind, nach diesen vielen Monaten, die wir uns jetzt schon damit beschäftigen.

      Zum Ablauf habe ich sicher bald noch ein paar Fragen und komme dann bald gerne auf Dein Angebot zurück 🙂 Besonders zu den Medis und den Nebenwirkungen… Aber erst geht es nächste Woche zum zweiten Termin in die Kinderwunschklinik, vielleicht lässt sich da schon manches erklären..

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