Post-Punktion und Prä-Transfer

No long, no see! Dafür heute ein etwas ausführlicheres Update von der ivf-Front.

Letzten Samstag war es soweit. Nach einer kurzen, weil furchtbar aufgeregten Nacht, sind wir am Samstagmorgen recht zeitig aus den Federn gehüpft, um pünktlich um neun in unserem Kinderwunschzentrum zu sein. Nach einer anstrengenderen Fahrt auf der Autobahn (es hat geregnet und gestürmt) sind wir doch relativ schnell durchgekommen und waren eine halbe Stunde zu früh. Die Zeit habe ich selbstverständlich toll nutzen können, um noch nervöser zu werden und zu allem Übel durften wir noch gar nicht in die Praxisräumlichkeiten. So haben wir dann noch gute 20 Minuten vor der Tür gewartet. Als wir dann endlich rein durften, hat uns eine sehr freundliche MTA in die Umkleideschleuse geführt, mir versichert, dass der Eingriff ganz schnell vorbeigeht und auch gar nicht weiter schlimm ist und schwups sah ich mich in einem schicken OP-Dress mit „hinten offen“ in den Ruhe- bzw. Warteraum katapultiert. Es lief schöne Entspannungsmusik und der Raum ist ziemlich Spa-mäßig gestaltet. Als dann aber nach ca. 10 Minuten die Titelmusik von Halloween als Klassikinterpretation kam, hab ich mich schon gefragt, ob das so passend ist. Zumal ich ernsthaft Angst vor der Narkose hatte. Aber gut, sei’s drum 😀

Nach einer kurzen Weile hat sich dann das OP-Team vorgestellt. Die Anästhesistin hat mir einen Zugang gelegt, was ich als ziemlich schmerzhaft und unangenehm empfand und mir noch ein bisschen Blut abgezapft. Die behandelnde Ärztin und die OP-Schwester haben mich im Anschluss abgeholt und in den kleinen OP-Raum gefahren. Meine Frau war bis dahin bei mir und hat dann auf mich gewartet. Die Narkose, kam dann recht zügig und die Narkoseärztin hat sich noch nett mit mir unterhalten und mir erzählt wie sie wirkt, bis ich dann recht schnell im Land der Träume war.

Als ich wieder zu mir gekommen bin, hab ich zuerst meine Frau gesehen und das Piepsen des Überwachungsmonitors wahrgenommen. Meine erste bewusste Frage galt den punktierten Eizellen und später habe ich erfahren, dass ich, noch halb weggetreten, als erstes eine Liebeserklärung an meine Frau gerichtet ❤ und dann ständig die Anästhesistin genervt habe, in dem ich unentwegt und mit schwerer Zunge nach den Eizellen gefragt habe 😀

Letztlich waren es 15 Follikel, statt der 17 gezählten und von diesen enthielten alle eine Eizelle. Eine Eizell-Rate von 100% und ich war so erleichtert und froh. Ich habe eigentlich mit nicht mehr als acht bis neun Eizellen gerechnet. Wir haben dann noch die Information erhalten, dass meine Eierstöcke, so prall gefüllt aussahen wie Bienenwaben und ich sicher mit Schmerzen zu rechnen habe. Aber gut, frau kann nicht alles haben 🙂

Nachdem ich halbwegs auf dem Damm war und noch eine große Portion Schmerzmittel i.v erhalten habe, sind wir zum Biologen gegangen, der uns zur erfolgreichen Punktion gratuliert und mitgeteilt hat, dass er von einer guten Befruchtungsrate ausgeht. Dann der nochmalige Hinweis darauf, dass ich mich schon mal auf Schmerzen gefasst machen soll, weil die Follikel laut Ärztin sehr groß waren und sich gegen Abend wieder mit Wasser füllen und erneut großen Druck auf die Eierstöcke ausüben werden. Bis dahin habe ich das nicht so wirklich glauben können, weil ich mich so gut gefühlt habe 🙂

Dann hieß/heißt es warten. Fünf lange Tage lang- bis Donnerstag.

Nach dem entspannten Gefühl am Vormittag haben mich die beginnenden Schmerzen gegen Abend eiskalt erwischt. Den kompletten Samstagabend bis Dienstagmittag hatte ich extreme Schmerzen. Ich sah aus wie im vierten/fünften Monat schwanger, konnte mich kaum bewegen und das auf die Toilette gehen war eine Qual. Nur das nicht auf die Toilette gehen war noch schlimmer, weil die volle Blase dann auf den ohnehin schon übervollen Bauch gedrückt hat. Ich habe am Sonntag echt Angst gehabt, dass es ein Überstimulationssyndrom ist, aber tapfer weiter meine vier Liter Flüssigkeit plus Eiweißshakes (ekelhaft!) zu mir genommen, abwechselnd gekühlt oder gewärmt (je nachdem was sich besser angefühlt hat) und mich umsorgen lassen. Ich bin jetzt nicht so der empfindliche Typ und trotzdem hat es plötzlich Sinn gemacht, dass mein Arzt meinte „wenn sie hart im Nehmen sind, lösen Sie mit hcg aus“. Puh, und ich war wirklich hart im Nehmen. Gestern habe ich mich schweren Herzens krankschreiben lassen müssen und bin von meiner Hausärztin im Schneckentempo nach Hause geschlichen. Die Bewegung hat ein bisschen was bewegt im Bauch uns seitdem wurde es bis in die Abendstunden hinein wieder etwas besser. Abends und nachts war es noch sehr unangenehm, aber heute Morgen konnte ich schon viel freier atmen und lachen ohne mir den Bauch zu halten. Yai.

Dafür tut mir seit gestern Morgen der Hals beim Schlucken weh und eine meiner Mandeln hat eine beachtliche Größe angenommen. Ich habe sonst allerdings keine Erkältungsanzeichen, was ich seltsam finde. Vielleicht nur ein Zeichen dafür, dass mein Körper arbeitet. Wie dem auch sei, nachdem es also seit gestern gefühlt bergauf geht, habe ich wieder ein wenig Hoffnung, dass der Transfer morgen gemacht werden kann.

Die hübschen Eizellen dürfen nämlich bis morgen an Tag fünf weiterwachsen und haben sich hoffentlich schon fleißig geteilt. Ich schaue mir jeden Tag ein Bild von sich entwickelnden Eizellen an und drücke fest die Daumen, dass wir morgen einige schöne Blastozysten haben von denen dann eine, auf Wunsch meiner Frau und Empfehlung des behandelnden Arztes, einziehen darf 🙂

blasto

Quelle: http://www.ivf-giessen.de/images/sonstige/embryonalentwicklung1_klein.gif

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4 Kommentare

  1. ToiToiToi!!!!
    Ich drück euch ganz fest die Daumen

    P.S. Ich halte eure Entscheidung mit ’nur‘ einem Blasto für goldrichtig. Eine Freundin ist gerade mit Zwillingen schwanger, obwohl sie auch ’nur‘ einen Blasto zurück bekommen hat.

    1. Vielen Dank fürs Daumendrücken! 😊

      Ach was, das ist ja ein Ding! Wahnsinn, dass das echt passiert. Roboneko hat auch von einer Frau geschrieben, die zwei Blastos zurückbekommen hat, aus denen dann drei Babys wurden.

      Falls heute nur zwei Blastos weitergekommen sein sollten, liebäugeln wir aber doch damit beide zurückzunehmen. Wir haben zu große Angst, dass es dann mit einer nicht klappt und sich die zweite nicht mehr auftauen lässt.
      So schwierig das alles 😃

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