Monat: Mai 2016

Karten auf den Tisch und dann noch das!

Es bleibt dabei. Biochemische Schwangerschaft. Es hat schön angefangen und nicht so schön aufgehört. Der HCG- Wert ist in den ersten Tagen der Schwangerschaft schön und lehrbuchmäßig angestiegen und dann nicht mehr. Ich denke, dass es an dem niedrigen Progesteronwert lag, der am Ende einen Tiefstewert von tasächlichen (ich habe noch mal nachgefragt) 1,9 betrug. In Worten EINS KOMMA NEUN!

Nachdem ich dann vorgestern zusätzlich Lutinus 1-1-1 und dazu eben das Utro 1-0-1 nehmen sollte, habe ich dann zwar keine Hoffnung mehr auf einen Anstieg des HCG’s von den mickrigen 10 auf irgendwas anderes gemacht, aber auf einen Anstieg des Progesterons. Deshalb habe ich auch, obwohl ich wusste, dass es für das verlorene Embryo nichts mehr bringt, fließig wie verschrieben die Hormone genommen.

Und dann auch noch das I: Aber erst, nachdem ich auf dem Weg zur Apotheke aus dem Auto aussteigend umgeknickt bin und mir ein höllischer Schmerz durch den Fuß geschossen ist. Ein kleiner elfjähriger hat mich dann ins Auto zurückgestützt (der arme zierliche junge Mann tat mir ein bisschen leid), weil von den 100 umherstehenden keiner seine Hilfe angeboten hat. (In was für einer Welt leben wir eigentlich?) Also vor der Hormonabholung zum Notarzt. Der war so der Typ „Möchtegern Dr. Wichtig“ mit einer Facharzt Weiterbildung in „wannabe sexy-hab’s aber nicht geschafft“. Er guckte dann so von oben herab und meint, ja und wo tut’s denn weh? Ich so gut es geht beschrieben. Er so, aha. Und zur Arzthelferin nur knapp „Salbenverband“. In einer Woche dürfte ich wiederkommen-wenn es nicht besser wird, lächelt es mich von oben herab an und  geht. Das war es dann.

Abends wird dann erst mal ne große Runde geheult. Es reicht auch irgenwann mal! Die Ungewissheit, die Angst, der (wenn auch kleine) Verlust des Embryos- der sich zum ersten mal etwas mehr Zeit gelassen hat meine Gebärmutter kennenzulernen und dann diese Schmerzen.

Der Anruf in der Klinik am fogenden Tag, also gestern brachte endlich die Erlösung. HCG 5, Progesteron 40. Na, immerhin etwas, oder? Der eine Wert sinkt, der andere ist gestiegen. Ich versuche nicht daran zu denken, dass wir vielleicht, unter Umständen, etwas hätten retten können, wenn wir ins Krankenhaus gefahren wären, noch an dem Abend an dem die Schmierblutungen anfingen. Aber für das nächste mal weiß ich, dass der Progesteronwert engmaschig kontrolliert werden soll und ich von Beginn an auf eine höhere Dosierung bestehe!

Und dann noch das II: Die Schmerzen sind nicht besser geworden, im Gegenteil. In der Folge habe ich die ganze Nacht schlecht geschlafen und als ich aufgewacht bin, sehe ich als erstes eine schöne große Schwellung um den Knöchel herum, die mich morgens um fünf hübsch blau anblitzt. Beim Draufdrücken muss ich mir das Schreien verkneifen. Trotzdem muss ich an die Hochschule, dringend etwas für den Master machen und dafür zwingend die 90 Minuten mit der Bahn (plus 3mal umsteigen) bewältigen. Für die kurzen Wege zur Bahn hin, brauche ich das 5-fache an Zeit und ohne Krücken hätte ich es gar nicht geschafft. Nach dem langen Tag an der Hochschule fahre ich mit meiner Frau zu einem anderen Arzt. Der Fuß ist mittlerweile noch dicker. Olé. Diagnose: Außenbandriss. Therapie: 6 Wochen (es wird Sommer!) Schiene- tags und nachts. Aber dafür hilft sie und die Nacht war schon erhosamer.

Der nächste Versuch wird jetzt wieder lange auf sich warten lasssen. Wir haben nichts mehr auf Eis. Die zwei Eizellen aus 17, die es in das Blastozystenstadium geschafft haben, sind aufgebraucht. Bedeutet, es steht eine neue ivf an. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie viel Lust ich auf die ganze Angelegenheit habe. Aber was tut man nicht alles. Jetzt in den letzten Zügen meiner Masterarbeit, wollen wir es nicht mehr darauf ankommen lassen, dass ich wegen der Punktion und Überstimu wieder eine Woche ausfalle. Und auch die engmaschigen Kontrollen während der Stimu schlucken viel Zeit. Ich sage zwar zu allem, ich kann das trotzdem machen, aber ich denke meine Frau hat recht, wenn sie sagt, dass eins nach dem anderen mehr Sinn macht. Wir würden also erst Ende Juli bzw. August mit dem nächsten Zyklus anfangen. Unser Arzt möchte ein „längeres Protokoll“ versuchen, um die Rate der befruchteten Eizellen zu erhöhen.Im letzten Versuch waren es nur sieben. Ich möchte nach der ivf die Embryos nicht direkt zurück, sondern wie jetzt im „Erfogszyklus“ im natürlichen Zyklus eine Kryo. Was bedeutet, dass es noch einen Monat später wird. Wahrscheinlich September. Ja, und dann ist das Jahr gefühlt auch schon vorbei. Mir wird ganz anders wenn ich daran denke.

Wieviele Versuche habt ihr so in einem Jahr untergebracht?

So langsam haben alles Frauen, die zu meiner Anfangszeit auch in der Planungsphase waren, Kinder. Die, die noch keine haben, sind jetzt schwanger. In meiner Familie haben alle Cousinen Kinder, oder sind aktuell schwanger. Und wir, wir warten immer noch. Und das „ich möchte bitte auch! Hallo ihr habt uns vergessen“ Gefühl wird immer größer. Mir wurde gesagt, dass alles kein Problem ist. Ich war noch unter 30. Gesund. Abgesehen von der kurzen Zyklushälfte, hormonell alles in Ordnung. 4 IUI’s später finden wir uns in einer Kinderwunschklinik, die auch sagt, das wird gleich klappen. Die sagt, nehmen Sie nur einen Embryo, die Erfolgschance ist so hoch bei Ihnen. Die rausfindet, ich habe Endometriose. Wir nehmen die ivf. Ich bin immer noch knapp unter 30. Wir fahren nach München, die einzige Samenbank, die uns will. Beratungsgespräche. Nach der ivf, ich bin jetzt nicht mehr unter 30, Überstimulation. 1. Versuch: fail. Anderthalb Monate Pause. 2. Versuch:fail. Biochemische Schwangerschaft. Und die Zeit rast. Vielleicht schaffe ich es ja noch schwanger zu werden, solange die Null hinter der Drei steht. Das schwerste ist für mich das auszuhalten, was ich nicht ändern, nicht beeinflussen kann. Wir wissen nicht, ob wir am Ende des Weges unser Baby im Arm halten. Aber Fakt ist, wir haben uns auf maximal zwei ivf’s geeinigt. Die Luft wird also dünner.

Was soll das?

Nun bin ich also heute in der Kiwu gewesen. Mein Arzt war wieder da. Juchu. Er hat sich die ganze Geschichte angehört, wirkte nicht halb so geknickt wie ich mich gefühlt habe und hat mich dann erst mal geschallt.

Die Schleimhaut sieht immer noch sehr gut aus mit 12 mm. So wie sie auch beim Transfer war. Er sagt, dass spricht dagegen, dass das eine „richtige“ Regelblutung ist. Zumindest lässt es ihn hoffen. Er hat mir eine Liste an Mitteln auf Rezept verschrieben, die ich bitte noch weiternehmen soll.

Ich war irgendwie ein bisschen neben mir. Hab gesagt, dass ich davon ausgegangen bin, dass es das war, weil die Blutung so immens stark ist mit Schmerzen und überhaupt. Er sagt, das kommt vor. Kann beides bedeuten. Die Medis soll ich unbedingt nehmen und zum Bluttesten wieder kommen.

Gut. Blut hatte ich schon abgegeben, so dass ich dann eben gerade anrufen konnte um endlich den WEert zu bekommen. Dazwischen 90 Minuten Zeit für eine Fülle an Gedanken. Ich wollte keinen Platz für Hofnung und natürlich hat das wunderbar geklappt. NOT!

Der Anruf im Labor erbrachte folgenes: HCG-Wert liegt bei 10,5! Ich lache mich schlapp. Also innerlich und sage, dass das schon ein bisschen dürftig ist. Ich weiß nicht, ob die Damen im Labor angehalten sind nichts zu sagen, jedenfalls hat sie rumgedruckst. Da sag ich so, wenn die Urintests anschlagen und jetzt weniger werden, dann ist doch klar, dass das HCG sinkt. Müsste ja bedeutend höher sein im Blut, wenn die dämlichen Streifen nur noch den Hauch eines Nichts zeigen. Dazu sagt sie nichts, fügt aber hinzu, dass mein Progesteron unterirdisch ist. Ich meine sie sagte was mit einer eins vorm Komma. Hallo?

Menno, das soll aufhören. Ich bin doch nicht auf dem falschen Dampfer, wenn ich sage, dass das nichts mehr sein kann, wenn der Wert sinkt, oder?

Kann mich  mal bitte jemand wecken?

schwanger, aber…

…nur kurz. Hier von vorne.

PU + 5 | TF + 0 wir hatte ein ganz gutes Gefühl beim Transfer. Unser behandelnder Arzt war zwar nicht da, dafür aber eine sehr freundliche Vertretungsärztin, die sich Zeit genommen hat für uns. Außerdem hat dieses Mal meine Frau neben mir gestanden und wir haben uns angeschaut. Beim letzten Mal ging alles so schnell, war alles so aufregend, dass das irgendwie unterging. Als ich vom Stuhl runter war, habe ich gleich gesagt „dieses Mal klappt es!“ Ich hatte es echt im Gefühl.

PU + 6 | TF + 1 konnte ich abgesehen von meinen Gedanken nichts vermerken. Das Gefühl blieb weiterhin positiv. Ich war entspannt und guter Dinge, dass alles gut wird.

PU + 7 | FT + 2 habe ich das erste Mal negativ getestet. Ziel war es sicherzustellen, dass das hcg der Auslösespritze raus ist. Das Foto bewies es, kein Rest hcg mehr vorhanden.

PU + 8 |TF + 3 in der Nacht hatte ich Unterleibsschmerzen. Ein leichtes Ziehen und am Tag hatte ich Kopfschmerzen. Ich ging davon aus, dass sich meine Mens ankündigt, da meine zweite Zyklushälfte ja sehr kurz ist und die Mens, laur Periodenrechner schon zwei Tage später kommen sollte.

PU + 9 | TF + 4 endlich keine Kopfschmerzen mehr, dafür Unterleibsziehen ab 5 Uhr morgens. Tagsüber bin ich sehr müde.

PU + 10 | TF + 5 ich wache wieder mit Kopfschmerzen auf und mache einen Test. Zum ersten Mal in meinem Leben erscheint eine zweite Linie. Und das so früh!  test

PU + 11 | TF + 6  Natürlich kann ich den nächsten Test kaum erwarten und muss feststellen, dass er schwächer ist als den Tag zuvor. Und das obwohl ich genau so viel getrunken habe und auch genau so viel Zeit zwischen den Tests lag. Ich muss so oft auf’s klo und freue mich tierisch darüber. Am Nachmittag teste ich noch mal nachdem ich nur 2,5 Stunden nicht auf der Toilette war. Der Test ist deutlich positiv!

testIII

Oh man, wir können es kaum glauben. Verhaltene Freude. Aber Freude. So unwirklich! Wir versuchen noch ruhig zu bleiben, wollen uns nicht zu früh freuen. Morgen mache ich einen CB Digi. Wahnsinn! ICH! Ich bin schwanger! Und ich bin sicher, dass der CB das beweisen wird. Wir überlegen heimlich, wie wir es meiner Schwester sagen, die sich so sehr freuen wird. Abends habe ich minimale Schmierblutungen, die aber nur einmal auftreten und auf dem Toilettenpapier sichtbar sind. Ich gehe davon aus, dass es sich um einen kleine Verletzung vom Utrogest handelt. Goggle ein bisschen. Schmierblutungen kommen häufiger vor. Kein Problem.

PU + 12 |TF + 7 morgens ist der Test weiter positiv. Mindestens so deutlich wie am letzten Nachmittag. Und das wo ich doch nachmittags deutlicher positiv teste. Auf der Toilette der Schock. Da ist wieder Blut am Papier. Minimal, aber jetzt hellhellrot. Ich bekomme schon ein bisschen Angst. Rufe in der Kinderwunschklinik an. Entwarnung. Ich fahre in die Hochschule, heute steht einiges auf dem Programm und bemerke dort, es ist eher eine richtige Blutung. Ich sage meiner Frau Bescheid. Von Mittags bis Nachmittag keine Blutung mehr. Aber auf dem Weg überall Schwangere und frischgeborene zuckersüße Kinder. Wir haben beide Angst. Als ich endlich zuhause ankomme, mache ich noch einen Test. Ist das hcg gestiegen? Wenn das jetzt ein früher Abgang ist, dann muss der Test doch aber nicht unbedingt gleich negativ sein. Hcg im Urin hinkt dem im Blut ja schließlich nach. Ich mache einen babytest, sehrsehr deutliche zweite Linie. Ich mache einen Digi. Der sagt schwanger. Ich mache einen 25er, der spät anzeigen soll. Der zeigt einen zarten, aber deutlichen Strich. Wir sind so irre, dass wir noch einen mit Wochenanzeige kaufen. In der Apotheke steht ein ehemaliger Mitschüler Marke Plappermaul neben mir, der die Ohren spitzt. Ich mache  mir Sorgen, es soll doch noch keiner wissen. Zuhause angekommen, sagt auch dieser Test Schwanger 1-2.

test0905

Wir erklären die Blutung zu einer die auftritt, wenn man die Periode bekommen würde. Die Hormone sind sicher durcheinander. Und sagen uns, wir bleiben positiv. Alles wird gut. Beim nächsten Toilettengang der Schock. Richtiges starkes Periodenblut. Nichts mehr schönzureden. Dazu gesellen sich starke Unterbauchschmerzen, weiterhin ziehen in den Eierstöcken und Schmerzen im unteren Rücken Ein paar Stunden später halte ich es nicht mehr aus und werfe mir Paracetamol ein. So erinnern mich wenigstens die Schmerzen nicht mehr an das, was da gerade passiert. Zur Sicherheit trotzdem noch mal zwei Utrogest. Dabei bemerkt, der Mumu ist butterweich, schön geöffnet und steht tief. Ja, da sag ich mal: Herausspaziert, herausspaziert. Meine Frau und ich sprechen nicht. Und wenn doch, pflaumen wir uns an. Oder sagen es ist so unfair. Deshalb sagen wir dann gar nichts mehr. Jede schläft für sich ein. Ich will nicht weinen und will nicht fühlen.

PU + 13 |TF + 8 die Blutung ist weiter periodenstark. Heute gehe ich zum Bluttest in die Kiwu. Mal sehen was der Test sagt. Und wie schnell das hcg sinkt.

Schwangerschaftstest an TF + 5 |PU + 10

Ich sag es kurz in einem Satz: Für einen zweiten Strich ist einfach kein Platz. Oder so ähnlich.

Genug der schlechten Reime. Bis jetzt ist nichts zu sehen.

Aber ein bisschen Hoffnung darf ich  mir noch machen, wenn es nach dieser Tabelle geht.

Unbenannt

(Quelle der Tabelle)

Jetzt also weiter warten.

Aber zur persönlichen emotionalen Lage kann ich sagen, ich fühle mich seltsam ruhig. Ich kann sowieso nichts ändern. Und obwohl ich mit einer extremen inneren Überzeugung aus der Kiwu raus bin, (ich war so sicher, dass es geklappt hat), habe ich nun Angst, dass mich mein Gefühl getrogen hat. Ich bin so schlecht im Warten..

Wie habt ihr denn die Wartezeit rumgebracht? 🙂

Warteschleifenkoller: PU + 9 | TF +4

Klar habe ich mir vorgenommen, dieses  Mal wird es besser. Bin ja mittlerweile gut versiert in Warteschleifen.

Bis gestern war das Gefühl super, heute morgen bin ich mit typischen Unterleibsschmerzen und Mensziehen aufgewacht. NMT ist morgen, sagt die App. Meine Optimismus schwindet gaaanz langsam.

Ich weiß es ist zu früh für egal was und die nicht Anzeichen können auch gute Anzeichen sein oder auch nicht. Da ist nämlich nichts. Außer gestern: schlimme Kopfschmerzen den ganzen Tag über, aber die habe ich super oft, bevor die Mens dann eintrudelt.

Es bleibt also dabei. Anzeichen sind Anzeichen sind Anzeichen oder eben auch keine 😀

Ach, was soll ich sagen? Ich wünsche es mir so.

ewiger Winterschlaf…

…für unser Dino-Ei (die Ehefrau hat es so getauft) nicht!

Ich habe in der Kiwu-Klinik angerufen und wurde mit einem Biologen verbunden, der mir mitgeteilt hat, dass das Ei aufgewacht und wohlauf ist. Hach, ist das nicht wunder_schön?

Und heute habe ich im Dämmerschlaf von unserem Baby geträumt und bin (nicht nur deswegen) mächtig guter Dinge, dass es dieses Mal ganz toll wird.

Ich meine, die Sonne scheint, es wird warm, ich habe schon ein paar Frühlingsmomente genießen dürfen und das Ei wird sicher genau wie ich, froh sein, dass heute nachmittag für sie*ihn* die Eiszeit vorbei ist und es zurück zu Mama geht 😆

Ganz im Sinne der self fulfilling Prophecy,gehe ich also vom Besten aus.