Karten auf den Tisch und dann noch das!

Es bleibt dabei. Biochemische Schwangerschaft. Es hat schön angefangen und nicht so schön aufgehört. Der HCG- Wert ist in den ersten Tagen der Schwangerschaft schön und lehrbuchmäßig angestiegen und dann nicht mehr. Ich denke, dass es an dem niedrigen Progesteronwert lag, der am Ende einen Tiefstewert von tasächlichen (ich habe noch mal nachgefragt) 1,9 betrug. In Worten EINS KOMMA NEUN!

Nachdem ich dann vorgestern zusätzlich Lutinus 1-1-1 und dazu eben das Utro 1-0-1 nehmen sollte, habe ich dann zwar keine Hoffnung mehr auf einen Anstieg des HCG’s von den mickrigen 10 auf irgendwas anderes gemacht, aber auf einen Anstieg des Progesterons. Deshalb habe ich auch, obwohl ich wusste, dass es für das verlorene Embryo nichts mehr bringt, fließig wie verschrieben die Hormone genommen.

Und dann auch noch das I: Aber erst, nachdem ich auf dem Weg zur Apotheke aus dem Auto aussteigend umgeknickt bin und mir ein höllischer Schmerz durch den Fuß geschossen ist. Ein kleiner elfjähriger hat mich dann ins Auto zurückgestützt (der arme zierliche junge Mann tat mir ein bisschen leid), weil von den 100 umherstehenden keiner seine Hilfe angeboten hat. (In was für einer Welt leben wir eigentlich?) Also vor der Hormonabholung zum Notarzt. Der war so der Typ „Möchtegern Dr. Wichtig“ mit einer Facharzt Weiterbildung in „wannabe sexy-hab’s aber nicht geschafft“. Er guckte dann so von oben herab und meint, ja und wo tut’s denn weh? Ich so gut es geht beschrieben. Er so, aha. Und zur Arzthelferin nur knapp „Salbenverband“. In einer Woche dürfte ich wiederkommen-wenn es nicht besser wird, lächelt es mich von oben herab an und  geht. Das war es dann.

Abends wird dann erst mal ne große Runde geheult. Es reicht auch irgenwann mal! Die Ungewissheit, die Angst, der (wenn auch kleine) Verlust des Embryos- der sich zum ersten mal etwas mehr Zeit gelassen hat meine Gebärmutter kennenzulernen und dann diese Schmerzen.

Der Anruf in der Klinik am fogenden Tag, also gestern brachte endlich die Erlösung. HCG 5, Progesteron 40. Na, immerhin etwas, oder? Der eine Wert sinkt, der andere ist gestiegen. Ich versuche nicht daran zu denken, dass wir vielleicht, unter Umständen, etwas hätten retten können, wenn wir ins Krankenhaus gefahren wären, noch an dem Abend an dem die Schmierblutungen anfingen. Aber für das nächste mal weiß ich, dass der Progesteronwert engmaschig kontrolliert werden soll und ich von Beginn an auf eine höhere Dosierung bestehe!

Und dann noch das II: Die Schmerzen sind nicht besser geworden, im Gegenteil. In der Folge habe ich die ganze Nacht schlecht geschlafen und als ich aufgewacht bin, sehe ich als erstes eine schöne große Schwellung um den Knöchel herum, die mich morgens um fünf hübsch blau anblitzt. Beim Draufdrücken muss ich mir das Schreien verkneifen. Trotzdem muss ich an die Hochschule, dringend etwas für den Master machen und dafür zwingend die 90 Minuten mit der Bahn (plus 3mal umsteigen) bewältigen. Für die kurzen Wege zur Bahn hin, brauche ich das 5-fache an Zeit und ohne Krücken hätte ich es gar nicht geschafft. Nach dem langen Tag an der Hochschule fahre ich mit meiner Frau zu einem anderen Arzt. Der Fuß ist mittlerweile noch dicker. Olé. Diagnose: Außenbandriss. Therapie: 6 Wochen (es wird Sommer!) Schiene- tags und nachts. Aber dafür hilft sie und die Nacht war schon erhosamer.

Der nächste Versuch wird jetzt wieder lange auf sich warten lasssen. Wir haben nichts mehr auf Eis. Die zwei Eizellen aus 17, die es in das Blastozystenstadium geschafft haben, sind aufgebraucht. Bedeutet, es steht eine neue ivf an. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie viel Lust ich auf die ganze Angelegenheit habe. Aber was tut man nicht alles. Jetzt in den letzten Zügen meiner Masterarbeit, wollen wir es nicht mehr darauf ankommen lassen, dass ich wegen der Punktion und Überstimu wieder eine Woche ausfalle. Und auch die engmaschigen Kontrollen während der Stimu schlucken viel Zeit. Ich sage zwar zu allem, ich kann das trotzdem machen, aber ich denke meine Frau hat recht, wenn sie sagt, dass eins nach dem anderen mehr Sinn macht. Wir würden also erst Ende Juli bzw. August mit dem nächsten Zyklus anfangen. Unser Arzt möchte ein „längeres Protokoll“ versuchen, um die Rate der befruchteten Eizellen zu erhöhen.Im letzten Versuch waren es nur sieben. Ich möchte nach der ivf die Embryos nicht direkt zurück, sondern wie jetzt im „Erfogszyklus“ im natürlichen Zyklus eine Kryo. Was bedeutet, dass es noch einen Monat später wird. Wahrscheinlich September. Ja, und dann ist das Jahr gefühlt auch schon vorbei. Mir wird ganz anders wenn ich daran denke.

Wieviele Versuche habt ihr so in einem Jahr untergebracht?

So langsam haben alles Frauen, die zu meiner Anfangszeit auch in der Planungsphase waren, Kinder. Die, die noch keine haben, sind jetzt schwanger. In meiner Familie haben alle Cousinen Kinder, oder sind aktuell schwanger. Und wir, wir warten immer noch. Und das „ich möchte bitte auch! Hallo ihr habt uns vergessen“ Gefühl wird immer größer. Mir wurde gesagt, dass alles kein Problem ist. Ich war noch unter 30. Gesund. Abgesehen von der kurzen Zyklushälfte, hormonell alles in Ordnung. 4 IUI’s später finden wir uns in einer Kinderwunschklinik, die auch sagt, das wird gleich klappen. Die sagt, nehmen Sie nur einen Embryo, die Erfolgschance ist so hoch bei Ihnen. Die rausfindet, ich habe Endometriose. Wir nehmen die ivf. Ich bin immer noch knapp unter 30. Wir fahren nach München, die einzige Samenbank, die uns will. Beratungsgespräche. Nach der ivf, ich bin jetzt nicht mehr unter 30, Überstimulation. 1. Versuch: fail. Anderthalb Monate Pause. 2. Versuch:fail. Biochemische Schwangerschaft. Und die Zeit rast. Vielleicht schaffe ich es ja noch schwanger zu werden, solange die Null hinter der Drei steht. Das schwerste ist für mich das auszuhalten, was ich nicht ändern, nicht beeinflussen kann. Wir wissen nicht, ob wir am Ende des Weges unser Baby im Arm halten. Aber Fakt ist, wir haben uns auf maximal zwei ivf’s geeinigt. Die Luft wird also dünner.

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5 Kommentare

  1. Och nö, September ist genau der Monat, in dem wir vermutlich urlaubsbedingt pausieren! 😛 Das find ich doof. Fangt doch jetzt schon an! 😉

    Aber ich find’s total niedlich, dass ihr auch so genaue Zeitpläne macht. Haben wir auch… Wir haben den: Kryotransfer mit den letzten Eisbärchen Ende Juni/Anfang Juli, Wenn negativ die IVF direkt anschließend, alles einfrieren (Frischtransfer wollen wir auch nicht), im August dann Kryo-Versuch beginnen und hoffentlich den Transfer noch vor den Urlaub Mitte September quetschen (man kann ja dank nicht vorhandenem Zyklus bei meiner Frau leider nie wissen, wie lang sich das so hinzieht – wir haben hier nach Hormongabe schonmal ne Woche nach Absetzen der Medis auf die Mens gewartet). Bin gespannt, ob das auch nur annähernd hinhaut…

    Ich find die Idee eures Kinderwunscharztes übrigens echt gut. Und ich find’s sehr positiv, dass er direkt für die 2. IVF das Protokoll ändert – ihr scheint dort gut aufgehoben zu sein. Wie wurde eigentlich die Endometriose diagnostiziert? Und hattest du mal eine Bauch- oder eine Gebärmutterspiegelung?

    1. Haha, ja das ist schon ein bisschen zwanghaft 😀 Nicht planen ist ziemlich schwer für uns, weil wir so viele Baustellen haben. Bringt ja nicht’s, wenn ich z.B. dann in der mündlichen Prüfung sein sollte, stattdessen aber mit OHSS daheim liege.
      Ich bin aber wenigstens dazu übergegangen nicht mehr jeden Punkt mit einzubeziehen. Die Arbeit, die ja bis vor einem halben Jahr noch ein riesen „jetzt geht es aber gerade schlecht“ Faktor war, ist aus der Planung fast raus. Mittlerweile mache ich mich davon nicht mehr so abhängig.

      Euer Plan hört sich doch toll an. Wir werden noch mal in uns gehen 😉 Ich bin ja auch für früher 😀

      Ach so, wegen der Endo. Es haben jetzt drei Ärzte unabhängig voneinander, aufgrund einer Zyste gesagt, dass es sehr stark nach Endo aussieht. Gepaart mit meinen sonstigen zyklusbedingten Beschwerden (sehr starke Schmerzen, Rückenschmerzen, deutlicher Schmerz beim Eisprung, Krämpfe…) ist der Verdacht noch verstärkt worden. Eine Bauchspiegelung habe ich allerdings (noch) nicht machen lassen. Stört ja bei der ivf jetzt erst mal nicht weiter…

  2. Ach, so ein Mist! Tut mir total leid für euch… :-/

    Wusste die Klinik nicht vorher anhand der Blutwerte, dass es vielleicht gut wäre den Progesteronwert genauer zu überwachen? Falls ihr euch nicht sicher seid, ob ihr weiter bei eurer Klinik bleiben wollt: Wir können unsere (Institut Marquès in Barcelona) wärmstens empfehlen. Das einzig unpraktische ist, dass man eben vor der Punktion ca. zehn Tage vor Ort verbringen muss, aber das haben wir einfach mit Urlaub verbunden. Aber wenn ihr euch gut aufgehoben fühlt in eurer Klinik bleibt auf jeden Fall, es klang nur für mich irgendwie unzufrieden.

    Wir haben uns das ganze letzte Jahr eigentlich auch ständig mit allen möglichen anderen verglichen, die Kinder bekommen oder wenigstens schon schwanger waren. Wir haben dann irgendwann geschafft, uns nicht mehr mit anderen in Konkurrenz zu setzen, sondern einfach darauf zu vertrauen, dass irgendwann auch wir dran sind. Damit ging es uns besser. An eurer Stelle würde ich auch nochmal über die Entscheidung, höchstens zwei IVFs zu machen, nachdenken. Ich weiß, dass eine IVF anstrengend und teuer ist, aber zu wissen, dass ein Versuch die allerletzte Chance ist, wäre uns wohl zu viel Druck…

    Gute Besserung für deinen Fuß!

    1. Vielen Dank für deinen lieben Kommentar!
      Ach doch, ich bin an sich schon ganz zufrieden mit der Klinik. Der Arzt ist toll, beantwortet alles und alle sind sehr nett und zugewandt. Nur das mit dem Progesteron. Ich weiß nicht genau, bin ja keine Biologin und auch keine Repromedizinerin, deshalb kann ich so schlecht einschätzen, ob das normalerweise begleitend mit kontrolliert wird, oder ob man das hätte sehen müssen. Ich werde das mal kritisch hinterfragen :/

  3. Mal wieder sehr spät, aber ich muss dennoch noch kommentieren.

    Zunächst einmal tut es mir sehr Leid, wie dieser Versuch geendet hat.

    Dann zum Thema Progesteron… Meiner Erfahrung nach sehen das die meisten KiWu’s viel zu locker. Meine auch, obwohl mein Prof sonst top ist und an vieles denkt und auf vieles achtet, was andere auch nicht für wichtig halten. Dennoch. Progesteron sei in Ordnung hieß es immer. Vielleicht sind sie da auch so, weil es ja im Versuch eh Progesteron gibt. Keine Ahnung.
    Jedenfalls war mein Wert unterirdisch. So unterirdisch, dass es eigentlich unmöglich war, damit eine Schwangerschaft aufrecht zu erhalten. Immerhin ist Progesteron ja der „Klebstoff“ für’s Baby.
    Umso schlimmer finde ich, dass scheinbar keine KiWu auf die Idee kommt, den Progesteronhaushalt VOR einem Versuch aufzufüllen.

    Bei mir wurde das gemacht, weil ich das Glück hatte über meine Therapeutin an eine Ärztin zu kommen, die sich auf natürliche Hormontherapie spezialisiert hat. Die Überprüfung des Werts erfolgt pipieinfach über Speichelproben. Und dann wurde mein Progesteron über eine bioidentische Hormon-Creme gepusht.

    Das soll jetzt keine Klugscheißerei sein, ich wollte dir und euch nur gerne meine Erfahrung mitteilen. Vielleicht nützt es euch was.

    Viele liebe Grüße

    J.B.

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