Von ivf zu icsi in zehn Sekunden

Ja, die Stimulationsphase ist vorüber. Man könnte sagen „endlich!“ es ist ja doch eine Menge an Medikamenten und Sritzen zusammengekommen. Leider hat sich beim ersten Ultraschall schon abgezeichnet, dass es keine besonders große Ausbeute an Eizellen geben wird. Nachdem ich dann zusätzliche drei Tage weiterstimulieren sollte- wofür wir neue Medikamente bestellen mussten- hatte ich dann am Montag noch einen Ultraschalltermin. Da meine Frau arbeiten musste, bin ich alleine hin, was aber kein Problem ist… Die frühere Aufregung ist geschäftiger Gelassenheit gewichen. Der Schall brachte keine neuen oder erfreulichen Erkenntnisse. Der Arzt konnte maximal 8 mit viel Goodwill 10 Follikel erkennen. Groß genug waren sie auch nicht und das nach dem Protokollwechsel. Der Doc war sehr erstaunt und meinte, dass in der Regel bei dem langen Protokoll mindestens soviele Folliel entstehen wie bei dem kurzen, auf das ich ja sehr gut angesprochen habe. Das Ergebnis bedeutete für mich noch mal neuen Medikamente kaufen. Noch weitere drei Tage stimulieren. Ich habe im Anschluss an die Untersuchung nach zusätzlichen Wegen gefragt. Abzuklären versucht an was es denn liegen könnte, wenn es wieder nicht klappt. Er hat dazu eigentlich nicht so viel gesagt. Außer, dass es eben Frauen gibt bei denen es auch ohne groß ersichtlichen Grund nicht klappt. Ernüchterung auf ganzer Linie. Dafür habe ich ein niedrig dosiertes Cortison mitbekommen und ASS. Beides für die Kryo, die der Punktion im Folgezyklus folgen soll. Bei beidem weiß ich nicht, ob ich es nehmen soll. Ich habe den Eindruck, dass mein Körper am besten läuft, wenn man ihn in Ruhe lässt. Und das Ergebnis dieses hormonbepackten ewiglich langem Stimulationszyklus gibt meinem Gefühl doch wohl ein bisschen recht.

A b e r, hier greift natürlich das klassische Kinderwunschdilemma-Gedankenkarussel: was wenn es doch helfen würde? :/ mööp.

Hat jemand Erfahrung mit derlei Mittelchen?

Nachdem das alles geklärt war, haben ich den Auslöse- und Punktionsvorbereitungszettel ausgehändigt bekommen. An dieser Stelle kam es zu einer positiven Wendung. Aufgrund der schlechten Ergebnisse haben wir von dem Kiwu-Zentrum das Angebot einer ICSI bekommen, deren zusätzlichen Kosten die Kiwu für uns übernimmt. Das finde ich sehr toll und super entgegenkommend.  Vielleicht sind die Chancen dann doch nicht so gering, dass sich mehr als 50% der Follikel befruchten und kryokonservieren lassen. We will see!

Alles in allem habe ich mir das Heulen in der Bahn im Anschluss an den Termin und den Kauf der Medikamente nur knapp verkneifen können. Und von da an, weicht sie auch nicht mehr von meiner Seite. Die Angst. Die ganze Woche schon klopft sie mir feundlich auf die Schulter. Zieht mir am Ohrläppchen und verschafft sich immer lauter werdend so langsam Gehör. Über Sorgen zur Punktion, einem schlechten Befruchtungsergebnis. Der Vorstellung, dass die Eier zu früh gehüpft oder auf unerklärliche Weise weggeschrumpft sind. Hin zu schrecklichen Schmerzen nach der Punktion und natürlich dem ausbleibenden Erfolg, hat sie so ziemlich alles im Repertoire, was den Kinderwunschkosmoms grau und bedrohlich wirken lässt. Ich habe Angst vor einer erneuten biochemischen Schwangerschaft. Davor, dass ich einfach nicht schwanger werden kann… blablabla… Was man eben so denkt. Das führt zu unterirdischer Laune und übermäßiger Dünnhäutigkeit. Ich will die Punktion nicht. Mecker. Mecker. Mau. Mau.

Fakten: Punktion, morgen Morgen gegen neun. Dann beginnt das Warten. Gegen Mittwoch wird dann wohl die Info folgen, wie viele es geschafft haben. Dann folgt später im Sommer eine kurze Urlaubsauszeit und dann endlich, so der Zyklus will, die Kryo.

Aber zuerst die Punktion. Undder folgt ein Wochende voller Schmerzen auf der Couch, mit Eiweißcocktails und gähnender Langweile! Nein, Stop! Als erfahrene Kinderwunschtante, weiß ich natürlich, dass einzig der Glaube an einen guten Ausgang Erfolg verspricht und korrigiere die Wochenendplanung: Es folgt ein entspanntes Wochenende mit viel Zeit für mich und gesunden Proteinshakes, in denen all meine acht Eier zu starken Blastozyten heranwachsen, die darauf warten in meinen embryofreundlichen Uterus zu ziehen und dort zu gesunden und glücklichen Babys heranzuwachsen.

Ihr seht, ich gebe mir große Mühe.

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Ein Kommentar

  1. Ich habe bei der letzten Kryo Dexamethason genommen. Allerdings lagen bei mir wohl Gründe vor. Nichts desto trotz: Dieses Kryo-Baby schlummert grade in der Manduca.
    Zu ASS kann ich dir nichts sagen. Hatte ich nie.

    Meine Daumen sind auf jeden Fall gedrückt!!

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