Monat: Mai 2017

Umgang mit Fragen zur Entstehung der Schwangerschaft

Huhu ihr Lieben 🙂

Aus gegebenen Anlass mal eine Frage an die Regenbogen-Familien unter euch. Und natürlich auch alle anderen, die eine Meinung zu der Frage haben!

Gestern habe ich mein Profilbild aktualisiert. Man sieht nun meine Frau und mich  mit Kugel. Ich habe das Feedback auf das Bild wohl unterschätzt. Es hagelt seit gestern Nachrichten. Manche erkundigen sich nur, ob es mir gut geht und teilen mir mit, dass sie sich sehr für meine Frau und mich freuen.

Andere fallen ohne „Hallo“ und ohne „Wie geht’s?“ mit der Tür ins Haus. Das sind dann so Fragen wie: „Wie habt ihr denn das mit dem Papa gemacht?“ (What?) Oder auch: „Ich freue mich für euch. Aber wie geht das?“

Grundsätzlich habe ich ja nichs gegen Interesse an unserem Kinderwunsch-Weg. Eher im Gegenteil. Es ist toll, dass Menschen sich interssieren und vielleicht trägt diese Info ja dazu bei, dass Kinder in Regenbogenfamilien nicht mehr sooo „exotisch“ sind. Aber jetzt, wo es um unser Kind geht und diese Fragen von Menschen kommen, mit denen ich sonst in den letzten Jahren kein Wort gewechselt habe, es sei denn man hat sich zufällig mal irgendwo gesehen und eine Minute Smal-Talk gehalten. Oder die obligatrische Geburtstags-Nachricht. Ich weiß nicht. Ich empfinde das als ja… irgendwie grenzüberschreitend und auch als sehr intime Frage. Ich würde jedenfalls nicht auf die Idee kommen, bei (heterosexuellen) Pärchen zu fragen, ob es denn gleich geklappt hat mit dem Kiwu. Oder wie oft sie es probiert haben. Schon gar nicht, nachdem ich eigentlich keinen wirklichen oder engeren Kontakt mit den Personen  habe. Vor allem würde ich aber nicht nachbohren, wenn schon die Rückmeldung der Schwangeren kommt, dass das jetzt so kein Thema ist für eine Whats App-Unterhaltung oder etwas sarkastisches zurückkommt à la: Wie bei den Bienchen und den Blümchen…

Vielleicht ist es auch eine bloße Unterstellung, aber es scheint mir bei den Nachfragen auch eher um „Newsbeschaffung“ zu gehen. So die Kategorie Klatsch und Tratsch. Weniger um echtes Interesse an uns oder unserer spezifischen Situation. Eher so nach dem Motto: Krass und wo kommt das Sp*rma her? Und vor allem: Wie kam das Sp*rma da hin?

Vielleicht ist es auch Unsinn oder zu weit gedacht, aber ich habe auch nicht so große Lust darauf, dass „Hinz und Kunz“ die genaue Entstehungsgeschichte unseres Kindes kennt, bevor es selbst auch  nur den Hauch einer Ahnung hat.. Schwierig irgendwie..

Aktuelle Strategie? Ich schwanke zwischen dem Ignorieren der Frage und patziger/derber Antwort. Beides fühlt sich aber nicht wirklich stimmig an und ich denke auch, dass es bestimmt noch öfter solche unsensibler Nachfragen geben wird.

Gab es bei euch auch solche Situationen? Wie geht ihr damit um? Oder wie würdet ihr damit umgehen? Erfahrungen, Tipps, Anregungen?

3. Trimester | 8. Monat

Ich komme so langsam kaum noch hinterher. Den Wochenwechsel in das dritte Trimester und somit auch in den achten Monat und die 29. SSW haben wir entspannt in einem superschönen superschnäppchen Kurzurlaub gefeiert.

Drei Nächte ausruhen. Saunieren. Rumhängen. Essen (zumindest meine Frau) und yihaaaa- sogar ein bisschen spazieren.

Seitdem ich endlich im BV bin – und ich kann euch sagen, dass war ein riesiger Kampf. Vor allen Dingen mit mir selbst, habe ich den Eindruck ich komme langsam, in winzigen Schritten ein bisschen zur Ruhe. Ich habe den Kopf frei für unser Baby und ich habe den Eindruck, dass es sich seitdem auch mehr bewegt und fleißger mit mir kommuniziert. Kann natürlich auch Zufall sein, aber so oder so, es tut mir gut.

Auch deshalb hat mir die relativ spontane Auszeit mit meiner Frau unglaublich gut getan. Ich habe sie einfach so gern um mich herum ❤ und auch nach über sechs Jahren, kann ich gar nicht genug davon bekommen alles mit ihr zu teilen. Dass wir jetzt ein Baby bekommen dürfen, ist die ultimative Krönung. Und so hat sich das ganze Wochenende auch angefühlt. Kuschelig. Nah. Voller Liebe für uns und unser Baby. Traumhaft schön.

So, nun aber zu dem Schwangerschaftsupdate:

Das geht gut:

Aktuell fast gar nichts mehr. Außer viel trinken, aber auch nicht alles und nicht zu viel auf einmal… und Kartoffeln essen. Aber ohne Quark. Und größerer Mengen Gaviscon.

Das geht gar nicht:

Fast alles geht gar nicht mehr. Ich spare mir eine Auflistung und verweise auf das was noch geht.

Wehwechen

Gefühlt bin ich wirklich im dritten und -so called- beschwerlichsten Trimester angekommen. Ständig schmiert mir der Kreislauf ab und das Sodbrennen ist die Hölle. Ernsthaft. Obwohl ich bisher immer ganz gut ohne Medikamente ausgekommen bin, ist ein Leben ohne Gaviscon gerade kaum mehr vorstellbar. Den Kreislauf versuche ich mit literweise Wasser zu unterstützen, wenn mir davon nicht gerade übel wird.

Außerdem schlafen mir in der Nacht nun regelmäßig die Hände ein. Unangenehm. Und ich habe das Gefühl, dass das Wasser sich nun langsam in den Beinen und Händen ablagert. Yai – not! Der Ehering ist nun schon abgezogen und sowohl die Hosen als auch die Strümpfe machen unschöne Abdrücke.

Und natürlich immer wiederkehrend die guten alten Schlafstörungen. Einschlafen- durchschlafen- wieder einschlafen. Ausgeruht sein? Fehlanzeige.

Und Achtung: Futterneid. Auf alle Instagram und Pinterest Bilder von Essen. Essende Menschen mag ich auch nicht mehr. Und leckere Gerüche finde ich auch sehr fies. Ich würde so gerne essen. Und ich habe Hunger. Und Appetit habe ich auch. Aber wenn ich an das danach denke, da vergeht mir gleichzeitig schon wieder alles. Also esse ich in winzigsten Portionen so schmackhafte Dinge wie Knäckebrot. Aber schön eins nach dem anderen. So bleibt das Sodbrennen und die Übelkeit halbwegs erträglich und ich muss mich nicht mehr so oft übergeben.

Gewicht

Dazu habe ich mich bisher noch gar nicht geäußert. Ich habe heute bei 28+4 vier Kilo und 500 Gramm, seit Beginn der Schwangerschaft zugenommen. Das ist für den achten Monat nicht so viel, denke ich. Und liegt vielleicht daran, dass ich zu Beginn der Schwangerschaft in den ersten 10 Wochen ca. drei Kilo abgenommen habe. Da ich aber durch die Kinderwunschbehandlung schon einige Kilo mehr hatte, hoffe ich, dass nicht mehr allzu viele dazu kommen.

Schwangerschaftsgymnastik

Vor dem Kurs war ich gar nicht so überzeugt, muss aber sagen, dass es wirklich super ist. Es geht nicht so ums auspowern und schwitzen. Eher darum in die eigene Mitte zu kommen und das Baby bewusst zu spüren bzw. Mama und Kind ein gutes Gefühl miteinander zu geben. Es geht viel um Atmung und darum Platz zu schaffen im Bauch. Wohlfühlen und bei sich sein. So kann man es auf den Punkt bringen, denke ich. Ich nutze die eine Stunde wöchentlich jetzt zumiindest genau dafür und es tut mir sehr gut.

Mental

Ein Auf und ein Ab. Ging es die letzten Tage wieder ein wenig aus dem Tal raus, bin ich nun gefühlt, seitdem ich heute morgen die Augen aufgeklappt habe, ziemlich abgerutscht.

Ich hatte tolle und verliebte Tage voller unbändiger Vorfreude und echtem Glücksgefühl mit wundervoller Gespanntheit auf das was vor uns liegt. Ich habe mich etwas kräftiger gefühlt und konnte die Zuversicht schon fast schmecken. Und dann?

Erwischt es mich eiskalt. Eine Mischung aus schlechtem Gewissen, dem Gefühl total ausgepowert und unnütz zu sein. Alles ist so viel. So schwer und der Tag fühlt sich an wie ein einziger Kampf. Ich weiß, das geht vorbei. Ich weiß, jeder gute Tag zählt. Aber. Aber. Es ist scheiße schwer. Diesen Zustand zu akzeptieren, mich in diesem Zustand zu akzeptieren. Nichts zu finden, was mich einfach wieder froh macht. Und gleichzeitig die Anforderung an mich selbst. Ich muss doch glücklich sein. Warum bin ich nicht glücklich?