1. ivf

Karten auf den Tisch und dann noch das!

Es bleibt dabei. Biochemische Schwangerschaft. Es hat schön angefangen und nicht so schön aufgehört. Der HCG- Wert ist in den ersten Tagen der Schwangerschaft schön und lehrbuchmäßig angestiegen und dann nicht mehr. Ich denke, dass es an dem niedrigen Progesteronwert lag, der am Ende einen Tiefstewert von tasächlichen (ich habe noch mal nachgefragt) 1,9 betrug. In Worten EINS KOMMA NEUN!

Nachdem ich dann vorgestern zusätzlich Lutinus 1-1-1 und dazu eben das Utro 1-0-1 nehmen sollte, habe ich dann zwar keine Hoffnung mehr auf einen Anstieg des HCG’s von den mickrigen 10 auf irgendwas anderes gemacht, aber auf einen Anstieg des Progesterons. Deshalb habe ich auch, obwohl ich wusste, dass es für das verlorene Embryo nichts mehr bringt, fließig wie verschrieben die Hormone genommen.

Und dann auch noch das I: Aber erst, nachdem ich auf dem Weg zur Apotheke aus dem Auto aussteigend umgeknickt bin und mir ein höllischer Schmerz durch den Fuß geschossen ist. Ein kleiner elfjähriger hat mich dann ins Auto zurückgestützt (der arme zierliche junge Mann tat mir ein bisschen leid), weil von den 100 umherstehenden keiner seine Hilfe angeboten hat. (In was für einer Welt leben wir eigentlich?) Also vor der Hormonabholung zum Notarzt. Der war so der Typ „Möchtegern Dr. Wichtig“ mit einer Facharzt Weiterbildung in „wannabe sexy-hab’s aber nicht geschafft“. Er guckte dann so von oben herab und meint, ja und wo tut’s denn weh? Ich so gut es geht beschrieben. Er so, aha. Und zur Arzthelferin nur knapp „Salbenverband“. In einer Woche dürfte ich wiederkommen-wenn es nicht besser wird, lächelt es mich von oben herab an und  geht. Das war es dann.

Abends wird dann erst mal ne große Runde geheult. Es reicht auch irgenwann mal! Die Ungewissheit, die Angst, der (wenn auch kleine) Verlust des Embryos- der sich zum ersten mal etwas mehr Zeit gelassen hat meine Gebärmutter kennenzulernen und dann diese Schmerzen.

Der Anruf in der Klinik am fogenden Tag, also gestern brachte endlich die Erlösung. HCG 5, Progesteron 40. Na, immerhin etwas, oder? Der eine Wert sinkt, der andere ist gestiegen. Ich versuche nicht daran zu denken, dass wir vielleicht, unter Umständen, etwas hätten retten können, wenn wir ins Krankenhaus gefahren wären, noch an dem Abend an dem die Schmierblutungen anfingen. Aber für das nächste mal weiß ich, dass der Progesteronwert engmaschig kontrolliert werden soll und ich von Beginn an auf eine höhere Dosierung bestehe!

Und dann noch das II: Die Schmerzen sind nicht besser geworden, im Gegenteil. In der Folge habe ich die ganze Nacht schlecht geschlafen und als ich aufgewacht bin, sehe ich als erstes eine schöne große Schwellung um den Knöchel herum, die mich morgens um fünf hübsch blau anblitzt. Beim Draufdrücken muss ich mir das Schreien verkneifen. Trotzdem muss ich an die Hochschule, dringend etwas für den Master machen und dafür zwingend die 90 Minuten mit der Bahn (plus 3mal umsteigen) bewältigen. Für die kurzen Wege zur Bahn hin, brauche ich das 5-fache an Zeit und ohne Krücken hätte ich es gar nicht geschafft. Nach dem langen Tag an der Hochschule fahre ich mit meiner Frau zu einem anderen Arzt. Der Fuß ist mittlerweile noch dicker. Olé. Diagnose: Außenbandriss. Therapie: 6 Wochen (es wird Sommer!) Schiene- tags und nachts. Aber dafür hilft sie und die Nacht war schon erhosamer.

Der nächste Versuch wird jetzt wieder lange auf sich warten lasssen. Wir haben nichts mehr auf Eis. Die zwei Eizellen aus 17, die es in das Blastozystenstadium geschafft haben, sind aufgebraucht. Bedeutet, es steht eine neue ivf an. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie viel Lust ich auf die ganze Angelegenheit habe. Aber was tut man nicht alles. Jetzt in den letzten Zügen meiner Masterarbeit, wollen wir es nicht mehr darauf ankommen lassen, dass ich wegen der Punktion und Überstimu wieder eine Woche ausfalle. Und auch die engmaschigen Kontrollen während der Stimu schlucken viel Zeit. Ich sage zwar zu allem, ich kann das trotzdem machen, aber ich denke meine Frau hat recht, wenn sie sagt, dass eins nach dem anderen mehr Sinn macht. Wir würden also erst Ende Juli bzw. August mit dem nächsten Zyklus anfangen. Unser Arzt möchte ein „längeres Protokoll“ versuchen, um die Rate der befruchteten Eizellen zu erhöhen.Im letzten Versuch waren es nur sieben. Ich möchte nach der ivf die Embryos nicht direkt zurück, sondern wie jetzt im „Erfogszyklus“ im natürlichen Zyklus eine Kryo. Was bedeutet, dass es noch einen Monat später wird. Wahrscheinlich September. Ja, und dann ist das Jahr gefühlt auch schon vorbei. Mir wird ganz anders wenn ich daran denke.

Wieviele Versuche habt ihr so in einem Jahr untergebracht?

So langsam haben alles Frauen, die zu meiner Anfangszeit auch in der Planungsphase waren, Kinder. Die, die noch keine haben, sind jetzt schwanger. In meiner Familie haben alle Cousinen Kinder, oder sind aktuell schwanger. Und wir, wir warten immer noch. Und das „ich möchte bitte auch! Hallo ihr habt uns vergessen“ Gefühl wird immer größer. Mir wurde gesagt, dass alles kein Problem ist. Ich war noch unter 30. Gesund. Abgesehen von der kurzen Zyklushälfte, hormonell alles in Ordnung. 4 IUI’s später finden wir uns in einer Kinderwunschklinik, die auch sagt, das wird gleich klappen. Die sagt, nehmen Sie nur einen Embryo, die Erfolgschance ist so hoch bei Ihnen. Die rausfindet, ich habe Endometriose. Wir nehmen die ivf. Ich bin immer noch knapp unter 30. Wir fahren nach München, die einzige Samenbank, die uns will. Beratungsgespräche. Nach der ivf, ich bin jetzt nicht mehr unter 30, Überstimulation. 1. Versuch: fail. Anderthalb Monate Pause. 2. Versuch:fail. Biochemische Schwangerschaft. Und die Zeit rast. Vielleicht schaffe ich es ja noch schwanger zu werden, solange die Null hinter der Drei steht. Das schwerste ist für mich das auszuhalten, was ich nicht ändern, nicht beeinflussen kann. Wir wissen nicht, ob wir am Ende des Weges unser Baby im Arm halten. Aber Fakt ist, wir haben uns auf maximal zwei ivf’s geeinigt. Die Luft wird also dünner.

on and on and on it goes

Heute- große Freude Zyklustag Nummer EINS!

Nachfrage in der Kinderwunschklinik, ob ich jetzt bitte endlich die Medis absetzen kann. Antwort: JA! Der hcg-Wert ist nicht vorhanden. Null.

Wie weiter? Kryo- wenn möglich in diesem Zyklus. Ist ja strahlend und neu und bestimmt gut zu gebrauchen. Wie das geht weiß ich noch nicht.

Für die Pessimistin in mir der Ablauf der nächsten Monate; a) dieser Zyklus nächster Kryo. b) Wenn der Versuch nicht klappt noch eine weitere ivf. Mit der (für meine Optimistin neben der Pessimistin- hm… gespaltene Persönlichkeit? 😂) zweiten ivf erreichen wir dann mindestens wieder 2 Blastozysten, die dann c) beide für einen weiteren Transfer zu mir zurück kommen würden. Falls d) das nicht klappt (jaha, es ist dunkel bei mir hier unten) dann wird adoptiert. Punkt!

Ein bisschen crazy bin ich schon,  aber ich und meiner Frau geht es da auch so, brauche Pläne. Damit wir uns nicht so ausgeliefert fühlen müssen.  Und damit lässt sich das 0,0 Negativ irgendwie besser verkraften.

Und jetzt erst mal hoch die Tassen! Mir egal, dass es erst eins ist.

2016-03-05 12.54.09

Entspannt an PU+ 12 | TF +7

Das Tief der letzten beiden Tage ist weiter gezogen und so langsam setzt die Entspannung ein. Trotz oder aufgrund des heutigen weißen Tests. Ich habe diese Woche extrem viel gearbeitet und das hat mich ganz gut durch den Tag gebracht. Seit gestern Abend fühle ich an der Anzeichenfront nichts mehr. Obwohl ich ohnehin nicht viel Veränderung wahrgenommen habe.

So oder so, ich harre nun der Dinge die da kommen werden. Und wenn es tatsächlich nicht klappen sollte, dann doch wohl bitte im nächsten und ersten Kryoversuch. Bei einer über 50%igen Chance muss  (!) das ja klappen. Geht mathematisch ja gar nicht anders 😃

 

Schwangerschaftstest

Nichts Neues von der ivf-Front. Mein Gefühl zur möglichen Schwangerschaft ist noch negativer und das spiegelt sich sowohl in den bekannten Mensgefühlen, als auch im negativen Schwangerschaftstest. PU + 9 und PU + 10 negativ.

Ja, es ist erst PU + 10, aber diesen einen weißen Streifen auf dem Test, diese immer wiederkehrenden Vorboten für die Mens, die Tatsache, dass ich jeden Versuch jedes „Anzeichen“ aufgeschrieben habe und es eins zu eins wieder auftritt, das trifft mich.

Obwohl ich mit diesem „es hat nicht geklappt Gefühl“ schon aus der Klinik gegangen bin. Ich habe eine unglaubliche irrationale Angst davor, dass mein Bauchgefühl stimmt. Dass im nächsten Zyklus das Eisbärchen nicht aufwacht, oder falls es aufwacht nicht klappt und ich noch einmal durch diese ganze Hormonhölle muss.

Ich wünsche mir unser Baby!

Und im Fernsehen läuft Juno.

PU + 6 | TF + 1

Gestern war es soweit. Transfer in unserer Kiwu- endlich. Wir waren über die Maßen gespannt wie viele unserer 15 Eizellen es geschafft haben. Einen Tag zuvor konnte ich herausfinden, dass sich grundsätzlich erst mal sieben befruchten ließen.

Nach dem Auflegen war ich allerdings nicht sicher, ob das bedeuten sollte, dass es sieben bis zum Tag 4 geschafft haben, oder eben nur sieben überhaupt befruchtet werden konnten.

Angekommen und nett vom behandelnden Arzt begrüßt, kam der Biologe und teilte mit

15 punktierte Eizellen

7 befruchtet

2 Blastos in sehr guter Qualität.

Der Rest war nichts. Fragmentiert und allgemein in keiner guten Qualität.

Ich weiß nicht ob ich naiv bin, oder fernab der Realität, aber ich empfand das als extremes Versagen. Ich hätte nie damit gerechnet, dass dieser ganze Aufwand, die Schmerzen, die Gedanken, die Kraft, das alles für nur zwei Blastozysten?! Ich meine klar, wenn eine der beiden oder beide unsere Babys werden, dann hat es sich natürlich gelohnt. Aber ich hatte so fest gehofft, dass wir die Möglichkeit haben für mehrere Kryoversuche auf Eis legen zu können.

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Meine Frau und ich hatten am Vorabend besprochen, dass wir beide zurück nehmen, falls nur zwei es ins Blastostadium geschafft haben sollten. Als wir dann im Behandlungszimmer saßen, waren Arzt und Biologe begeistert. Der Arzt über die Anzahl und der Biologe von der überragenden Entwicklung. Er meinte, dass es nicht selbstverständlich ist, dass es beim ersten Anlauf so läuft. Ich weiß nicht, ob sie nur versucht haben mich aufzubauen, oder ob das ernst gemeint war. (Ich habe da durchaus schon von anderen Befruchtungsraten gelesen) So, oder so stand die Frage im Raum, ob wir nun nur einen, oder doch zwei von den beiden wieder haben möchten. Frau und ich schauen uns an, müssen lachen- war das doch der worst-case. Meine Frau von Natur aus eher ängstlich wollte lieber auf Nummer sicher gehen und tendierte Richtung eine Blastozyste. Und ich? Wollte auch auf Nummer Sicher gehen, nämlich- Chancen auf ein Baby bei bis zu  80% bei zwei Blastos… Also Tendenz zwei. (Außerdem habe ich tierisch Angst, dass es im ersten Veruch nicht funzt und die zweite Blsto, einmal eingefroren, später nicht mehr aufwacht. Ergo niedrigere Chancen beim Transfer nur eines Embryo plus die Möglichkeit, dass für einen zweiten Versuch gar kein Eisbär mehr da ist).

Da sagt doch der Arzt: „Mein oberstes Ziel ist es Sie schwanger zu bekommen und nicht, dass sie in der 20. Woche Zwillinge verlieren!“ Da dachte ich so im Nachhinein- „Samma, geht’s noch“ Also ich meine- okay Risikoschwangerschaft! Kann ich nachvollziehen, aber gleich das Horrorszenario an die Wand zu malen, das fand ich ein bisschen heftig. Mit der Aussage war die Entscheidung bei meiner Frau dann jedenfalls getroffen und mit einem „Wir nehmen nur eins“ ihrerseits, war es das dann. Für mich war klar, dass wir keine zwei nehmen werden, wenn sie nicht mit 100%ig gutem Gefühl dahinter steht, also war ich in der Konsequenz so schnell auf dem Stul drauf und wieder runter, wie frau gar nicht gucken konnte.

Das war es dann auch schon. Das einzige Highlight war, dass, obwohl nicht als Sonderleistung dazu gebucht, ein Embryoscope gemacht wurde und wir tatsächlich die hammerschöne Blastozyste in ihrer gesamten Entwicklung sehen konnten. Sie hat sich wirklich ganz vorbildlich geteilt und ist in ihren ersten fünf Lebenstagen schon zauberlich schön gewachsen 😉

Alles in allem war es so okay. Ich habe aber seit wir aus der Praxis raus sind, ein extrem ruhiges „Das wird auf keinen Fall was Gefühl“. So irgendwie „der Drops ist eh schon gelutscht“.

Doc und Biologe meinten im übrigen, dass es extrem selten ist, dass der zweite eingefrorene Blasto nicht aufwacht.

We’ll see.

Post-Punktion und Prä-Transfer

No long, no see! Dafür heute ein etwas ausführlicheres Update von der ivf-Front.

Letzten Samstag war es soweit. Nach einer kurzen, weil furchtbar aufgeregten Nacht, sind wir am Samstagmorgen recht zeitig aus den Federn gehüpft, um pünktlich um neun in unserem Kinderwunschzentrum zu sein. Nach einer anstrengenderen Fahrt auf der Autobahn (es hat geregnet und gestürmt) sind wir doch relativ schnell durchgekommen und waren eine halbe Stunde zu früh. Die Zeit habe ich selbstverständlich toll nutzen können, um noch nervöser zu werden und zu allem Übel durften wir noch gar nicht in die Praxisräumlichkeiten. So haben wir dann noch gute 20 Minuten vor der Tür gewartet. Als wir dann endlich rein durften, hat uns eine sehr freundliche MTA in die Umkleideschleuse geführt, mir versichert, dass der Eingriff ganz schnell vorbeigeht und auch gar nicht weiter schlimm ist und schwups sah ich mich in einem schicken OP-Dress mit „hinten offen“ in den Ruhe- bzw. Warteraum katapultiert. Es lief schöne Entspannungsmusik und der Raum ist ziemlich Spa-mäßig gestaltet. Als dann aber nach ca. 10 Minuten die Titelmusik von Halloween als Klassikinterpretation kam, hab ich mich schon gefragt, ob das so passend ist. Zumal ich ernsthaft Angst vor der Narkose hatte. Aber gut, sei’s drum 😀

Nach einer kurzen Weile hat sich dann das OP-Team vorgestellt. Die Anästhesistin hat mir einen Zugang gelegt, was ich als ziemlich schmerzhaft und unangenehm empfand und mir noch ein bisschen Blut abgezapft. Die behandelnde Ärztin und die OP-Schwester haben mich im Anschluss abgeholt und in den kleinen OP-Raum gefahren. Meine Frau war bis dahin bei mir und hat dann auf mich gewartet. Die Narkose, kam dann recht zügig und die Narkoseärztin hat sich noch nett mit mir unterhalten und mir erzählt wie sie wirkt, bis ich dann recht schnell im Land der Träume war.

Als ich wieder zu mir gekommen bin, hab ich zuerst meine Frau gesehen und das Piepsen des Überwachungsmonitors wahrgenommen. Meine erste bewusste Frage galt den punktierten Eizellen und später habe ich erfahren, dass ich, noch halb weggetreten, als erstes eine Liebeserklärung an meine Frau gerichtet ❤ und dann ständig die Anästhesistin genervt habe, in dem ich unentwegt und mit schwerer Zunge nach den Eizellen gefragt habe 😀

Letztlich waren es 15 Follikel, statt der 17 gezählten und von diesen enthielten alle eine Eizelle. Eine Eizell-Rate von 100% und ich war so erleichtert und froh. Ich habe eigentlich mit nicht mehr als acht bis neun Eizellen gerechnet. Wir haben dann noch die Information erhalten, dass meine Eierstöcke, so prall gefüllt aussahen wie Bienenwaben und ich sicher mit Schmerzen zu rechnen habe. Aber gut, frau kann nicht alles haben 🙂

Nachdem ich halbwegs auf dem Damm war und noch eine große Portion Schmerzmittel i.v erhalten habe, sind wir zum Biologen gegangen, der uns zur erfolgreichen Punktion gratuliert und mitgeteilt hat, dass er von einer guten Befruchtungsrate ausgeht. Dann der nochmalige Hinweis darauf, dass ich mich schon mal auf Schmerzen gefasst machen soll, weil die Follikel laut Ärztin sehr groß waren und sich gegen Abend wieder mit Wasser füllen und erneut großen Druck auf die Eierstöcke ausüben werden. Bis dahin habe ich das nicht so wirklich glauben können, weil ich mich so gut gefühlt habe 🙂

Dann hieß/heißt es warten. Fünf lange Tage lang- bis Donnerstag.

Nach dem entspannten Gefühl am Vormittag haben mich die beginnenden Schmerzen gegen Abend eiskalt erwischt. Den kompletten Samstagabend bis Dienstagmittag hatte ich extreme Schmerzen. Ich sah aus wie im vierten/fünften Monat schwanger, konnte mich kaum bewegen und das auf die Toilette gehen war eine Qual. Nur das nicht auf die Toilette gehen war noch schlimmer, weil die volle Blase dann auf den ohnehin schon übervollen Bauch gedrückt hat. Ich habe am Sonntag echt Angst gehabt, dass es ein Überstimulationssyndrom ist, aber tapfer weiter meine vier Liter Flüssigkeit plus Eiweißshakes (ekelhaft!) zu mir genommen, abwechselnd gekühlt oder gewärmt (je nachdem was sich besser angefühlt hat) und mich umsorgen lassen. Ich bin jetzt nicht so der empfindliche Typ und trotzdem hat es plötzlich Sinn gemacht, dass mein Arzt meinte „wenn sie hart im Nehmen sind, lösen Sie mit hcg aus“. Puh, und ich war wirklich hart im Nehmen. Gestern habe ich mich schweren Herzens krankschreiben lassen müssen und bin von meiner Hausärztin im Schneckentempo nach Hause geschlichen. Die Bewegung hat ein bisschen was bewegt im Bauch uns seitdem wurde es bis in die Abendstunden hinein wieder etwas besser. Abends und nachts war es noch sehr unangenehm, aber heute Morgen konnte ich schon viel freier atmen und lachen ohne mir den Bauch zu halten. Yai.

Dafür tut mir seit gestern Morgen der Hals beim Schlucken weh und eine meiner Mandeln hat eine beachtliche Größe angenommen. Ich habe sonst allerdings keine Erkältungsanzeichen, was ich seltsam finde. Vielleicht nur ein Zeichen dafür, dass mein Körper arbeitet. Wie dem auch sei, nachdem es also seit gestern gefühlt bergauf geht, habe ich wieder ein wenig Hoffnung, dass der Transfer morgen gemacht werden kann.

Die hübschen Eizellen dürfen nämlich bis morgen an Tag fünf weiterwachsen und haben sich hoffentlich schon fleißig geteilt. Ich schaue mir jeden Tag ein Bild von sich entwickelnden Eizellen an und drücke fest die Daumen, dass wir morgen einige schöne Blastozysten haben von denen dann eine, auf Wunsch meiner Frau und Empfehlung des behandelnden Arztes, einziehen darf 🙂

blasto

Quelle: http://www.ivf-giessen.de/images/sonstige/embryonalentwicklung1_klein.gif

Stimulationstag 7 – Eiersalat

Der Termin in der Kiwu-Klinik hat einige Neuigkeiten gebacht. Meine größte Sorge war, dass sich keine Eier bilden und wir mit leeren Eierstöcken nach Hause fahren müssen.

Die Liebste ist in der Mittagspause mit mir zusammen in die Praxis gefahren und wir waren beide mächtig aufgeregt. Das Ziepen und Drücken der letzten Tage und der langsam aber stetig wachsende Bauch, haben ja schon darauf hingedeutet, dass was passiert, aber sicher sein konnten wir natürlich nicht.

Der Ultraschall hat dann endlich Erlösung gebracht und uns hübsche Follikel präsentiert. Es sind zwischen 12 und 14 Stück. Also so ungefähr genau die Größenordnung die wir uns erhofft hatten. Noch schlimmer als keine Follikel wären ja wohl zuviele- aufgrund derer wir dann hätten abbrechen müssen.

Der Doc hat mich gefragt ob ich Endo habe bzw. schon mal eine Diagnose in die Richtung m Raum stand,, weil er eine kleine Zyste gefunden hat, die zwar wohl erst mal nicht weiter bedenklich ist, aber eben da. Er meint, das wäre jetzt erst mal nicht weiter schlimm, nur ein weiterer Grund dafür, dass die ivf die richtige Wahl war für uns.

Leider sind die Follikel winzig klein, dass haben meine Frau und ich auch direkt gesehen und so müssen wir mit der Dosis hoch auf 175 und noch dazu Medis nachbestellen. Ich hoffe jetzt, dass ich im Ausland noch günstige Medikamente bekomme. Unsere reichen nur noch bis Sonntag. 😦

Am Montag ist der nächste Schall und die Punktion je nach Ergebnis dann irgendwann ab Mittwoch! Ich bin gespanntn wie ich mich fühle, wenn die 12-14 Follikel noch doppelt so groß werden und ich jetzt schon mit dem Bauchumfang zu kämpfen habe. Kennt ihr das? Oder habt ihr nebenwirkungstechnisch gar nichts gemerkt?

Der Bauch wächst…

…Spritzentag fünf und so langsam fängt es an zu ziepen. Der Bauch wird auch immer dicker. Es ist noch nicht wirklich unangenehm, aber ich merke es und wirklich toll ist es auch nicht. Aber ja, was soll ich sagen, das was alle hormongeplagten Frauen im Kinderwunschprozess sagen, ich weiß ja wofür 🙂

Ab morgen geht es dann los mit dem Orgalutran, zum Unterdrücken des Eisprungs und am Donnerstag geht es zur Follikelschau. Ich bin gespannt, wie es dann weitergeht.

Bis dahin schieb ich ne ruhige Kugel 😀 Ich sehe aus wie im vierten Monat schwanger. So kann ich mich an das Aussehen schon mal gewöhnen, in der Hoffnung, dass ich dann auch wirklich bald mit Baby-Inhalt in der Kugel rumspazieren darf.

brandaktuell

Heute morgen, also sehr früh am morgen (nachdem ich gestern gegen zehn Uhr von meiner letzten Klausur Zuhause ankam- ging es heute morgen um fünf schon wieder aus dem Federn zur Vorbereitung der nächsten drei Prüfungen 😥)  hat sich bestätigt, dass ich auf mein Gefühl vertrauen kann. Die Mens kam und hat uns somit in den ersten richtigen ivf -Zyklus katapultiert.

Heute gibt es das letzte mal Estradiol und ab Freitag geht das große Pieksen los.

Wir sind gespannt und hoffen auf nicht allzu viele Nebenwirkungen, weil wir nächstes Wochenende mein Geburtstagsgeschenk einlösen wollen und dafür ein bisschen durch Deutschland reisen werden. So, oder so, wir freuen uns wie verrückt und sind gespannt und voller Freude. (Also ich dann auch noch viel mehr, wenn heute meine letzte Prüfung rum ist! 😀 )

Kurz-Update und Nebenwirkungen Estradiol

Kurz vorweg für diejenigen die sich nicht brennend für die Nebenwirkungen von Estradiol interssieren 😉

Kürzlich haben wir uns ja sehr über die Ankunft der Schwimmer gefreut, die ihren Weg von München zu uns in das Kinderwunschzentrum geschafft haben. Gestern kam dann die Rechnung zu der ganzen Freude. Und wollen wir mal ehrlich sein, wir wissen wofür wir es tun und sicher wird es uns jeden einzelnen Euro wert sein (ist es jetzt schon) den wir in unsere Wunschfamilie investiert haben… ❤ Aber ich finde, man darf auch mal ehrlich sein, dass so eine Rechnung über 2100 Euro (2 Straws plus Grundgebühr plus Versand) erst mal einen kurzen Atemstillstand nach sich ziehen kann, wenn man nicht Geld wie Heu hat. Zusätzlich dazu haben wir das Konto erst vor einer Woche leergeräumt für das Beratungsgespräch und die Kühlung des Genmaterials. So krass wie viel Kohle das am Ende ist. Ich meine wir sehen es so, dass wir uns unseren größten Wunsch erfüllen und wenn der nicht sinnvoller ist als ein (entschuldigt den platten Vergleich) schnöder Gebrauchsgegenstand, dann weiß ich auch nicht. Aber man darf auch mal sagen, dass es einem auffällt, dass man da tausende Euro wegtransferiert. Verrückt. So, soviel dazu. Wenn alles rum ist, werde ich für die Recherche anderer Frauen/Paare auf jeden Fall eine Liste fertig machen. Damit frau weiß wann sie das Sparen anfangen muss 🙂

So und nun zu den Nebenwirkungen Teil I – Vorzyklus Estradiol 1-0-1 Beginn ZT 22

Weil ich mich das gefragt habe bevor ich mit der Einnahme begonnen habe, dachte ich es ist nicht schlecht das hier festzuhalten, vielleicht beantwortet es ja der einen oder anderen die Frage 🙂

Aktuell nehme ich morgens und abends jeweis eine Tablette 1mg Estrdiol oral.

Zu Beginn habe ich gar nichts bemerkt und dachte die leichte Übelkeit komme von irgendwwa anderem… nach der dritten Tablette habe ich aber bemerkt, dass mir immer nach der Einnahme für ungefähr eine Stunde leicht schlecht ist. Es ist nicht schlimm, auch nicht so als das ich mich übergeben müsste. Ich würde sagen einfach  nur so, dass man es merkt. Da der Spuk aber temporär sehr begrenzt ist, finde ich es jetzt nicht so furchtbar. Teil zwei der Nebenwirkungen: niesen. Ja, ernsthaft, ich muss ziemlich oft niesen oder es zieht in der Nase, so als würde man im Schwimmbad eine Prise Chlorwasser außversehen bis ganz weit hoch ziehen 😀

Dazu  muss ich sagen, dass ich recht empfindlich bin, was Hormongaben angeht und von diesem Standpunkt aus denke ich, dass es Nebenwirkungen sind, die man sonst kaum bemerken würde. Wahrscheinlich auch ein Grund dafür, dass es im Internet recht wenig Informationen zu Nebenwirkungen gibt. Also keine Sorge vor der Verabreichung 🙂

Nur der Vollständigkeit halber 🙂