2. ivf

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Zurück aus der Kiwu-Klinik

Der zweite Ultraschalltermin stand gestern an. Und ich war  – meinem neuen Plan, nur noch positives Gefühle und eine große Portion Hoffnung zuzulassen, zum trotz, mittelgradig nervös.

Ich habe beim letzten Besuch der Klinik, bei der Vertretungsärztin nachgefragt wie es mit meinen Schilddrüsenwerten aussieht, weil die seit einem Jahr nicht kontrolliert wurden und gestern waren dann die Ergebnisse da. Knapp 3. Und das, wo ich doch seit einem Jahr 50ug L-Thyroxin einwerfe. Nun soll ich also erhöhen. Erst mal auf 75. (Was wohl gewesen wäre, wenn ich nicht nachgefragt hätte?!)

Der Ultraschall ergab, dass meine Follikel gar nicht gut aussehen. Der Leitfollikel war immer noch recht klein und weit entfernt von rund. 15 mm und sah auch einfach nicht so aus, wie ich das von meinen Bilderbuchfollikeln her kenne. Ich vermutete, dass es an der Downregulation liegen könnte, der Doc hat sich dazu nicht so richtig geäußert. Könnte, könnte auch nicht. Ist aber auf jeden Fall jetzt erst mal nicht so wichtig, da ich ja hübsche Embryonen habe 🙂 Dazu gibt es eine sehr erfreuliche Nachricht, die ich im Eifer des Gefechts und den Sorgen um den Beginn dieser Kryo, noch gar nicht geschrieben und selbst nahezu verdrängt habe.

Ich habe meinen behandelnden Arzt nun schon längere Zeit nicht mehr gesehen, da er im Urlaub war.. Und beim letzten Besuch bei ihm, war ich ja so mit nicht heulen beschäftigt, dass ich vergessen habe zu fragen, wie es denn mit den Blastos genau ausschaut. Beim Telefonat mit dem Biologen vor vielen Wochen- im Anschluss an die Punktion, hat dieser nämlich gesagt, dass es zwei gute Blastos gibt und eine, die noch hinterherhinkt. Der Biologe ging dann noch mal auf die zwei guten Blastos ein, so dass ich die andere gar nicht mehr auf dem Schrim hatte bzw. davon ausging, dass aus dieser nichts werden wird. Gestern fragte mich der Doc nun, was wir für den Transfer planen und nachdem ich ihm gesagt habe, dass wir die zwei zurück wollen, sagt er, dass die drei (!) jeweils einzeln verpackt und eingefroren sind. Das also kein Problem ist. Allerdings sind die drei Blastozysten, worunter eine frühe Blastozyste ist, unter Umständen nicht mit der jeweiligen Qualität beschriftet, so dass nicht unbedingt klar ist, welche Qualitäten aufgetaut werden. Also zwei gute Blastos, oder eine gute und eine frühe. Muhaaa, erst in dem Augenblick fiel der Groschen so richtig. Dass das bedeutet, dass wir dann auf jeden Fall noch einen Versuch haben, sollte es jetzt wieder nicht klappen (woran ich natürlich nicht denken 😉 ) Das nimmt mir schon ein bisschen den Druck!

Kennt sich jemand von euch aus und weiß wie die Chancen bei Blastos sind, wenn die sich verzögert entwickeln? Ich denke mir, vielleicht braucht der Krümel einfach ein bisschen länger und es kann trotzdem noch was werden? Auch wenn, nach Lehrbuch, am fünften Tag schon eine weitere Teilungen passiert sein sollten. Hm.

Letztlich war es aber ein sehr guter Arztbesuch und das lange Warten im Wartezimmer hat sich somit auch geloht. 😀

Der Plan steht nun auch endlich:

  • ab heute:positiv denken!
  • ab heute: Dosis L-Thyroxin erhöhen
  • Montag: Auslösen
  • Mittwoch: Beginn mit der Einnahme von: Prednisolon/ ASS/ Lutinus
  • Montag: Transfer von zwei Blastos am Tag der deutschen Einheit (wenn das kein gutes Omen ist, für: Es kommt zusammen, was zusammen gehört!)

Puh, was bin ich gespannt, ob alle beiden aufwachen und wir diesmal mit einem echten Positiv aus der Kiwu entlassen werden! Ich wünsche es mir so sehr.

P.S.: Ich wäre ja nicht ich, wenn ich nicht jetzt schon darüber nachdenken würde, wann ich  mit dem Testen anfangen möchte 😀 Wünsche? 😉

 

Neue Wege?! – Wie war das bei euch?

Ich stecke im niegelnagelneuen Kryo-Zyklus. Genau an Tag neun. Am Montag bin ich in der Klinik zur ersten Follikelschau eingeladen -wohlwissend, dass zu diesem Zeitpunkt niemals schon etwas zu sehen ist. Die erste Hälfte meines Zyklus beträgt generell so um die zwanzig Tage, so dass ich davon ausgehe, quasi umsonst hinzufahren. Aber immerhin habe ich so die Möglichkeit den Doc noch mal nach ein paar zusätzlichen Blutwerten zu fragen und dachte so an

  • Schilddrüse
  • Vitamin D
  • ?

Hat jemand noch Ideen was Einfluss haben könnte und was man mal kontrollieren sollte? Checken die Kiwu’s diese Werte überhaupt ?

Ansonsten ist diesen Versuch ja das Prednisolon plus ASS angeraten worden. Und viele von euch spritzen nach dem Auslösen doch auch noch mal hcg – als Einnistungsunterstützung? Ich schwanke zwischen gar nicht „reinpfuschen“ und alles optimieren was geht.

Wie seht ihr das? Wie habt ihr euch entschieden? Und am wichtigsten, was habt ihr gemacht in den Zyklen in den es geklappt hat?

Natürlich ist mir klar, dass keine der Wege anderer Frauen uns unser Baby bringt, aber mich interessiert es einfach und vielleicht kommen ein paar Sachen zusammen, die ich noch nicht bedacht habe.

Grashalme zum Festhalten 😉

 

Dann starten wir mal mit der Kryo- nicht!

Gestern an ZT 12 war es endlich soweit. Der erste Termin im neuen Zyklus, um mit der Kryo zu starten. Wir haben in den letzten zwei, drei Wochen also lediglich darauf gewartet, dass das Ei toll wächst, die Gebärmutterschleimhaut hübsch aufgebaut ist und es jetzt los gehen kann.

Dachte ich. Erinnerte ich aus dem letzten Kryo- Zyklus.

Beim Schallen zeigte sich links kein Follikel, rechts ein paar kleinere, davon einer ca 10-11 mm groß. Also noch weit entfernt von sprungbereit. Ich guckte ein bisschen enttäuscht. Da sagt der Arzt, da müssen Sie später noch mal zum Gucken kommen. Problem: Später sind wir im Urlaub. Weshalb ich fest darauf gehofft habe, dass der ES schon jetzt absehbar ist. Dann hätte ich im Urlaub ausgelöst und im Anschluss wären die auf Eis liegenden Krümel zurückgezogen. Aber nein. Warum auch bitte, sollte etwas in unserer Kinderwunschgeschichte so funktionieren, wie wir uns das wünschen.

Ich kann mein Genöle, meine Ungeduld, meinen Frust selbst selbst kaum mehr ertragen und doch ist all das da. Die Enttäuschung über die misslungenen Versuche, den Versuch im Alltag immerzu stark zu sein und mir nichts anmerken zu lassen, das Planen um die eventuelle Schwangerschaft herum, die zerplatzen Vorstellungen, der positive Schwangerschaftstest beim letzten Versuch und die anschließende Blutungen, all die Negativ’s, alles das hat mich in dem Moment überrumpelt als der Arzt gesagt hat „Dann warten Sie jetzt einfach auf die nächste Periode und dann schauen wir einfach im nächsten Zyklus!“

Ich stehe also in dem Besprechungszimmer, der Arzt vor mir und ich fange ernsthaft an zu heulen. Ich konnte es einfach nicht zurückhalten. Habe versucht die Zähne zusammenzubeißen und die Luft anzuhalten. Beides hat nichts genützt. Ich wollte wirklich tapfer sein, so wie sonst auch. Geklappt hat es nicht. Ich hab mich verabschiedet, bin raus, begleitet von seinem letzten Satz „Jetzt genießen Sie Ihren Urlaub erst mal!“,  und musste in der Kiwu-Klokabine erst mal zehn Minuten heulen. Und es war mir so peinich vor mir selbt. Später dann vor den anderen Menschen- ich musste ja irgendwann raus aus der Kabine. Mit zerquetschen, verheulten und knallroten Augen. So im Nachhinein dachte ich mir, wieviele Frauen wohl schon heulend auf dem Kloboden von Kinderwunschkliniken gesessen haben- verzweifel?

Eingekriegt habe ich  mich den ganzen Tag nicht so recht. Eine liebe Freundin ist von der Arbeit gekommen, als sie sich erkundigt hat, wie es mir geht. Das fand ich extrem toll und es hat auch wirklich gut getan, dass einfach jemand da war. Mich in diesem Moment ernstgenommen hat- so gut es eben geht, wenn man nicht betroffen ist vom unerfüllten Kinderwunsch.

Rational betrachet, das hat mich dann die eingeweihte Freundin gefragt „rational betrachtet verschiebt sich jetzt aber alles eigentlich nur um 4-6 Wochen?“ Ja! So ist es. Bei meinem Zyklus und so wie sich die Gesamtsituation nach all den Hormonspritzen darstellt wohl eher sechs. Und natürlich, es sind faktisch nicht mehr als sechs Wochen in denen es dann vielleicht klappt. Sechs Wochen, die den vergangenen jahrelangen Kinderwunschbock auch nicht mehr fett machen. Und dennoch…

Ich weiß nicht was in diesem Moment beim Arzt bei mir zerplatzt ist, aber es hat mich kalt erwischt. Ich bin so…. Ich weiß gar nicht genau was ich bin, wie ich mich fühle. Vorher war da Traurigkeit und Frust. Vorallem jedoch Ungeduld. Ich war schon sehr genervt von der schlechten Ausbeute dieses Versuchs bei der ICSI. Da war die Unsicherheit ob wir nicht doch direkt nach der Punktion den Transfer wollen und das Abraten des Arztes. Und nun tut es weh. Verzweifelt weh. Egal was wir machen, es macht keinen Unterschied. Das Ergebnis ist das Ergebnis ist das Ergebnis. Negativ. Dann das Karussel: Wieder nicht. Warum nicht. Wieso wir. Wieso ich. Wie lange noch. Und es verfestigt sich der Gedanke, ich möchte das nicht mehr. Will nicht mehr warten und hoffen und bangen und enttäuscht sein. Ich will einfach, dass es aufhört weh zu tun. Ich will nicht mehr daran denken. Vielleicht soll es einfach nicht sein. Vielleicht sollten wir es einfach lassen wie es ist. Zu zweit. In Ruhe. Karriere machen und viel Urlaub.

Ich habe den Eindruck von einem Blog über das Entstehen einer Regenbogenfamilie, ist ein Blog über unseren unerfüllten Kinderwunsch geworden. Etwas woran ich nie auch nur im Entferntesten gedacht hätte. Aber wer tut das schon im Vorfeld.

Und ich fühle mich als hätte ich versagt. Natürlich- rational, ich bin ja ein schlaues Köpfchen- weiß ich, dass das totaler Quatsch ist, aber es fühlt sich so an. Versagt, weil ich nicht optimistischer sein kann. Weil ich nicht einfach daran glauben kann. Weil ich mich nicht einfach damit abfinden kann, dass es eben nicht klappt. Weil ich heule und mich verzehre nach unserem Baby und mein Körper es nicht zu Stande bringt. Und auch, weil sich viele Frauen wahrscheinlich denken, was heult sie denn – schon wieder? Sie hatte doch erst 4 IUIs, 1 IVF, 1 ICSI und eine Kryo. Das ist sicherlich für viele keine große Odysee, angesichts einer Vielzahl von Frauen, die unzählige künstliche Befruchtungen über sich ergehen lassen haben. Es fühlt sich an als würde ich versagen, weil anderer in anderen Blogs und auf Insta immer so verdammt positiv wirken. Fünf Minuten brauchen um sich zu berappeln, sich einmal kurz schütteln und dann tapfer, strahlend und voller Optimismus in die nächste Warteschleife, den nächsten Versuch, den nächsten Urlaub ohne Baby starten. Ich schaffe das einfach nicht mehr lange Zeit am Stück. Breche immer wieder mal ein. Stolpere und verfange mich in einem Dickicht aus langfingrigen Verzweiflungsfäden, die sich in mein Gehirn bohren. Am Anfang ging das noch. Aber jetzt? Bin ich auf der Suche nach dem Ende und bin aktuell nicht sicher, wie es aussehen soll. Fast schon ist es mir egal.

Und vielleicht, ja wahrscheinlich, sieht die Welt nach unserem Urlaub auch schon besser aus. Tut die Sonne gut und die Erholung. Hat mein Kinderwunschherz Zeit sich zu regenerieren, bei soviel Quality-Time für die Beziehung und das Verliebtsein. Und dann im unendlich weit entfernten Oktober klappt es vielleicht mit dem Einzug der befuchteten Eizellen. Und vielleicht mit einem positiven Test. Vielleicht mit einer positiven Schwangerschaft. Einem gesunden Kind. Vielleicht, ja vielleicht aber auch nicht.

Kryo oder doch ein Frischversuch?

Die Fakten: Es sind statt der acht erwarteten Eizellen, neun geworden. Das war schon mal ein Grund zur Freude. Aus dem wenigstens in Ansätzen erfolgreichen Kryo-Versuch und vorallem deshalb, weil es mir bei der ersten IVF echt mega schlecht ging, war für diesen Versuch eingeplant die Blastos zu frosten und dann nach dem Urlaub eine Kryo zu machen.

Jetzt geht es mir aber eigentlich sehr gut. Minimales Zwicken und sonst sehr entspannt in der Bauchgegend. Die Gebärmutterschleimhaut ist spitze aufgebaut und ja, die Eierchens wachsen aktuell in der Petrischale vor sich hin.

 

Also drängt sich die Frage auf. Doch ein Frischversuch? Das Problem? Zweierlei..

  • Erstens: Die Liebste hasst Planänderungen aus ganzem tiefsten Herzen und ist eine absolute Sicherheitsfanatikerin. Sie tut sich also sehr schwer damit, dass es unter Umständen (und noch möchte ich nur mal darüber sprechen) anders kommt als geplant.

Ich hingegen höre am liebsten auf mein Bauchgefühhl und man kann nie so dumm denken wie es dann kommt. Ich hätte niemals erwartet, dass es mir nicht hundeelend gehen wird nach der Punktion.

  •  Zweitens: Wir wollen in den Urlaub. Da ist schon alles gebucht. Tolle Privat-Finca auf Mallorca. Das bedeutet mit Flug. Der würde so ca.2,5 Stunden dauern. Ich bin da nicht soo ängstlich und denke, wenn der Krümel deshalb verschwinden würde, dann wäre er wahrscheinlich sowieso gegangen. Und vielleicht hilft gerade die Entspannung im Urlaub? Sonne, Liebe, Meer… Aber sicher wissen kann man es natürlich nicht zu 100%. Weshalb das irgendwie doch eher gegen einen Frischversuch sprechen würde. Oder doch nicht?

Ja, damit vertreibe ich mir so den Sonntagnachmittag. Tüdelü. Es ist ein Fest! Nicht!

Von ivf zu icsi in zehn Sekunden

Ja, die Stimulationsphase ist vorüber. Man könnte sagen „endlich!“ es ist ja doch eine Menge an Medikamenten und Sritzen zusammengekommen. Leider hat sich beim ersten Ultraschall schon abgezeichnet, dass es keine besonders große Ausbeute an Eizellen geben wird. Nachdem ich dann zusätzliche drei Tage weiterstimulieren sollte- wofür wir neue Medikamente bestellen mussten- hatte ich dann am Montag noch einen Ultraschalltermin. Da meine Frau arbeiten musste, bin ich alleine hin, was aber kein Problem ist… Die frühere Aufregung ist geschäftiger Gelassenheit gewichen. Der Schall brachte keine neuen oder erfreulichen Erkenntnisse. Der Arzt konnte maximal 8 mit viel Goodwill 10 Follikel erkennen. Groß genug waren sie auch nicht und das nach dem Protokollwechsel. Der Doc war sehr erstaunt und meinte, dass in der Regel bei dem langen Protokoll mindestens soviele Folliel entstehen wie bei dem kurzen, auf das ich ja sehr gut angesprochen habe. Das Ergebnis bedeutete für mich noch mal neuen Medikamente kaufen. Noch weitere drei Tage stimulieren. Ich habe im Anschluss an die Untersuchung nach zusätzlichen Wegen gefragt. Abzuklären versucht an was es denn liegen könnte, wenn es wieder nicht klappt. Er hat dazu eigentlich nicht so viel gesagt. Außer, dass es eben Frauen gibt bei denen es auch ohne groß ersichtlichen Grund nicht klappt. Ernüchterung auf ganzer Linie. Dafür habe ich ein niedrig dosiertes Cortison mitbekommen und ASS. Beides für die Kryo, die der Punktion im Folgezyklus folgen soll. Bei beidem weiß ich nicht, ob ich es nehmen soll. Ich habe den Eindruck, dass mein Körper am besten läuft, wenn man ihn in Ruhe lässt. Und das Ergebnis dieses hormonbepackten ewiglich langem Stimulationszyklus gibt meinem Gefühl doch wohl ein bisschen recht.

A b e r, hier greift natürlich das klassische Kinderwunschdilemma-Gedankenkarussel: was wenn es doch helfen würde? :/ mööp.

Hat jemand Erfahrung mit derlei Mittelchen?

Nachdem das alles geklärt war, haben ich den Auslöse- und Punktionsvorbereitungszettel ausgehändigt bekommen. An dieser Stelle kam es zu einer positiven Wendung. Aufgrund der schlechten Ergebnisse haben wir von dem Kiwu-Zentrum das Angebot einer ICSI bekommen, deren zusätzlichen Kosten die Kiwu für uns übernimmt. Das finde ich sehr toll und super entgegenkommend.  Vielleicht sind die Chancen dann doch nicht so gering, dass sich mehr als 50% der Follikel befruchten und kryokonservieren lassen. We will see!

Alles in allem habe ich mir das Heulen in der Bahn im Anschluss an den Termin und den Kauf der Medikamente nur knapp verkneifen können. Und von da an, weicht sie auch nicht mehr von meiner Seite. Die Angst. Die ganze Woche schon klopft sie mir feundlich auf die Schulter. Zieht mir am Ohrläppchen und verschafft sich immer lauter werdend so langsam Gehör. Über Sorgen zur Punktion, einem schlechten Befruchtungsergebnis. Der Vorstellung, dass die Eier zu früh gehüpft oder auf unerklärliche Weise weggeschrumpft sind. Hin zu schrecklichen Schmerzen nach der Punktion und natürlich dem ausbleibenden Erfolg, hat sie so ziemlich alles im Repertoire, was den Kinderwunschkosmoms grau und bedrohlich wirken lässt. Ich habe Angst vor einer erneuten biochemischen Schwangerschaft. Davor, dass ich einfach nicht schwanger werden kann… blablabla… Was man eben so denkt. Das führt zu unterirdischer Laune und übermäßiger Dünnhäutigkeit. Ich will die Punktion nicht. Mecker. Mecker. Mau. Mau.

Fakten: Punktion, morgen Morgen gegen neun. Dann beginnt das Warten. Gegen Mittwoch wird dann wohl die Info folgen, wie viele es geschafft haben. Dann folgt später im Sommer eine kurze Urlaubsauszeit und dann endlich, so der Zyklus will, die Kryo.

Aber zuerst die Punktion. Undder folgt ein Wochende voller Schmerzen auf der Couch, mit Eiweißcocktails und gähnender Langweile! Nein, Stop! Als erfahrene Kinderwunschtante, weiß ich natürlich, dass einzig der Glaube an einen guten Ausgang Erfolg verspricht und korrigiere die Wochenendplanung: Es folgt ein entspanntes Wochenende mit viel Zeit für mich und gesunden Proteinshakes, in denen all meine acht Eier zu starken Blastozyten heranwachsen, die darauf warten in meinen embryofreundlichen Uterus zu ziehen und dort zu gesunden und glücklichen Babys heranzuwachsen.

Ihr seht, ich gebe mir große Mühe.

Der erste Teil des Plan…

…ist geschafft!  💪 seit gestern ist es amtlich. Ich habe meinen Master geschafft! Nach ein paar wirklich anstrengenden Jahren habe ich es ganz alleine (mit der besten Unterstützung meiner Frau) geschafft. Am liebsten würde ich eine Runde schreiend im Kreis rennen und all denen ins Gesicht schreien, die gesagt haben „Aus dir wird nichts! Du kannst nichts! Du bist hier falsch!“

Das hat mir in meiner Kindheit und meinem jungen Erwachsenleben schon sehr zugesetzt.

Und heute. Habe ich meine Master geschafft!  Mündliche und schriftliche mit 1,0! 👊

Ich danke euch Lieben für’s fleißige Daumendrücken und an mich glauben 💜

Der zweite Teil des Plans… an dem wird heute weiter gefeilt. Gerade bin ich auf dem Weg in die Kiwu-Klinik zum ersten Schall im Stimu-Zyklus. Der Bauch hat mittlerweile einige blaue Flecken und ich freue mich wie verrückt, dass es jetzt noch ein paar Wochen so weiter geht.. N O T 😂

Meine Frau hat die verrückte Idee, dass es dieses mal klappen muss, weil das mit dem Abschluss geklappt hat und das Kapitel abgeschlossen ist… und jetzt alles in meinem Körper bereit ist und verstanden hat, dass es losgehen kann 😅

Die Zeit bis zur Punkten werde ich sicher gut rumbekommen. Arbeit über Arbeit und dann ist es ja quasi schon bald soweit 😊

Bis dahin freue ich mich weiter über den Abschluss und halte das Gefühl fest. Vielleicht brauche ich es ja noch…

Downregulation und Update

Jaha, da bin ich. Die Masterarbeit hat mich fast verschluckt, aber ich habe den Kampf gewonnen. Es war knapp zum Schluss und nun hänge ich wirklich in den Seilen. Ausgebrannt. Mit Schlafstörung und ständig gereizt. Aber das ist der Preis für den hübschen Abschluss. Den ich fast erreicht habe. Am Dienstag (!) ist die mündliche Prüfung – Verteidigung – what ever. Und ich frage mich wie dolle sich das Lernen lohnt, weil mal im ernst. Wie intensiv lesen zwei Dozierende eine 100 Seiten lange Arbeit in drei Tagen? Ach, ich mag einfach nicht mehr. Aber gleichzeitig bin ich so YAI es ist fast geschafft. Nur die ultimative Freude und Glückseligkeit wollen sich nicht einstellen. Aber das ist immer so bei mir. Eine einsame Insel wäre jetzt was. Die einzigartige Frau. Ich. Und sonst nichts, außer dem Meer. In meiner Traumwelt habe ich nämlich keinen Hunger. So, also Endspurt ist angesagt. Und ich kann die Studienfreiheit riechen (duftet auch doll nach Wehmut).

ivf #2 aktuell reguliere ich noch down. Das Glas in dem ich die Spritzen sammle, füllt sich stetig. Das kack Deca-Zeug brennt ziemlich, aber ja was tut man nicht. Und zur morgendlichen Kaffee-Routine gehört jetzt eben auch Spritze aufziehen, Spritze reinstecken, Spritze rausziehen. Ist okay. Ich bin gefühlt weit weg von einem Gefühl zur ivf. Die erste war ja noch so spannend. Jetzt denk ich nur noch „Lass es schnell vorbei gehen“ und finde es so gar nicht mehr prickelnd, wie doll sich meine Eierstöcke in riesige Trauben-Dingsis (wie heißen die Dinger? Also das wo die vielen Trauben dranhängen mit denen Cleopatra gefüttert wird? Büschel? Äste?) verwandeln können. Wie gewohnt reagiere ich ziemlich auf alles was Hormone beinhaltet und deshalb könnte ich von einer Vielzahl kleiner unapppetitlicher Nervigkeiten berichten. Muss ja aber nicht sein.

Das Einzige was mich diesbezüglich belastet, weil es weder wegrationalisiert noch verdrängt werden kann, sind die Babys. Ich war gestern in einem Café das in einem hippen, ach was sag ich DEM magahippen Stadtteil liegt in dem sich viele Hipster-Mami’s und sehr viele wichtige reiche  Mami’s (tatsächlich habe ich da noch nie einen Papi gesehen! – kennt ihr Pleasantville? So sieht es da aus!) zum Chai Latte treffen und war mit unzähligen schaukelnden und lächelnden, Bauchstreichelnden und andere schwangere Mami’s treffenden Müttern konfrontiert, die total surreal im gemütlichen Schlendermodus ihre süßen kleinen Babylies durch die perfekte Wohngegend geschoben und getragen haben. Ja, ich gönne allen alles. Kein Scherz. Aber trotzdem zeigt es so brutal ehrlich, was wir nicht haben. Tags davor war ich auf einem Geburtstag einer Bekannten. Von sieben geladenen Freund*innen hatten zwei kein Baby. Eine davon hat erst Abitur gemacht und ist auch demenstprechend jung, die anderen waren wir. Ihr könnt euch vorstellen was so die vorherrschenden Themen waren? Jo. Gestern dann der Geburtstag der Schwägerin. Acht Personen im Biergarten. Drei anwesende Kinder. Ein unbekanntes neun Monate altes- nie habe ich ein so süßes Baby gesehen – schaut mich an, lacht breit und streckt die speckigen Ärmchen aus. Ich  musste mich mal schwer zusammenreißen, dass ich nicht das große Heulen anfange. Hatte auch Eyeliner drauf und wollte kein Panda-Make-Up risikieren. Ja. Acht Gäste jedenfalls. Zwei ohne Kind. Jetzt darf geraten werden, wer die zwei waren. Und was hier so die vorherrschenden Themen gewesen sind, liegt dann wohl auf der Hand.

Für mich sind zwei Dinge klar geworden.

  1. Ich will immer noch endlich bitte Mama werden.
  2. Ich will unbedingt dafür Sorge tragen, dass ich neben Mama auch noch etwas anderes bin und im besten Fall auch darüber berichten kann.. So über Kochrezepte oder wie man Bierkisten jongliert, während man die Wohnung saugt und der Frau die Füße massiert. Hach, das wäre schön.

Ach ja, Fakten: Mens kam pünktlich. Erster Schall nächste Woche. Dann der große Kiwu-Praxis-Marathon. Wenn die Träubchen gedeihen wie erwartet, PU am 27.07.2016.

Dann gibt es erst mal viel Arbeit und einen Urlaub und Transfer dann enstpannt am 30.08.

So weit der Plan. Fehlt nur der Erfolg.

ivf – Klappe die zweite!

Heute ohne viele Worte, weil in wenigen Tagen Abgabe meiner Master-Arbeit ist und ich sag mal so: Es wird ein kleines Wunder sein, wenn ich die fristgerechte Abgabe schaffe.

 Aber soviel sei gesagt: Die zweite Runde hat offiziell begonnen. Die erste Spritze gab es heute morgen, kurz nach dem Aufstehen. Auf die nächsten 4 Wochen! Yai.

Ach ja und noch eine Neuigkeit. Ich bin jetzt auch auf instagram aktiv 😆 spannend ist es dort und lenkt nur ganz wenig ab 😂

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Angst. Sehnsucht.

Gestern kamen die Medikamente für den nächsten, den zweiten ivf-Versuch an. Den Abend davor waren wir auf dem ersten Geburtstag des Sohnes einer guten Freundin meiner Frau. Natürlich waren viele Kinder da. Natürlich viele Mütter. Die Kinder waren süß, quitschvergnügt, mampfend, lachend und auf Hüpfburgen hüpenfd voller Lachen und so viel Kinderglück. Zwischen lauter Mami’s fand man sich dann schnell in Unterhaltungen die sich darum drehten, wie faszinierend es ist, dass jetzt alle Kinder haben. Wie froh man als frische Mama ist mal in Ruhe duschen zu können. Wie schön es ist, wie wundervoll. Wie groß die Liebe und wie unverhofft die Schwangerschaft der einen oder anderen. Wie schön der erste Geburtstag war und wie toll es ist, wenn die Kleinen dann auf einmal laufen. Die Welt erkunden, auf Vögel zeigen. Die Mami’s haben gekuschelt und geküsst, stolz vorgestellt und vom Flur aus gewunken.

Und ich. Ich habe gelächelt. Mich viel um das Geburtstagskind gekümmert. Verständnisvoll genickt und mich in Witze gerettet. Mir haben die Wangen geschmerzt vor lauter Grinsen und am Ende war ich dermaßen erschöpft.

Sehnsucht nach unserem Baby hab ich schon lange. Und manchmal auch Angst davor, dass es vielleicht nicht klappt. Aber das gestern, nachdem der Postbote das Päckchen voller ivf-Medis vorbeigebracht hat und ich mich deshalb  erschöpft aus dem Bett quälen musste, das Gefühl hatte eine neue Qualität. Ich habe wirklich Angst. Weil ich dazu gehören möchte. Weil ich auch so gern Mutter sein würde. Weil ich nicht daran denken mag, was es mit mir macht, wenn es nicht klappt und sich der Gedanke doch aufdrängt. Was machen wir? Der Gedanke ein Pflegekind aufzunehmen steht im Raum und ja, ich empfinde es als tollen und wertvollen Weg. Dann wenn wir unseren Kinderwunsch überwunden haben, weil ich keinen Ersatz möchte. Aber was, wenn das wirklich, wirklich eintritt.

Kürzlich habe ich mich mit einer sehr guten Bekannten unterhalten, eher offenbart. Weil es ja helfen soll über den Kiwu zu sprechen. Und dann habe ich es gleich wieder bereut. Unterm Strich habe ich einen tollen Ratschlag bekommen. Das eigene Gefühl beeinflusst das Kinderkriegen ganz doll. Stay positive! Und ich kann vor Zynismus triefend gar nicht sagen, wie viel besser es mir nach diesem gut gemeinten Schlag ging. Die Lösung liegt also ganz nah. Einfach lächeln und dran glauben. Dass ich das seit zwei Jahren tue, ganz besonders beim letzten Versuch, hat dann auch nichts mehr an der Reaktion geändert und auch nicht dazu geführt, dass ganz rational betrachtet, das wohl nicht der Grund für die Kinderlosigkeit ist. Obwohl schwanger geworden bin ich ja.

Meine Frau war kürzlich bei unserer Gynäkologin, der die vor zwei Jahren die erste und die drei folgenden IUI, bei mir vorgenommen hat. Was war sie überrascht, dass es noch nicht geklappt hat. Und hat, genau wie unser Kiwu-Doc gefragt, ob wir nicht mal die Gebärmutter wechseln wollen. Nein! Wollen wir nicht! Und was soll das heißen? Dass meine nicht mehr so fit ist? Dass sie meine aufgegeben haben? Solche und andere fiese kleine Gedanken wälzen sich in meinem Kopf.