Baby&Studium

Der Countdown läuft

Sowohl das Jahr an sich, als auch die (erneute) Warterei auf unsere Wunschschwangerschaft und unser Wunschnoblet neigen sich (hoffentlich) dem Ende zu. Es ist unglaublich wie schnell und gleichzeitig zäh die letzten zwölf Monate vergangen sind. Ich möchte niemandem mit endlosen Ergüssen aus den vergangenen elf.dreiviertelzwölftel Monaten langweilen, aber das muss doch festgehalten werden. 🙂

  • vier erfloglose IUI’s
  • vier Besuche in zwei verschiedenen Kinderwunschzentren
  • einige Spritzen und die Einnahme von diversen Hormonen
  • ein riesen Einkauf bei Billman über viele hunderte Euro
  • unzählige Tränen (ein bisschen pathetisch darf es der Ehrlichkeit halber doch zugehen 😉 )
  • eine Reise nach München zur Samenbank
  • eine Bestellung bei der Samenbank
  • viele Stunden Sorgen und Gedanken um das richtige Timing und allerhand anderen Krempel

Und nun lassen wir das Jahr im Urlaub ausklingen. Es geht nach Holland. yai. Und dann im neuen Jahr hoffen wir- wie sicher so viele andere Paare und Frauen und Männer und Regenbogenfamilien und Singles und alle möglichen der vielen Menschen da draußen, dass uns das neue Jahr einen noblet schenkt.

Wir haben alles dafür getan. Nur an der „Timing-Front“ ist immer noch nicht alles geklärt. Je nach Beginn des nächsten Zyklus (vorausgesagt ist laut Periodenkalender der 03. Januar), kämen wir (abgesehen von Prüfungskäse) mit einem geplanten Kurztrip dem Ultraschall in die Quere, der alle zwei Tage angesetzt ist. Hmpf.

Wie habt ihr das gemacht? Alles- das Leben ausgesetzt und nur noch die endlos Warteschleife gelebt? Urlaub planen? Verabredungen eingehen? Termine und Projekte auf der Arbeit?

Ich schwanke stündlich zwischen „Scheißdrauf“ und „Zuverlässigkeit ist das höchste Gut“. A b e r : wenn nun jemand in einem natürlichem Zyklus schwanger würde, und dieser Dame wäre dann ständig übel, dann könnte sie ja auch schlecht dieses und jenes Projekt übernehmen. Oder?

Auf der anderen Seite, ich weiß eben um den Zeitpunkt der Hormoneinnahme, der Stimulation und der Punktion und wir k ö n n t e n versuchen das Datum so günstig wie möglich zu legen. Weg von Klausuren, weg von bereits geplanten Urlauben, weg von Projektplanungen die für das nächste Jahr anstehen. So dreht es sich also zum Jahresende genauso wie zu Beginn. Nur mit einer etwas verlagerten Thematik. Hättehätte… Ich wünschte ich wäre weniger Kopfmensch (manchmal)!

So, ich schweife ab. Das Jahr geht zu Ende und ich stelle fest, mein letztes Jahr mit einer zwei vorne dran, ist nicht weniger kompliziert oder fordernd gewesen. Die Entschiedungen lassen sich noch genauso schwer treffen. Nur das Wollen, das Wünschen, die tiefe Sehnsucht ist noch größer geworden. Und die Liebe zu meiner Frau, die wächst jeden Tag ein kleines bisschsen mehr. Wenn ich sie anschaue. Mit ihr unser Leben plane. Wenn ich (k i t s c h!) in ihre Augen schaue und zuhause bin.

Das ist doch schon mal was 😉

Und weil es gerade nebenher läuft und ich finde, dass es passt, hier noch eine kleine musikalische Untermalung- weil der Text so toll ist.

 

In diesem Sinne wünsche ich Euch heute schon einen wunderschönen Jahresausklang, einen fabelhaften Silvesterabend, einen tollen Start und die Gewissheit, dass alles in Bewegung ist. Habt zauberhafte Augenblicke mit Euren Lieben und genießt die wundervollen lauten und leisen Momente, die sich Euch zeigen. Atmet sie tief ein, ohne sie halten zu wollen, lasst sie in Euer Herz und seid glücklich.

Alles Liebe und einen sagenhaften Start in ein kinderreiches 2016 😉

noblets ❤

Überweisung in die Kinderwunschklinik und die Absage an den Kinderwunsch-Beruf-Konflikt

Heute, nach dem Feierabend meiner guten Gattin 😉 werden wir uns auf den Weg machen und unsere Überweisungen für die Kiwu-Klinik zu holen, damit es dann Anfang nächster Woche losgehen kann mit dem ersten Termin.

Es passiert wieder was 🙂

Gestern Abend waren wir bei einer guten Freundin meiner Liebsten, die glücklich und mit riesiger Neunmonatskugel, auf die Geburt wartend, vor uns gesessen hat. Es war schön zu sehen, wie hübsch sie ausschaut, wie glücklich, aufgeregt und verliebt sie ist. noch mal bezüglich des passenden Zeitpunktes unterhalten und habe von ihr noch mal ganz klar und deutlich um die Ohren bekommen, dass es (das habe ich doch schon mal irgendwo gehört?!) den richtigen Zeitpunkt für ein Baby niemals geben wird!

Der Arbeitgeber ist immer glücklicher, wenn keiner fehlt und überhaupt! Ich höre das und ganz langsam kommt es auch irgendwo an. Bzw. werde ich ein bisschen sauer. Auf dieses Gefühl in mir, einzelne Personen, die immer wieder mal fallen lassen, wie doof sie es finden, dass Frauen fast gleichzeitig mit der unbefristetn Stelle schwanger werden. Dass sich da keiner wundern müsste, dass Frauen um die 30 ungern eingestellt werden undundund.

Undundund ich muss sagen, es nervt! Es nervt, dass andere es sich anmaßen mir mein Leben diktieren zu wollen, über selbiges urteilen und über gut und schlecht entscheiden dürfen. Einfach so. Und es nervt, dass sich diese Menschen oft keine Gedanken machen, dass das Leben nicht immer eine Abfolge von perfekten Momenten und Abschnitten ist, die sich beliebig und passend planen lassen. Und am meisten ärgere ich mich über mich. Dass ich solche Aussagen an mich rankommen lasse und mich irgendwie im Rechtfertigungsmodus wieder finde. Schluss damit! Ich bin fast 30. Ich studiere. Ich arbeite. Ich bin verheiratet. Wir möchten ein Kind. Wir werden es lieben. Der Rest geht keinen was an.

Ein Lebenszeichen

Ja, es ist still geworden. Eigentlich war es gar keine bewusste Entscheidung mir ein bisschen Zeit zu nehmen und all die Gefühle, Erfahrungen und Momente sacken zu lassen. Aber es kam wie es kam 😉

In der Zwischenzeit ist, wer hätte das gedacht, allerhand passiert. Hauptsächlich in meinem Kopf. Und es war wirklich dringend notwendig zur Ruhe zu kommen.

Die letzten Wochen, eigentlich das gesamte bisherige Jahr hat sich für mich wie ein einziger Kampf angefühlt. Ich habe auf der Arbeit kämpfen müssen, für das Studium bin ich nur gerannt, ich habe für Freundschaften gekämpft und am allermeisten habe ich gefühlt für den Kinderwunsch gekämpft. Mit etwas Abstand betrachtet war dieser Strudel aus Angst und Sorge ab und an sicherliche ein wenig überzogen. Auf der anderen Seite, so hat es sich für mich eben angefühlt. Und in der Hauptsache geht es ja darum, dass der Ist-Zustand ein aushaltbarer ist. Und das war er so überhaupt nicht mehr.

Und auch das musste ich, als extrem ehrgeiziger Mensch erst mal begreifen. Es geht (für mich) nicht darum an vierzehnhundert Baustellen, alles möglichst zur Zufreidenheit aller anderen, möglichst perfekt zu erledigen. Es zwingt mich niemand 60 Stunden in der Woche zu arbeiten, abgesehen von mir selbst. Und es ist mehr als verständlich, dass ohne Zeit für die Beziehung, für mich selbst, meine eigenen Träume und Wünsche irgendwann mal der Akku leer ist. Und genau das ist passiert. Ich war ständig krank. Unentwegt hat es woanders geziept und dieses andauernde Gefühl, dass ich es nicht schaffen kann. All das hat dazu geführt, dass ich über den Kinderwunsch gar nicht mehr nachdenken wollte. Neben all dem anderen Chaos, hatte ich den Eindruck, dass der Kiwu nur noch ein zusätzlicher Stressor ist, den ich auch noch abhaken muss. Ich will nicht den Termin für die nächste IUI auch noch als nervigen Tagesordnungspunkt sehen, der auf meiner To-Do-Liste auf Platz x steht.

Der Moment in dem ich mich entschieden habe den Kiwu Kiwu sein zu lassen, den empfand ich als unheimliche Entlastung. Vor allem deshalb, weil ich am allerliebsten grundsätzlich gar keinen einzigen Punkt mehr auf der Tagesordnungsliste gehabt und mich stattdessen lieber in einer gemütlichen Höhle, ohne Zugang zur Außenwelt, verkrochen hätte. Mit etwas gedanklichem Abstand bin ich aktuell damit beschäftigt den Stress Schicht füt Schicht abzutragen. Das Studium pausiert für dieses Semester. Nach langem hin-und herwälzen aller Möglichkeiten, habe ich beschlossen, dass ich es verdient habe endlich  mal ein bisschen Zeit für mich zu haben um wirklich zu Kräften zu kommen und Zeit zu haben über das nachzudenken, was ich eigentlich möchte.

Ich gehe weiterhin arbeiten und den Rest der Zeit schaue ich nach mir. Ab nächsten Jahr werde ich hoffentlich in eine andere Abteilung kommen und für das kommende WIntersemester bewerbe ich mich auf einen Platz eines hauptsächlich onlinebasierten Studiums, dass ich in Teilzeit absolvieren kann.

Und ganz langsam bekomme ich wieder ein Gefühl für unseren Plan eine Mama-Mami-Kind-Familie zu werden. Die Ängste werden weniger und ein leises Lächeln wächst in meinem Kopf. Weil ich weiß, dass ich mir den Stress oder „Nicht-Stress“ alleine einteilen kann. Weil ich, ohne die zwei- bis dreistündige Pendelei in die Studierstätte, besser Leistung bingen kann. Weil es weniger stresst, wenn ich weiß, dass ich neben der Arbeit in Ruhe studieren kann. In meinem Tempo, ohne aufgezwungenen Semesterwochenstundenplan. Und wenn der Babywunsch dann wieder glücklich macht, dann muss er auch keine Angst mehr machen. Weil es dann in Ordnung ist, dass ich pausiere in der Uni, oder eben locker von zuhause aus auch nur ein Modul pro Semester machen kann. Ich fühle mich ein bisschen weniger eingequetscht. Und das ist ein gutes Gefühl.

Aber natürlich hört der Wunsch nach einem Kind nicht einfach auf. Die Sehnsucht ist immer dann wieder super präsent, wenn ich Mütter mit ihren Kindern sehe. Und dann denke ich, ich will auch. Unbedingt. Aber dann denke ich eben auch, ich will das entspannt haben können. Ich möchte mich freuen, das Schwangerwerden und die Schwangerschaft an sich nicht mit Ängsten verbinden. Und ich will auch nicht mehr diese IUI-Sache. Das scheint nicht der richtige Weg für uns/ für mich gewesen zu sein.

In naher Zukunft werde ich mich also stattdessen mit ivf beschäftigen und schauen, wie das wo am Besten geht. Was es kostet. Auf was wir uns einstellen müssen.

Und wenn es sich dann richtig anfühlt, dann werden wir loslegen.

Studieren mit Kind? (Wie) Geht denn das?

Bei mir hat das Semester begonnen und ich bin schon schwer im Stress, aber das soll nicht Thema dieses Eintrags werden 🙂

Es soll um Studentinnen gehen, die Mütter sind und ihre Baby’s mit zum Studieren nehmen. Ein solches Exemplar habe ich in meiner „Studiengruppe“. Ihr Baby ist 5 Wochen alt und sie bringt es mit in Veranstaltungen. Schön im Tragetuch. Setzt sie sich konsequent in die letzte Reihe. Natürlich besteht die Möglichkeit, dass sie da einfach gerne sitzt, aber mein Gefühl ist eher, zumindest in erster Linie, dass sie versucht niemanden zu stören oder abzulenken… keine Ahnung. Jedenfalls hat ihr Säugling ein paar Mal gegluckst (wirklich sehr leise), sie wurde daraufhin recht unruhig und es war ihr sichtlich unangenehm. Nach ein bisschen „schuschu“ war dann auch erst mal wieder Ruhe. Nach ein paar  Minuten (ich habe nicht auf die Uhr gesehen) hat das Baby dann etwas lauter gemeckert, aber ebenfalls nur super kurz. Eigentlich war es nur ein einzelnes Geräusch. Darauf ist besagte Studentin aufgestanden, hat alles zusammengepackt und ist aus der Veranstaltung verschwunden. Mit hochrotem Kopf. Sie kann natürlich auch nur sehr schüchtern gewesen sein, oderoderoder. Aber ich hatte eben eher das Gefühl, dass es ihr „peinlich“ unangenehm war, dass ihr Baby „gestört“ hat…

Die ganze Situation hat mich irgendwie dazu gebracht über die Situation Mama und Studentin mit Baby an der Hochschule noch mal nachzudenken. Ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass ich super entspannt mit unserem Baby an die FH stiefeln werde, ohne genauer darüber nachzudenken, dass es ja durchaus sein kann, dass das Baby mal einen Pieps von sich gibt (okay, das ist ein bisschen überspitzt dargestellt). Aber wie reagiert man darauf, wenn das Baby eben nicht mucksmäuschenstill im Tragetuch liegt? Wann ist es Zeit eine Veranstaltung zu verlassen? Spricht man da vorher was an?

Das war jetzt so meine spontane Idee. Kurz mit den Dozent_innen sprechen und irgendwas ausmachen. Keine Ahnung, Blickkontakt, wenn es zu sehr stört oder so. Wobei, ob man sich dann darauf verlassen kann und/oder sich nicht doch seltsam fühlt, wenn man dann von den Dozent_innen rausgeschickt wird. Oder sollte man Blicke etc. einfach ignorieren? Und wenn ja, schafft man das dann in der Praxis? Gar nicht so einfach, das.

Ich persönlich störe mich ja nicht daran. Eher im Gegenteil. Ich empfand es als super großartig, dass die Studentin „so früh“/ und überhaupt (zurück) an die FH/Uni geht und ihr Baby mitbringt. An meiner alten Uni habe ich nur ganz vereinzelt mal eine Studentin oder einen Studenten mit Kind gesehen und das auch nur auf dem Campus- nie in einer Veranstaltung. Aber gut, ich bin da vielleicht nicht ganz objektiv, weil enormer Kinderwunsch und das als Studentin 🙂

Aber, ich habe auch von den Kommolitoninnen gehört, dass im Studium doch eine gute Zeit wäre um Kinder zu bekommen. Wären da nicht noch der lange Fahrtweg. Der Nebenjob. Der Hasuhalt. Undsoweiterundsofort. Stimmt ja auch alles, aber das wird doch auch später nicht weniger, oder sehe ich das falsch? Also ich meine, wenn ich fest arbeite, dann habe ich doch wahrscheinlich auch wieder eine mind. 30-40 Stundenwoche (also je nach Lebensmodell und Wunsch) und der Haushalt bleibt Haushalt, halt mit einer Person mehr und aller Voraussicht nach leben und arbeiten auch später die meisten nicht am gleichen Ort.

Und auf der anderen Seite haben die vier Mama’s in der Gruppe ihre Verwunderung zum Ausdruck gebracht, dass im besten Mama-alter (sie meinten irgendwas zwischen 25 und 30 Jahren- weil recht viele Studierende bei uns in dieser Altersgruppe sind ) kaum eine von uns Kinder hat. Also ein klares pro Kind im Studium und sogar eher Verwunderung, wenn keins da ist.

Wie dem auch sei, ich komme vom Thema ab. Für mich ist es auf jeden Fall eine super wichtige Frage, da ich einen langen Fahrtweg in die FH habe und es nicht so dolle finden würde, wenn ich beim ersten Pieps meines Kindes wieder zurückfahren müsste. Was aber natürlich im Umkehrschluss nicht bedeuten soll, dass ich, falls das Baby wirklich weint etc. nicht auch kurz rausgehen würde, um die Veranstaltung nicht zustören. Ach ich weiß nicht, stören denn Kinder? Oder liegt es daran, dass Studierende mit Kind einfach noch nicht zum Alltagsbild an Uni’s/FH’s gehören?  Oder muss ich mir echt überlegen nur in Veranstaltungen zu gehen, für die ich eine Kinderbetreuung habe? Was wiederrum bedeuten würde mindestens ein Jahr mit dem Studieren zu pausieren. Weil ich mir schwer vorstellen kann unser Baby früher schon ganztags wegzugeben. Das Pausieren seinerseits, kommt aber auch so gar nicht in Frage, ich will nämlich fertig werden. 😉

Was denkt Ihr? Und wenn ihr schon Kinder habt, wie macht ihr das? Baby’s in Veranstaltungen? Oder lieber nicht? Und wenn ja, wie lange? 😉