icsi

Geschützt: Weiter geht’s mit der Testerei

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Geht’s jetzt wirklich los?

Soho, da bin ich – zurück vom heutigen Kinderwunschklinikkstermin. Für den ich am eigentlich freien Tag (dafür Sonntagsarbeit- yai) schon um 05:45 aufgestanden bin. War aber nicht so tragisch, denn wenn man eh schon auf den Beinen ist, kann man sich auf dem Rückweg, auch noch was im Büro holen für’s Home Office, damit sich der freie Tag auch lohnt. (hmpf)

Unser eigentlicher Doc ist mal wieder in Urlaub – Repromedizinerin müsste man sein 😉 und so waren wir heute bei der Vertretungärztin. Diese hatte mich bei der 1. ivf punktiert, also kannte sie  untenrum schon alles. Es ist schon verrückt, dass manche Ärzt*innen mich begrüßen können mit: Ihre Geschlechtsteile kenne ich schon, schön auch Sie kennenzulernen! 😀 Aber irgendwann ist einem auch nichts mehr peinlich 😉

Nunja, wie dem auch sei. An ZT 12 gibt es in der Praxis standardmäßig einen Ultraschall und ich weiß jeden Monat besser, dass ich meinen Eisprung standardmäßig nicht vor dem 20 Zyklustag habe. Aber wer glaubt schon einer Frau, die ihren Zyklus seit x Jahren protokolliert? Die genauso standardmäßige Antwort der Ärzt*innen lautet dann meist „Naja, wir wollen den Eisprung ja nicht verpassen, das wäre ja auch ärgerlich“ und ich denke immer: „Ja, nee, is‘ klar!“ Ich kann mich nämlich nicht erinnern, dass ich jemals einen Eisprung verpasst habe. Was das angeht, habe ich quasi hellseherische Qualitäten. Ich sage alles (auf die Stunde) genau voraus: Eisprung, Periode, GMS- Dicke, ungefähre Follikelanzahl etc. Ich kenne meinen Körper. Aber gut. Genug uffgerescht 🙂

Ich war also zum Schallen und heraus kam, quasi kein Leitfollikel, einer könnte es werden, der ist so bei 8-9 mm und die Gebärmutterschleimhaut sieht düüünne aus. Gut, die Mens war auch – sagen wir mal – ordentlich. Wir warten aber erst mal ab und ich schlürfe heimlich weiter meinen Klapperstorchtee. Estradiol soll ich nicht nehmen und falls sich bis zum nächsten US am Freitag nichts tun sollte, wird mit Medis nachgeholfen. Davon gehe ich allerdings nicht aus. Meine Eierchens brauchen nur ein bisschen und lassen sich gerne bitten.

Ich habe mich jetzt bzgl. des Kortisons  und des ASS entschieden. Ersteres nehme ich gering dosiert, zweiteres nicht. Ich habe so schon Schwierigkeiten mit dem Magen, das verträgt sich nicht so gut mit dem Aspirin.

Sonst so? Ich habe gestern bitterlich, bitterlich geweint. So mit Schluchzen und doll lange. Da kam alles raus, was ich so die letzten Wochen, wenn nicht Monate angestaut und hinter der „geht schon wieder- alles läuft supaa – ja, das Lächeln ist festgepinnt“ – Maske versteckt hatte. Auch vor mir selbst. Hat schrecklich wehgetan und ich sah danach auch nicht mehr ganz so schnieke aus (eigentlich wurst, aber ich musste ja noch arbeiten) gelohnt hat es sich aber. Heute fühle ich mich erleichtert. Buchstäblich als wären Kilos von Angst und Kummer von mir abgefallen. Jetzt blicke ich diesem Versuch schon nicht mehr ganz so pessimistisch entgegen. Vielleicht klappt es ja und bald bekommen wir unser(e) Baby(s).

Ich bin bereit!

Anvisierter Termin für den Transfer der zwei Blastos: 1. – 2. – oder 3. Oktober!

Dann starten wir mal mit der Kryo- nicht!

Gestern an ZT 12 war es endlich soweit. Der erste Termin im neuen Zyklus, um mit der Kryo zu starten. Wir haben in den letzten zwei, drei Wochen also lediglich darauf gewartet, dass das Ei toll wächst, die Gebärmutterschleimhaut hübsch aufgebaut ist und es jetzt los gehen kann.

Dachte ich. Erinnerte ich aus dem letzten Kryo- Zyklus.

Beim Schallen zeigte sich links kein Follikel, rechts ein paar kleinere, davon einer ca 10-11 mm groß. Also noch weit entfernt von sprungbereit. Ich guckte ein bisschen enttäuscht. Da sagt der Arzt, da müssen Sie später noch mal zum Gucken kommen. Problem: Später sind wir im Urlaub. Weshalb ich fest darauf gehofft habe, dass der ES schon jetzt absehbar ist. Dann hätte ich im Urlaub ausgelöst und im Anschluss wären die auf Eis liegenden Krümel zurückgezogen. Aber nein. Warum auch bitte, sollte etwas in unserer Kinderwunschgeschichte so funktionieren, wie wir uns das wünschen.

Ich kann mein Genöle, meine Ungeduld, meinen Frust selbst selbst kaum mehr ertragen und doch ist all das da. Die Enttäuschung über die misslungenen Versuche, den Versuch im Alltag immerzu stark zu sein und mir nichts anmerken zu lassen, das Planen um die eventuelle Schwangerschaft herum, die zerplatzen Vorstellungen, der positive Schwangerschaftstest beim letzten Versuch und die anschließende Blutungen, all die Negativ’s, alles das hat mich in dem Moment überrumpelt als der Arzt gesagt hat „Dann warten Sie jetzt einfach auf die nächste Periode und dann schauen wir einfach im nächsten Zyklus!“

Ich stehe also in dem Besprechungszimmer, der Arzt vor mir und ich fange ernsthaft an zu heulen. Ich konnte es einfach nicht zurückhalten. Habe versucht die Zähne zusammenzubeißen und die Luft anzuhalten. Beides hat nichts genützt. Ich wollte wirklich tapfer sein, so wie sonst auch. Geklappt hat es nicht. Ich hab mich verabschiedet, bin raus, begleitet von seinem letzten Satz „Jetzt genießen Sie Ihren Urlaub erst mal!“,  und musste in der Kiwu-Klokabine erst mal zehn Minuten heulen. Und es war mir so peinich vor mir selbt. Später dann vor den anderen Menschen- ich musste ja irgendwann raus aus der Kabine. Mit zerquetschen, verheulten und knallroten Augen. So im Nachhinein dachte ich mir, wieviele Frauen wohl schon heulend auf dem Kloboden von Kinderwunschkliniken gesessen haben- verzweifel?

Eingekriegt habe ich  mich den ganzen Tag nicht so recht. Eine liebe Freundin ist von der Arbeit gekommen, als sie sich erkundigt hat, wie es mir geht. Das fand ich extrem toll und es hat auch wirklich gut getan, dass einfach jemand da war. Mich in diesem Moment ernstgenommen hat- so gut es eben geht, wenn man nicht betroffen ist vom unerfüllten Kinderwunsch.

Rational betrachet, das hat mich dann die eingeweihte Freundin gefragt „rational betrachtet verschiebt sich jetzt aber alles eigentlich nur um 4-6 Wochen?“ Ja! So ist es. Bei meinem Zyklus und so wie sich die Gesamtsituation nach all den Hormonspritzen darstellt wohl eher sechs. Und natürlich, es sind faktisch nicht mehr als sechs Wochen in denen es dann vielleicht klappt. Sechs Wochen, die den vergangenen jahrelangen Kinderwunschbock auch nicht mehr fett machen. Und dennoch…

Ich weiß nicht was in diesem Moment beim Arzt bei mir zerplatzt ist, aber es hat mich kalt erwischt. Ich bin so…. Ich weiß gar nicht genau was ich bin, wie ich mich fühle. Vorher war da Traurigkeit und Frust. Vorallem jedoch Ungeduld. Ich war schon sehr genervt von der schlechten Ausbeute dieses Versuchs bei der ICSI. Da war die Unsicherheit ob wir nicht doch direkt nach der Punktion den Transfer wollen und das Abraten des Arztes. Und nun tut es weh. Verzweifelt weh. Egal was wir machen, es macht keinen Unterschied. Das Ergebnis ist das Ergebnis ist das Ergebnis. Negativ. Dann das Karussel: Wieder nicht. Warum nicht. Wieso wir. Wieso ich. Wie lange noch. Und es verfestigt sich der Gedanke, ich möchte das nicht mehr. Will nicht mehr warten und hoffen und bangen und enttäuscht sein. Ich will einfach, dass es aufhört weh zu tun. Ich will nicht mehr daran denken. Vielleicht soll es einfach nicht sein. Vielleicht sollten wir es einfach lassen wie es ist. Zu zweit. In Ruhe. Karriere machen und viel Urlaub.

Ich habe den Eindruck von einem Blog über das Entstehen einer Regenbogenfamilie, ist ein Blog über unseren unerfüllten Kinderwunsch geworden. Etwas woran ich nie auch nur im Entferntesten gedacht hätte. Aber wer tut das schon im Vorfeld.

Und ich fühle mich als hätte ich versagt. Natürlich- rational, ich bin ja ein schlaues Köpfchen- weiß ich, dass das totaler Quatsch ist, aber es fühlt sich so an. Versagt, weil ich nicht optimistischer sein kann. Weil ich nicht einfach daran glauben kann. Weil ich mich nicht einfach damit abfinden kann, dass es eben nicht klappt. Weil ich heule und mich verzehre nach unserem Baby und mein Körper es nicht zu Stande bringt. Und auch, weil sich viele Frauen wahrscheinlich denken, was heult sie denn – schon wieder? Sie hatte doch erst 4 IUIs, 1 IVF, 1 ICSI und eine Kryo. Das ist sicherlich für viele keine große Odysee, angesichts einer Vielzahl von Frauen, die unzählige künstliche Befruchtungen über sich ergehen lassen haben. Es fühlt sich an als würde ich versagen, weil anderer in anderen Blogs und auf Insta immer so verdammt positiv wirken. Fünf Minuten brauchen um sich zu berappeln, sich einmal kurz schütteln und dann tapfer, strahlend und voller Optimismus in die nächste Warteschleife, den nächsten Versuch, den nächsten Urlaub ohne Baby starten. Ich schaffe das einfach nicht mehr lange Zeit am Stück. Breche immer wieder mal ein. Stolpere und verfange mich in einem Dickicht aus langfingrigen Verzweiflungsfäden, die sich in mein Gehirn bohren. Am Anfang ging das noch. Aber jetzt? Bin ich auf der Suche nach dem Ende und bin aktuell nicht sicher, wie es aussehen soll. Fast schon ist es mir egal.

Und vielleicht, ja wahrscheinlich, sieht die Welt nach unserem Urlaub auch schon besser aus. Tut die Sonne gut und die Erholung. Hat mein Kinderwunschherz Zeit sich zu regenerieren, bei soviel Quality-Time für die Beziehung und das Verliebtsein. Und dann im unendlich weit entfernten Oktober klappt es vielleicht mit dem Einzug der befuchteten Eizellen. Und vielleicht mit einem positiven Test. Vielleicht mit einer positiven Schwangerschaft. Einem gesunden Kind. Vielleicht, ja vielleicht aber auch nicht.

Von ivf zu icsi in zehn Sekunden

Ja, die Stimulationsphase ist vorüber. Man könnte sagen „endlich!“ es ist ja doch eine Menge an Medikamenten und Sritzen zusammengekommen. Leider hat sich beim ersten Ultraschall schon abgezeichnet, dass es keine besonders große Ausbeute an Eizellen geben wird. Nachdem ich dann zusätzliche drei Tage weiterstimulieren sollte- wofür wir neue Medikamente bestellen mussten- hatte ich dann am Montag noch einen Ultraschalltermin. Da meine Frau arbeiten musste, bin ich alleine hin, was aber kein Problem ist… Die frühere Aufregung ist geschäftiger Gelassenheit gewichen. Der Schall brachte keine neuen oder erfreulichen Erkenntnisse. Der Arzt konnte maximal 8 mit viel Goodwill 10 Follikel erkennen. Groß genug waren sie auch nicht und das nach dem Protokollwechsel. Der Doc war sehr erstaunt und meinte, dass in der Regel bei dem langen Protokoll mindestens soviele Folliel entstehen wie bei dem kurzen, auf das ich ja sehr gut angesprochen habe. Das Ergebnis bedeutete für mich noch mal neuen Medikamente kaufen. Noch weitere drei Tage stimulieren. Ich habe im Anschluss an die Untersuchung nach zusätzlichen Wegen gefragt. Abzuklären versucht an was es denn liegen könnte, wenn es wieder nicht klappt. Er hat dazu eigentlich nicht so viel gesagt. Außer, dass es eben Frauen gibt bei denen es auch ohne groß ersichtlichen Grund nicht klappt. Ernüchterung auf ganzer Linie. Dafür habe ich ein niedrig dosiertes Cortison mitbekommen und ASS. Beides für die Kryo, die der Punktion im Folgezyklus folgen soll. Bei beidem weiß ich nicht, ob ich es nehmen soll. Ich habe den Eindruck, dass mein Körper am besten läuft, wenn man ihn in Ruhe lässt. Und das Ergebnis dieses hormonbepackten ewiglich langem Stimulationszyklus gibt meinem Gefühl doch wohl ein bisschen recht.

A b e r, hier greift natürlich das klassische Kinderwunschdilemma-Gedankenkarussel: was wenn es doch helfen würde? :/ mööp.

Hat jemand Erfahrung mit derlei Mittelchen?

Nachdem das alles geklärt war, haben ich den Auslöse- und Punktionsvorbereitungszettel ausgehändigt bekommen. An dieser Stelle kam es zu einer positiven Wendung. Aufgrund der schlechten Ergebnisse haben wir von dem Kiwu-Zentrum das Angebot einer ICSI bekommen, deren zusätzlichen Kosten die Kiwu für uns übernimmt. Das finde ich sehr toll und super entgegenkommend.  Vielleicht sind die Chancen dann doch nicht so gering, dass sich mehr als 50% der Follikel befruchten und kryokonservieren lassen. We will see!

Alles in allem habe ich mir das Heulen in der Bahn im Anschluss an den Termin und den Kauf der Medikamente nur knapp verkneifen können. Und von da an, weicht sie auch nicht mehr von meiner Seite. Die Angst. Die ganze Woche schon klopft sie mir feundlich auf die Schulter. Zieht mir am Ohrläppchen und verschafft sich immer lauter werdend so langsam Gehör. Über Sorgen zur Punktion, einem schlechten Befruchtungsergebnis. Der Vorstellung, dass die Eier zu früh gehüpft oder auf unerklärliche Weise weggeschrumpft sind. Hin zu schrecklichen Schmerzen nach der Punktion und natürlich dem ausbleibenden Erfolg, hat sie so ziemlich alles im Repertoire, was den Kinderwunschkosmoms grau und bedrohlich wirken lässt. Ich habe Angst vor einer erneuten biochemischen Schwangerschaft. Davor, dass ich einfach nicht schwanger werden kann… blablabla… Was man eben so denkt. Das führt zu unterirdischer Laune und übermäßiger Dünnhäutigkeit. Ich will die Punktion nicht. Mecker. Mecker. Mau. Mau.

Fakten: Punktion, morgen Morgen gegen neun. Dann beginnt das Warten. Gegen Mittwoch wird dann wohl die Info folgen, wie viele es geschafft haben. Dann folgt später im Sommer eine kurze Urlaubsauszeit und dann endlich, so der Zyklus will, die Kryo.

Aber zuerst die Punktion. Undder folgt ein Wochende voller Schmerzen auf der Couch, mit Eiweißcocktails und gähnender Langweile! Nein, Stop! Als erfahrene Kinderwunschtante, weiß ich natürlich, dass einzig der Glaube an einen guten Ausgang Erfolg verspricht und korrigiere die Wochenendplanung: Es folgt ein entspanntes Wochenende mit viel Zeit für mich und gesunden Proteinshakes, in denen all meine acht Eier zu starken Blastozyten heranwachsen, die darauf warten in meinen embryofreundlichen Uterus zu ziehen und dort zu gesunden und glücklichen Babys heranzuwachsen.

Ihr seht, ich gebe mir große Mühe.