Kinderwunsch

Umgang mit Fragen zur Entstehung der Schwangerschaft

Huhu ihr Lieben 🙂

Aus gegebenen Anlass mal eine Frage an die Regenbogen-Familien unter euch. Und natürlich auch alle anderen, die eine Meinung zu der Frage haben!

Gestern habe ich mein Profilbild aktualisiert. Man sieht nun meine Frau und mich  mit Kugel. Ich habe das Feedback auf das Bild wohl unterschätzt. Es hagelt seit gestern Nachrichten. Manche erkundigen sich nur, ob es mir gut geht und teilen mir mit, dass sie sich sehr für meine Frau und mich freuen.

Andere fallen ohne „Hallo“ und ohne „Wie geht’s?“ mit der Tür ins Haus. Das sind dann so Fragen wie: „Wie habt ihr denn das mit dem Papa gemacht?“ (What?) Oder auch: „Ich freue mich für euch. Aber wie geht das?“

Grundsätzlich habe ich ja nichs gegen Interesse an unserem Kinderwunsch-Weg. Eher im Gegenteil. Es ist toll, dass Menschen sich interssieren und vielleicht trägt diese Info ja dazu bei, dass Kinder in Regenbogenfamilien nicht mehr sooo „exotisch“ sind. Aber jetzt, wo es um unser Kind geht und diese Fragen von Menschen kommen, mit denen ich sonst in den letzten Jahren kein Wort gewechselt habe, es sei denn man hat sich zufällig mal irgendwo gesehen und eine Minute Smal-Talk gehalten. Oder die obligatrische Geburtstags-Nachricht. Ich weiß nicht. Ich empfinde das als ja… irgendwie grenzüberschreitend und auch als sehr intime Frage. Ich würde jedenfalls nicht auf die Idee kommen, bei (heterosexuellen) Pärchen zu fragen, ob es denn gleich geklappt hat mit dem Kiwu. Oder wie oft sie es probiert haben. Schon gar nicht, nachdem ich eigentlich keinen wirklichen oder engeren Kontakt mit den Personen  habe. Vor allem würde ich aber nicht nachbohren, wenn schon die Rückmeldung der Schwangeren kommt, dass das jetzt so kein Thema ist für eine Whats App-Unterhaltung oder etwas sarkastisches zurückkommt à la: Wie bei den Bienchen und den Blümchen…

Vielleicht ist es auch eine bloße Unterstellung, aber es scheint mir bei den Nachfragen auch eher um „Newsbeschaffung“ zu gehen. So die Kategorie Klatsch und Tratsch. Weniger um echtes Interesse an uns oder unserer spezifischen Situation. Eher so nach dem Motto: Krass und wo kommt das Sp*rma her? Und vor allem: Wie kam das Sp*rma da hin?

Vielleicht ist es auch Unsinn oder zu weit gedacht, aber ich habe auch nicht so große Lust darauf, dass „Hinz und Kunz“ die genaue Entstehungsgeschichte unseres Kindes kennt, bevor es selbst auch  nur den Hauch einer Ahnung hat.. Schwierig irgendwie..

Aktuelle Strategie? Ich schwanke zwischen dem Ignorieren der Frage und patziger/derber Antwort. Beides fühlt sich aber nicht wirklich stimmig an und ich denke auch, dass es bestimmt noch öfter solche unsensibler Nachfragen geben wird.

Gab es bei euch auch solche Situationen? Wie geht ihr damit um? Oder wie würdet ihr damit umgehen? Erfahrungen, Tipps, Anregungen?

Downregulation und Update

Jaha, da bin ich. Die Masterarbeit hat mich fast verschluckt, aber ich habe den Kampf gewonnen. Es war knapp zum Schluss und nun hänge ich wirklich in den Seilen. Ausgebrannt. Mit Schlafstörung und ständig gereizt. Aber das ist der Preis für den hübschen Abschluss. Den ich fast erreicht habe. Am Dienstag (!) ist die mündliche Prüfung – Verteidigung – what ever. Und ich frage mich wie dolle sich das Lernen lohnt, weil mal im ernst. Wie intensiv lesen zwei Dozierende eine 100 Seiten lange Arbeit in drei Tagen? Ach, ich mag einfach nicht mehr. Aber gleichzeitig bin ich so YAI es ist fast geschafft. Nur die ultimative Freude und Glückseligkeit wollen sich nicht einstellen. Aber das ist immer so bei mir. Eine einsame Insel wäre jetzt was. Die einzigartige Frau. Ich. Und sonst nichts, außer dem Meer. In meiner Traumwelt habe ich nämlich keinen Hunger. So, also Endspurt ist angesagt. Und ich kann die Studienfreiheit riechen (duftet auch doll nach Wehmut).

ivf #2 aktuell reguliere ich noch down. Das Glas in dem ich die Spritzen sammle, füllt sich stetig. Das kack Deca-Zeug brennt ziemlich, aber ja was tut man nicht. Und zur morgendlichen Kaffee-Routine gehört jetzt eben auch Spritze aufziehen, Spritze reinstecken, Spritze rausziehen. Ist okay. Ich bin gefühlt weit weg von einem Gefühl zur ivf. Die erste war ja noch so spannend. Jetzt denk ich nur noch „Lass es schnell vorbei gehen“ und finde es so gar nicht mehr prickelnd, wie doll sich meine Eierstöcke in riesige Trauben-Dingsis (wie heißen die Dinger? Also das wo die vielen Trauben dranhängen mit denen Cleopatra gefüttert wird? Büschel? Äste?) verwandeln können. Wie gewohnt reagiere ich ziemlich auf alles was Hormone beinhaltet und deshalb könnte ich von einer Vielzahl kleiner unapppetitlicher Nervigkeiten berichten. Muss ja aber nicht sein.

Das Einzige was mich diesbezüglich belastet, weil es weder wegrationalisiert noch verdrängt werden kann, sind die Babys. Ich war gestern in einem Café das in einem hippen, ach was sag ich DEM magahippen Stadtteil liegt in dem sich viele Hipster-Mami’s und sehr viele wichtige reiche  Mami’s (tatsächlich habe ich da noch nie einen Papi gesehen! – kennt ihr Pleasantville? So sieht es da aus!) zum Chai Latte treffen und war mit unzähligen schaukelnden und lächelnden, Bauchstreichelnden und andere schwangere Mami’s treffenden Müttern konfrontiert, die total surreal im gemütlichen Schlendermodus ihre süßen kleinen Babylies durch die perfekte Wohngegend geschoben und getragen haben. Ja, ich gönne allen alles. Kein Scherz. Aber trotzdem zeigt es so brutal ehrlich, was wir nicht haben. Tags davor war ich auf einem Geburtstag einer Bekannten. Von sieben geladenen Freund*innen hatten zwei kein Baby. Eine davon hat erst Abitur gemacht und ist auch demenstprechend jung, die anderen waren wir. Ihr könnt euch vorstellen was so die vorherrschenden Themen waren? Jo. Gestern dann der Geburtstag der Schwägerin. Acht Personen im Biergarten. Drei anwesende Kinder. Ein unbekanntes neun Monate altes- nie habe ich ein so süßes Baby gesehen – schaut mich an, lacht breit und streckt die speckigen Ärmchen aus. Ich  musste mich mal schwer zusammenreißen, dass ich nicht das große Heulen anfange. Hatte auch Eyeliner drauf und wollte kein Panda-Make-Up risikieren. Ja. Acht Gäste jedenfalls. Zwei ohne Kind. Jetzt darf geraten werden, wer die zwei waren. Und was hier so die vorherrschenden Themen gewesen sind, liegt dann wohl auf der Hand.

Für mich sind zwei Dinge klar geworden.

  1. Ich will immer noch endlich bitte Mama werden.
  2. Ich will unbedingt dafür Sorge tragen, dass ich neben Mama auch noch etwas anderes bin und im besten Fall auch darüber berichten kann.. So über Kochrezepte oder wie man Bierkisten jongliert, während man die Wohnung saugt und der Frau die Füße massiert. Hach, das wäre schön.

Ach ja, Fakten: Mens kam pünktlich. Erster Schall nächste Woche. Dann der große Kiwu-Praxis-Marathon. Wenn die Träubchen gedeihen wie erwartet, PU am 27.07.2016.

Dann gibt es erst mal viel Arbeit und einen Urlaub und Transfer dann enstpannt am 30.08.

So weit der Plan. Fehlt nur der Erfolg.

Angst. Sehnsucht.

Gestern kamen die Medikamente für den nächsten, den zweiten ivf-Versuch an. Den Abend davor waren wir auf dem ersten Geburtstag des Sohnes einer guten Freundin meiner Frau. Natürlich waren viele Kinder da. Natürlich viele Mütter. Die Kinder waren süß, quitschvergnügt, mampfend, lachend und auf Hüpfburgen hüpenfd voller Lachen und so viel Kinderglück. Zwischen lauter Mami’s fand man sich dann schnell in Unterhaltungen die sich darum drehten, wie faszinierend es ist, dass jetzt alle Kinder haben. Wie froh man als frische Mama ist mal in Ruhe duschen zu können. Wie schön es ist, wie wundervoll. Wie groß die Liebe und wie unverhofft die Schwangerschaft der einen oder anderen. Wie schön der erste Geburtstag war und wie toll es ist, wenn die Kleinen dann auf einmal laufen. Die Welt erkunden, auf Vögel zeigen. Die Mami’s haben gekuschelt und geküsst, stolz vorgestellt und vom Flur aus gewunken.

Und ich. Ich habe gelächelt. Mich viel um das Geburtstagskind gekümmert. Verständnisvoll genickt und mich in Witze gerettet. Mir haben die Wangen geschmerzt vor lauter Grinsen und am Ende war ich dermaßen erschöpft.

Sehnsucht nach unserem Baby hab ich schon lange. Und manchmal auch Angst davor, dass es vielleicht nicht klappt. Aber das gestern, nachdem der Postbote das Päckchen voller ivf-Medis vorbeigebracht hat und ich mich deshalb  erschöpft aus dem Bett quälen musste, das Gefühl hatte eine neue Qualität. Ich habe wirklich Angst. Weil ich dazu gehören möchte. Weil ich auch so gern Mutter sein würde. Weil ich nicht daran denken mag, was es mit mir macht, wenn es nicht klappt und sich der Gedanke doch aufdrängt. Was machen wir? Der Gedanke ein Pflegekind aufzunehmen steht im Raum und ja, ich empfinde es als tollen und wertvollen Weg. Dann wenn wir unseren Kinderwunsch überwunden haben, weil ich keinen Ersatz möchte. Aber was, wenn das wirklich, wirklich eintritt.

Kürzlich habe ich mich mit einer sehr guten Bekannten unterhalten, eher offenbart. Weil es ja helfen soll über den Kiwu zu sprechen. Und dann habe ich es gleich wieder bereut. Unterm Strich habe ich einen tollen Ratschlag bekommen. Das eigene Gefühl beeinflusst das Kinderkriegen ganz doll. Stay positive! Und ich kann vor Zynismus triefend gar nicht sagen, wie viel besser es mir nach diesem gut gemeinten Schlag ging. Die Lösung liegt also ganz nah. Einfach lächeln und dran glauben. Dass ich das seit zwei Jahren tue, ganz besonders beim letzten Versuch, hat dann auch nichts mehr an der Reaktion geändert und auch nicht dazu geführt, dass ganz rational betrachtet, das wohl nicht der Grund für die Kinderlosigkeit ist. Obwohl schwanger geworden bin ich ja.

Meine Frau war kürzlich bei unserer Gynäkologin, der die vor zwei Jahren die erste und die drei folgenden IUI, bei mir vorgenommen hat. Was war sie überrascht, dass es noch nicht geklappt hat. Und hat, genau wie unser Kiwu-Doc gefragt, ob wir nicht mal die Gebärmutter wechseln wollen. Nein! Wollen wir nicht! Und was soll das heißen? Dass meine nicht mehr so fit ist? Dass sie meine aufgegeben haben? Solche und andere fiese kleine Gedanken wälzen sich in meinem Kopf.

Warteschleifenkoller: PU + 9 | TF +4

Klar habe ich mir vorgenommen, dieses  Mal wird es besser. Bin ja mittlerweile gut versiert in Warteschleifen.

Bis gestern war das Gefühl super, heute morgen bin ich mit typischen Unterleibsschmerzen und Mensziehen aufgewacht. NMT ist morgen, sagt die App. Meine Optimismus schwindet gaaanz langsam.

Ich weiß es ist zu früh für egal was und die nicht Anzeichen können auch gute Anzeichen sein oder auch nicht. Da ist nämlich nichts. Außer gestern: schlimme Kopfschmerzen den ganzen Tag über, aber die habe ich super oft, bevor die Mens dann eintrudelt.

Es bleibt also dabei. Anzeichen sind Anzeichen sind Anzeichen oder eben auch keine 😀

Ach, was soll ich sagen? Ich wünsche es mir so.

neue Woche, neues Glück

Die letzten Wochen in Kurzfassung:

Viel zu viel Arbeit. Viel zu wenig Masterarbeit. Einiges an Recherche zu Pflegschaften und Adoption, wobei letzteres Thema für uns als lesbisches Ehepaar verpartnertes Paar nicht in Frage kommt. Es lebe „gleiches Recht für Alle!“.

Einige Termin in einer TCM Praxis. Ein paar eingerenkte Rippen und einige Sitzungen Akupunktur für viel und teuer Geld.

Die gegenwärtige(n) Woche(n): Aktuell  für mindestens zwei Wochen krankgeschrieben, aufgrund akuter Überlastung und um für mich mal ein paar Dinge zu sortieren. Insbesondere in Bezug auf meine Arbeit, von der ich mich unnötigerweise und meinem Perfektionismus sei dank, absolut abhängig mache. Natürlich kann man von Arbeitgeber*innen keine Rücksicht erwarten, denn jetzt mal im Ernst; wer verzichtet schon auf eine Arbeitskraft, die im Studentinnestatus in einem 20 Stundenvertrag für 35 arbeitet und dabei kaum Steuern kostet? Also habe ich das jetzt selbst in die Hand genommen. Selbstfürsorge und so. Und ich denke auch, dass es spätestens jetzt an der Zeit ist (immerhin bin ich mittlerweile 30! Jahre alt 😨) Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und zwar mit allen Konsequenzen. Deshalb, meine ich (und mein Arzt ist da ganz bei mir): meine Gesundheit muss vorgehen! Und das heißt jetzt erst mal wieder zu Kräften kommen. Und dann langsam an der Thesis weiterarbeiten. Ist aber an sich schon auch ein bisschen ein eigenes anderes Thema.

Also: In Sachen Kinderwunsch steht der nächste Termin zum Kryotransfer am Montag an. Ausgelöst haben wir letzten Montag am 25. April. Seit Mittwoch 2-2-2 Utrogest.

Meine Gedanken dazu: Joah, pfff… Steckste nicht drin. Wenn’s nicht klappt, freuen wir uns auf den Urlaub, den wir für September planen. Noch  mal Thailand. Yai. 😀

Frühjahrsputz

Ich habe ein bisschen aufgeräumt

Das was eigentlich mit Liebe und Freude und Glück und Hoffnung assoziiert wird, ist schon irgendwie verkehrt. Also bei uns. Den Frauen und Männern, die sich ein Baby wünschen, es nicht einfach so auf natürlichem Wege bekommen können und warten und nicht wissen wann, wie, wo und ob. Der Wunsch nach einem Kind, der ist schon nicht immer nur rosarot/himmelblau/glitzernd/strahlend. Ich finde, er ist manchmal auch wie an einem Novembertag. Dizzy. Grau. Der unbarmherzige eiskalte Wind peitscht einem einstweilen ins Gesicht. Und ich habe nun eine ganze Weile gebraucht um zu registrieren, wie das eigentlich wirklich ist. Abseits von romantischer P*ersona-Werbung und glücklichen „Es hat beim ersten Versuch geklappt“ Geschichten. Nach etlichen Kommentaren und Ratschlägen dazu, wie ich mich zu fühlen habe, habe ich mich ein bisschen zurückgezogen. In mich selbst. Weg von mitleidigen Gesichtsausdrücken oder erhobenen Zeigefingern, ob meiner negativen Einstellung. Bis ich begriffen habe, dass ich gar nicht einfach nur pessimistisch bin.

Irgendwie kommt es mir vor wie Betrug. An mir selbst. Von mir selbst. Von Ärzten und Bekannten. Vom Internet und selbstbetrügerischer Recherche. Weil man nicht richtig aufgeklärt ist. Oder werden will. Gar nicht die Chance hat. Geblendet vor lauter Hoffnung, die einen von allen Seiten überschwemmt. Von der Aufforderung alles positiv zu sehen und fest daran zu glauben.

Ich bin dafür, dass man Hoffnung hat, sich freut und sich positiv darauf einstimmt, dass man ein Baby macht. Ich bin auch dafür, dass man seine Partner*in verliebt und mit klopfendem Herzen anschaut, wissend, dass man im Begriff ist eine Traumfamilie zu zaubern. Dass man neben Spritzen, überwachten Zyklen, künstlichen Hormonen und dem bestverfügbarsten Schwangerschaftstuning seinen Körper trimmt, ihn einstimmt auf die große Aufgabe Schwangerschaft. Dass man das Rauchen ein- und die Ernährung umstellt, dass man zu Beginn so lebt als wäre man bereits, was man sich so sehr wünscht. Leise lächelnd die Jahresplanung auf der Arbeit mit verfolgt und versucht sich aus den großen Projekten gegen Jahresende rauszulavieren, weil man dann ja schon längst glücklich kugelnd nur noch wenige Tage bis zur lang ersehnten Mutterschutz-Deadline ausharrend, seinen großen Bauch spazieren trägt. Herrlich diese kleinen süßen Tagträume, die sich, gewollt oder nicht, ungefragt zur Hintertür hereinschleichen und das eigene Gehirn mit winzigen Rinnsalen von Glückshormonen überschwemmen.

Ohne Frage, die Hoffnung hilft in moderaten Dosen. Macht ein angenehmes Gefühl. Lässt uns auf Wattewolken schweben und kämpft mal mehr, mal weniger erfolgreich gegen die dunklen Novemberstürme, die auf klammen Sohlen in unsere Kinderwunschherzen tapsen.

Am Ende aber, wäre es unverantwortlich, dass niemand deutlich sagt, es kann sein, dass es nicht gleich funktioniert. Und ich meine nicht diese selbstbetrügerische Stimme, die sich mit einem Mantel der Rationalität tarnt und letztlich doch meint, dass alles gut wird und das man selbst, trotz der angeblichen Rationalität natürlich weiß, dass es sein könnte, dass es vielleicht doch nicht klappt. Am Ende, glaubt man was man sich wünscht. Dass es eben doch klappt, und obwohl klar sein sollte, dass es eben nicht sehr wahrscheinlich ist, dass man zu denjenigen gehört, die beim ersten Versuch das Glück haben, trifft es die meisten doch wie ein Schlag in die Magengrube von einem Leichtgewichtboxer, der schwitzend und gebisschonertragend fies lächelt, während er genüsslich ausholt. So ist das nämlich am Ende. Erst krümmt man sich, dann sammelt man sich und denkt sich nach ein paar Tagen, meist dann, wenn die Rote Pest rum ist und die Tampons wieder in die hintere Ecke des Schrankes verbannt werden (weil man sie ja gewiss nicht mehr braucht!) beim nächsten Mal klappt es sicher.

Auch das finde ich ok. Sogar nötig. Es macht Sinn. Denn wie sonst, sollte man die Kraft finden weiter zu machen? Und ein winziges bisschen denke ich sogar auch in guter alter Self-fulfilling Prophecy-Manier „Kopf hoch!“ und „Schwarzmalerei hilft auch nichts!“.

Aber es ist doch auch Betrug, dass einem kaum jemand sagt, wie sehr es weh tut. Oder weh tun kann. Dass es die Möglichkeit gibt, dass man nicht zu denen gehört, die vor Kraft strotzend immer weiter und weiter und weiter machen und jeden Versuch als neue Chance sehen. Es scheinbar problemlos schaffen aus irgendeinem Winkel ihrer selbst positive Gedanken zu holen und nicht an das Undenkbare zu denken Was es tatsächlich für Gefühle sein können, die sich einen Weg in das Gehirn bahnen und sich von dort aus im Gesamtsystem verteilen. Wie groß der Druck ist weiter aufrecht zu gehen, der Welt vorzuspielen alles wäre wie immer, obwohl gerade ein Stück Hoffnung zerbrochen ist.

Dass man Angst bekommen kann und sich selbst stellenweise nicht mehr erkennt. Dass nicht viel übrig ist vom anfänglichen glucksenden Glücksgefühl. Dass es sein kann, dass der romantischen Babymach-Einstellung realistische Ernüchterung entgegenschlägt. Dass es vorkommt, dass man auf einmal keine Lust mehr verspürt die gute Freundin zu besuchen, weil ihr Baby so süß, so herzig, so drollig tapsend Schränke mit seinen kleinen feuchten Sabberverschmierten Händen antatscht. Und man, dort wo man vor Wochen noch selig jauchzend gedacht hat „wie gern würde ich diesen tapsenden Händen hinterherwischen“, oder „wie glücklich wäre ich um jeden Fingerabdruck an den Frühlingsputzgesäuberten Fensterscheiben in meiner Wohnung von meinem Kind“, plötzlich nur noch versucht Gedanken zu unterdrücken die hässlich sind und für die man sich schämt. Dass es einen betäubenden Schmerz hinterlässt, wenn man die Partner*in mit dem Baby sieht und nicht umhin kommt sich zu denken „ach, wenn doch nur“ und man weinen könnte und schreien. Ob der Ungerechtigkeit und der Tatsache, dass man nicht weiß. Niemand wissen kann. Und man plötzlich keinen echten Trost mehr darin findet, dass jemand sagt „alles wird gut“ und „ihr müsst Geduld haben“.

Es geht mir nicht darum, dass man nur noch traurig und hoffnungslos ist, wenn man ein, zwei Versuche hinter sich hat. Aber ich finde es wäre nicht fair, wenn ich nicht offen sage, dass es eben sein kann, dass man sich so fühlt. Dass es sein kann, dass man sich unfair verhält seiner Partnerin gegenüber, dass man als Frau das Gefühl bekommen kann „Ich bin nicht gut genug!“ Dass es Zweifel gibt, Angst und Dunkelheit. Und vielleicht fällt es leichter diese Gefühle zu sortieren, wenn man liest, dass es anderen Frauen auch so geht. Dass es möglich ist, dass man für Augenblicke den Boden unter den Füßen verliert und sich vor den eigenen Gedanken erschreckt. Ich meine nicht, dass es selbstverständlich ist, oder ein andauernder Zustand (sein sollte), dass man sich so schlecht fühlt und ich denken auch, dass es wichtig ist, dass man sich Unterstützung sucht, wenn man den Eindruck hat, diese Gefühle sind ein andauernder Zustand. Aber ich denke eben auch, dass es nichts bringt sich schuldig zu fühlen, ob seiner Gedanken. Zu denken, dass man alleine ist. Und das Gefühl der Schuld, der Tatsache, dass es scheinbar den meisten der anderen Frauen spielend leicht gelingt, weiterzumachen, aufzustehen, positiv zu bleiben. Ich denke es ist wichtig hinzuschauen wie es einem wirklich geht. Und nicht zu versuchen den Schein zu wahren, wo er längst nur noch schief über dem Kinderwunsch geschwängertem Kopf hängt. Es ist nötig den Mut zu finden und sagen zu können, wenn es einen sehr belastet. Das offen kommuniziert wird, dass es eben sein kann, nicht muss. Und keiner mehr mit hochgezogener Augenbraue und spöttischem Grinsen meint, das ist doch krank, dass es einem so geht, nur wegen des Kinderwunsches.

Ich denke es ist wichtiger, dass es auf offene Ohren stößt und die Frauen die in dieser individuellen Situation auch in ihrem Umgang individuell betrachtet werden. Dass nicht herablassend kommentiert wird, was Frauen alles „dummes“ anstellen, von Hoffnung oder stiller Verzweiflung getrieben, wohlwissen, dass auch der dritte Schwangerschaftstest am selben Tag kein anderes Ergebnis zu Tage fördert, als der erste an diesem ES + 3 😉 Aber es gibt sie eben die, bei denen es scheint, als hätten sie die Hoffnung aufgegeben und gleichzeitig an jeder grauen Verdunstungslinie festhalten, als gäbe es kein Morgen mehr. Man sollte weniger abwinken und mehr darauf verweisen, dass jede Frau mit Kinderwunsch ein Recht auf jedes Gefühl hat. Dass es sogar wichtig sein kann ehrlich zu sein und das kann man meist besser in einem Umfeld in dem man angenommen wird. Im besten Fall bei Frauen oder Personen im Allgemeinen, die ehrlich auch die schweren, dunklen und schlimmen Seiten des Kinderwunsches bestätigen. Denn dann fühlt man sich weniger allein, mehr angenommen in seinem Gefühl und ich denke letztlich kann das dazu führen, dass man auch wieder Hoffnung schöpfen kann. Wenn man nicht mehr blockiert ist von Scham, schlechtem Gewissen und dem Druck endlich wirklich glücklich Hoffen zu müssen. Wenn man sich eingesteht, dass man eben auch okay ist, wenn man wirklich verzweifelt ist.

Dann hat man die Möglichkeit am Ende des Novembernebels auch wieder die andere Seite der Medaille zu erkennen. Wo Licht ist, ist Schatten. Und andersherum. Man begreift dann, dass der Kinderwunsch eine Art Prozess ist. Zumindest ist es das bei mir. Ein Prozess mit ganz eigener Dynamik in der es im Grunde kein Falsch und Richtig gibt. Unbedingt aber ein Ehrlich. Und dass es wie in so vielen anderen Bereichen des Lebens darum geht sich selbst anzunehmen. Hilfe anzunehmen, wo sie benötigt wird, wenn sie benötigt wird. Individuelle Wege zu finden mit denen es einem gut geht. Nicht stur Gefühlen hinterherzulaufen die man nicht wirklich empfindet.

Ich habe einen Moment gebraucht um zu begreifen, wie ich trauere um jeden verlorenen Versuch. Um zu verstehen, dass ich nicht aufhören kann spiralförmig darüber nachzudenken ob es wohl geklappt hat oder eben nicht. Dass ich zwar so tue als würde ich daran glauben, dass es nicht geklappt hat und versuche mich auf das Negativ einzustellen, aber gleichzeitig ganz fest daran festhalte, dass es einfach geklappt haben muss. Dass ich das Denken nicht im Griff habe und es mir nichts bringt mich zu zwingen an Wunder zu glauben, wenn ich gerade gefühlt aus den Wolken auf den knallharten Beton der Realität gedonnert bin. Ich habe begriffen, dass es kein Pessimismus, sondern ganz unglaubliche Angst ist, die mich dazu bringt im Gefühlskarussell meine Runden zu drehen. Und nur weil ich mir die Zeit genommen habe und ganz ehrlich zu mir war, konnte ich verstehen, welches das vorherrschende Gefühl ist. Erst jetzt kann ich eine Antwort finden, die mich beruhigt. Keine Pauschale, sondern eine individuelle Strategie entwickeln. Mich erklären und verstanden werden. Ich kann wieder nachvollziehen warum ich mich wie fühle und finde das ok. Ich kann nicht für alle sprechen, aber für mich und vielleicht fühlt sich eine angesprochen und dann war ich ehrlich und sie vielleicht nicht mehr ganz so allein.

Es geht los…

Ich kann es gar nicht glauben.

Am 19. Januar sind unsere Schwimmerchen in der Klinik angekommen, am selben Tag habe ich meine erste mündliche Prüfung sehr gut bestanden, bin ein paar Tage später 30 Jahre alt geworden, hab die ersten drei Kilo meiner anvisierten fünf bis sieben Kilo abgenommen und nun fängt es endlich an real zu werden. Unser Kinderwunsch geht aktiv weiter in die fünfte Runde! (Gute Zeichen = Glücksmonat 😉 )

Ach, was sind wir aufgeregt! Morgen ist es soweit, dann bin ich am 22. Zyklustag angelangt und beginne mit der Einnahme von Estradiol. Es geht also wirkich, wirklich los. Zumindest für meine Gebärmutter 😀

Dann bleibt es spannend, ob ich von Nebenwirkungen verschont bleibe und wann wir mit der Spritzerei anfangen…

am seidenen Faden

Ganz im Ernst. Ich habe die ganze Planerei um den ivf-Zyklus eindeutig unterschätzt. Oder aber mein Glück mit meinem Körper überschätzt. Und jetzt hängt der Babyplan 2016 am seidenen Faden. 😦

Zur Problematik: Mein Antagonistenprotokoll startet mit dem 22 ZT (dieses Zyklusses) mit Estradiol. Der Mittwoch, nach Einsetzen der Mens ist dann der letzte Tag der Estradioleinnahme. Am darauffolgenden Freitag beginnt dann das Spritzen.

Zur Veranschaulichung und weil ich es dann weniger kompliziert erklären muss mein Plan als Grafik:

kalender

Hier folgt nun unser persönliches Dilemma. Wenn die Mens nach Mittwoch beginnen sollte, dann wird das Estradiol weitergenommen, bis zum darauffolgenden Mittwoch und folglich erst die Woche darauf am 12.02 mit den Spritzen losgelegt.

Wie ihr ersehen könnt, bin ich da allerdings schon mit meiner Frau in  meinem Geburtstagsüberraschungsdings, was ohne den Verlust von einigen vielen Euro auch  nicht mehr umzubuchen geht.

Wer jetzt denkt „nun ja, auf die vier Wochen kommt es nu‘ auch nicht mehr an. Erst mal das bestimmt sehr tolle Geschenk genießen“. Der oder die hat die Rechnung ohne das Geburtstagsgeschenk für meine Großeltern gemacht. Für diese habe ich nämlich einen ersten Familienurlaub (wir wohnen alle in Deutschland zertreut, schön zwischen Osten und Westen) anberaumt, damit wir alle die Gelegenheit haben ein paar entspannte Tage miteinander zu verbringen und einen gemeinsamen Urlaub mit unserem Opa zu verbringen, der in den letzten Monaten, aufgrund seines Alters, abzubauen beginnt. Aus diesem Grund ist also auch der Zyklus Ende März nicht drin. Denn höchst wahrscheinlich kommt die Mens dann so, dass ich zur Punktion oder aber zum Transfer nicht in der Nähe der Praxis bin. Tja.

Dann würde es aber eben erst Mai mit dem nächsten Transfer. Und das kann ich kaum mehr aushalten. Vorallem deshalb weil das Baby ja dann gar nicht mehr in diesem JAhr kommen würde. Und das war mein großer Wunsch.

Was also tun?

Mein Plan ist also alles auf eine Karte zu setzen und in 20 Tagen mit dem Estradiol zu beginnen. In der festen Hoffnung, dass ich meine Periode spätestens am Mittwoch bekomme und mit Spritzen im Gepäck in meine Geburtstagsüberraschung düsen kann.

Die Fragen die sich nun stellen sind: wird sich das Estradiol auf meinen Zyklus auswirken und die Mens evtl. nach hinten verschieben? Oder ist das unwahrscheinlich? Kennt sich da jemand zufällig aus?

Ich habe schon viel im Netz gesucht, aber nichts gefunden. Und falls die Mens später kommt, kann ich das Estradiol dann einfach wieder absetzen, oder mach ich  mir damit meinen sonst doch sehr perfekten Zyklus kaputt?

Der Countdown läuft

Sowohl das Jahr an sich, als auch die (erneute) Warterei auf unsere Wunschschwangerschaft und unser Wunschnoblet neigen sich (hoffentlich) dem Ende zu. Es ist unglaublich wie schnell und gleichzeitig zäh die letzten zwölf Monate vergangen sind. Ich möchte niemandem mit endlosen Ergüssen aus den vergangenen elf.dreiviertelzwölftel Monaten langweilen, aber das muss doch festgehalten werden. 🙂

  • vier erfloglose IUI’s
  • vier Besuche in zwei verschiedenen Kinderwunschzentren
  • einige Spritzen und die Einnahme von diversen Hormonen
  • ein riesen Einkauf bei Billman über viele hunderte Euro
  • unzählige Tränen (ein bisschen pathetisch darf es der Ehrlichkeit halber doch zugehen 😉 )
  • eine Reise nach München zur Samenbank
  • eine Bestellung bei der Samenbank
  • viele Stunden Sorgen und Gedanken um das richtige Timing und allerhand anderen Krempel

Und nun lassen wir das Jahr im Urlaub ausklingen. Es geht nach Holland. yai. Und dann im neuen Jahr hoffen wir- wie sicher so viele andere Paare und Frauen und Männer und Regenbogenfamilien und Singles und alle möglichen der vielen Menschen da draußen, dass uns das neue Jahr einen noblet schenkt.

Wir haben alles dafür getan. Nur an der „Timing-Front“ ist immer noch nicht alles geklärt. Je nach Beginn des nächsten Zyklus (vorausgesagt ist laut Periodenkalender der 03. Januar), kämen wir (abgesehen von Prüfungskäse) mit einem geplanten Kurztrip dem Ultraschall in die Quere, der alle zwei Tage angesetzt ist. Hmpf.

Wie habt ihr das gemacht? Alles- das Leben ausgesetzt und nur noch die endlos Warteschleife gelebt? Urlaub planen? Verabredungen eingehen? Termine und Projekte auf der Arbeit?

Ich schwanke stündlich zwischen „Scheißdrauf“ und „Zuverlässigkeit ist das höchste Gut“. A b e r : wenn nun jemand in einem natürlichem Zyklus schwanger würde, und dieser Dame wäre dann ständig übel, dann könnte sie ja auch schlecht dieses und jenes Projekt übernehmen. Oder?

Auf der anderen Seite, ich weiß eben um den Zeitpunkt der Hormoneinnahme, der Stimulation und der Punktion und wir k ö n n t e n versuchen das Datum so günstig wie möglich zu legen. Weg von Klausuren, weg von bereits geplanten Urlauben, weg von Projektplanungen die für das nächste Jahr anstehen. So dreht es sich also zum Jahresende genauso wie zu Beginn. Nur mit einer etwas verlagerten Thematik. Hättehätte… Ich wünschte ich wäre weniger Kopfmensch (manchmal)!

So, ich schweife ab. Das Jahr geht zu Ende und ich stelle fest, mein letztes Jahr mit einer zwei vorne dran, ist nicht weniger kompliziert oder fordernd gewesen. Die Entschiedungen lassen sich noch genauso schwer treffen. Nur das Wollen, das Wünschen, die tiefe Sehnsucht ist noch größer geworden. Und die Liebe zu meiner Frau, die wächst jeden Tag ein kleines bisschsen mehr. Wenn ich sie anschaue. Mit ihr unser Leben plane. Wenn ich (k i t s c h!) in ihre Augen schaue und zuhause bin.

Das ist doch schon mal was 😉

Und weil es gerade nebenher läuft und ich finde, dass es passt, hier noch eine kleine musikalische Untermalung- weil der Text so toll ist.

 

In diesem Sinne wünsche ich Euch heute schon einen wunderschönen Jahresausklang, einen fabelhaften Silvesterabend, einen tollen Start und die Gewissheit, dass alles in Bewegung ist. Habt zauberhafte Augenblicke mit Euren Lieben und genießt die wundervollen lauten und leisen Momente, die sich Euch zeigen. Atmet sie tief ein, ohne sie halten zu wollen, lasst sie in Euer Herz und seid glücklich.

Alles Liebe und einen sagenhaften Start in ein kinderreiches 2016 😉

noblets ❤

Wettlauf für das Wunschkind

Nachdem wir in München waren, hatten wir ja allerhand Dokumente auszufüllen. Bei fast allen sind wir auch fertig geworden und abgesehen von Foto’s die wir noch raussuchen und mit eintüten müssen, fehlen von mir nur noch Nachweise über Blutgruppe, Rhesusfaktor und Cytomegalie. Die Kinderwunschklinik muss noch einen Anforderungsantrag für das Genmaterial unterzeichnen und den Wisch samt Datum per Fax versenden.

Jetzt war ich heute nach der Hochschule mal in der Klinik und wollte nachfragen ob mir den Zettel jemand unterschreiben kann. Während ich da so am Empfang stand, habe ich auch gleich noch wegen der Blutproben gefragt, dass muss allerdings erst von Arzt angefordert werden. Der war aber in einem Patient*innengespräch. Nachdem nicht so klar war, wer jetzt was unterschreiben will/darf/muss, hat die Sprechstundenhilfe noch eine Biologin bemüht, die sich meiner angenommen hat. (Toller Laden und alle sind sowas von nett!) Das war dann geklärt, als Datum für den Versand wurde der 11.1 eingetragen- sie meinten besser früh als spät und schwupps war’s vorbei.

Als ich allerdings am Bahnhof saß- so Richtung Heimat, fiel mir ein, ich wollte ja eigentlich auch noch Blutwerte. Gut, dachte ich so, die jetzt noch  mal nerven ist auch doof. Fragste mal beim Hausarzt. Da erfur ich dann, dass Blutgruppen/Rhesus-Bums mind. 90,- kostet. Und außerdem sind die Guten erst ab dem 11.01 wieder in der Praxis. Wer aufgepasst hat, hat’s bemerkt- am 11.01 soll das Zeug schon verschickt sein Oo Also zur Sicherheit den Termin zum Blutabzapfen zugesagt, gleichzeitig die Frau auf dem Laufenden gehalten, parallel die schwere Tasche balanciert, Fahrpläne gecheckt und kurzfristig entschieden, die Kiwu noch mal anzurufen.

Wieder super freundlich am Telefon. Nur der Arzt immer noch im Gespräch. Oder schon wieder. Weiß ich nicht genau. Sie, also die Arzthelferin, dürfe das nicht alleine entscheiden- ist ja klar. Ob ich heut Nachmittag noch mal vorbeikommen könnte. Ehm, nee. Nicht so. Ich wohne schon ne Ecke weg und konnte/wollte auch leider keine Stunden in der Praxis verbringen. Ich bin also standhaft geblieben, Situation geschildert. Großes Verständnis auf der anderen Seite. Langes Schreiben- kurzer Sinn. Ich durfte zurück und nach kurzem Warten wurde ich zum Blutzapfen geschickt. Uuuund! Ich musste nicht mal was bezahlen. Ha! Läuft! Dafür allerdings extrem schmerzhaft- hatte ich auch noch nicht beim Blutziehen:)

Das Ergebnis wird für Montag erwartet und dann können alle Unterlagen weg. Wir hoffen feste, dass das Datum für die Cryobank in Ordnung geht, weil die sich 14 Tage Sperma-aussuch-zeit erbeten haben. Mit Weihnachtsferien sind das allerdings keine 14 Tage und mit Abzug der vier Tage Frist für die Versendung. ehem. Ja. Leider erwische ich da auch niemanden am Telefon :/ Vielleicht tipp-exe ich auch einfach das Datum unserer Kiwu weg und ergänze durch eins eine Woche später. Gewitzt, oder? 😀

Puh! Und das alles nach insgesamt viel zu wenig Schalf und viel zu viel Arbeit diese Woche. Da brauch ich solche Nervenkrimis unbedingt. Aber ich will nicht meckern. Am Ende war ja alles gut.

Und alles ist so aufregend.


Bezüglich des Startdatums ist auch noch nicht das letzte Wort gesprochen. Zumal: N E W S : Ich war im Rahmen meiner bald beginnenden Masterthesis zu einem Treffen lauter wichtiger Hochschulleute eingeladen und in diesem Bereich, in dem ich/über den ich meine Thesis schreibe, wird in naher Zukunft eine Stelle geboren. Der Hochschulhäuptling (sehr sympathischer Typ im übrigen) meinte dann irgenwann so, dass das ja passen würde. Also die dann bald vakante Stelle zum Thema meiner Masterarbeit und wann ich denn abschließen würde mit dem Studium und meinte dann mit Augenzwinkern, dass man bei so einer Masterarbeit ja vielleicht auch nicht abgeneigt ist im Hochschulbetrieb zu bleiben und zu arbeiten. H a l l o ! ? Wie krass ist das denn?! Klar, das war jetzt kein Versprechen und auch kein Abreitsvertrag, aber waaaaauuu!

Also vielleicht für manch eine*n auch nicht so krass, aber ich bin sowas von die „meint der mich, ich mach doch gar nichts besonders gut- und hoffentlich merkt man nicht, dass ich mir vor Angst fast in die Hosen mache-T y p e!“ Weshalb ich schockiert war, dass ich angesprochen, nach meiner Meinung gefragt und mehrmals (!) auf mich verwiesen wurde. Krasse Erfahrung. Jedefalls, wie cool wäre dass denn bitte? Und  ja, wann sollen wir dann anfangen mit den Babys? Und ist das eine echte Chance? Muha. Also alles ein bisschen viel (schon wieder! Aber ich habe aufgehört mich zu wundern, ich glaube der Wahnsinn gehört zu meinem ist mein Leben)  wie man unschwer erkennen kann. Ich versuche am Wochenende endlich mal eine Mütze Schlaf zu bekommen. Vielleicht wird es dann ein bisschen klarer.