künstliche Befruchtung

Umgang mit Fragen zur Entstehung der Schwangerschaft

Huhu ihr Lieben 🙂

Aus gegebenen Anlass mal eine Frage an die Regenbogen-Familien unter euch. Und natürlich auch alle anderen, die eine Meinung zu der Frage haben!

Gestern habe ich mein Profilbild aktualisiert. Man sieht nun meine Frau und mich  mit Kugel. Ich habe das Feedback auf das Bild wohl unterschätzt. Es hagelt seit gestern Nachrichten. Manche erkundigen sich nur, ob es mir gut geht und teilen mir mit, dass sie sich sehr für meine Frau und mich freuen.

Andere fallen ohne „Hallo“ und ohne „Wie geht’s?“ mit der Tür ins Haus. Das sind dann so Fragen wie: „Wie habt ihr denn das mit dem Papa gemacht?“ (What?) Oder auch: „Ich freue mich für euch. Aber wie geht das?“

Grundsätzlich habe ich ja nichs gegen Interesse an unserem Kinderwunsch-Weg. Eher im Gegenteil. Es ist toll, dass Menschen sich interssieren und vielleicht trägt diese Info ja dazu bei, dass Kinder in Regenbogenfamilien nicht mehr sooo „exotisch“ sind. Aber jetzt, wo es um unser Kind geht und diese Fragen von Menschen kommen, mit denen ich sonst in den letzten Jahren kein Wort gewechselt habe, es sei denn man hat sich zufällig mal irgendwo gesehen und eine Minute Smal-Talk gehalten. Oder die obligatrische Geburtstags-Nachricht. Ich weiß nicht. Ich empfinde das als ja… irgendwie grenzüberschreitend und auch als sehr intime Frage. Ich würde jedenfalls nicht auf die Idee kommen, bei (heterosexuellen) Pärchen zu fragen, ob es denn gleich geklappt hat mit dem Kiwu. Oder wie oft sie es probiert haben. Schon gar nicht, nachdem ich eigentlich keinen wirklichen oder engeren Kontakt mit den Personen  habe. Vor allem würde ich aber nicht nachbohren, wenn schon die Rückmeldung der Schwangeren kommt, dass das jetzt so kein Thema ist für eine Whats App-Unterhaltung oder etwas sarkastisches zurückkommt à la: Wie bei den Bienchen und den Blümchen…

Vielleicht ist es auch eine bloße Unterstellung, aber es scheint mir bei den Nachfragen auch eher um „Newsbeschaffung“ zu gehen. So die Kategorie Klatsch und Tratsch. Weniger um echtes Interesse an uns oder unserer spezifischen Situation. Eher so nach dem Motto: Krass und wo kommt das Sp*rma her? Und vor allem: Wie kam das Sp*rma da hin?

Vielleicht ist es auch Unsinn oder zu weit gedacht, aber ich habe auch nicht so große Lust darauf, dass „Hinz und Kunz“ die genaue Entstehungsgeschichte unseres Kindes kennt, bevor es selbst auch  nur den Hauch einer Ahnung hat.. Schwierig irgendwie..

Aktuelle Strategie? Ich schwanke zwischen dem Ignorieren der Frage und patziger/derber Antwort. Beides fühlt sich aber nicht wirklich stimmig an und ich denke auch, dass es bestimmt noch öfter solche unsensibler Nachfragen geben wird.

Gab es bei euch auch solche Situationen? Wie geht ihr damit um? Oder wie würdet ihr damit umgehen? Erfahrungen, Tipps, Anregungen?

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Schwangerschaftsupdate – SSW 9+10+11

Puh, die Zeit vergeht vielleicht seltsam. Und das mag ich auch gar nicht ausschließlich auf die (Vor-) Weihnachtszeit schieben. Ich habe den Eindruck, wenn ich mir jeden Tag einzeln betrachte, dass sich nichts bewegt. Die magischen 12 Wochen sind immer noch nicht rum. Die 20. Woche, in der ich endlich sicher spüren könnte, dass das Baby wirklich da ist, ist noch in weiter Ferne. Und dennoch, rieseln die Stunden so davon und ich weiß nicht so recht wohin.

Nun bin ich also in der elften Woche. Allerdinngs nur noch bis Samstag, denn da beginnt dann die 12. Woche (Die/der aufmerksame Leser*in hat vielleicht bemerkt, der Wochenwechseltag wurde schon wieder verschoben. Auf Samstag. Und das obwohl das Baby dem Ultraschallbild immer eine ganze Nasenlänge voraus ist. Aber ja, es muss sich strikt an die Zahlen gehalten werden- damit alles seine Ordnung hat 😀 ) Ich lege also los, in Kurzfassung. Denn, wer will das schon lesen 🙂

SSW 9

Tafeltrauben, Trauben, Weintrauben, Obst, Gesund, Grün

Das Baby ist so groß wie eine Weintraube

 Das ging gut: nahezu alles. Besonders: Äpfel und Nudeln. Die Übelkeit ist fast weg und der Apettit kehrt zurück. Yai.

Das geht gar nicht mehr:  Gemüse.

Highlights + Lacher

Highlight, das Adventsessen mit den Schwiegereltern. Wir wurden in ein tolles Restaurant eingeladen. Essen als Menü. Schön mit passenden Weinen und Tatar als ersten Gang. Da ich ja eine Woche zuvor schon sehr picky beim Essen war, wurde ich doppelt argwöhnisch beäugt. Unangenehm, diese Flunkerei.

Sonst gab es nichts zum Lachen. Eher zum Weinen, weil ich mich auf der Arbeit halb kaputt geschufftet habe und an einem Abend ernsthaft heimlich heulen gegangen bin. Vor Müdigkeit unf Erschöpfung. An besagtem Abend, gegen 22 Uhr, war ich auch wirklich kurz davor meiner Chefin von der Schwangerschaft zu erzählen. Hab ich dann aber gelassen. Weihnachten und somit Urlaub stehen ja vor der Tür.

Wehwechen

Müdigkeit. Aber nicht mehr so extrem. Schnelle Erschöpfung und Bauchschmerzen. Eigentlich immer.

SSW 10

Oliven, Olivenbaum, Olive, Baum, Grün, Landschaft

Das Baby ist so groß wie eine Olive

Insgesamt war diese Woche genau so unspektakulär wie die letzte. Arbeit, davon viel und sonst nüscht. Unterschieden hat sie sich einzig durch mein gesteigertes Hungergefühl.

Das ging gut: Weiterhin Nudeln und Äpfel.

Das geht gar nicht mehr: Gemüse. Immer noch nicht.

Highlights, Lacher und Wehwechen

Eindeutig der Ultraschall, den ich mir zusätzlich erschlichen habe. Seit der 9. SSW habe ich andauernde Bauchschmerzen, die mich ein bisschen unsicher haben werden lassen. Vor den Weihnachtsfeiertagen musste also noch mal eine Sicherheit her, weshalb ich zu meiner Gyn gefahren bin und nach einer halbstündigen Parkplatzsuch-Odysse schließlich zum Schallen dran kam. Ist die Bohne nicht zuckersüß?! 😀 Sie hat gezappelt was das Zeug hielt, das Herzchen hat gewummert und die Mama war beruhigt.

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Bild von 9+5

Schwangerschaftsartikel

Viel zu früh und nein, wir wollen das Schicksal nicht herausfordern, aber es war sooo sehr reduziert, dass wir nicht widerstehen konnten. Das Paket kommt auch erst bei 12+ an (frühstens!) also es ist: tadaaaa ein Maxi-Cosi für das Auto.

SSW 11 (Weihnachten)

Feigen, Obst, Echte Feige, Früchte, Reif, Süß, Lecker

Das Baby ist so groß wie eine Feige

Highlights

Bis zum letzten Tag war nicht klar, ob wir es unseren Familien an Weihnachten wirklich sagen möchten. Immerhin sind wir jetzt nicht sooo weit in der Schwangerschaft fortgeschritten. Die liebe Ehefrau hat sich an der 13. Wochen festgebissen und irgendwie sitzt uns die Sorge um einen Verlust doch noch schwer im Nacken.

Positiv gestimmt bin ich besonders durch den US gewesen. Die Bohne hat so fleißig gezappelt, dass ich dachte, das kann nur gut gehen.

Der zweite Punkt der dafür sprach, war strategischer Natur. Wie ich schon mal am Rande erwähnt habe, ist das Verhältnis zu meiner Mutter ein sehr, sehr schwieriges. Sie ist sehr missgünstig, super empfindlich und extrem schnell beleidigt. Das zusammen macht jegliche Begegnungen so spannend wie ein Spaziergang über ein Minenfeld. Was mich sehr belastet. Seit einem Jahr haben wir, nach einem hässlichen Gespräch, keinen Kontakt- von meiner Mutter ausgehend, die mit der Wahrheit konfrontiert, entschieden hat, dass sie den Kontakt mit mir nicht aushalten kann. Soweit so beschissen. Als Tochter und gefangen in Familienstrukturen die zum Schreien sind, dachte ich also es ist schlauer allen Familienmitgliedern gleichzeitig von unserer Schwangerschaft zu erzählen. Damit hätte ich dann auch ein persönliches Gespräch mit meiner Mutter vermieden plus, sie kann nicht gekränkt sein, dass sie es vielleicht nicht als erste erfahren hat. Denn darauf hat sie, ihrer Denke nach, trotz allem ein Anrecht.

Der dritte Punkt der dafür sprach war, dass wir auch bei meinen Schwiegereltern eingeladen waren und das Versteckspielen dort bisweilen bizzare Formen angenommen hat.

Fazit: Ein Go zum Schwangerschafts-Outing und es war an und für sich ziemlich toll. Alle, auch vor allem die Schwiegereltern, haben sich sehr gefreut. Da haben wir uns ein bisschen Gedanken gemacht, dass der Schwiegerpapa sich nicht so Opamäßig fühlt, da das Kind ja biologisch nicht von seiner Tochter kommt. Aber auch diese Sorge war völlig unbegründet und zumindest ich bin sehr, sehr zufrieden damit, dass wir Weihnachten genutzt haben um stolz von unserem Nachwuchs zu berichten. Das Ganze hat es noch einmal realistischer werden lassen. ❤

Wehwechen

Die Übelkeit ist wieder zurück. Dazu ekeliger Speichelfluss, der die Übelkeit verstärkt. Plus ständig schlimmer Hunger und null Apettit. Bauchschmerzen. Immer. Extreme Alpträume. Und seit SSW 9 bin ich jede Nacht drei Mal wach und schlafe sehr schlecht.

Aber all das wiegt nicht auf, was mich am glücklichsten macht. Wir sind schawanger. Die Bohne zappelt und wächst und lebt und wird schon jetzt wie verrückt geliebt!

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Kryo oder doch ein Frischversuch?

Die Fakten: Es sind statt der acht erwarteten Eizellen, neun geworden. Das war schon mal ein Grund zur Freude. Aus dem wenigstens in Ansätzen erfolgreichen Kryo-Versuch und vorallem deshalb, weil es mir bei der ersten IVF echt mega schlecht ging, war für diesen Versuch eingeplant die Blastos zu frosten und dann nach dem Urlaub eine Kryo zu machen.

Jetzt geht es mir aber eigentlich sehr gut. Minimales Zwicken und sonst sehr entspannt in der Bauchgegend. Die Gebärmutterschleimhaut ist spitze aufgebaut und ja, die Eierchens wachsen aktuell in der Petrischale vor sich hin.

 

Also drängt sich die Frage auf. Doch ein Frischversuch? Das Problem? Zweierlei..

  • Erstens: Die Liebste hasst Planänderungen aus ganzem tiefsten Herzen und ist eine absolute Sicherheitsfanatikerin. Sie tut sich also sehr schwer damit, dass es unter Umständen (und noch möchte ich nur mal darüber sprechen) anders kommt als geplant.

Ich hingegen höre am liebsten auf mein Bauchgefühhl und man kann nie so dumm denken wie es dann kommt. Ich hätte niemals erwartet, dass es mir nicht hundeelend gehen wird nach der Punktion.

  •  Zweitens: Wir wollen in den Urlaub. Da ist schon alles gebucht. Tolle Privat-Finca auf Mallorca. Das bedeutet mit Flug. Der würde so ca.2,5 Stunden dauern. Ich bin da nicht soo ängstlich und denke, wenn der Krümel deshalb verschwinden würde, dann wäre er wahrscheinlich sowieso gegangen. Und vielleicht hilft gerade die Entspannung im Urlaub? Sonne, Liebe, Meer… Aber sicher wissen kann man es natürlich nicht zu 100%. Weshalb das irgendwie doch eher gegen einen Frischversuch sprechen würde. Oder doch nicht?

Ja, damit vertreibe ich mir so den Sonntagnachmittag. Tüdelü. Es ist ein Fest! Nicht!

ewiger Winterschlaf…

…für unser Dino-Ei (die Ehefrau hat es so getauft) nicht!

Ich habe in der Kiwu-Klinik angerufen und wurde mit einem Biologen verbunden, der mir mitgeteilt hat, dass das Ei aufgewacht und wohlauf ist. Hach, ist das nicht wunder_schön?

Und heute habe ich im Dämmerschlaf von unserem Baby geträumt und bin (nicht nur deswegen) mächtig guter Dinge, dass es dieses Mal ganz toll wird.

Ich meine, die Sonne scheint, es wird warm, ich habe schon ein paar Frühlingsmomente genießen dürfen und das Ei wird sicher genau wie ich, froh sein, dass heute nachmittag für sie*ihn* die Eiszeit vorbei ist und es zurück zu Mama geht 😆

Ganz im Sinne der self fulfilling Prophecy,gehe ich also vom Besten aus.

 

neue Woche, neues Glück

Die letzten Wochen in Kurzfassung:

Viel zu viel Arbeit. Viel zu wenig Masterarbeit. Einiges an Recherche zu Pflegschaften und Adoption, wobei letzteres Thema für uns als lesbisches Ehepaar verpartnertes Paar nicht in Frage kommt. Es lebe „gleiches Recht für Alle!“.

Einige Termin in einer TCM Praxis. Ein paar eingerenkte Rippen und einige Sitzungen Akupunktur für viel und teuer Geld.

Die gegenwärtige(n) Woche(n): Aktuell  für mindestens zwei Wochen krankgeschrieben, aufgrund akuter Überlastung und um für mich mal ein paar Dinge zu sortieren. Insbesondere in Bezug auf meine Arbeit, von der ich mich unnötigerweise und meinem Perfektionismus sei dank, absolut abhängig mache. Natürlich kann man von Arbeitgeber*innen keine Rücksicht erwarten, denn jetzt mal im Ernst; wer verzichtet schon auf eine Arbeitskraft, die im Studentinnestatus in einem 20 Stundenvertrag für 35 arbeitet und dabei kaum Steuern kostet? Also habe ich das jetzt selbst in die Hand genommen. Selbstfürsorge und so. Und ich denke auch, dass es spätestens jetzt an der Zeit ist (immerhin bin ich mittlerweile 30! Jahre alt 😨) Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und zwar mit allen Konsequenzen. Deshalb, meine ich (und mein Arzt ist da ganz bei mir): meine Gesundheit muss vorgehen! Und das heißt jetzt erst mal wieder zu Kräften kommen. Und dann langsam an der Thesis weiterarbeiten. Ist aber an sich schon auch ein bisschen ein eigenes anderes Thema.

Also: In Sachen Kinderwunsch steht der nächste Termin zum Kryotransfer am Montag an. Ausgelöst haben wir letzten Montag am 25. April. Seit Mittwoch 2-2-2 Utrogest.

Meine Gedanken dazu: Joah, pfff… Steckste nicht drin. Wenn’s nicht klappt, freuen wir uns auf den Urlaub, den wir für September planen. Noch  mal Thailand. Yai. 😀

on and on and on it goes

Heute- große Freude Zyklustag Nummer EINS!

Nachfrage in der Kinderwunschklinik, ob ich jetzt bitte endlich die Medis absetzen kann. Antwort: JA! Der hcg-Wert ist nicht vorhanden. Null.

Wie weiter? Kryo- wenn möglich in diesem Zyklus. Ist ja strahlend und neu und bestimmt gut zu gebrauchen. Wie das geht weiß ich noch nicht.

Für die Pessimistin in mir der Ablauf der nächsten Monate; a) dieser Zyklus nächster Kryo. b) Wenn der Versuch nicht klappt noch eine weitere ivf. Mit der (für meine Optimistin neben der Pessimistin- hm… gespaltene Persönlichkeit? 😂) zweiten ivf erreichen wir dann mindestens wieder 2 Blastozysten, die dann c) beide für einen weiteren Transfer zu mir zurück kommen würden. Falls d) das nicht klappt (jaha, es ist dunkel bei mir hier unten) dann wird adoptiert. Punkt!

Ein bisschen crazy bin ich schon,  aber ich und meiner Frau geht es da auch so, brauche Pläne. Damit wir uns nicht so ausgeliefert fühlen müssen.  Und damit lässt sich das 0,0 Negativ irgendwie besser verkraften.

Und jetzt erst mal hoch die Tassen! Mir egal, dass es erst eins ist.

2016-03-05 12.54.09

Schwangerschaftstest

Nichts Neues von der ivf-Front. Mein Gefühl zur möglichen Schwangerschaft ist noch negativer und das spiegelt sich sowohl in den bekannten Mensgefühlen, als auch im negativen Schwangerschaftstest. PU + 9 und PU + 10 negativ.

Ja, es ist erst PU + 10, aber diesen einen weißen Streifen auf dem Test, diese immer wiederkehrenden Vorboten für die Mens, die Tatsache, dass ich jeden Versuch jedes „Anzeichen“ aufgeschrieben habe und es eins zu eins wieder auftritt, das trifft mich.

Obwohl ich mit diesem „es hat nicht geklappt Gefühl“ schon aus der Klinik gegangen bin. Ich habe eine unglaubliche irrationale Angst davor, dass mein Bauchgefühl stimmt. Dass im nächsten Zyklus das Eisbärchen nicht aufwacht, oder falls es aufwacht nicht klappt und ich noch einmal durch diese ganze Hormonhölle muss.

Ich wünsche mir unser Baby!

Und im Fernsehen läuft Juno.

Post-Punktion und Prä-Transfer

No long, no see! Dafür heute ein etwas ausführlicheres Update von der ivf-Front.

Letzten Samstag war es soweit. Nach einer kurzen, weil furchtbar aufgeregten Nacht, sind wir am Samstagmorgen recht zeitig aus den Federn gehüpft, um pünktlich um neun in unserem Kinderwunschzentrum zu sein. Nach einer anstrengenderen Fahrt auf der Autobahn (es hat geregnet und gestürmt) sind wir doch relativ schnell durchgekommen und waren eine halbe Stunde zu früh. Die Zeit habe ich selbstverständlich toll nutzen können, um noch nervöser zu werden und zu allem Übel durften wir noch gar nicht in die Praxisräumlichkeiten. So haben wir dann noch gute 20 Minuten vor der Tür gewartet. Als wir dann endlich rein durften, hat uns eine sehr freundliche MTA in die Umkleideschleuse geführt, mir versichert, dass der Eingriff ganz schnell vorbeigeht und auch gar nicht weiter schlimm ist und schwups sah ich mich in einem schicken OP-Dress mit „hinten offen“ in den Ruhe- bzw. Warteraum katapultiert. Es lief schöne Entspannungsmusik und der Raum ist ziemlich Spa-mäßig gestaltet. Als dann aber nach ca. 10 Minuten die Titelmusik von Halloween als Klassikinterpretation kam, hab ich mich schon gefragt, ob das so passend ist. Zumal ich ernsthaft Angst vor der Narkose hatte. Aber gut, sei’s drum 😀

Nach einer kurzen Weile hat sich dann das OP-Team vorgestellt. Die Anästhesistin hat mir einen Zugang gelegt, was ich als ziemlich schmerzhaft und unangenehm empfand und mir noch ein bisschen Blut abgezapft. Die behandelnde Ärztin und die OP-Schwester haben mich im Anschluss abgeholt und in den kleinen OP-Raum gefahren. Meine Frau war bis dahin bei mir und hat dann auf mich gewartet. Die Narkose, kam dann recht zügig und die Narkoseärztin hat sich noch nett mit mir unterhalten und mir erzählt wie sie wirkt, bis ich dann recht schnell im Land der Träume war.

Als ich wieder zu mir gekommen bin, hab ich zuerst meine Frau gesehen und das Piepsen des Überwachungsmonitors wahrgenommen. Meine erste bewusste Frage galt den punktierten Eizellen und später habe ich erfahren, dass ich, noch halb weggetreten, als erstes eine Liebeserklärung an meine Frau gerichtet ❤ und dann ständig die Anästhesistin genervt habe, in dem ich unentwegt und mit schwerer Zunge nach den Eizellen gefragt habe 😀

Letztlich waren es 15 Follikel, statt der 17 gezählten und von diesen enthielten alle eine Eizelle. Eine Eizell-Rate von 100% und ich war so erleichtert und froh. Ich habe eigentlich mit nicht mehr als acht bis neun Eizellen gerechnet. Wir haben dann noch die Information erhalten, dass meine Eierstöcke, so prall gefüllt aussahen wie Bienenwaben und ich sicher mit Schmerzen zu rechnen habe. Aber gut, frau kann nicht alles haben 🙂

Nachdem ich halbwegs auf dem Damm war und noch eine große Portion Schmerzmittel i.v erhalten habe, sind wir zum Biologen gegangen, der uns zur erfolgreichen Punktion gratuliert und mitgeteilt hat, dass er von einer guten Befruchtungsrate ausgeht. Dann der nochmalige Hinweis darauf, dass ich mich schon mal auf Schmerzen gefasst machen soll, weil die Follikel laut Ärztin sehr groß waren und sich gegen Abend wieder mit Wasser füllen und erneut großen Druck auf die Eierstöcke ausüben werden. Bis dahin habe ich das nicht so wirklich glauben können, weil ich mich so gut gefühlt habe 🙂

Dann hieß/heißt es warten. Fünf lange Tage lang- bis Donnerstag.

Nach dem entspannten Gefühl am Vormittag haben mich die beginnenden Schmerzen gegen Abend eiskalt erwischt. Den kompletten Samstagabend bis Dienstagmittag hatte ich extreme Schmerzen. Ich sah aus wie im vierten/fünften Monat schwanger, konnte mich kaum bewegen und das auf die Toilette gehen war eine Qual. Nur das nicht auf die Toilette gehen war noch schlimmer, weil die volle Blase dann auf den ohnehin schon übervollen Bauch gedrückt hat. Ich habe am Sonntag echt Angst gehabt, dass es ein Überstimulationssyndrom ist, aber tapfer weiter meine vier Liter Flüssigkeit plus Eiweißshakes (ekelhaft!) zu mir genommen, abwechselnd gekühlt oder gewärmt (je nachdem was sich besser angefühlt hat) und mich umsorgen lassen. Ich bin jetzt nicht so der empfindliche Typ und trotzdem hat es plötzlich Sinn gemacht, dass mein Arzt meinte „wenn sie hart im Nehmen sind, lösen Sie mit hcg aus“. Puh, und ich war wirklich hart im Nehmen. Gestern habe ich mich schweren Herzens krankschreiben lassen müssen und bin von meiner Hausärztin im Schneckentempo nach Hause geschlichen. Die Bewegung hat ein bisschen was bewegt im Bauch uns seitdem wurde es bis in die Abendstunden hinein wieder etwas besser. Abends und nachts war es noch sehr unangenehm, aber heute Morgen konnte ich schon viel freier atmen und lachen ohne mir den Bauch zu halten. Yai.

Dafür tut mir seit gestern Morgen der Hals beim Schlucken weh und eine meiner Mandeln hat eine beachtliche Größe angenommen. Ich habe sonst allerdings keine Erkältungsanzeichen, was ich seltsam finde. Vielleicht nur ein Zeichen dafür, dass mein Körper arbeitet. Wie dem auch sei, nachdem es also seit gestern gefühlt bergauf geht, habe ich wieder ein wenig Hoffnung, dass der Transfer morgen gemacht werden kann.

Die hübschen Eizellen dürfen nämlich bis morgen an Tag fünf weiterwachsen und haben sich hoffentlich schon fleißig geteilt. Ich schaue mir jeden Tag ein Bild von sich entwickelnden Eizellen an und drücke fest die Daumen, dass wir morgen einige schöne Blastozysten haben von denen dann eine, auf Wunsch meiner Frau und Empfehlung des behandelnden Arztes, einziehen darf 🙂

blasto

Quelle: http://www.ivf-giessen.de/images/sonstige/embryonalentwicklung1_klein.gif

Kurz-Update und Nebenwirkungen Estradiol

Kurz vorweg für diejenigen die sich nicht brennend für die Nebenwirkungen von Estradiol interssieren 😉

Kürzlich haben wir uns ja sehr über die Ankunft der Schwimmer gefreut, die ihren Weg von München zu uns in das Kinderwunschzentrum geschafft haben. Gestern kam dann die Rechnung zu der ganzen Freude. Und wollen wir mal ehrlich sein, wir wissen wofür wir es tun und sicher wird es uns jeden einzelnen Euro wert sein (ist es jetzt schon) den wir in unsere Wunschfamilie investiert haben… ❤ Aber ich finde, man darf auch mal ehrlich sein, dass so eine Rechnung über 2100 Euro (2 Straws plus Grundgebühr plus Versand) erst mal einen kurzen Atemstillstand nach sich ziehen kann, wenn man nicht Geld wie Heu hat. Zusätzlich dazu haben wir das Konto erst vor einer Woche leergeräumt für das Beratungsgespräch und die Kühlung des Genmaterials. So krass wie viel Kohle das am Ende ist. Ich meine wir sehen es so, dass wir uns unseren größten Wunsch erfüllen und wenn der nicht sinnvoller ist als ein (entschuldigt den platten Vergleich) schnöder Gebrauchsgegenstand, dann weiß ich auch nicht. Aber man darf auch mal sagen, dass es einem auffällt, dass man da tausende Euro wegtransferiert. Verrückt. So, soviel dazu. Wenn alles rum ist, werde ich für die Recherche anderer Frauen/Paare auf jeden Fall eine Liste fertig machen. Damit frau weiß wann sie das Sparen anfangen muss 🙂

So und nun zu den Nebenwirkungen Teil I – Vorzyklus Estradiol 1-0-1 Beginn ZT 22

Weil ich mich das gefragt habe bevor ich mit der Einnahme begonnen habe, dachte ich es ist nicht schlecht das hier festzuhalten, vielleicht beantwortet es ja der einen oder anderen die Frage 🙂

Aktuell nehme ich morgens und abends jeweis eine Tablette 1mg Estrdiol oral.

Zu Beginn habe ich gar nichts bemerkt und dachte die leichte Übelkeit komme von irgendwwa anderem… nach der dritten Tablette habe ich aber bemerkt, dass mir immer nach der Einnahme für ungefähr eine Stunde leicht schlecht ist. Es ist nicht schlimm, auch nicht so als das ich mich übergeben müsste. Ich würde sagen einfach  nur so, dass man es merkt. Da der Spuk aber temporär sehr begrenzt ist, finde ich es jetzt nicht so furchtbar. Teil zwei der Nebenwirkungen: niesen. Ja, ernsthaft, ich muss ziemlich oft niesen oder es zieht in der Nase, so als würde man im Schwimmbad eine Prise Chlorwasser außversehen bis ganz weit hoch ziehen 😀

Dazu  muss ich sagen, dass ich recht empfindlich bin, was Hormongaben angeht und von diesem Standpunkt aus denke ich, dass es Nebenwirkungen sind, die man sonst kaum bemerken würde. Wahrscheinlich auch ein Grund dafür, dass es im Internet recht wenig Informationen zu Nebenwirkungen gibt. Also keine Sorge vor der Verabreichung 🙂

Nur der Vollständigkeit halber 🙂