Samenbank

Wettlauf für das Wunschkind

Nachdem wir in München waren, hatten wir ja allerhand Dokumente auszufüllen. Bei fast allen sind wir auch fertig geworden und abgesehen von Foto’s die wir noch raussuchen und mit eintüten müssen, fehlen von mir nur noch Nachweise über Blutgruppe, Rhesusfaktor und Cytomegalie. Die Kinderwunschklinik muss noch einen Anforderungsantrag für das Genmaterial unterzeichnen und den Wisch samt Datum per Fax versenden.

Jetzt war ich heute nach der Hochschule mal in der Klinik und wollte nachfragen ob mir den Zettel jemand unterschreiben kann. Während ich da so am Empfang stand, habe ich auch gleich noch wegen der Blutproben gefragt, dass muss allerdings erst von Arzt angefordert werden. Der war aber in einem Patient*innengespräch. Nachdem nicht so klar war, wer jetzt was unterschreiben will/darf/muss, hat die Sprechstundenhilfe noch eine Biologin bemüht, die sich meiner angenommen hat. (Toller Laden und alle sind sowas von nett!) Das war dann geklärt, als Datum für den Versand wurde der 11.1 eingetragen- sie meinten besser früh als spät und schwupps war’s vorbei.

Als ich allerdings am Bahnhof saß- so Richtung Heimat, fiel mir ein, ich wollte ja eigentlich auch noch Blutwerte. Gut, dachte ich so, die jetzt noch  mal nerven ist auch doof. Fragste mal beim Hausarzt. Da erfur ich dann, dass Blutgruppen/Rhesus-Bums mind. 90,- kostet. Und außerdem sind die Guten erst ab dem 11.01 wieder in der Praxis. Wer aufgepasst hat, hat’s bemerkt- am 11.01 soll das Zeug schon verschickt sein Oo Also zur Sicherheit den Termin zum Blutabzapfen zugesagt, gleichzeitig die Frau auf dem Laufenden gehalten, parallel die schwere Tasche balanciert, Fahrpläne gecheckt und kurzfristig entschieden, die Kiwu noch mal anzurufen.

Wieder super freundlich am Telefon. Nur der Arzt immer noch im Gespräch. Oder schon wieder. Weiß ich nicht genau. Sie, also die Arzthelferin, dürfe das nicht alleine entscheiden- ist ja klar. Ob ich heut Nachmittag noch mal vorbeikommen könnte. Ehm, nee. Nicht so. Ich wohne schon ne Ecke weg und konnte/wollte auch leider keine Stunden in der Praxis verbringen. Ich bin also standhaft geblieben, Situation geschildert. Großes Verständnis auf der anderen Seite. Langes Schreiben- kurzer Sinn. Ich durfte zurück und nach kurzem Warten wurde ich zum Blutzapfen geschickt. Uuuund! Ich musste nicht mal was bezahlen. Ha! Läuft! Dafür allerdings extrem schmerzhaft- hatte ich auch noch nicht beim Blutziehen:)

Das Ergebnis wird für Montag erwartet und dann können alle Unterlagen weg. Wir hoffen feste, dass das Datum für die Cryobank in Ordnung geht, weil die sich 14 Tage Sperma-aussuch-zeit erbeten haben. Mit Weihnachtsferien sind das allerdings keine 14 Tage und mit Abzug der vier Tage Frist für die Versendung. ehem. Ja. Leider erwische ich da auch niemanden am Telefon :/ Vielleicht tipp-exe ich auch einfach das Datum unserer Kiwu weg und ergänze durch eins eine Woche später. Gewitzt, oder? 😀

Puh! Und das alles nach insgesamt viel zu wenig Schalf und viel zu viel Arbeit diese Woche. Da brauch ich solche Nervenkrimis unbedingt. Aber ich will nicht meckern. Am Ende war ja alles gut.

Und alles ist so aufregend.


Bezüglich des Startdatums ist auch noch nicht das letzte Wort gesprochen. Zumal: N E W S : Ich war im Rahmen meiner bald beginnenden Masterthesis zu einem Treffen lauter wichtiger Hochschulleute eingeladen und in diesem Bereich, in dem ich/über den ich meine Thesis schreibe, wird in naher Zukunft eine Stelle geboren. Der Hochschulhäuptling (sehr sympathischer Typ im übrigen) meinte dann irgenwann so, dass das ja passen würde. Also die dann bald vakante Stelle zum Thema meiner Masterarbeit und wann ich denn abschließen würde mit dem Studium und meinte dann mit Augenzwinkern, dass man bei so einer Masterarbeit ja vielleicht auch nicht abgeneigt ist im Hochschulbetrieb zu bleiben und zu arbeiten. H a l l o ! ? Wie krass ist das denn?! Klar, das war jetzt kein Versprechen und auch kein Abreitsvertrag, aber waaaaauuu!

Also vielleicht für manch eine*n auch nicht so krass, aber ich bin sowas von die „meint der mich, ich mach doch gar nichts besonders gut- und hoffentlich merkt man nicht, dass ich mir vor Angst fast in die Hosen mache-T y p e!“ Weshalb ich schockiert war, dass ich angesprochen, nach meiner Meinung gefragt und mehrmals (!) auf mich verwiesen wurde. Krasse Erfahrung. Jedefalls, wie cool wäre dass denn bitte? Und  ja, wann sollen wir dann anfangen mit den Babys? Und ist das eine echte Chance? Muha. Also alles ein bisschen viel (schon wieder! Aber ich habe aufgehört mich zu wundern, ich glaube der Wahnsinn gehört zu meinem ist mein Leben)  wie man unschwer erkennen kann. Ich versuche am Wochenende endlich mal eine Mütze Schlaf zu bekommen. Vielleicht wird es dann ein bisschen klarer.

Zurück aus München – Auf die Schwimmer, fertig, los ;)

Wir haben ein paar schöne Tage in München verlebt. Waren in der Therme Erding – so groß! Lecker frühstücken – so  yummi! Wir waren kurz auf dem Weihanchtsmarkt – so voll (also der Markt, nicht wir 😉 )!

Und, das Wichtigste: Wir waren bei dem psychosozialen Beratungsgespräch der Samenbank in München und sind jetzt – so viel weiter. Okay, der Ehrlichkeit halber – auch um so viel Geld leichter. Aber das was mittlerweile als einziges zählt ist, dass wir einen Schritt weiter sind!

Das Gespräch mit der Psychologin war eine Art Aufklärungs- und Informationsgespräch und ganz anders als erwartet. Sie hat erklärt worauf es ihr bei der Auswahl der Spender ankommt (Gesundheitsvorgaben etc.), wie die Spender letztlich ausgewählt werden (psychologisches Gespräch) und nach welchen Kriterien sie den passenden Spender für uns aussucht. Das Gespräch selbst lief extrem wertschätzend, offen und entspannt ab. Wir haben alle Unterlagen, die zum Bestellen nötig sind, ausgehändigt bekommen und sie heute auch schon fleißig ausgefüllt. Nächste Woche werde ich die Dokumente für die Kiwu-Klinik bei unserem behandelnden Arzt vorbeibringen und hoffen, dass der Versendung der zwei Portionen für die ivf nichts mehr im Wege steht. Die Zeit bis zur Auswahl des passenden Spenders beträgt so ca. zwei Wochen, nach Eingang aller relevanten Dokumente und die Versendung des Genmaterials in unsere Kiwu-Klinik dauert dann ca. vier Tage. Ich bin echt reif für ein paar positive Entwicklungen in Sachen Kinderwunsch.

Was mich besonders freut ist die Reaktion meiner Frau. Wo sie sonst eigentlich vom Typ her eher pessimistisch ist und wenig Begeisterung an den Tag legt (es könnte ja sein, dass etwas schief geht und dann möchte sie nicht enttäuscht sein) ist sie seit dem Kurztrip nach München wie ausgewechselt. Sie war furchtbar aufgeregt und schwärmt seitdem von nichts anderem mehr als davon, dass es für sie jetzt bitte unbedingt und gleich losgehen könnte. Am liebsten ohne die zehn Monate Schwangerschaft, direkt über los in das Familienleben mit Kind. So süß  ❤ 😉

Aktuell überlegen wir wann ich anfangen sollte die Medis zu nehmen, die ja schon seit einigen Wochen im Kühlschrank auf ihren Einsatz warten.

In der ersten Februarwoche schreibe ich zig Klausuren- die letzten bevor ich endlich scheinfrei in die Masterarbeit starte. Da hängt also viel dran. Und eigentlich war der Plan bis nach den Klausuren zu warten, bevor ich mit der Hormoneinnahme beginne. Grund: Wir haben Angst davor, dass ich die Hormone- genauer das Östrogen nicht gut vertrage, es mir dann schlecht geht und ich die Klausurenphase mit unnötigem Stress und körperlichem Symptomen versaue.

Konkret geht es bei mir ja mit Estradiol los. Ich habe keine Ahnung wie da die Nebenwirkungen tatsächlich sind, ich weiß nur, dass ich auf das künstliche Hcg zum Auslösen des ES und auf die Einnahme des Progesteron schon ziemlich reagiert habe. Stimmungsschwankungen, Müdigkeit und wirklich üble Laune. Allerdings würde nur die Einnahme vom Estradiol in der Prüfungsphase liegen. Den Rest der verordneten Hormone würde ich, so wie der Zyklus vorausgesagt ist, erst nach der Prüfung nehmen müssen.

Hach, nicht so einfach. Hat jemand da draußen Erfahrungen mit Estradiol, also künstlichem Östrogen? Mach ich mich umsonst verrückt?

Falls wir später anfangen würden, würde sich der Start- logisch- um einen Monat verschieben. Man könnte jetzt sagen: was solls, die vier Wochen machen nach dem Jahr auch keinen Unterschied, aber was soll ich sagen..? 😀 Ich denke ihr wisst Bescheid 😛

Denn falls wir uns entscheiden sollten im Febraur mit den Medis anzufangen, dann würde das bedeuten, dass es nach meiner nächsten Mens losgehen würde. So in echt! Und das wäre ja schon ein Ding, oder?

psychosoziales Beratungsgespräch

Es ist soweit. Ich warte mit meiner liebsten kleinen Schwester auf meine Liebste und dann fahren sie und ich nach München. Dort haben wir dann morgen den Termin mit der Psycholgin und Geschäftsführerin der Samenbank, bei der wir dann hoffentlich bald unsere kleinen Schwimmerchen kaufen können. Wir sind tierisch gespannt, ob nun noch mehr Schwierigkeiten auf uns zu kommen, oder ob es nach dem Gespräch endlich geschafft ist und wir nun noch auf die Lieferung warten müssen um dann endlichendlich nach meinem Prüfungsmarathon mit den Hormonen anfangen zu können.

Wir verbinden den aufregenden Teil des Münchenbesuchs mit Wellness und Weihnachtsmarkt und werden nach den letzen Wochen voller Stress mal wieder ein bisschen Zeit für uns haben! Nachdem ich heute erst meine Forschungsarbeit abgegeben habe, tut so ein bisschen Entspannung sicher richtig gut! Ick freue mir!  Und in München waren wir auch noch nicht. Ich bin gespannt, ob wir eine „Szene“ finden 😀 Jemand Tipps?

Die Stimme aus dem Off

Was zuvor geschah…

Die Zeit zieht sich wie Kaugummi und rast gleichzeitig so schnell, dass ich kaum mehr folgen kann. Und es gibt allerhand Löcher zu stopfen. Da ich letztes Semester aufgrund akuter Überlastung kaum in der Studierstätte war, muss ich dieses Semester diverse Klausuren nachholen um noch pünktlich mit dem Master fertig zu werden bzw. meine Masterarbeit noch dieses Semester anmelden zu können. Das bedeutet zig Klausuren über noch mehr Module und drei Fachgespräche über insgemsamt sechs Veranstaltungen. Das alles in einer Woche. Wie ich das in mein Gehirn bekommen soll? Aktuell noch keine Idee. Das Thema für die Masterarbeit sollte darüber hinaus in den nächsten 4 Wochen feststehen. Dazu der neue Job. Regelmäßig 30 Stunden die Woche, neben dem Vollzeitstudium. Und ich sitze immer noch an der Forschungsarbeit, die bis Ende November fertig sein muss.

Morgens um fünf wache ich auf, dann geht’s an den Laptop zum Schreiben, dann entweder zur Arbeit bis abends ca. 18-19 Uhr oder zum Studieren. Dann nach Hause und um neun liege ich im Bett, wenn ich nicht noch was für den nächsten Tag vorbereiten muss. Platt. Und das geht so weiter inkl. Samstag. Partnerschaft? Sonntags auf der Couch, während die Glotze läuft und ich mich absolut nicht mehr rühren kann und schon gar nicht ansprechbar bin.

In Sachen Nachwuch…

Das Gute daran? Ich kann nicht an das Baby denken und verzweifle deshalb nicht. Wenn ich zwischen vier und fünf doch wach liege, klettert es mir trotzdem manchmal den Nacken hoch. Zwei Jahre. Und immer noch halten wir keins im Arm. Oder auch wenn wir in kurzen Momenten der Auszeit (die ich mir einmal die Woche Sonntags für eine Stunde nehme- wenn ich es raus schaffe) Freunde mit Baby’s besuchen und ich merke, wie ich mich so gar nicht auf die „Mutter-Baby-Themen“ einlassen kann. Nichts weiter spüre als einen dumpfen Schmerz und ich blitzschnell aufbrechen und wegrennen möchte… Sei’s drum.

Wie es weitergeht? Im Dezember fahren wir in den Süden Deutschlands zu einem Termin mit der Samenbank, dort werden wir das Info/Vorstellungsgespräch haben. Bin gespannt wie das abläuft. Wenn alles gut läuft bekommen wir dann bis Januar (ich denken zwischen den Jahren wird dann nichts laufen) unsere Bestellung in unserer Kinderwunschklinik gesendet. Wenn die Prüfungen Anfang Februar geschrieben sind und es mit dem Zyklus hinhaut, beginnen wir mit der Einnahme von 20151104_075811

diesen bereits bestellten Medikamenten. Sie sind am Samstag eingetroffen, haben den Kontoinhalt schon mal beachtlich verringert und warten auf ihren Einsatz. Die App ist eingestellt und zählt ca. 96 Tage bis zum Medikamentenstart. Ein UHU-Date. Anders als ich es mir vorgestellt habe, aber ich hoffe trotzdem. So fest! Dass es dann keine Überraschungen mehr gibt. Dass es dann einfach klappt. Beim ersten Mal. Dass ich verschont bleibe von OHS oder sonstigem Krempel.

Und jetzt Schluss mit den Gedanken und auf-auf an die Forschungsarbeit.