Kinderwunschklinik

Zurück aus der Kiwu-Klinik

Der zweite Ultraschalltermin stand gestern an. Und ich war  – meinem neuen Plan, nur noch positives Gefühle und eine große Portion Hoffnung zuzulassen, zum trotz, mittelgradig nervös.

Ich habe beim letzten Besuch der Klinik, bei der Vertretungsärztin nachgefragt wie es mit meinen Schilddrüsenwerten aussieht, weil die seit einem Jahr nicht kontrolliert wurden und gestern waren dann die Ergebnisse da. Knapp 3. Und das, wo ich doch seit einem Jahr 50ug L-Thyroxin einwerfe. Nun soll ich also erhöhen. Erst mal auf 75. (Was wohl gewesen wäre, wenn ich nicht nachgefragt hätte?!)

Der Ultraschall ergab, dass meine Follikel gar nicht gut aussehen. Der Leitfollikel war immer noch recht klein und weit entfernt von rund. 15 mm und sah auch einfach nicht so aus, wie ich das von meinen Bilderbuchfollikeln her kenne. Ich vermutete, dass es an der Downregulation liegen könnte, der Doc hat sich dazu nicht so richtig geäußert. Könnte, könnte auch nicht. Ist aber auf jeden Fall jetzt erst mal nicht so wichtig, da ich ja hübsche Embryonen habe 🙂 Dazu gibt es eine sehr erfreuliche Nachricht, die ich im Eifer des Gefechts und den Sorgen um den Beginn dieser Kryo, noch gar nicht geschrieben und selbst nahezu verdrängt habe.

Ich habe meinen behandelnden Arzt nun schon längere Zeit nicht mehr gesehen, da er im Urlaub war.. Und beim letzten Besuch bei ihm, war ich ja so mit nicht heulen beschäftigt, dass ich vergessen habe zu fragen, wie es denn mit den Blastos genau ausschaut. Beim Telefonat mit dem Biologen vor vielen Wochen- im Anschluss an die Punktion, hat dieser nämlich gesagt, dass es zwei gute Blastos gibt und eine, die noch hinterherhinkt. Der Biologe ging dann noch mal auf die zwei guten Blastos ein, so dass ich die andere gar nicht mehr auf dem Schrim hatte bzw. davon ausging, dass aus dieser nichts werden wird. Gestern fragte mich der Doc nun, was wir für den Transfer planen und nachdem ich ihm gesagt habe, dass wir die zwei zurück wollen, sagt er, dass die drei (!) jeweils einzeln verpackt und eingefroren sind. Das also kein Problem ist. Allerdings sind die drei Blastozysten, worunter eine frühe Blastozyste ist, unter Umständen nicht mit der jeweiligen Qualität beschriftet, so dass nicht unbedingt klar ist, welche Qualitäten aufgetaut werden. Also zwei gute Blastos, oder eine gute und eine frühe. Muhaaa, erst in dem Augenblick fiel der Groschen so richtig. Dass das bedeutet, dass wir dann auf jeden Fall noch einen Versuch haben, sollte es jetzt wieder nicht klappen (woran ich natürlich nicht denken 😉 ) Das nimmt mir schon ein bisschen den Druck!

Kennt sich jemand von euch aus und weiß wie die Chancen bei Blastos sind, wenn die sich verzögert entwickeln? Ich denke mir, vielleicht braucht der Krümel einfach ein bisschen länger und es kann trotzdem noch was werden? Auch wenn, nach Lehrbuch, am fünften Tag schon eine weitere Teilungen passiert sein sollten. Hm.

Letztlich war es aber ein sehr guter Arztbesuch und das lange Warten im Wartezimmer hat sich somit auch geloht. 😀

Der Plan steht nun auch endlich:

  • ab heute:positiv denken!
  • ab heute: Dosis L-Thyroxin erhöhen
  • Montag: Auslösen
  • Mittwoch: Beginn mit der Einnahme von: Prednisolon/ ASS/ Lutinus
  • Montag: Transfer von zwei Blastos am Tag der deutschen Einheit (wenn das kein gutes Omen ist, für: Es kommt zusammen, was zusammen gehört!)

Puh, was bin ich gespannt, ob alle beiden aufwachen und wir diesmal mit einem echten Positiv aus der Kiwu entlassen werden! Ich wünsche es mir so sehr.

P.S.: Ich wäre ja nicht ich, wenn ich nicht jetzt schon darüber nachdenken würde, wann ich  mit dem Testen anfangen möchte 😀 Wünsche? 😉

 

Advertisements

Geht’s jetzt wirklich los?

Soho, da bin ich – zurück vom heutigen Kinderwunschklinikkstermin. Für den ich am eigentlich freien Tag (dafür Sonntagsarbeit- yai) schon um 05:45 aufgestanden bin. War aber nicht so tragisch, denn wenn man eh schon auf den Beinen ist, kann man sich auf dem Rückweg, auch noch was im Büro holen für’s Home Office, damit sich der freie Tag auch lohnt. (hmpf)

Unser eigentlicher Doc ist mal wieder in Urlaub – Repromedizinerin müsste man sein 😉 und so waren wir heute bei der Vertretungärztin. Diese hatte mich bei der 1. ivf punktiert, also kannte sie  untenrum schon alles. Es ist schon verrückt, dass manche Ärzt*innen mich begrüßen können mit: Ihre Geschlechtsteile kenne ich schon, schön auch Sie kennenzulernen! 😀 Aber irgendwann ist einem auch nichts mehr peinlich 😉

Nunja, wie dem auch sei. An ZT 12 gibt es in der Praxis standardmäßig einen Ultraschall und ich weiß jeden Monat besser, dass ich meinen Eisprung standardmäßig nicht vor dem 20 Zyklustag habe. Aber wer glaubt schon einer Frau, die ihren Zyklus seit x Jahren protokolliert? Die genauso standardmäßige Antwort der Ärzt*innen lautet dann meist „Naja, wir wollen den Eisprung ja nicht verpassen, das wäre ja auch ärgerlich“ und ich denke immer: „Ja, nee, is‘ klar!“ Ich kann mich nämlich nicht erinnern, dass ich jemals einen Eisprung verpasst habe. Was das angeht, habe ich quasi hellseherische Qualitäten. Ich sage alles (auf die Stunde) genau voraus: Eisprung, Periode, GMS- Dicke, ungefähre Follikelanzahl etc. Ich kenne meinen Körper. Aber gut. Genug uffgerescht 🙂

Ich war also zum Schallen und heraus kam, quasi kein Leitfollikel, einer könnte es werden, der ist so bei 8-9 mm und die Gebärmutterschleimhaut sieht düüünne aus. Gut, die Mens war auch – sagen wir mal – ordentlich. Wir warten aber erst mal ab und ich schlürfe heimlich weiter meinen Klapperstorchtee. Estradiol soll ich nicht nehmen und falls sich bis zum nächsten US am Freitag nichts tun sollte, wird mit Medis nachgeholfen. Davon gehe ich allerdings nicht aus. Meine Eierchens brauchen nur ein bisschen und lassen sich gerne bitten.

Ich habe mich jetzt bzgl. des Kortisons  und des ASS entschieden. Ersteres nehme ich gering dosiert, zweiteres nicht. Ich habe so schon Schwierigkeiten mit dem Magen, das verträgt sich nicht so gut mit dem Aspirin.

Sonst so? Ich habe gestern bitterlich, bitterlich geweint. So mit Schluchzen und doll lange. Da kam alles raus, was ich so die letzten Wochen, wenn nicht Monate angestaut und hinter der „geht schon wieder- alles läuft supaa – ja, das Lächeln ist festgepinnt“ – Maske versteckt hatte. Auch vor mir selbst. Hat schrecklich wehgetan und ich sah danach auch nicht mehr ganz so schnieke aus (eigentlich wurst, aber ich musste ja noch arbeiten) gelohnt hat es sich aber. Heute fühle ich mich erleichtert. Buchstäblich als wären Kilos von Angst und Kummer von mir abgefallen. Jetzt blicke ich diesem Versuch schon nicht mehr ganz so pessimistisch entgegen. Vielleicht klappt es ja und bald bekommen wir unser(e) Baby(s).

Ich bin bereit!

Anvisierter Termin für den Transfer der zwei Blastos: 1. – 2. – oder 3. Oktober!

Von ivf zu icsi in zehn Sekunden

Ja, die Stimulationsphase ist vorüber. Man könnte sagen „endlich!“ es ist ja doch eine Menge an Medikamenten und Sritzen zusammengekommen. Leider hat sich beim ersten Ultraschall schon abgezeichnet, dass es keine besonders große Ausbeute an Eizellen geben wird. Nachdem ich dann zusätzliche drei Tage weiterstimulieren sollte- wofür wir neue Medikamente bestellen mussten- hatte ich dann am Montag noch einen Ultraschalltermin. Da meine Frau arbeiten musste, bin ich alleine hin, was aber kein Problem ist… Die frühere Aufregung ist geschäftiger Gelassenheit gewichen. Der Schall brachte keine neuen oder erfreulichen Erkenntnisse. Der Arzt konnte maximal 8 mit viel Goodwill 10 Follikel erkennen. Groß genug waren sie auch nicht und das nach dem Protokollwechsel. Der Doc war sehr erstaunt und meinte, dass in der Regel bei dem langen Protokoll mindestens soviele Folliel entstehen wie bei dem kurzen, auf das ich ja sehr gut angesprochen habe. Das Ergebnis bedeutete für mich noch mal neuen Medikamente kaufen. Noch weitere drei Tage stimulieren. Ich habe im Anschluss an die Untersuchung nach zusätzlichen Wegen gefragt. Abzuklären versucht an was es denn liegen könnte, wenn es wieder nicht klappt. Er hat dazu eigentlich nicht so viel gesagt. Außer, dass es eben Frauen gibt bei denen es auch ohne groß ersichtlichen Grund nicht klappt. Ernüchterung auf ganzer Linie. Dafür habe ich ein niedrig dosiertes Cortison mitbekommen und ASS. Beides für die Kryo, die der Punktion im Folgezyklus folgen soll. Bei beidem weiß ich nicht, ob ich es nehmen soll. Ich habe den Eindruck, dass mein Körper am besten läuft, wenn man ihn in Ruhe lässt. Und das Ergebnis dieses hormonbepackten ewiglich langem Stimulationszyklus gibt meinem Gefühl doch wohl ein bisschen recht.

A b e r, hier greift natürlich das klassische Kinderwunschdilemma-Gedankenkarussel: was wenn es doch helfen würde? :/ mööp.

Hat jemand Erfahrung mit derlei Mittelchen?

Nachdem das alles geklärt war, haben ich den Auslöse- und Punktionsvorbereitungszettel ausgehändigt bekommen. An dieser Stelle kam es zu einer positiven Wendung. Aufgrund der schlechten Ergebnisse haben wir von dem Kiwu-Zentrum das Angebot einer ICSI bekommen, deren zusätzlichen Kosten die Kiwu für uns übernimmt. Das finde ich sehr toll und super entgegenkommend.  Vielleicht sind die Chancen dann doch nicht so gering, dass sich mehr als 50% der Follikel befruchten und kryokonservieren lassen. We will see!

Alles in allem habe ich mir das Heulen in der Bahn im Anschluss an den Termin und den Kauf der Medikamente nur knapp verkneifen können. Und von da an, weicht sie auch nicht mehr von meiner Seite. Die Angst. Die ganze Woche schon klopft sie mir feundlich auf die Schulter. Zieht mir am Ohrläppchen und verschafft sich immer lauter werdend so langsam Gehör. Über Sorgen zur Punktion, einem schlechten Befruchtungsergebnis. Der Vorstellung, dass die Eier zu früh gehüpft oder auf unerklärliche Weise weggeschrumpft sind. Hin zu schrecklichen Schmerzen nach der Punktion und natürlich dem ausbleibenden Erfolg, hat sie so ziemlich alles im Repertoire, was den Kinderwunschkosmoms grau und bedrohlich wirken lässt. Ich habe Angst vor einer erneuten biochemischen Schwangerschaft. Davor, dass ich einfach nicht schwanger werden kann… blablabla… Was man eben so denkt. Das führt zu unterirdischer Laune und übermäßiger Dünnhäutigkeit. Ich will die Punktion nicht. Mecker. Mecker. Mau. Mau.

Fakten: Punktion, morgen Morgen gegen neun. Dann beginnt das Warten. Gegen Mittwoch wird dann wohl die Info folgen, wie viele es geschafft haben. Dann folgt später im Sommer eine kurze Urlaubsauszeit und dann endlich, so der Zyklus will, die Kryo.

Aber zuerst die Punktion. Undder folgt ein Wochende voller Schmerzen auf der Couch, mit Eiweißcocktails und gähnender Langweile! Nein, Stop! Als erfahrene Kinderwunschtante, weiß ich natürlich, dass einzig der Glaube an einen guten Ausgang Erfolg verspricht und korrigiere die Wochenendplanung: Es folgt ein entspanntes Wochenende mit viel Zeit für mich und gesunden Proteinshakes, in denen all meine acht Eier zu starken Blastozyten heranwachsen, die darauf warten in meinen embryofreundlichen Uterus zu ziehen und dort zu gesunden und glücklichen Babys heranzuwachsen.

Ihr seht, ich gebe mir große Mühe.

aktueller Tatbestand

Es ist recht viel zur Zeit. Der Fuß, der so rumhumpelt und ziept und nicht abschwellen mag. Die Masterarbeit, die in knapp 30 Tage abgegeben werden soll. Die Arbeit- wie immer das leidigste (und für mich gerade unwichtigste) aller Themen. Und aktuell am schmerzhaftesten. Der Kinderwunsch. Diese unglaubliche Sehnsucht. Dass es weiter geht. Dass wir schwanger sind. Dass es bleibt, das Baby- unser Kind wird. Auf die Welt kommt und wir zu dritt sind. Aktuell ja, da ist alles dunkel oder  rosa. Die (kinderlose) Realität wirkt bedrohlich und der Wunsch nach rosaroter Dreisamkeit verzaubert meinen Alltag.

Letzte  Woche waren wir in der Kiwu und haben das weitere Vorgehen besprochen. Wir setzen auf ein langes Protokoll, unser Doc erspricht sich wie erwähnt eine höhere Befruchtungsrate. Damit können wir diesen Monat anfangen. Das wäre zeitlich ziemlich nach am Abgabetermin der Masterarbeit, dafür kämen wir aber nicht mit Urlaubssperren und anderem Kram in Konflikt. Oder aber wir warten noch bis nach der Masterarbeit. Hätte zur Konsequenz, dass wir vor Oktober bzw. November keinen Transfer realisieren könnten. Und wie sich November im Kopf einer Kinderwunschpatientin anhört, das kann man sich ja vorstellen.

Also Juni. Der erste Spritzentag mit Deca wäre dann der 27. Juni (zwei Wochen) und weil ich das schon alles wuppen werde (wenigsten weiß ich dann wofür es sich lohnt, dass ich so in die Tasten haue!) wird da auch einfach begonnen. Je nach Mensbeginn wird die Punktion dann so gegen 26. Juli laufen. So ein langes Protokoll ist aber auch echt lang.

Nun komplikationslos ist ja nicht so unser und so haben sich auf einmal ein paar neue Fragen aufgetan, nachdem unser Plan soweit klar war:

ivf mit langem Protokoll, bisschen Überstimu einkalkuliert, Pause und Erholung und im nächsten Zyklus Transfer mit 2 Blastos. Grund: Nach dem kurzen Protokoll bzw. der letzten Punktion hatte ich schon relativ schmerzhafte Überstimu-Symptome. Eins, zwei Tage konnte ich nur mit Hilfe und unter enormen Schmerzen aufstehen, nach einer Woche war es dann soweit okay, dass wir uns für einen Frischtransfer entschieden haben. Wie der geendet ist, ist ja bekannt. Im Kryoversuch habe ich mich besser gefühlt (klar, hatte ja auch keine Symptome von OHSS oder Punktion..) und deshalb dachten wir, diesmal keinen Frischversuch. Mit dem langen Protokoll soll die Gefahr des OHSS größer sein.

Jetzt gibt es aber zweierlei zu Bedenken:

1. Hat der Doc icsi statt ivf in den Raum geworfen. Wir hatten eine Befruchtungsrate von 7 aus (ich glaube) 16. Laut ivf.Register sind die Erfolgsraten für eine Schwangerschaft nicht signifikant höher durch icsi. Er erhofft sich aber mehr EZ für Kryos. Wir tendieren eigentlich zur ivf. So unwissenschaftlich haben wir das Gefühl es kommt eher zusammen was zusammen gehört, oder so…

2. Habe ich dann weiter im ivf-Register nach Zahlen geschaut und feststellen müssen, dass die Chance mit über 41% im Frischversuch gegenüber unter 28% im Kryoversuch doch schon signifikant höher ist. Bei der Rate Klin. SS/ET in Abhängigkeit von der Anzahl übertragener Embryonen (bei uns 2) und Altersgruppen (30-34) (vgl. DIR 2014: 26f.). Das hatte ich so nicht mehr auf dem Schirm. Also doch ein Frischveruch mit zwei Embryonen im langen Protokoll. Mist.

Müßige Frage: Aber warum nicht einfach Sex haben und wundertolle Regenbogenbabys produzieren? 😉

Und alles in allem: Ich hab sowas von keinen Bock auf eine ivf/icsi! Mir graut es vor allem. DIe Spritzen sind noch das geringste Problem, aber das unwohl fühlen, die Stimmungsschwankungen, die Zunahmen, Punktion, Narkose, Schmerzen und alles überhaupt. Aber was soll man machen. Nur kein Baby haben, darauf habe ich noch weniger Bock.

 

ewiger Winterschlaf…

…für unser Dino-Ei (die Ehefrau hat es so getauft) nicht!

Ich habe in der Kiwu-Klinik angerufen und wurde mit einem Biologen verbunden, der mir mitgeteilt hat, dass das Ei aufgewacht und wohlauf ist. Hach, ist das nicht wunder_schön?

Und heute habe ich im Dämmerschlaf von unserem Baby geträumt und bin (nicht nur deswegen) mächtig guter Dinge, dass es dieses Mal ganz toll wird.

Ich meine, die Sonne scheint, es wird warm, ich habe schon ein paar Frühlingsmomente genießen dürfen und das Ei wird sicher genau wie ich, froh sein, dass heute nachmittag für sie*ihn* die Eiszeit vorbei ist und es zurück zu Mama geht 😆

Ganz im Sinne der self fulfilling Prophecy,gehe ich also vom Besten aus.

 

PU + 6 | TF + 1

Gestern war es soweit. Transfer in unserer Kiwu- endlich. Wir waren über die Maßen gespannt wie viele unserer 15 Eizellen es geschafft haben. Einen Tag zuvor konnte ich herausfinden, dass sich grundsätzlich erst mal sieben befruchten ließen.

Nach dem Auflegen war ich allerdings nicht sicher, ob das bedeuten sollte, dass es sieben bis zum Tag 4 geschafft haben, oder eben nur sieben überhaupt befruchtet werden konnten.

Angekommen und nett vom behandelnden Arzt begrüßt, kam der Biologe und teilte mit

15 punktierte Eizellen

7 befruchtet

2 Blastos in sehr guter Qualität.

Der Rest war nichts. Fragmentiert und allgemein in keiner guten Qualität.

Ich weiß nicht ob ich naiv bin, oder fernab der Realität, aber ich empfand das als extremes Versagen. Ich hätte nie damit gerechnet, dass dieser ganze Aufwand, die Schmerzen, die Gedanken, die Kraft, das alles für nur zwei Blastozysten?! Ich meine klar, wenn eine der beiden oder beide unsere Babys werden, dann hat es sich natürlich gelohnt. Aber ich hatte so fest gehofft, dass wir die Möglichkeit haben für mehrere Kryoversuche auf Eis legen zu können.

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Meine Frau und ich hatten am Vorabend besprochen, dass wir beide zurück nehmen, falls nur zwei es ins Blastostadium geschafft haben sollten. Als wir dann im Behandlungszimmer saßen, waren Arzt und Biologe begeistert. Der Arzt über die Anzahl und der Biologe von der überragenden Entwicklung. Er meinte, dass es nicht selbstverständlich ist, dass es beim ersten Anlauf so läuft. Ich weiß nicht, ob sie nur versucht haben mich aufzubauen, oder ob das ernst gemeint war. (Ich habe da durchaus schon von anderen Befruchtungsraten gelesen) So, oder so stand die Frage im Raum, ob wir nun nur einen, oder doch zwei von den beiden wieder haben möchten. Frau und ich schauen uns an, müssen lachen- war das doch der worst-case. Meine Frau von Natur aus eher ängstlich wollte lieber auf Nummer sicher gehen und tendierte Richtung eine Blastozyste. Und ich? Wollte auch auf Nummer Sicher gehen, nämlich- Chancen auf ein Baby bei bis zu  80% bei zwei Blastos… Also Tendenz zwei. (Außerdem habe ich tierisch Angst, dass es im ersten Veruch nicht funzt und die zweite Blsto, einmal eingefroren, später nicht mehr aufwacht. Ergo niedrigere Chancen beim Transfer nur eines Embryo plus die Möglichkeit, dass für einen zweiten Versuch gar kein Eisbär mehr da ist).

Da sagt doch der Arzt: „Mein oberstes Ziel ist es Sie schwanger zu bekommen und nicht, dass sie in der 20. Woche Zwillinge verlieren!“ Da dachte ich so im Nachhinein- „Samma, geht’s noch“ Also ich meine- okay Risikoschwangerschaft! Kann ich nachvollziehen, aber gleich das Horrorszenario an die Wand zu malen, das fand ich ein bisschen heftig. Mit der Aussage war die Entscheidung bei meiner Frau dann jedenfalls getroffen und mit einem „Wir nehmen nur eins“ ihrerseits, war es das dann. Für mich war klar, dass wir keine zwei nehmen werden, wenn sie nicht mit 100%ig gutem Gefühl dahinter steht, also war ich in der Konsequenz so schnell auf dem Stul drauf und wieder runter, wie frau gar nicht gucken konnte.

Das war es dann auch schon. Das einzige Highlight war, dass, obwohl nicht als Sonderleistung dazu gebucht, ein Embryoscope gemacht wurde und wir tatsächlich die hammerschöne Blastozyste in ihrer gesamten Entwicklung sehen konnten. Sie hat sich wirklich ganz vorbildlich geteilt und ist in ihren ersten fünf Lebenstagen schon zauberlich schön gewachsen 😉

Alles in allem war es so okay. Ich habe aber seit wir aus der Praxis raus sind, ein extrem ruhiges „Das wird auf keinen Fall was Gefühl“. So irgendwie „der Drops ist eh schon gelutscht“.

Doc und Biologe meinten im übrigen, dass es extrem selten ist, dass der zweite eingefrorene Blasto nicht aufwacht.

We’ll see.

Post-Punktion und Prä-Transfer

No long, no see! Dafür heute ein etwas ausführlicheres Update von der ivf-Front.

Letzten Samstag war es soweit. Nach einer kurzen, weil furchtbar aufgeregten Nacht, sind wir am Samstagmorgen recht zeitig aus den Federn gehüpft, um pünktlich um neun in unserem Kinderwunschzentrum zu sein. Nach einer anstrengenderen Fahrt auf der Autobahn (es hat geregnet und gestürmt) sind wir doch relativ schnell durchgekommen und waren eine halbe Stunde zu früh. Die Zeit habe ich selbstverständlich toll nutzen können, um noch nervöser zu werden und zu allem Übel durften wir noch gar nicht in die Praxisräumlichkeiten. So haben wir dann noch gute 20 Minuten vor der Tür gewartet. Als wir dann endlich rein durften, hat uns eine sehr freundliche MTA in die Umkleideschleuse geführt, mir versichert, dass der Eingriff ganz schnell vorbeigeht und auch gar nicht weiter schlimm ist und schwups sah ich mich in einem schicken OP-Dress mit „hinten offen“ in den Ruhe- bzw. Warteraum katapultiert. Es lief schöne Entspannungsmusik und der Raum ist ziemlich Spa-mäßig gestaltet. Als dann aber nach ca. 10 Minuten die Titelmusik von Halloween als Klassikinterpretation kam, hab ich mich schon gefragt, ob das so passend ist. Zumal ich ernsthaft Angst vor der Narkose hatte. Aber gut, sei’s drum 😀

Nach einer kurzen Weile hat sich dann das OP-Team vorgestellt. Die Anästhesistin hat mir einen Zugang gelegt, was ich als ziemlich schmerzhaft und unangenehm empfand und mir noch ein bisschen Blut abgezapft. Die behandelnde Ärztin und die OP-Schwester haben mich im Anschluss abgeholt und in den kleinen OP-Raum gefahren. Meine Frau war bis dahin bei mir und hat dann auf mich gewartet. Die Narkose, kam dann recht zügig und die Narkoseärztin hat sich noch nett mit mir unterhalten und mir erzählt wie sie wirkt, bis ich dann recht schnell im Land der Träume war.

Als ich wieder zu mir gekommen bin, hab ich zuerst meine Frau gesehen und das Piepsen des Überwachungsmonitors wahrgenommen. Meine erste bewusste Frage galt den punktierten Eizellen und später habe ich erfahren, dass ich, noch halb weggetreten, als erstes eine Liebeserklärung an meine Frau gerichtet ❤ und dann ständig die Anästhesistin genervt habe, in dem ich unentwegt und mit schwerer Zunge nach den Eizellen gefragt habe 😀

Letztlich waren es 15 Follikel, statt der 17 gezählten und von diesen enthielten alle eine Eizelle. Eine Eizell-Rate von 100% und ich war so erleichtert und froh. Ich habe eigentlich mit nicht mehr als acht bis neun Eizellen gerechnet. Wir haben dann noch die Information erhalten, dass meine Eierstöcke, so prall gefüllt aussahen wie Bienenwaben und ich sicher mit Schmerzen zu rechnen habe. Aber gut, frau kann nicht alles haben 🙂

Nachdem ich halbwegs auf dem Damm war und noch eine große Portion Schmerzmittel i.v erhalten habe, sind wir zum Biologen gegangen, der uns zur erfolgreichen Punktion gratuliert und mitgeteilt hat, dass er von einer guten Befruchtungsrate ausgeht. Dann der nochmalige Hinweis darauf, dass ich mich schon mal auf Schmerzen gefasst machen soll, weil die Follikel laut Ärztin sehr groß waren und sich gegen Abend wieder mit Wasser füllen und erneut großen Druck auf die Eierstöcke ausüben werden. Bis dahin habe ich das nicht so wirklich glauben können, weil ich mich so gut gefühlt habe 🙂

Dann hieß/heißt es warten. Fünf lange Tage lang- bis Donnerstag.

Nach dem entspannten Gefühl am Vormittag haben mich die beginnenden Schmerzen gegen Abend eiskalt erwischt. Den kompletten Samstagabend bis Dienstagmittag hatte ich extreme Schmerzen. Ich sah aus wie im vierten/fünften Monat schwanger, konnte mich kaum bewegen und das auf die Toilette gehen war eine Qual. Nur das nicht auf die Toilette gehen war noch schlimmer, weil die volle Blase dann auf den ohnehin schon übervollen Bauch gedrückt hat. Ich habe am Sonntag echt Angst gehabt, dass es ein Überstimulationssyndrom ist, aber tapfer weiter meine vier Liter Flüssigkeit plus Eiweißshakes (ekelhaft!) zu mir genommen, abwechselnd gekühlt oder gewärmt (je nachdem was sich besser angefühlt hat) und mich umsorgen lassen. Ich bin jetzt nicht so der empfindliche Typ und trotzdem hat es plötzlich Sinn gemacht, dass mein Arzt meinte „wenn sie hart im Nehmen sind, lösen Sie mit hcg aus“. Puh, und ich war wirklich hart im Nehmen. Gestern habe ich mich schweren Herzens krankschreiben lassen müssen und bin von meiner Hausärztin im Schneckentempo nach Hause geschlichen. Die Bewegung hat ein bisschen was bewegt im Bauch uns seitdem wurde es bis in die Abendstunden hinein wieder etwas besser. Abends und nachts war es noch sehr unangenehm, aber heute Morgen konnte ich schon viel freier atmen und lachen ohne mir den Bauch zu halten. Yai.

Dafür tut mir seit gestern Morgen der Hals beim Schlucken weh und eine meiner Mandeln hat eine beachtliche Größe angenommen. Ich habe sonst allerdings keine Erkältungsanzeichen, was ich seltsam finde. Vielleicht nur ein Zeichen dafür, dass mein Körper arbeitet. Wie dem auch sei, nachdem es also seit gestern gefühlt bergauf geht, habe ich wieder ein wenig Hoffnung, dass der Transfer morgen gemacht werden kann.

Die hübschen Eizellen dürfen nämlich bis morgen an Tag fünf weiterwachsen und haben sich hoffentlich schon fleißig geteilt. Ich schaue mir jeden Tag ein Bild von sich entwickelnden Eizellen an und drücke fest die Daumen, dass wir morgen einige schöne Blastozysten haben von denen dann eine, auf Wunsch meiner Frau und Empfehlung des behandelnden Arztes, einziehen darf 🙂

blasto

Quelle: http://www.ivf-giessen.de/images/sonstige/embryonalentwicklung1_klein.gif

Stimulationstag 7 – Eiersalat

Der Termin in der Kiwu-Klinik hat einige Neuigkeiten gebacht. Meine größte Sorge war, dass sich keine Eier bilden und wir mit leeren Eierstöcken nach Hause fahren müssen.

Die Liebste ist in der Mittagspause mit mir zusammen in die Praxis gefahren und wir waren beide mächtig aufgeregt. Das Ziepen und Drücken der letzten Tage und der langsam aber stetig wachsende Bauch, haben ja schon darauf hingedeutet, dass was passiert, aber sicher sein konnten wir natürlich nicht.

Der Ultraschall hat dann endlich Erlösung gebracht und uns hübsche Follikel präsentiert. Es sind zwischen 12 und 14 Stück. Also so ungefähr genau die Größenordnung die wir uns erhofft hatten. Noch schlimmer als keine Follikel wären ja wohl zuviele- aufgrund derer wir dann hätten abbrechen müssen.

Der Doc hat mich gefragt ob ich Endo habe bzw. schon mal eine Diagnose in die Richtung m Raum stand,, weil er eine kleine Zyste gefunden hat, die zwar wohl erst mal nicht weiter bedenklich ist, aber eben da. Er meint, das wäre jetzt erst mal nicht weiter schlimm, nur ein weiterer Grund dafür, dass die ivf die richtige Wahl war für uns.

Leider sind die Follikel winzig klein, dass haben meine Frau und ich auch direkt gesehen und so müssen wir mit der Dosis hoch auf 175 und noch dazu Medis nachbestellen. Ich hoffe jetzt, dass ich im Ausland noch günstige Medikamente bekomme. Unsere reichen nur noch bis Sonntag. 😦

Am Montag ist der nächste Schall und die Punktion je nach Ergebnis dann irgendwann ab Mittwoch! Ich bin gespanntn wie ich mich fühle, wenn die 12-14 Follikel noch doppelt so groß werden und ich jetzt schon mit dem Bauchumfang zu kämpfen habe. Kennt ihr das? Oder habt ihr nebenwirkungstechnisch gar nichts gemerkt?

Schmetterlinge im Bauch

Heute habe ich beschlossen glücklich zu sein.

Es ist mir egal, welcher Regierungspinkel uns zu Eltern zweiter Klasse degradieren will. Wir werden eine Familie. Wir werden Mama’s. Wundertolle Mama’s. Welche, die ihr Baby erkämpft haben und somit schon vor der Zeugung fest bewiesen haben, wie sehr das Kind willkommen ist und geliebt werden wird. Heute bin ich glücklich und ergänze das möpige gestern.

Also zu 1.

Der Termin Nr. 2 stand an. Der Kinderwunschzentrums-Doc war herzig und kompetent wie beim ersten Besuch und ich hatte das Gefühl, genau in dieses Zentrum zu gehören.

Im Sprechstundenzimmer angekommen, gab es gar kein Problem mit unserem Wunsch nach der IVF (wir sollten noch mal tief in uns gehen, ob die IUI nicht doch noch mal ausprobiert werden soll- soll sie nicht!). Mit meinen Werten ist alles schick. TSH  ist spitze und ich bin „welch ein Glück“ gegen Röteln,Windpocken und Co. imun. Yai. Die anderen Tests sind auch gut und so war noch Zeit für unseren Zettel voller Fragen. Und wir hatten eine Menge 😀 Es konnte alles geklärt werden und plötzlich, alle Fragen gefragt, zaubert der gute Kinderwunschzentrums-Doc einen Zettel hinter dem Rücken hervor. Auf dem steht „Antagonistenprotokoll (kurzes Protokoll)“. Unser Behandlungsplan. Glänzend und neu. So hübsch und mit deutlich weniger Hormonbombem als erwartet.

Worte wie Engelschöre (Entschuldigt den rosa-glitzer-kitsch- ich habe vorgewarnt 😉 ) „ab dem 22. Zyklustag, kann es losgehen!“

Ist das nicht der Hammer?! So lange ging es nicht voran, warten, tausend Termine und negative IUI’s und nun? (Ja, ich weiß, das fast wichtigste fehlt noch!) Könnte es in 22 Tagen losgehen. Wir haben alle Rezepte uns sollen uns schon mal ans Bestellen machen, damit zum Starttermin auch alles vorrätig ist. Muhaaaa!

Wenn wir mal ganz großes Glück haben, und die Samenbank sich mit der Kiwu-Klinik noch in den nächsten zwei Wochen einigt, dann könnte/könnte/könnte es noch in diesem- morgen beginnenden- Zyklus beginnen. Aber ganz bestimmt im nächsten.

Wahnsinn!

Die Medikamentenliste

  • Estradiol (macht die Gebärmutter kuschelig)
  • Gonal F (zur Stimulation der Eierchens)
  • Orgalutran (zum Unterdrücken des ES)
  • Utrogest

Wir haben uns für das Kuktivieren bis zum Blasozystenstadium entschieden und wollten eigentlich zwei Blubbels zurückbekommen. Der Arzt ist allerdings für nur einen Blubbel. Argumente dafür: mein Alter und die seiner Meinung nach ohnehin sehr hohe Wahrscheinlichkeit einer eintretenden Schwangerschaft. Wir werden es wohl abhängig von der Qualität machen.

Ob das ganze Glück mit der Klinik daran liegt, dass der erste Termin am Hochzeitstags-Datum war und der zweite am Monatstag des Zusammenkommens? ❤  Egal! 🙂

Samenbanken, Kosten und Wartezeiten

Heute habe ich mich mal dran gemacht und verschiedene Samenbanken in Deutschland angerufen und mich bzgl. Vesand, Kosten und Ablauf informiert.

Fazit: Die Preise gehen enorm weit auseinander. Zwischen der teuersten, bei der man tatsächlich zu einem psychologischen Gespräch antanzen muss, und der günstigsten, liegen 1000,-

Nett waren sie alle, die Damen am Telefon und abgesehen von einer Samanbank wurde auch nicht vorangenommen, dass ich ein Kind mit meinem Mann möchte. Das fand ich echt klasse.

Die Samenbank die nun in die nähere Auswahl kommt, hat Unterlagen, die wohl bei der Kinderwunschklinik liegen und die von uns ausgefüllt werden müssen. Bis dann eine Spendervorauswahl getroffen ist, müssen wir allerdings bis zu 8 (!) Wochen warten. Das finde ich echt laaang.

Denn: Wir haben uns entschieden, jetzt darf es schnell gehen. WIr wollen unser Baby so schnell es geht. Nach all dem Zögern und Hadern.

Aber zurück zum Thema. Wunsch-Samenbank und Ablauf/Wartezeit:

Kurz und knapp zusammengefasst, kommt Folgendes auf uns zu:

  • 1 Woche warten auf den Termin in der Kinderwunschklinik,
  • ein paar Tage um das Formular überlegt auszufüllen,
  • 8 Wochen bis wir nach dem Absenden des Formulars eine Spenderauswahl von bis zu 6 Spendern bekommen, dann
  • noch ein paar Tage Bedenkzeit bis wir uns entschieden haben, welchen Spender wir haben wollen und dann
  • 2 Wochen, bis die Proben da sind

= 12 Wochen 😦

Ist das nicht Sch*iße? Ja, natürlich, jetzt haben wir so lange gewartet, da wird das ein Klacks. Aber nö. Ich  mag nicht. Dann ist ja schon wieder fast ein ganzes Jahr verstrichen in dem es nicht geklappt hat. Und das ist sowas von deprimierend.