Unser Weg zur Regenbogenfamilie

Hier soll  nach und nach unser Weg zur Regenbogenfamilie entstehen.

Wenn bei einem gleichgeschlechtlichen Paar der Wunsch nach einem Baby aufkommt, sind allerhand Dinge zu bedenken und zu entscheiden. Vom ersten Gedanken bis zum Ziel ist es dabei oft ein weiter Weg. Und dass das mit dem Baby nicht mal einfach so nebenher passiert, hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Ein Nachteil ist meiner Meinung nach das „Zerdenken“ von einer Vielzahl von Mögleichkeiten. Bei einigen Fragen ist das Denken (subjektive Meinung) absolut unabdingbar und unbedingt notwendig. Vor allem zum Wohl des Kindes. So beispielsweise bei der Überlegung und Auswahl zu offenen Spenderangeboten oder anonymen. Bei anderen wiederrum kann man mitunter nicht aufhören kugelrund im Kreis zu denken: Ist jetzt der richtige Zeitpunkt? Oder dann? 🙂

Wie sich unser persönlicher Weg gestaltet und wann wir ans „Ziel“ kommen, wird hier zu finden sein.

 

Impressionen zu den ersten Fragen:

Von der Idee:

Wollen wir ein Baby?

Über die Sorgen:

Schaffen wir das? Was ist zu tun? Wie lang ist der Weg? Welche Kosten kommen auf uns zu?

Über die ersten Entscheidungen:

private Samenspende? Samenbank? Wer soll das Baby bekommen? Arzt? Oder Heiminsemination?

Über die Dinge die  man beachten muss:

Wie sieht das aus mit Stiefkindadoption? Behandelt uns ein Arzt/Ärztin?

Was muss man sich von wem beglaubigen und ausstellen lassen?

Über die ersten Termine bei der Ärztin und, und, und…

[EDIT]

Wollen wir ein Baby?

Die Frage ist nicht so einfach zu beantworten und ich erspare euch an dieser Stelle ausufernde Beschreibungen (evtl. folgen diese an anderer Stelle) zu unserem langen und steinigen Weg. Deshalb eine knappe Antwort:

Von dem ersten Gespräch à la: Sag mal, willst du eigentlich irgendwann mal Kinder, bis zur finalen Entscheidung sind bei uns insgesamt zwei Jahre vergangen!

Aber letztlich kann ich sagen: JA! Wir wollen ein Kind. (Und ich gerne auch zwei 😉 )

Wie wollen wir ein Baby?

Da es verschiedene Wege gibt in Deutschland als lesbisches Paar ein Baby zu bekommen, stand ziemlich am Anfang die Frage: Wie wollen wir es machen?

Ein Freund oder Bekannter? Damit das Kind auch eine männliche Vaterfigur hat. Oder doch lieber ein Samenspender? Hier dann die Frage nach einem offenen Spender (hier hat das Kind mit 18 Jahren die Möglichkeit den Spender kennenzulernen) oder einem anonymen Spender?

Wer soll das Baby austragen? Wer will und wer will vielleicht und aus welchen Gründen nicht? Soll ein mögliches zweites Kind von der selben Partnerin ausgetragen werden oder nicht?

Für uns war ziemlich schnell klar, dass wir versuchen werden durch eine  offenen Samenspende schwanger zu werden. Wir haben zwar auch erst in Foren recherchiert, viel gelesen und auch in einem Samenspenderforum eine Anzeige geschaltet. Aber unsere und vor allem S.’s Ängste haben sich nicht verflüchtigt. Dagegen sprach für uns die Angst, dass Frau sich mit einer Krankheit infizieren könnte (trotz Gesundheitszeugnis) und des Weiteren auch, dass der Vater, der das Sorgerecht abgeben müsste, dies nicht tut, weil auch er ein Mensch mit Gefühlen ist und schlussendlich doch rechtlicher Vater bleiben will. Eine hundert %ige Sicherheit gibt es da ja erst mal nicht. Und für S. und schlussendlich auch für mich, sind das Risiko und die Angst einfach zu groß, weshalb die Entscheidung ausfiel, wie sie eben ausfiel. 🙂

[EDIT vom 26.06.2014]

Wer soll das Baby bekommen?

Diese Entscheidung war für uns von Anfang an die leichteste. Ich. Aus genau zwei Gründen.  1. Weil ich so gerne schwanger sein möchte. Und 2. weil S. es sich überhaupt nicht vorstellen kann schwanger zu sein. So einfach kann es manchmal sein. 😉

Wie sollen wir schwanger werden?

Diese Phase hat sich, neben der Suche nach dem perfekten Moment, als die am zeitraubendste Phase entpuppt.

Zu Beginn stand ein riesiger Berg Recherche. Was gibt es für Möglichkeiten? Wer führt diese durch? Wann genau sind wir eigentlich verheiratet? Ist das eine Bedingung?

Neben IVF, ICSI, Heiminsemination und IUI haben wir uns vorerst für die IUI entschieden.

Intrauterine Insemination.

Hierfür wird von einer Ärztin, extra aufbereiteter Samen, in eine Spritze aufgezogen und mittels eines sehr dünnen Schlauches, direkt in meine Gebärmutter gespritzt. Damit der Versuch von Erfolg gekrönt ist, wird der Zyklus genau beobachtet und mittels Ovulationstest der Eisprung festgestellt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit den Eisprung künstlich auszulösen. Der Vorteil ist klar, man kann den Zeitpunkt für die Befruchtung genauer eingrenzen. Ob wir das allerdings auch tatsächlich nutzen werden ist noch nicht klar, weil ich einen sehr vorbildlichen 28-Tage  Zyklus habe.

Nachdem das geklärt war war die Phase jedoch noch nicht abgeschlossen. Denn das wichtigste fehlte noch:

Die Ärztin

Durch intensive Recherche haben wir eine tolle Ärztin gefunden, die uns weiterhilft. Trotz der Grauzone in der Ärzte und Ärztinnen sich befinden, gibt es einige mutige darunter, die lesbischen Paaren bei der Erfüllung ihres Kinderwunsches, helfen! ❤

IUI- im natürlichen oder stimulierten Zyklus

Da ich eigentlich keinerlei Zyklusschwierigkeiten habe, versuchen wir es vorerst fast ohne hormonelle Unterstützung. Allerdings haben wir uns entschieden den Eisprung auszulösen. Das Medikament löst a) den Eisprung aus und lässt so eine bessere zeitliche Planung zu und b) unterstüzt das Medikament auch die Gelbkörperproduktion.

Die Kosten

Wir haben die Option bei cryos oder der europäischen Samenbank Sperma zu bestellen.

Die eigentlichen IUI-Kosten belaufen sich so ca. auf 250,- pro Versuch und das Erstgespräch hat uns ca. 80,- gekostet. Dazu kommen Notarkosten und eben das Sperma. Was definitiv den größten Kostenfaktor ausmacht. Im Schnitt rechnen wir mit 500,- je Straw, insgesamt also ein paar Tausend Euro bei ca. fünf Proben, die wir bestellen wollen. So viele vor allem deshalb, weil ja evtl. noch ein zweiter Krümel geplant werden soll und es schön wäre, dafür den gleichen Spendersamen zu haben. Dazu kommen dann noch die Kosten für die Lagerung. Mal sehen wie realistisch der Kostenplan ist.

[EDIT vom 28.11.2014]

– Tatsächlich sind wir jetzt für die Straws an sich bei ca. 2000,-

– ca. 250,-für’s Verschicken und dann noch mal

– 400,- Steuern

[EDIT 11.06.2015]

Nachdem uns die drei Inseminationen kein Glück gebracht haben, haben wir uns entschieden Inforamtionen bzgl. einer ivf zu sammeln. Dafür werden wir eine der wenigen Kinderwunschkliniken anfahren, die auch lesbischen Paaren bei der Erfüllung ihres Wunsches hilft.

ivf
Quelle: familienplanung.de

Die ivf bginnt meist mit einer Hormonbehandlung

Bei einer In-vitro-Fertilisation oder ICSI steht am Anfang der Behandlung meistens die sogenannte Downregulation. Hormonpräparate (GnRH-Agonisten oder GnRH-Antagonisten) sollen die körpereigene Hormonausschüttung der Frau unterdrücken und so einen vorzeitigen Eisprung verhindern.

[…]

Der Eisprung wird eingeleitet

Etwa eine Woche nach Beginn der Hormonstimulation kontrolliert die Ärztin oder der Arzt mehrmals die Größe und Reife der Eizellen. Dazu führt sie oder er Ultraschall-Untersuchungen durch und bestimmt die Hormonwerte im Blut. Sind die Eizellen herangereift und erscheinen sie befruchtungsfähig, beendet die Frau die Hormoneinnahme. Mit einer Injektion des Hormons HCG (humanes Choriongonadotropin) oder eines GnRH-Agonisten wird nun – etwa zehn bis 14 Tage nach Beginn der Stimulation – der Eisprung eingeleitet.

Entnahme der Eizelle

Etwa 36 Stunden nach Einleitung des Einsprungs entnimmt die Ärztin oder der Arzt mithilfe einer feinen Nadel Eizellen aus den gereiften Eibläschen (Follikelpunktion). Der Eingriff wird gewöhnlich über die Scheide durchgeführt und per Ultraschall am Bildschirm verfolgt. In seltenen Fällen werden die Eizellen per Bauchspiegelung gewonnen. Die Frau erhält Beruhigungs- oder Schmerzmittel oder eine Vollnarkose. Nach der Punktion können leichte Blutungen und ein Wundgefühl auftreten.

 Im Anschluss folgt die Befruchtung

Bevor Samen und Eizelle zusammengebracht werden können, wird die Samenflüssigkeit im Labor aufbereitet. Ziel ist es, die Befruchtungsfähigkeit der Samenzellen zu verbessern und möglichen allergischen Reaktionen der Frau vorzubeugen. Anschließend bringt man Eizellen und Samenzellen in einer Nährflüssigkeit zusammen und gibt sie in einen Brutschrank. Hier soll es zur Befruchtung der Eizellen kommen – zur In-vitro-Fertilisation.

Die Übertragung von Embryonen in die Gebärmutter

Wenn die Befruchtung einer oder mehrerer Eizellen gelungen ist, überträgt die Ärztin oder der Arzt die Embryonen am zweiten, dritten oder fünften Tag nach der Eizell-Entnahme mithilfe eines dünnen, biegsamen Schlauchs (Katheter) durch die Scheide in die Gebärmutter. Die meisten Frauen empfinden den Eingriff als wenig oder nicht schmerzhaft.

Chancen und Risiken der ivf

Die Geburtenrate nach einer In-vitro-Fertilisation liegt dem deutschen IVF-Register zufolge bei 15 bis 20 Prozent pro Behandlungszyklus. Die Erfolgsaussichten sind jedoch in hohem Maße von der bestehenden Fruchtbarkeitsstörung und vom Alter der Frau abhängig. Studien weisen außerdem darauf hin, dass Rauchen einen negativen Einfluss auf den Erfolg von IVF haben kann. Bei Paaren, die während der IVF-Behandlung rauchten, wurden geringere Geburtenraten pro Behandlungszyklus beobachtet als bei nichtrauchenden Paaren.

NotarIn+ Kosten

Unsere Ärztn möchte für Ihre Absicherung gerne, dass wir uns von einer Notarin oder einem Notar eine

Vereinbarung zur heterologen Insemination beglaubigen lassen.

Eine nette Notarin, bei uns in der Nähe (Empfehlung haben wir über ein Forum bekommen) haben wir bereits kontaktiert und aller Voraussicht nach, haben wir im Oktober einen Termin.

[EDIT vom 11.06.2015]

Den Vertrag haben wir problemlos mit der Notarin besprochen und nach dem Unterschreiben zugesandt bekommen.

– Ca. 100 ,- haben wir dafür bezahlt.

Atteste und Nachweise

Damit unser Baby auch mit den besten Voraussetzungen auf den Weg kommt, brauchen wir für die IUI bei unserer Ärztin eine Nachweis über den Status von HIV und Hepatitis.

Für alle Atteste und medizinischen Nachweise haben wir insgesamt ca. 180,- bezahlen müssen.

Kleinkram

Folsäure wird von jedem Frauenarzt ab dem Wunsch der Schwangerschaft empfohlen. Sie wirkt u.a. auf die Zellteilung un die Zellneubildung ein und verhindert Fehlbildungen beim Embryo. Durch die Schwangerschaft wird der Folsäureverbrauch des Körpers verdoppelt, was eine frühzeitige Einnahme, auch schon vor Eintritt der Schwangerschaft, induziert. mind. 550 µg täglich werden empfohlen.

Quelle: http: http://www.frauenaerzte-im-netz.de >07.10.2014<

Predalon- hcg aus der Dose. Zum Auslösen des Eisprungs und zur Unterstützung des Gelbkörperhormons nach dem Eisprung. Drei Ampullen haben ca. 30.- gekostet. Spritzen und Nadeln haben wir von unserer Ärztin gratis dazu bekommen.

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